22
]
Ich spekuliere nicht mehr an der Börse. Vor einer Woche habe ich Schluss gemacht. Den größten Teil meiner Aktienpakete habe ich verkauft. Im Nachhinein betrachtet gerade noch rechtzeitig. Eine Milliarde Euro habe ich jetzt ganz konservativ angelegt. Dafür sind mir fünf Prozent per anno sicher, also 50 Millionen.
Darauf zahle ich die Zinsertragssteuer von 25 Prozent. Also bleiben mir noch 37,5 Millionen. Monatlich sind das etwas mehr als drei Millionen. Nicht besonders viel, aber dafür muss ich keinen Finger mehr krumm machen. Lange genug war ich ein Leistungsträger dieser Gesellschaft, der nicht ins Ausland abgewandert ist. Mit diesen monatlichen Zuflüssen komme ich so hin. Denn wer etwas mehr besitzt als der Durchschnitt, benötigt Personal für Haus und Garten. So schaffe ich auch im Ruhestand Arbeitsplätze. Nicht sehr viele, das gebe ich zu - aber immerhin. Mich stört es eigentlich nicht, dass meine Zinseinnahmen von den Kleinschuldnern bezahlt werden, die derzeit rund 15 Prozent entrichten, wenn sie ihr Konto überziehen. Ohne meine Geldanlage und die meiner Freunde würde die Bank Kredite nicht so günstig gewähren können. Wir tragen einerseits zur Bankenstabilität bei und verhelfen andererseits den Kleinkonsumenten zu ihrem Glück. Würden unsere Steuern gesenkt werden, könnten wir noch ein bisschen mehr tun für die Allgemeinheit. Aber leider: Nicht alle Politiker verstehen etwas von Geld.
|
|
Aufpassen, zuviel Cash kann kosten; über kurz oder lang:
www.heise.de/tp/blogs/8/150267 Mir geht es im Prinzip ähnlich, die Speisekammern sind bis unter die Decke gefüllt, Trinkwasser ebenfalls gehortet. Jede langfristige Verpflichtung ist gekündigt, das Zelt, der Schlafsack schon oft "drüben" in den Rockies getestet, die "Kelly-Kettle" ist noch neu. Bargeld wird nur noch in kleinen Scheinen oder gar Münzen gehalten, das Familiengold vorbereitet zum Einschmelzen. Die Hausapotheke ist aktuell, das Bonusheft beim Zahnarzt sowieso. Die Grundbucheinträge für die Liegenschaften (ohne Bebauung, ohne renitente Mieter) sind überprüft, Know How für Ackerbau (und Viehzucht) aus den Zeiten in der Kleingartenkolonie vorhanden. Das Problem sind im Moment, mehr noch zukünftig wohl die großen Cash-Beträge. Die Bank (siehe oben) könnte einen ärgern, der Heizwert von papiernem Bargeld ist gering und zuviel gebündelte Scheine unter der Matratze sorgen für schlechten Schlaf; so oder so... No Joke! |
|
|
@ ebertus
Vielen Dank für den Link. Unsereins hat es nicht leicht. Ich werde den Geldanlagemarkt weiterhin beobachten. Sollte sich die us-amerikanische Situation auf den alten Kontinent ausweiten, werde ich mir doch noch mal Gedanken machen müssen. |
|
|
Meine Billion Märkers ist mehr gültig. Mit dem Ende der Infaltion 1923 konnte man sie in eine Reichsmark umtauschen. ;)
|
|
|
Genau @poor,
man wird uns, als Gleiche unter Gleichen über kurz oder lang wieder einmal mit 40,- (DM, Euro, Dollar, whatever) losschicken. Ok, Manche sind gleicher, haben's dann "damals" auch recht schnell wieder geschafft, einfach nur 'ne Frage der Connections. |
|
|
@ebertus
"Ok, Manche sind gleicher, haben's dann "damals" auch recht schnell wieder geschafft, einfach nur 'ne Frage der Connections." So ist es! ;) Danke für den Kommentar. Lieber Gruß por |
|
|
schrieb am
06.08.2011 um 20:19
Nie wieder ging es den Deutschen so gut wie damals: Die Billionärsdichte war die höchste der Welt...
|
|
|
@Claudia ;)
|
|
|
@ ebertus
man wird uns, als Gleiche unter Gleichen über kurz oder lang wieder einmal mit 40,- (DM, Euro, Dollar, whatever) losschicken. Ok, Manche sind gleicher, haben's dann "damals" auch recht schnell wieder geschafft, einfach nur 'ne Frage der Connections. Das ist das Gute an der freien und sozialen Marktwirtschaft. Wer einmal oben war, wird immer wieder dahin zurückkehren können, wenn das staatlich garantierte Tauschmittel, auf das man sich verlässt, vorübergehend mal nichts mehr taugen sollte. Unsere Zentralbanken haben sich jedoch gewappnet. Nichts sei angeblich schlimmer als Inflation. Ihr oberstes Ziel ist ihre Bekämpfung. Die Anzahl der Arbeitsplätze kann als Puffer dagegen beliebig variiert werden. Die EZB weiß, wie der Wohlstand für die Leistungs- und Verantwortungsträger erhalten werden muss. |
|
|
schrieb am
06.08.2011 um 22:00
>>Ok, Manche sind gleicher, haben's dann "damals" auch recht schnell wieder geschafft,...<<
Nicht wieder geschafft. Wer Produktionsmittel oder Anteile daran besass musste gar nichts schaffen. Das ja hätte ja das Ahlener Progamm überschritten, wenn Krupp oder die Familie Siemens oder Flicks Frieder nur Anteile im Wert vo 40.- DM behalten hätten. Und das Ahlener Progamm war dem Pferdmenges auch schon zuviel Kommunismus... |
|
|
@ claudia
Pferdmenges ist ein Vorbild: antikommunistisch, Mitglied des Deutschen Herrenclubs in der Weimarer Republik, eine Denkfabrik konservativ-nationaler Persönlichkeiten. Er überwinterte als Bankier, nicht Banker, im 3. Reich, war Mitbegründer der rheinländischen CDU, ein Intimus des ersten Bundeskanzlers und parlamentarischer Politiker. Stets hatte er ein Standbein in der Wirtschaft, etwa als Präsident des Bundesverbands deutscher (Privat)-Banken oder beim Flick-Konzern. Er hat sich um die Marktwirtschaft verdient gemacht. Davon zeugen Bundesverdienstkreuz und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Köln. |
|
|
schrieb am
06.08.2011 um 22:07
wie wahr.
Vor 20 Jahren hiess es noch: kommt zeit kommt (wind)rad heute heisst es: kommt vatteonfall kommt offshorewindpark das können nur noch anlagebrater erklären aber auch nur dann, wenn sie nach renditen gefragt werden... |
|
|
Jaja. Alle wollen zurück zur Natur und kaufen sich extra einen SUV, damit sie es auch schaffen, mal unter einem Baum zu parken.
|
|
|
@ Yola
Es wird immer komplizierter, einfach zu leben. Meinst Du: Es wird immer komplizierter, einfach so zu leben. Oder meinst Du: Es wird immer komplizierter, einfach zu leben. |
|
|
@Achtermann, die Formulierung ist natülich doppeldeutig. Ich meinte es einerseits ironisch, andereseits aber auch in dem Sinne, dass es schwieriger wird, einfach nur... zu leben.
|
|
|
Hallo ihr Trilliardäre,
ihr habt schon wieder alles verpennt: www.ftd.de/finanzen/alternativen/:portfolio-begehrtes-wasser/50044650.html DA gehört die Kohle gebunkert, gluggern müssen wir alle, das haben z.B. www.staytuned.at/sig/0025/32939.html kapiert. Viel Spass bei der 25% Renditejagt... P.S. Ich habe vorsorglich schon Claims auf dem Mond gekauft, fuer seltene Erden und vereistes Wasser, Wasserdichter Tip von meinem Anlagenguru... Guter Beitrag Achtermann !!! LG |
|
|
schrieb am
07.08.2011 um 01:24
seltene monden gips auf der erde auch genug.
das wasser ist aber schon ein problem: hatte grönlandanteile, musste jetzt auf antarktis umsteigen. apropos grönland: weiss jemand, wie es mit dikobuchtöl steht? hab ein halbes mrdchen in cairns, in libyiarebels erst 20 mios. umschichten? mein urin sagt ja |
|
|
@tlacuache
Wir Einkommensstärkeren begrüßen, dass die Parteien CDU/CSU, FDP, Die Grünen und die SPD der "Pferdeäpfeltheorie" huldigen, die besagt: Wenn man die wirtschaftlich Starken unterstützt und fördert, fällt auch für die Schwachen etwas ab. In dem Fall, um im Bild zu bleiben, sind die Spatzen gemeint, die sich an den Pferdeäpfeln laben können. Im seriösen Umfeld wird das die Trickle-down-Theorie genannt. Der Internationale Währungsfond (IWF) meint, die Globalisierung, dazu gehört auch die Privatisierung öffentlichen Eigentums wie Wasservorräte, hätte die Lebensbedingungen breiter Bevölkerungsschichten in fast allen Ländern deutlich gebessert. |
|
|
Zu Nestlé und der Privatisierung und Kommerzialisierung des Wassers (ab 4:00)
www.youtube.com/watch?v=ztW0W90oMfU |
|
|
Bei 3 Mios im Monat wüßte ich,wo Heimat ist.
Aber ich wär nie zuhause. Kleinschuldner sind ein geflügeltes Wort:peanuts. Bonusheft beim Zahnarzt, wie spießig! Hab also keins.Zahnarzt plus Praxis = Abschreibeobjekt. Und die Kneipe,die der Zahnarzt wg Schulden betreibt,gönn ich ihm. No Windpark wg Rotmilane. Und wg "Schätze":Mond ist out,Mars is on top. Antarktis hat Vorteile:keine Bären,nur Pinguine. Wasser,Grund für zukünftige Kriege,das schwitz ich aus,wg Dekadenzia. Mein Urin spricht nicht,mein Bauch schon,*grummelgrummel* |
|
|
Hallo Achtermann,
zu Trickle-down und Wasser: Beispiel aus dem Alltag: Trinkwasser, Leitungswasser kann man nicht trinken, Zaehne putzen geht, aber Salat sollte man nicht damit waschen. 5 Wassermarken die sich aufs Messer bekaempfen. Preise variieren je nach Tageslaune und Marke 10 - 15 %, am teuersten ist natuerlich die Werbung. Bei folgendem Beispiel spielt natuerlich die Abfuellmenge einer Einheit eine grosse Rolle. Die Packung pro Einheit egal wie viel Inhalt sie hat ist natuerlich immer teuer. 20 Liter Kanister = 1.176 € 2 Liter Flasche = 0.82 € 1 Liter Flasche = 0.52 € 1/2 Liter Flasche = 0.38 € Bei 2.94 € Mindestlohn am Tag. Gehen wir davon aus, dass der Mensch in diesen Zonen 3 Liter Trinkwasser braucht. Bestenfalls: 20 Literkanisterpreis geteilt durch 3 haelt ca. 7 Tage, also 1.176 € : 7 = 0.168 € pro Tag, jetzt hat der aber noch Frau und 2 Kinder und Oma im Haus = mal 5 = 0.84 € am Tag. Also gibt er schon 28.5 % seines Lohnes fuer Trinkwasser aus. Jetzt ist man natuerlich mal unterwegs zur Arbeit durstig. DA kommen die Gewinnspannen der kleinen Einheiten in's Spiel, und DA wird es fuer den Wasser-privatisierten Markt interessant... Davon blubbert der IWF aber nicht. LG |
|
|
@ tlacuache
Vielen Dank für das Beispiel. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen