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Wenn ich Sonntags in Amman unterwegs bin, höre ich hier und da das Läuten von Glocken an einer der hiesigen Kirchen. Die gehören zum Stadtbild, ich habe noch nie ein Wort darüber gehört oder gelesen - außer mal ein hübsches Bild.
Gestern las ich in der Haaretz, dass in Israel ein Gesetzentwurf vorgelegt und von Netanyahu unterstützt wird, in Israel den muslimischen Gebetsruf zu verbieten. Seine Begründung: Israel brauche nicht liberaler zu sein als Europa.
Zwar scheint er dafür erst mal keine Mehrheit zu finden, aber die Vorstellung, die muslimische Minderheit per Gesetz auch noch bei der Religionsausübung einzuschränken, passt zur derzeitigen Regierung. Das kann ja heiter werden.
Jedoch: Palästinenser sind ja nicht nur Muslime, und die Christen unter ihnen sind teilweise durchaus heftig an der Diskussion über die Zukunft Palästinas beteiligt. Wie sieht es denn mit den Kirchenglocken aus? Bislang dürfen die wohl noch läuten. Genau weiß ich es nicht, denn, als ich versuchte, dies zu recherchieren, fand ich nur links auf Kirchen in Jerusalem, Bethlehem, Nazareth - obwohl ich "Israel" als Suchbegriff eingegeben hatte.
Gibt es in Israel in den Grenzen von 1967 keine Kirchen?Und wie lange, bis die nicht mehr läuten dürfen?
Und: seit wann liegen Jerusalem, Bethlehem und Nazareth in Israel?
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Nein, eher Zynismus.
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Liebe Alien59,
Zynismus und Zynismus sind bekanntlich zweierlei. In diesem Sinn darf ich feststellen, nein, eine Zynikerin sind Sie nicht. Allerbeste Ullrich Läntzsch |
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Lieber Ullrich Läntzsch,
nein? Gruß Alien |
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Liebe Alienfiftynine,
nö, ganz sicher nicht Allerbeste Ullrich Läntzsch |
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Liebe Alien59,
zu diesem Gesetzesentwurf fällt mir leider nix Intelligentes ein, was Lustiges erst recht nicht..... |
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Das kann ich verstehen.
Vielleicht noch dies: www.haaretz.com/print-edition/news/israel-earns-another-failing-score-on-freedom-of-religion-index-1.401257 |
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Und eine Abfuhr, die sich Netanyahu von der jüdischen Community in Tunesien holte:
www.haaretz.com/print-edition/news/in-post-revolution-tunisia-jews-have-it-good-and-are-staying-put-1.401250 |
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Wenn sich jemand wundert, warum ich so oft die Haaretz verlinke: sie schreiben oft sehr passende Artikel und Kommentare, die mir, würde ich sie aus anderer Quelle zitieren, böse Vorwürfe einbringen könnten. Mein Dank den mutigen Journalisten, die - noch - so schreiben (dürfen).
Dieser Artikel ist sehr scharf, aber auch punktgenau: www.haaretz.com/print-edition/news/israeli-leaders-who-denounce-jewish-terror-are-the-ones-responsible-for-it-1.401480 Die Art der Regierung, rassistische Gesetze zu planen und zu erlassen, die Palästinenser zu unterdrücken, hat Wasser auf die Mühlen der Teile der israelischen Gesellschaft gegossen, die das als Freibrief für Angriffe sieht. In diesem Jahr gab es immer wieder Gewalt von "Siedlern" gegen Palästinenser - vor zwei Tagen wurde sogar ein Armeeposten auf der Westbank angegriffen. Wären die Angreifer Palästinenser gewesen, hätte man ganze Dörfer verhaftet. Aber hier waren die Angreifer jüdische Israelis - keine Verhaftung. Nicht eine. Apropos Verhaftungen: im Austausch gegen Shalit wurden zunächst 450 Gefangene freigelassen. Demnächst sollen weitere folgen. Aber: in den letzten beiden Monaten gab es 470 neue Verhaftungen. Ich konnte nicht erfahren, ob unter den neuen Verhaftungen auch Menschen waren, die zu den freigelassenen gehörten. Die, die auf die Westbank zurückkehrten, hielt und halte ich für gefährdet. Gingrich, der neue Stern am US-Republikanerhimmel, soll angeregt haben, die doch einfach zu erschießen. |
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Die Aussage "Israel braucht nicht liberaler als Europa zu sein" allein sagt schon genug. Die kürzlichen Angriffe auf die Qasar al-Yahud baptism site zeigt wurde nicht liberaler. Mit tun die wirklich liberalen Israelis leid in einem solchen Klima leben zu müssen.
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Da hast du wohl recht. Es gibt etliche Israelis, die sich alle Mühe kämpfen, gegen diesen trend anzugehen, aber ich fürchte, sie stehen auf ziemlich verlorenem Posten.
Dafür zitiere ich einige davon sehr gerne - angefangen bei Joseph Dana, Mya Guarnieri, überhaupt dem ganzen +972 blog. |
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Und Menschen wie diese - lesenswert:
www.forward.com/articles/147766/ Seth Morrison über die Gründe, warum er aus dem Jewish National Funds (JNF) austritt. |
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Anscheinend würde sich das Gesetz auch auf Kirchenglocken auswirken:
www.jpost.com/Headlines/Article.aspx?id=249813 "Protesters held signs that read "your racism is nasty and disgusting," and "we deplore the assault on Islam and Christianity." The bill would also affect Christian church bells in addition to the Muslim call to prayer in addition to any loud noise emanating from houses of prayer. " Ach so, heute morgen wurden in der Westbank "Carol-Singers" überfallen. Jihadis? Nein, nicht ganz. Siedler. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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