Der Freitag: Herr Kries, wann haben Sie sich zuletzt ein Designer-Stück gekauft?
Mateo Kries: Vor ein paar Wochen, ich brauchte einen neuen Fernseher. Als ich dann im Elektronikmarkt stand, fand ich alle anderen Flachbildschirme so hässlich, dass ich tatsächlich einen Loewe-Fernseher gekauft habe. Obwohl er viel teurer war als alle anderen. Er ist auch flach, erinnert optisch aber an Apple-Produkte. Ich habe also genau das getan, was ich in meinem Buch beschreibe: Ich habe mich durch Design in meinem Konsumverhalten leiten lassen.
Ihr Buch heißt Total Design, darin ärgern Sie sich über die ‚Inflation moderner Gestaltung‘. Was ist schlecht an der Omnipräsenz von Design?
Ich kritisiere, dass Design heute oft dazu dient, mir zu suggerieren, ich bräuchte ein bestimmtes Ding. Diese Funktion von Design wird in der öffentlichen Wahrnehmung gern ausgeblendet.
Was wäre denn so ein suggestiver Gegenstand?
Nehmen wie einen Designer-Wasserhahn, zum Beispiel von Philippe Starck. Es gibt genügend Wasserhähne, auch genügend funktionale Wasserhähne. Dieser Designer-Wasserhahn ist vielleicht gar nicht so funktional wie die bewährten Produkte. Aber man kauft ihn am Ende dann doch – etwa um zu einer bestimmten Schicht zu gehören.
Starck hat auch die legendäre Zitronenpresse ‚Juicy Salif‘ für Alessi entworfen. Sieht gut aus, macht aber nur Sauerei. Ist das schlechtes Design?
Ich unterscheide ungern zwischen gutem und schlechtem Design. Betrachtet man diese Presse unter skulpturalen Gesichtspunkten, ist sie ein großer Wurf. Sie sieht aus wie eine Rakete, ist eine Anspielung auf die Zitrone selbst, doppelbödig eben, typisch Starck. Er weiß, dass Objekte eine Botschaft aussenden. Aber wir sollten heute eben auch stärker fragen, was diese Botschaft bewirkt.
Wenn Sie nicht zwischen gutem und schlechtem Design unterscheiden, wie trennen Sie dann die Spreu vom Weizen?
Ich würde von Objekten sprechen, die nicht mehr zeitgemäß sind. In der Vergangenheit haben wichtige Designgegenstände Strömungen ihrer Zeit gebündelt. So wie Starcks Zitruspresse von 1990: Alles lief auf die Jahrtausendwende zu, daher der gebürstete Edelstahl, der futuristische Look. Und sie stand dafür, dass Design im Privaten immer wichtiger wurde. Man lud häufiger Leute nach Hause ein, ein neues Bürgertum kam auf. Es ging darum zu zeigen, was man hatte: Design wurde demonstrativer, Objekte zu sozialen Statussymbolen. Und genau da passte diese Zitronenpresse aufs Küchenbrett.
Die Nullerjahre scheinen geprägt vom Stil des ‚Less is More‘. Ist das Minimalistische der Computerfirma Apple der Look der Dekade?
Einerseits gehören iPhone und iPod zu den Objekten, die das Jahrzehnt geprägt haben. Andererseits setzte sich ja auch ein sehr experimentelles, spielerisches Design durch, die sogenannte ‚Design Art‘, die limitierten Editionen, das scheint mir fast noch typischer für die Jahre vor der Krise 2008. Denken Sie an den Erfolg der Campana-Brüder …
... die etwa Stühle mit Plüschtieren bezogen ...
Diese Grenzgänge zur Kunst erschlossen einen neuen Markt: Auf einmal wurde Design musealisiert, es gab Design-Festivals, Design-Galerien.
Als Beginn des Design-Zeitalters benennen Sie die Zeit um 1900, als es dank Massenproduktion schön gestaltete Dinge zu erschwinglichen Preisen gab. Heute scheint Design-Empfinden eher eine Frage des Budgets und der Bildung zu sein – was wurde aus dem demokratischen Anspruch von einst?
Meiner Meinung nach ist es heute kaum noch eine Geldfrage, die Codes von Design zu kennen, egal ob es um Understatement, Vintagemode oder bestimmte Designernamen geht. Dieses Verständnis ist längst auch in Zielgruppen angekommen, die man früher nicht als designaffin bezeichnet hätte. Selbst die Boulevardpresse berichtet, wenn Brad Pitt über eine Designmesse streift und nach neuen Möbeln sucht.
Dann war Ikea so etwas wie der Herold dieser Demokratisierung?
Ikea machte Geschmack durchaus erschwinglicher. Aber die Kehrseite ist, dass sie häufig Design-Innovationen bei anderen abschauen, die viel Geld investiert haben – und dann ähnliche Entwürfe einfach günstiger auf den Markt bringen. Das zeigt die Ambivalenz: Design wurde populärer, gleichzeitig ging dies aber zu Lasten des Bewusstseins dafür, was ein Original, was Qualitätskriterien und was die Verantwortung von Design ist.
Wir brauchen Produkte, die energiesparend und ästhetisch zugleich sind – und schon wird unsere Welt besser?
Nein, aber nehmen wir die Automobilindustrie: Designer können sich einerseits darauf beschränken, eine immer größere Angebotspalette zu stylen und auszudifferenzieren. Sie können aber auch dazu beitragen, dass sparsame und effiziente Fahrzeuge für den Kunden ästhetisch attraktiver werden. Oder sie könnten hinterfragen, ob Automobile in Zukunft überhaupt noch individuelle Besitztümer sein müssen, ob man sie sich in Zukunft nicht teilen muss wie Mietshäuser.
Inwiefern ändert der Finanzcrash 2008 die Designsprache?
Um das genauer zu benennen, ist es noch zu früh. Aber dass sich Krisen auch in Design niederschlagen, konnte man etwa in den 70er Jahren sehen: Nach der Erdölkrise 1973 war auf einen Schlag die Mode der Kunststoffmöbel vorbei.
Hier in Ihrem Büro stehen Stühle von Arne Jacobsen, Charles Eames, Marcel Breuer. Über der Spüle hängt ein Oberschrank aus den Fünfzigern: Ist das Ausdruck von Nachhaltigkeit?
Wenn man Nachhaltigkeit mit Kontinuität in Verbindung bringt: ja. Das steht ja auch im Gegensatz zu den schnellen Konsumzyklen, die uns heute suggeriert werden. Unser postmodernes Selbstverständnis von Identität läuft oft darauf hinaus, dass wir uns dauernd neu erfinden müssen – Design ist ja längst identitätsstiftend. Aber ich finde, man muss nicht alle fünf Jahre sein Inventar auswechseln. Mir persönlich ist das zu anstrengend. Und für unsere Gesellschaft ist es ökologisch schlicht nicht vertretbar.
Das Gespräch führte Anne Haeming. Sie schreibt für den Freitag unter anderem zu Design-Themen. Persönlich trauert sie, ganz unökologisch, den formvollendeten Glühbirnen nach
Mateo Kries, Jahrgang 1974, ist Chefkurator des Vitra Design Museums in Weil am Rhein. Er studierte Kunstgeschichte und Soziologie. Sein Buch Total Design. Die Inflation moderner Gestaltung ist im Nicolai Verlag erschienen.
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Das ist ein sehr schönes Interview mit klugen Fragen, Frau Haeming. Ihr Gespächspartner spielte dankbar mit.
Vielleicht kommt ja noch einmal ein etwas ausführlicher Artikel zu den aufgeworfenen Fragen, denn der ewige Streit, Form-Funktion, Designaffinität als Klassenzugehörigkeit vs. Schaffung von Identität in der eigenen und öffentlichen Welt, die Fetischfrage, Überlegungen zu Materialien und Materialgerechtigkeit, zum notwendigen oder nicht notwendigen ökonomische Surplus beim Kauf von designten Objekten, spielen schon eine große Rolle. Warum wirkt ein Großteil der Städte und Stadtinnenräume, privat und öffentlich, zwar immer auch designt, aber Anmutung, Funktion und sich darin bewegende Personen passen nicht zusammen? Könnte es daran liegen, das Design-Objekte zu häufig als Solitäre fungieren, so wie heute Bauwerke in der Architektur? Sie werden also, in einen schon angefüllten Raum, auch in den Privatraum, gestellt, ohne aber diesen Raum und seine Funktion (sozial, ästhetisch) vorher mit bedacht zu haben. Eine weitere Schnittstelle kommt derzeit auf, wenn das Design die (Rest-)Biologie erreicht. Vorreiter sind Freizeit- und Hobbyaktivitäten, von der Zierpflanzenzucht, bis zum Schäfer- Hund mit extrem fallender Rückenlinie und dafür verformter Hüfte. Zukünftig droht die Amalgamierung der Genetik und Eiweißbiochemie mit der Kosmetik, chirurgisch geschnitten wurde ja schon im alten Ägypten und die Haut verziert, sicher schon bei den Paläo-Vorfahren. Vielleicht ist das ja ein Analogon zum häufig dysfunktional und unästhetisch glatt gebürsteten Leichtmetall (Pflege, Brauchbarheit und Folgekosten nicht bedacht). Seien Sie nicht so traurig über den Untergang der Glühbirne. Die älteste funktionierende Wendelleuchte können Sie sich hier, bei linder, aber anhaltender Trauer über den Verlust, ansehen: www.centennialbulb.org/ Liebe Grüße Christoph Leusch |
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Das ist ein sehr schönes Interview mit klugen Fragen, Frau Haeming. Ihr Gespächspartner spielte dankbar mit.
Vielleicht kommt ja noch einmal ein etwas ausführlicher Artikel zu den aufgeworfenen Fragen, denn der ewige Streit, Form-Funktion, Designaffinität als Klassenzugehörigkeit vs. Schaffung von Identität in der eigenen und öffentlichen Welt, die Fetischfrage, Überlegungen zu Materialien und Materialgerechtigkeit, zum notwendigen oder nicht notwendigen ökonomische Surplus beim Kauf von designten Objekten, spielen schon eine große Rolle. Warum wirkt ein Großteil der Städte und Stadtinnenräume, privat und öffentlich, zwar immer auch designt, aber Anmutung, Funktion und sich darin bewegende Personen passen nicht zusammen? Könnte es daran liegen, das Design-Objekte zu häufig als Solitäre fungieren, so wie heute Bauwerke in der Architektur? Sie werden also, in einen schon angefüllten Raum, auch in den Privatraum, gestellt, ohne aber diesen Raum und seine Funktion (sozial, ästhetisch) vorher mit bedacht zu haben. Eine weitere Schnittstelle kommt derzeit auf, wenn das Design die (Rest-)Biologie erreicht. Vorreiter sind Freizeit- und Hobbyaktivitäten, von der Zierpflanzenzucht, bis zum Schäfer- Hund mit extrem fallender Rückenlinie und dafür verformter Hüfte. Zukünftig droht die Amalgamierung der Genetik und Eiweißbiochemie mit der Kosmetik, chirurgisch geschnitten wurde ja schon im alten Ägypten und die Haut verziert, sicher schon bei den Paläo-Vorfahren. Vielleicht ist das ja ein Analogon zum häufig dysfunktional und unästhetisch glatt gebürsteten Leichtmetall (Pflege, Brauchbarheit und Folgekosten nicht bedacht). Seien Sie nicht so traurig über den Untergang der Glühbirne. Die älteste funktionierende Wendelleuchte können Sie sich hier, bei linder, aber anhaltender Trauer über den Verlust, ansehen: www.centennialbulb.org/ Liebe Grüße Christoph Leusch |
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"Ihr Gespächspartner spielte dankbar mit." - Eine äußerst höfliche Umschreibung für die Tatsache, dass der Gesprächspartner nichts, aber auch gar nichts außer Plattitüden zu antworten wusste, Columbus. Die platteste davon ist dieser Spruch vom "Sichselbstneuerfinden", gähn, der Typ, der das damals in Bezug auf Frau Madonna erfunden hat, hätte ein Patent drauf anmelden sollen.
Designpublizistik war mal, lang ist es her, eine Facette im Spektrum kritischer und analytischer Reflektion der Gesellschaft. Es würde schon reichen, wenn jemand wie der Interviewte noch mal in Ruhe Gert Selles Geschichte des Design in Deutschland lesen würde. Von dem Ansatz, Design, also Gestaltung von Alltagsgebrauchsgegenständen, sei primär ein Akt der Herstellung von Semantik resp. Symbolik, käme er dabei auch noch nicht runter, aber immerhin läse er eine Geschichte des Zusammenhangs von Produktion und praktischem und symbolischen Gebrauch von Dingen. Hier ist nur die Rede von Design als einer Art 'haute couture'. Der Plebs rennt in die Kaufhäuser und kauft," ohne Bewusstsein(s) dafür, was ein Original (...) ist", den Abklatsch. Iiiih! Es ist öde, ein solches Thema in einer Zeitung wie derFreitag in der Art einer Lifestyle-Zeitschrift für Leute, die nicht lange überlegen müssen, ob sie einen Loewe-Fernseher kaufen, und die auf das Neueinmöblieren alle 5 Jahre nur deshalb verzichten, weil es zu anstrengend ist, abgehandelt zu sehen. |
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Höflich, genau. Das Buch konnten wir ja nicht nachvollziehen, weil zu dessen Inhalt nicht viel gesagt wurde.
An dieser mitgeteilten persönlichen Kaufentscheidung und ihrer Begründung muss journalistisch gearbeitet werden. Da kann es dann kritisch und spannend, dazu analytisch werden. An Selle dachte ich, wollte jetzt aber einfach wissen, ob Frau Haeming ein Häppchen liefert, oder ob da mehr kommt. Das Konzept, dem sich Vitra-Design verpflichtet fühlt, wahrscheinlich sind die ideell genau so von Ikea ausgeplündert worden (ein Blick genügt), wie manche Arbeitskräfte bei Ikea materiell, stünde ja auch für eine Befragung leicht und zugänglich vor Augen. Es ist sehr erfolgreich, aber, schaut man auf die Katalogseiten, genau an dem entlang orientiert, was Kries vorgibt, nicht leiden zu können und für ökologisch inakzeptabel hält. Liebe Grüße Christoph Leusch |
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Vielen Dank für diesen anregenden Beitrag!
Hier noch zwei weiter führende Artikel zum Thema "Design", welche den Zusammenhang zur gesellschaftlichen Entwicklung und allgemeinen Krise des Kapitalismus kritisch reflektieren. Zunächst "Sein als Design" vom Autor Robert Kurz: www.exit-online.org/textanz1.php?tabelle=schwerpunkte&index=13&posnr=112&backtext1=text1.php und schließlich vom gleichen Autor ein Ausschnitt aus dem Buch "Die Welt als Wille und Design": www.coforum.de/?1803 Viel Spaß trotz des schlichten Web-Designs mit den Buchstaben! |
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Ich würd's mal so ausdrücken: Design hat den Nimbus des Elitären verloren. Das kann unter Umständen schon ein Problem sein, vor allem für jemanden wie Mateo Kries, der immerhin für den renomierten Hersteller Vitra tätig ist, ein Haus, das im Besitze der besten Entwürfe von zahlreichen, namhaften Architekten und Designern ist.
Der Begriff Design blickt erst auf eine vergleichsweise kurze Geschichte zurück: mit dem Bauhaus in Dresden hat sie eigentlich begonnen und wurde in den Fünfzigern mit dem Aufkommen des US-Streamine-Designs unter dem massgebenden Einfluss Raymond Loewys in den Alltag und damit auch in den alltäglichen Sprachgebrauch aufgenommen. Wenig später kam dann die grossartige und stilbildende Epoche des italienischen Designs (1960er und 1970er-Jahre), das seinen Zenith allerdings schon früh mit der von Ettore Sottsass ins Leben gerufenen Design"bewegung" Memphis erreicht hat. Seither- vor allem unter dem Einfluss von Ettore Sottsass, Matheo Thun, Achille Castiglioni, Philippe Starck, Michael Graves, Stiletto u.v.a.m.- hat der Begriff Design eine geradezu inflationäre Entwicklung durchgemacht: Alles ist mittlerweile perfekt gestyled, perfekt durchdacht; so perfekt, dass es einem manchmal schon grausen kann: Soviel Ästhetik erträgt kein Auge. Ganz abgesehen davon ist gutes Design nicht einfach nur die gute Form, sondern sehr viel mehr. Nur Form alleine ist eigentlich reiner Selbstzweck und beliebig multiplizierbar- was auch tagtäglich geschieht. |
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schrieb am
12.08.2010 um 17:36
Alles ist mittlerweile perfekt gestyled, perfekt durchdacht...
So ganz stimmt das leider nicht. Gestylt ist heute wirklich fast alles, jedoch weniges wirklich gut durchdacht. Der größte Fehler in Bezug auf Design ist, dieses als etwas rein Äußerliches aufzufassen, statt es als etwas aus dem Objekt selbst Herausgekehrtes zu begreifen. Im Gegensatz zu diesem Begreifen steht das Gestylte, das aus einem Objekt oder einem Interface etwas anderes macht, als es tatsächlich ist, nämlich das als was es erscheinen soll. So entsteht dann tatsächlich ein Zuviel an ästhetischem Willen, welcher das Auge bedrängt. |
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Stimmt, durchdacht ist es eben nicht, man glaubt offenbar lediglich, die gute Form sei alles. Der einstige Objektcharakter ist dem Design ebenfalls abhanden gekommen.
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Achille Castiglion >> lass ich ja noch gelten, aber von Renomee wuerde ich in dem Zusammenhang nicht reden. Die Firma ist ein pool von Rechten, ganz und gar uninteressant. Achille macht gute SACHEN, die als Ding ueberzeugen, Kleiderstaender usw. Weniger Design ist mehr! 1 Tizio und sonst nichts, zum Beispiel. |
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Wenn Design Identitaet stiftet, der Freitag im "Identitaewtsbusiness" ist, dann moechte ich doch mal wissen, was da mit "Identitaet" gemeint ist. Mehr als ein bestenfalls gefuehltes Nichts ist es nicht. Allenfalls eine Aufnahmebereitschaft fuer noch mehr "Design" und "Identitaet".
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"was da mit "Identitaet" gemeint ist"
Konsumidentität nehme ich an. Differenzkonsum = ich bin besser / anders / geschmackvoller / reicher / erfolgreicher etc. als du. |
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Freitagleser haben mehr Geschmack? Freitagleser sind oberflaechlich?
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Wenn man es mal mit Moebeln in Italien vergleicht, einem Land voller Altertuemer, dann gibt es mit Design sozusagen einen zweiten Punkt und damit gewissermassen eine Richtung. Hat der Freitag eine Identitaet, was ich also mit Richtung uebersetze, weil es auch haesslichere Zeitungen gibt? Da muesste man erst mal herausfinden, was am Freitag schoen ist und ob der Freitag ueberhaupt schoen ist. www.freitag.de ist jedenfalls eher wirr, ohne roten Faden, beliebig, oberflaechlich, konfus, hektisch, effekthascherisch, letztlich ziemlich zufaellig und platt. Die Papierausgabe ist immerhin noch Ruhe durch Beschraenkung. Aber nicht mehr ernstzunehmen.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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