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Kultur : Depublikation verfügbar

Das Netz vergisst nichts. Damit das so bleibt, archiviert depub.org Beiträge öffentlich-rechtlicher Webseiten, die diese löschen müssen. Das freut auch NDR-Redakteure

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Von den Öffentlich-Rechtlichen sagt man, dort müssten die stets herumgetragenen Bedenken mit Gabelstaplern transportiert werden, so groß seien sie. Nun aber hat man dort offenbar die Anarchie entdeckt. Die Vorsitzende des Rundfunkrats des Norddeutschen Rundfunks, Dagmar Gräfin Kerssenbrock, sagte: „depub.org ist ein Beispiel für die kreative Anarchie im Internet, das zeigt, wie unsinnig kleinteilige Regulierungsversuche im Netz sind.“

Auf der Seite von depub.org sind vor kurzem 200.000 Beiträge von tagesschau.de veröffentlicht worden – ohne auf Kinkerlitzchen wie den Rundfunkstaatsvertrag zu achten. Die NDR-Pressesprecherin kündigte daher an, mit „allen juristischen Mitteln“ gegen die Webseite vorgehen zu wollen. Die Rundfunkratsvorsitzende dagegen drückte die eher inoffizielle Freude darüber aus, dass Internet-Aktivisten tun, was viele Redakteure wohl gern selber täten: Sie unterlaufen das Depublizieren, das vorgeschriebene Löschen von Inhalten aus den Onlinearchiven.

Denn das widerspricht nicht nur der Logik des Internets, des Verlinkens und Vernetzens, es bedeutet auch die gebührenfinanzierte Vernichtung von Wissen. Warum es diese Regelung gibt? Die Verbände privater Verleger fürchten die Konkurrenz und würden sie am liebsten mit einem kompletten Online-Verbot belegen. Und die Politik hat einen faulen Kompromiss geschlossen: Die Öffentlich-Rechtlichen dürfen Texte, Bilder und Videos zwar online stellen, müssen sie aber nach einer bestimmten Zeit wieder aus dem Netz nehmen, also depublizieren.

Deshalb wagen Freunde der Informationsfreiheit jetzt den zivilen Ungehorsam. In Zukunft soll man auf depub.org alles nachlesen können, was von den Webseiten der gebührenfinanzierten Anstalten verschwunden ist. Die Tagesschau-Beiträge sollen erst der Anfang sein: Bereits jetzt würden Videos und andere Inhalte der dritten Programme und des ZDF heruntergeladen, erklären die Macher. Später soll die Übertragung weitgehend automatisch laufen. Technisch wäre das wohl kein Problem, aber aus juristischer Sicht ist depub.org ein groß angelegter Verstoß gegen das Urheberrecht.

Darüber sind sich auch die Initiatoren im Klaren, sie bleiben anonym. Die Webseite ist im kanadischen Toronto registriert. Woher die Daten kommen? In einem Zeit Online-Interview ist von einem NDR-Redaktionsmitarbeiter die Rede, der die Daten exportiert haben soll. Elf Jahre Tagesschau waren aber vor kurzem auch beim Tauschnetzwerk Piratebay zu finden. Das Netz vergisst eben nichts.

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