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Warum ich nichts über das aktuelle Thema: Mord in Dubai – blogge, wurde ich gefragt. Hatte ich mir überlegt. Aber beim Recherchieren fiel mir auf, dass mir dieser „Skandal“ aus den Proportionen geriet. Worüber regen sich die europäischen Regierungen denn offensichtlich am Meisten auf? Dass man ein paar ihrer Pässe verwendet. Der Mord als solcher, na, was solls. In den Kommentarsträngen diverser Zeitungen liest man auch Volkes Stimme – viel Beifall für die Isrealis – wenn sies denn wirklich waren, soviel Dummheit passt nicht zum Mossad, könnte man meinen.
Aber wer regt sich auf über die Kinder Palästinas, die an den Kriegsfolgen leiden, oft kaum behandelt werden können? Über die steigende Anzahl von Spätfolgen bei Neugeborenen? Und das auch im Irak, in Kosovo, in Afghanistan …. Ich könnte weiter aufzählen.
Hier in der Community laufen derzeit mehrere heiß geführte Debatten über Israel/Palästina, die leider die Neigung haben, schnellstens in Antisemitismus etc. Diskussionen abzurutschen. Aber so sehr gerade ich Isreals Handeln verdamme, frage ich mich doch, wo ist der ebenso laute Protest gegen die vergessenen Kriege. Gerade Tschetschenien fällt mir da ein – die dortigen Besatzer benahmen und benehmen sich wirklich nicht viel besser.
Nur so, als Beispiele, und als Begründung, warum ich zwar hoffe, dass in diesem Mordfall die Täter gefunden und bestraft werden und, wenn der bisherige Verdacht stimmt, auch der Kopf des Ganzen rollt und Israel energisch Gegenwind bekommt – aber ich kann mich über diesen einzelnen Toten nicht so sehr entrüsten, wie das einige tun. Ich fände es anderen gegenüber unverhältnismäßig.
Zudem: er war ein Kämpfer. Keiner seiner Kollegen, denke ich, rechnet damit, an Altersschwäche zu sterben. Nein, das soll nicht zynisch sein. Aber gerade in diesem Kampf braucht man ein wenig Realismus, wenn man ihn fortsetzen will. Und so ist er ein weiterer Kriegsheld, auch wenn er in seinem Bett ermordet wurde.
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Gerade in der vordergründig stümperhaften Ermordung liegt die Würze. Hatten sich gewisse "Organisationen" mit Entführungen begnügt:
en.wikipedia.org/wiki/Ali-Reza_Asgari soll diese Tat wohl vor allem innerhalb der palästinensischen Gruppierungen für Zündstoff sorgen. Deswegen wurde es auch in israelischen Medien kontrovers diskutiert. |
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hallo alien,
vielen Dank für diesen Beitrag, der mal wieder (mir zumindest) gezeigt hat, wie schnell ganze Kriege in Vergessenheit geraten, Tschetschenien taucht ja eigentlich nirgends mehr auf. Aber wie auch, da die Welt an allen Ecken und Enden brennt? Ich hab´ manchmal das Gefühl, der dritte Weltkrieg habe schon längst begonnen, und ich krieg´ es hier einfach bloß noch nicht mit, weil diese Insel relativen Wohlstands in Mitteleuropa sich wie blöde gegen alles abzusichern versucht, was Unruhe oder gar Schlimmeres hierherbringen könnte. Krieg oder Armut sind ja stets zumindest erträglich, solange nur die "anderen" davon betroffen sind. "Zudem: er war ein Kämpfer. Keiner seiner Kollegen, denke ich, rechnet damit, an Altersschwäche zu sterben." Ich finde die Bemerkung kein bischen zynisch. Zynisch finde ich allerdings die Haltung, für solche Leute Mitleid zu haben, weil mer selbst zu schwach ist, eine Position einzunehmen und aus Menschen "Helden" geriert, bloß weil die für das, was sie denken auch einstehen. Wenn mehr Menschen, und dafür müssen sie beileibe keine Kämpfer sein, nur ein wenig mehr Selbstbewußtsein und Solidarität zeigten, gäbe es keinen Krieg. Wenn sich die Schwachen nicht mehr dafür schämten schwach zu sein, wären sie einflußreicher als alle, die sich für stark und groß halten, zusammen. Aber da ich carlfatal heiße, halte ich den Wunsch vieler, in Ruhe und ungestört uralt zu werden bereits für eine ethische Kategorie, wenn auch nicht die meine. mfg cf |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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