Alien59

Amman-Impressionen

20.03.2011 | 14:19

Der Krieg, der Tod und die Angst davor

Die LINKE beglückwünscht die schwarz-gelbe Regierung zu der Enthaltung bei der Abstimmung im Sicherheitsrat bei der Entscheidung über die Libyen Resolution.

Das ist eine im Nachkriegsdeutschland typische Haltung, sowohl im politischen wie auch im privaten Leben: nie wieder Krieg, keine Gewalt.

 

Ich bin damit groß geworden: man schlägt sich nicht, auch nicht, wenn man provoziert wird. Meinen eigenen Kindern habe ich aus böser Erfahrung mehr Spielraum gelassen: wenn die anderen wissen, dass man zur Not bereit ist, sich zu verteidigen und nicht der Trottel der Mannschaft ist, lebt es sich erheblich sicherer. Und es ist feige, zuzugucken, wie ein Stärkerer (oder mehrere) einen Schwächeren quält und misshandelt.

Damit steht man auch in Deutschland durchaus auf rechtlich festem Boden – es gibt sowohl das Recht auf Notwehr als auch auf Nothilfe.

 

Das gilt auch international – Deutschland darf keinen Angriffskrieg führen, stimmt – aber sich verteidigen und an Maßnahmen der UN teilnehmen. Libyen hat um Hilfe gerufen, gebettelt, geschrien. Ich fände es grausam, einfach abzuwarten, bis die Schreie verstummen, weil Gaddafi in seinem Wahn alle getötet hat.

 

Wer so denkt, wird dann gerne Kriegstreiber genannt. Gerade in Deutschland, wie mir scheint. Sowohl im privaten als auch im politischen Bereich wird aber gerade im arabischen das etwas anders gesehen. Oft ein Anlass zum Tadel von westlicher Seite. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass hier der Tod nicht so fremd ist, nicht solche Angst, die man dann unbedingt verdrängen muss, auslöst. Das fängt in der Familie an, die ist meist groß, und dass auch immer mal wieder jemand stirbt, ist eine Normalität, keine Ausnahme. Deutsche Kinder werden oft sorgfältig von allem, was mit dem Tod zu tun hat, ferngehalten – vielleicht auch, weil nicht einmal die Eltern Antworten auf die dann fälligen Fragen hätten.

Ist es deshalb, dass die Möglichkeit, bei dem Kampf um seine berechtigten Interessen zu sterben, nicht so furchtbar scheint, dass man deshalb lieber klein beigibt? Gestern starb ein libyscher Freiheitskämpfer der ersten Stunde, Mohammad Nabous, an den Folgen von Verletzungen, die er bei den Demonstrationen – und beim Filmen – erlitten hatte. Er soll gesagt haben, er fürchte nicht zu sterben, aber den Kampf zu verlieren.

Sagt das in Deutschland noch jemand? Dort ist regelmäßig das Schlimmste, was man zu befürchten hat, Ärger mit Bürokratie, Gesellschaft, allenfalls Strafrecht. Aber viele ducken sich trotzdem.

In Tunesien wurde bei den ersten Demonstrationen gesagt, dies sei das Ende der Angst. In den Ländern der arabischen Welt besann man sich darauf, dass man keine Angst zu haben braucht – und nichts fürchten Diktatoren mehr.

„German Angst“ ist zu einem Fremdwort geworden, weil man diese anscheinend in der Ausprägung anderswo nicht so kennt. Die Entscheidung, sich im Sicherheitsrat zu enthalten, scheint mir ein Produkt davon zu sein.

 

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
BanaBab schrieb am 20.03.2011 um 14:55
@Alien59,
die "Germans" sind fast alle rechtschutzversichert. Bei Koflikten wie in Libyen hilft aber das Delegieren an den Rechtsanwalt seines Vertrauens aber nicht weiter. Despoten glauben nicht and deren Macht. Im Gegensatz zu einer noch immer mehrheitlich obrigkeitshörigen Deutschen Bevölkerung. Und wenn dann die Obrigkeit auch gläubig ist (entschuldige den Hinweis) dann soll´s wohl der liebe Gott richten. Aber bis dahin sind dann Tausende schon gestorben wenn niemand menschliches hilft. Leider geben die Bilder der Gewalt im Fernseher und Youtube kein schönes Bild ab sodass auch eine Frau Merkel etwas hin und her gerissen ist.
Alien59 schrieb am 21.03.2011 um 06:37
Das Duemmste war dann gestern abend ein Interview mit Westerwelle im heute-Journal. Er stellte es so dar, dass man ja im Sicherheitsrat nicht haette zustimmen koennen, weil man sich ja sonst an den Angriffen haette beteiligen muessen. Nachdem in SZ gestern ein ausfuehrlicher Artikel erklaerte, dass Deutschlands Luftwaffe gar kein passendes Material hat, fand ich das schon recht dreist. Unbedingt in den Sicherheitsrat draengen, und dann kneifen.
Danke fuer den passenden Kommentar.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.03.2011 um 15:02
Liebe Alien, Angst ist ein von Deutschen besetzter Begriff, der deren ganzes Handeln und Leben bestimmt. Aus den Deutschen ist eine Horde von Feiglingen, Pazifisten und guten Menschen geworden, die vor lauter "gut sein" jede menschliche Regung wie Nächstenliebe, Mitleid, Zivilcourage und Hilfsbereitschaft unterdrückt haben. Sie haben keine Cochones mehr! Nur so ist es erklärbar, dass die Deutschen die entsetzliche Hilfeschreie der Libyer genau so an sich abperlen lassen, wie die eines von jugendlichen Schlägern gepeinigten Rentners im U-Bahnhof! Ball verkehrt: die SED-Nachfolgepartei klatscht einem vor Feigheit triefenden Aussenminister im Bundestag Beifall! Einfach zu entlarvend und entwürdigend. Bitte lesen Sie meinen Blog ZEITENWENDE!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
j-ap schrieb am 20.03.2011 um 16:31
Lieber Monsieur Rainer,

ich würde hier nicht von Feigheit reden wollen. Es ist viel schlimmer: Ambivalenz.

Während der Feigling nämlich immerhin darin sympathisch ist, daß er seine Haut retten will, ist der Ambivalente schlicht ein pathologischer Fall.

Und so stellt sich nun auch die außenpolitische »Haltung« der Bundesregierung dar: Mit Gaddafi will man nichts zu tun haben und schickt ihm ständig eindringliche Appelle, doch bitte die sog. Menschenrechte einzuhalten. Denen, die von Gaddafi die Schnauze voll haben, will man aber auch nicht zur Seite stehen, weil das unter Umständen hieße, an einem Waffengang teilnehmen zu müssen.

Also hält sich Deutschland auf Äquidistanz zu allen, nimmt keine Partei, aber auch keinen Anteil an Leid einerseits und wirklicher Hilfe andererseits. Die BRD ist das Weltenkind in der Mitte, das nach allen Seiten moderiert und am Ende, egal wie die Sache ausgeht, genau weiß: ätsch, wir haben es doch gleich gesagt.

Den Rest mag man dann bei Machiavelli nachlesen; nicht im Principe, sondern in den Discorsi.
B.V. schrieb am 20.03.2011 um 16:52
"...Angst ist ein von Deutschen besetzter Begriff, der deren ganzes Handeln und Leben bestimmt. Aus den Deutschen ist eine Horde von Feiglingen, Pazifisten und guten Menschen geworden, die vor lauter "gut sein" jede menschliche Regung wie Nächstenliebe, Mitleid, Zivilcourage und Hilfsbereitschaft unterdrückt haben..."

Sehr gut auf den Punkt gebracht, volle Zustimmung!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.03.2011 um 18:39
Lieber HerrAllensteyn-Puch, danke für Ihre köstliche Ergänzung meines Kommentars. Machiavellistische Züge vermag ich gleichwohl bei Herrn Westerwelle nicht zu erkennen. Ist das nicht zuviel der Ehre?

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.03.2011 um 15:04
Wenn in Deutschland - wie in den arabischen Ländern - fast jeder daran glauben würde, nach dem Tod direkt ins Paradies einzugehen *****
Der Kommentar wurde von der Moderation editiert
B.V. schrieb am 20.03.2011 um 17:02
"*****".

Übrigens, das einzig sympathische am Islam. Gäbe es eine 100% Garantie für das Versprechen, ich würde sofort zum Märtyrer.
Allerdings soll das ja eine Finte vom Alten vom Berg sein, der seine Haschaschinen damit lockte.
Es gibt ja Interpretationen die nicht von Huris sprechen sondern von "weißen Tuben", die den Märtyrer erwarten, was die Sache nicht mehr ganz so attraktiv macht, finde ich. Wer sprengt sich schon für weiße Tauben in die Luft, ist doch pervers sowas, oder?

********
Der Kommentar wurde von der Moderation editiert
BanaBab schrieb am 20.03.2011 um 15:16
@dD,
Sie liefern herrlich viele sinnentleerte Argumentationen ab um Nichtstun, Ignoranz, Unmenschlichkeit, Überheblichkeit und Arroganz zu kaschieren. Passen Sie auf dass Ihre Beine nicht vom Tisch rutschen:-)
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.03.2011 um 15:51
@BanaBab
Sie meinen also, der ideologische Überbau - religiöser Fundamentalismus mit Freifahrtschein fürs Paradies oder Nationalismus mit einer schönen Inschrift auf dem Gedenkstein - spiele keine Rolle für die Bereitschaft der Masse, in den Krieg zu ziehen?
Davon abgesehen, befürworte ich das Eingreifen in Libyen und finde, Deutschland hätte konsequenterweise mit Ja stimmen sollen. Ich teile nur nicht Aliens geheime Hoffnungen, dass die Rebellen nach ihrem Sieg Libyen in einen "Gottesstaat" verwandeln mögen.
BanaBab schrieb am 20.03.2011 um 16:08
@dD
bis jetzt ist nicht absehbar und ich persönlich hoffe es bleibt auch so dass die Staaten deren bevölkerung sich gegen Despoten wehren nicht einem Gottesstaat landen. Gegen einen mit islamischen Werten lebenswerten Staat hätte ich allerdings nichts. Islam war in seiner Geschichte oft genug auch von Akzeptanz anders Denkenden und Gläubigen gegenüber geprägt. (ich weiss gibt auch andere Beispiele wie im Christentum auch, aber ohne Hoffnung stirbt der Morgen vor Sonnenaufgang.)
BanaBab schrieb am 20.03.2011 um 16:09
Korrektur:....sich gegen Despoten wehren in einem Gottesstaat landen. ... sorry , war vertippt!
BanaBab schrieb am 20.03.2011 um 16:12
Redaktion HILFE letzte Korrektur rauswerfen! Danke
B.V. schrieb am 20.03.2011 um 17:05
"Davon abgesehen, befürworte ich das Eingreifen in Libyen und finde, Deutschland hätte konsequenterweise mit Ja stimmen sollen. Ich teile nur nicht Aliens geheime Hoffnungen, dass die Rebellen nach ihrem Sieg Libyen in einen "Gottesstaat" verwandeln mögen."

Das sehe ich auch so. Aber ich denke die meisten wollen Demokratie und Wohlstand.
claudia schrieb am 20.03.2011 um 17:33
>>Ich teile nur nicht Aliens geheime Hoffnungen, dass die Rebellen nach ihrem Sieg Libyen in einen "Gottesstaat" verwandeln mögen.<<
Bei Alien hab ich das nicht unbedingt herausgelesen.
Aber dass ein wahabitischer "Gottesstaat" das Ideal aller Ölaktionäre ist, das wissen wir doch immerhin seit 50 Jahren...
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.03.2011 um 19:08
@claudia
Den Ölaktionären dürfte es ziemlich egal sein, ob ein Staat ein "Gottesstaat" ist, Hauptsache er ist einigermaßen verlässlich. Diese Haltung ist zwar unmoralisch, aber in gewisser Weise rational. Auch wenn diese Politik dem Westen auf lange Sicht eher schaden dürfte. Ist Saudi-Arabien doch einer der Hauptexporteure von Fundamentalisten und Terroristen.

@B.V
Ich bin mir da nicht so sicher. Wohlstand sicherlich, aber Demokratie? Ich finde, man sollte da nicht so selbstverständlich davon ausgehen. Bisher habe ich viel zu wenig über die Ziele der Rebellen erfahren, um das beurteilen zu können. Letztlich bin ich daher zwiegespalten. Einerseits sage ich mir, Gaddafi und seinen Schergen eins überzubraten, kann nicht verkehrt sein, andererseits frage ich mich, ob die Rebellen es wirklich besser machen würden.
Man kennt das ja aus südlicheren Gefilden Afrikas. Da ersetzt alle Nase lang ein Diktator den nächsten und es ändert sich nichts.

@BanaBab
"Islamische Werte" - meinetwegen. Wenn die Libyer das so wollen und Islam-Abtrünnige leben bleiben dürfen.
Ich behaupte nicht, dass die Rebellen es auf einen Gottesstaat anlegen. S.o. (an B.V.). Ich weiß es einfach nicht. Im Iran wollten 1979/80 auch längst nicht alle, die gegen den Schah gekämpft hatten, einen Gottesstaat, nur waren die Mullahs am besten organisiert.
claudia schrieb am 20.03.2011 um 19:43
>>Auch wenn diese Politik dem Westen auf lange Sicht eher schaden dürfte. Ist Saudi-Arabien doch einer der Hauptexporteure von Fundamentalisten und Terroristen.<<
Seit dem Ende des Kalten Krieges sind die für Rüstungsrenditen unverzichtbar.

Primär aber sind die saudischen Despoten die besten Freunde aller Öl- und Automobilaktionäre. Und des ADAC und der Strassentransportfirmen, versteht sich.
Wenn Sie sich umschauen und in der Geschichte zurückblicken, DD, werden Sie feststellen: Wo es wichtige Rohstoffe geht, werden immer Diktaturen eingesetzt. Die sind zuverlässiger als Völker, die auch mal Eigeninteressen entwickeln könnten.
B.V. schrieb am 21.03.2011 um 11:51
"@B.V
Ich bin mir da nicht so sicher. Wohlstand sicherlich, aber Demokratie? Ich finde, man sollte da nicht so selbstverständlich davon ausgehen. Bisher habe ich viel zu wenig über die Ziele der Rebellen erfahren, um das beurteilen zu können. Letztlich bin ich daher zwiegespalten. Einerseits sage ich mir, Gaddafi und seinen Schergen eins überzubraten, kann nicht verkehrt sein, andererseits frage ich mich, ob die Rebellen es wirklich besser machen würden.
Man kennt das ja aus südlicheren Gefilden Afrikas. Da ersetzt alle Nase lang ein Diktator den nächsten und es ändert sich nichts."

Ja, die Befürchtungen habe ich durchaus auch, aber es liegt auch am Westen hier die Unterstützung zu leisten, d.h. danach nicht alles laufen zu lassen sondern behilflich zu sein die richtigen demokratischen Strukturen zu schaffen.
In Nordafrika wäre so eine Unterstützung sicher nicht so ausweglos wie in Afghanistan (da liegen nämlich Welten dazwischen), wo frühes Mittelalter herrschen und der Weg zur Moderne einfach zu weit war. In Nordafrika gibt es doch viele gebildete Menschen, da ist die Situation also anders.
Aber eine Garantie gibt es natürlich nicht.

www.freitag.de/community/blogs/b-v-/operation-odyssey-dawn
Ehemaliger Nutzer schrieb am 22.03.2011 um 12:41
@B.V.
Mag sein. Etwas skeptisch macht mich nur, dass unsere "Nahostexpertin" Alien das westliche Eingreifen befürwortet. Und gleich nebenan dem Westen vorwirft, in Afghanistan Karzai installiert zu haben, statt die Afghanen einfach mal irgendein Islamisten-Regime wählen zu lassen, das die Demokratie dann gleich wieder abschafft. Offensichtlich hofft sie, dass wenigstens in Libyen die Islamisten an die Macht kommen, sonst wäre sie ja nicht dafür.
Alien59 schrieb am 23.03.2011 um 05:54
Ich weiß. Schon schlimm, dass ich denke, dass jedes Staatsvolk das Recht haben soll, mehrheitlich über seine Regierung zu entscheiden - auch wenn das Ergebnis euch nicht passt. Soviel Demokratie ist dDs Meinung nach wohl nichts für Muslime.

Geht es so partout nicht in eure Köpfe, dass es ein verdammter Unterschied ist, ob Hilfe gerufen oder unerwünscht aufgedrängt wird?

Noch zwei links:
www.juancole.com/2011/03/top-ten-ways-that-libya-2011-is-not-iraq-2003.html

www.bz-berlin.de/archiv/wie-lange-dauert-der-krieg-gegen-den-diktator-article1146263.html

Ist Wolfsohn auch so ein böser Islamist wie ich?
KalleWirsch schrieb am 20.03.2011 um 15:37
Ich möchte zu Bedenken geben, dass sowohl im Irak, als auch in Afghanistan das Eingreifen der Westmächte in einen Dauerkrieg mit unzähligen Toten führte.
Glaubt wirklich jemand, dass die neue "Koalition der Willigen" aus Gründen der Wahrung der Menschenrechte einmaschiert. Ist es nicht vielmehr so, dass Gaddafi mittelrweile für die Interessen der Invasoren zu unberechenbar geworden ist und man nun umdenkt. Und wen werden sie anstelle Gadaffis inthronisieren?

Ich verstehe die Überlegung den libyschen Rebellen zur Seite zu stehen, aber was wird hier erreicht. Und wieso dreht es sich wieder einmal nur um die Frage Krieg oder nicht Krieg. Wieso überlegen wir, auch hier in der FC, nicht, wie wir solche Konflikte anders lösen können? Was wir heute jetzt tun können zum Beispiel um Menschenrechte woanders zu schützen. Welche Möglichkeiten wir hätten, was wir uns ausdenken können. Sollte es in China zu einem Aufstand kommen gegen das Regime, glaubt jemand wirklich, dass die Westmächte reagieren würden?

Warum überlegen wir das nicht?

Was mich aber wirklich stört, ist, wie der Begriff Pazifismus und guter Mensch hier immer wieder ungefüllt mit Dreck beschmissen wird. Schöne Werte sind das!
Rahab schrieb am 20.03.2011 um 15:45
das mit dem überlegen lassen wir sein, weil wir dazu unter anderem zur kenntnis nehmen müßten, dass 'der moslem' nicht so funktioniert wie unsere vorurteilsstruktur uns immer wieder sagt

'der moslem' kannst du auch gern durch 'der neger', 'der beduine', 'der chinese'... ersetzen!
hauptsache, das denken bleibt ein hegemoniales und in den mittelalterlichen welt-karten gefangen, in denen jenseits der bekannten/gezeichneten welt die ungeheuer wohnten
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.03.2011 um 15:54
@KalleWirsch
"Wieso überlegen wir, auch hier in der FC, nicht, wie wir solche Konflikte anders lösen können?"

Dann machen Sie doch mal einen Vorschlag.
Rahab schrieb am 20.03.2011 um 15:59
vielleicht mal hier
unmil.org/1content.asp?ccat=ddrr&zdoc=1
gucken? sich inspirieren lassen?
Alien59 schrieb am 20.03.2011 um 16:03
@KalleWirsch: im Unterschied zu Afghanistan und Irak wurde die UN-Resolution auf ausdrückliche Bitten von Freiheitskämpfern und Arab. Liga erlassen. Bis dahin war ich ja auch gegen eine Intervention, aber seit Tagen baten die Menschen aus Libyen um Schutz.

Andere Lösungen: das ist genau der Punkt, wo ich sage, dass das bei Libyen ein Extremfall ist: G. ist m.E. nicht mehr wirklich zurechnungsfähig, leider ist wohl sein Umfeld so verängstigt, dass keiner ihn absetzt, um dann verhandeln zu können.
B.V. schrieb am 20.03.2011 um 17:09
" 'der moslem' kannst du auch gern durch 'der neger', 'der beduine', 'der chinese'... ersetzen!"

oder "der Bayer", "der Friese", "der Eskimo", "die Frau", "der Mann", "der Hund", "die Katze", etc.
Der kulturelle Relativismus kennt eben keine Grenzen und kein Ende.
Richard der Hayek schrieb am 20.03.2011 um 15:43
Ich liebe die ausgefeilte, subtile Diktion mancher Benutzer.
Wer die Dinge so genau sieht und so treffend beschreiben kann, muß einfach recht haben.
B.V. schrieb am 20.03.2011 um 16:50
"Das gilt auch international – Deutschland darf keinen Angriffskrieg führen, stimmt – aber sich verteidigen und an Maßnahmen der UN teilnehmen. Libyen hat um Hilfe gerufen, gebettelt, geschrien. Ich fände es grausam, einfach abzuwarten, bis die Schreie verstummen, weil Gaddafi in seinem Wahn alle getötet hat."

Besser kann man es nicht sagen. Und mehr ist dazu auch nicht zu sagen, weil es alles beinhaltet, was dazu zu sagen ist! ;-)
Fro schrieb am 20.03.2011 um 20:15
Meine Vermutung ist, dass Merkel (bzw ihre Berater) sich weder wegen einer „German Angst“ noch wegen irgendeiner neuartigen Friedensliebe für eine Enthaltung entschieden hat. Sie hatte möglicherweise einfach keine Lust, sich (offiziell) an dem Schurkenstück Sarkozys zu beteiligen.
Schon jetzt beklagt sich die arabische Liga wegen des Ausmaßes des Einsatzes – denn sie befürwortete nicht mehr als die Durchsetzung eines Flugverbots...
Der Einsatz von Bodentruppen ist absehbar. Und ich sehe nicht, dass es da um die Herstellung demokratischer Verhältnisse geht.
Ich bin auch gespalten – ein Massenmord sollte verhindert werden, ein Despot entmachtet, ok - aber dabei sollte die Souveränität der Libyier unbedingt gewahrt werden. Den „heldenhaften“ Franzosen unter der Befehlsgewalt Sarkozys misstraue ich da allerdings.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 21.03.2011 um 00:07
@ Fro wäre es nicht möglich das die Clinton und der Haig einfach bei Sarko angerufen und angefragt haben: "Du Sarko, kannst Du mal die Kriegstrommel schlagen? Wir können nicht schon wieder die Initative für ein Schlamassel anfangen"... Ich hätte auch Sarkos innenpolitische Schwäche ausgenutzt und ihn als Initiator zurecht manipuliert damit er sich die Finger verbrennt. Und die Merkel hier, all diese Wahlen, da geht nichts mit deutschen Helden.
Fro schrieb am 21.03.2011 um 00:42
Ja, auch möglich sachichma. Man sollte die PR-Abteilungen der Großmächte nicht unterschätzen. Aber ich glaube dennoch, dass Frankreich da spezielle Interessen wahrnehmen will. Dazu gehört möglicherweise auch die Liquidierung Gaddafis und spezieller Geschäftsunterlagen.
Dass man Merkel, die ja sowieso aus unterschiedlichen Gründen keinen aktiven Militäreinsatz bieten kann, die Möglichkeit eröffnet, sich aus Wahlkampfgründen etwas abzusetzen, ist auch realistisch. Schröder hat diese Masche ja auch erfolgreich praktiziert. Und nebenbei erhöht sie dann das Engagement in Afghanistan – einfach irre, dass sie auch Applaus von der Linken erhielt.
Fro schrieb am 21.03.2011 um 01:36
Die Bekanntgabe Gaddafis, er hätte Sarkozy finanziell im Wahlkampf unter die Arme gegriffen, muss ja auch noch nachhaltig aus der Welt geschaffen werden...

Wollte eben dazu googlen und hatte prompt einen undefinierbaren Angriff auf meinen PC zu verzeichnen... scheint ein interessantes, aber möglicherweise auch gefährliches Thema zu sein.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 21.03.2011 um 09:47
@ Fro, die Stichworte sind gar nicht soooo sehr französisch: EADS, und der Auftrag von Muh-ma war für Milan, die aber werden in Deutschland zusammen geschraubt. Wegen der "Lieferung von Hightech aus Deutschland " musste Sarko da 2007 schultern. Die Typen bei EADS Deutschland haben ihre Tentakel mittlerweile in jeder Partei in Deutschland, selbst bei der Linken durch einen ehemaligen Major. Eine Lieferung aus Deutschland wäre nicht möglich gewesen, rechtlich nicht und wegen der Verbrecherischen Exporte der Imhausen Chemie. Während der Kohl Zeit ist unserer deutschen Rüstungsindustrie genug Schlupflöcher geschaffen worden, da Sarko aber so dusselig war und das Projekt in Frankreich als seine Kreation an die hörigen Mieden zu verbreiten zeigt nur wie intelligent er ist ;-D
Alien59
Nächster Versuch.
Mitglied seit:
2 Jahre 20 Wochen
Zuletzt aktiv:
20.05.2012
Status:
Bloggerin
Aktivität:
Beiträge: 114
Kommentare: 3234
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
11:35
musica hat gerade einen Kommentar geschrieben.
11:29
EnidanH hat gerade einen Kommentar geschrieben.
11:28
kopfkompass hat gerade einen Kommentar geschrieben.
11:24
EnidanH hat gerade einen Kommentar geschrieben.
11:23
eulen nach athen hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG