Bushido hat es eigentlich geschafft. Nicht nur hat er einen "Bambi für Integration" im Trophäenschrank stehen, nein, er ist auch dem Getto seiner Jugend – Berlin-Tempelhof! – entkommen und wohnt mit Mutter, Freundin und drei Labrador-Hunden nun in einem Haus im ruhigen Lichterfelde-West. Dort kümmern sich die Frauen um die Wäsche, aber er packt mit an, wenn es gilt den Korb mit der Dreckwäsche in den Keller zu tragen. Das wissen wir, weil die Chefreporterin der Welt am Sonntag ihn jetzt zuhause besuchte und ein bemerkenswertes Interview führte. Für Aufsehen hat ein Zitat gesorgt. "Ich werde definitiv eine Partei gründen", kündigte Bushido an.
Wie, der Rüpelrapper will jetzt auch in die Politik? Bisher war die Drohung mit einer eigenen Partei ja gescheiterten Ex-Politikern vorbehalten – Oskar Lafontaine, Gabriele Pauli, Karl-Theodor zu Guttenberg. Dessen Koketterie mit der Parteigründung aus dem amerikanischen Exil heraus könnte aber der Wendepunkt gewesen sein. Die eigene Partei ist – das hat Bushido ganz richtig erkannt – nicht mehr das Vehikel zur Umsetzung politischer Ideen. Sie ist ein Statussymbol, an dem sich bemisst, welchen Celebrity-Status der Promi genießt. Kann er mithilfe langer Interviews und hoher Buch-/Platten-Verkäufe genug Anhänger mobilisieren, erschreckt er zumindest die etablierten Parteien und beschäftigt ein Heer von Politik-Redakteuren wochenlang mit Spekulationen.
Vor seinem Haus in Lichterfelde-West hat Bushido, entnehmen wir dem Interview, auch einen hochgetunten 500-PS-Mercedes stehen. Aber das ist ja mehr so ein Statussymbol von gestern ...