Wir stecken zweifelsohne in einer der schwersten Krisen seit dem Zweiten Weltkrieg. Die regierenden Politiker versagen jedoch nahezu europaweit, wenn es darum geht, diese Krise zu lösen. Denn es geht vor allem darum, die Verursacher der Krise maßgeblich an den Kosten zu deren Überwindung zu beteiligen. Dazu gehört unbedingt die "Diktatur des Finanzkapitalismus" (Stéphane Hessel) Regeln zu unterwerfen, um künftige Abstürze zu vermeiden. Dies ist jedoch (trotz mehr oder weniger vollmundiger Ankündigungen; u.a. auch seitens Bundeskanzlerin Merkel) seit der letzten Finanzkrise 2008 nicht geschehen. Stattdessen verdienen die Spekulanten von damals im Wesentlichen gar noch an den dürftigen Reparaturarbeiten der Krisenfolgen und darüber hinaus.
Die Medien spielen bei der Aufklärung der Ursachen der Krise bzw. der ihrer allgemeinen journalistischen Begleitung momentan aktueller Probleme eine eher verwirrende, sogar oft in die Irre führende Rolle. Kritischer Journalismus ist die Ausnahme. Sicherlich ist Griechenland ein Teil der momentanen Krisenursachen. Griechenland - wie es via der Medien immer wieder geschah und weiter geschieht - medial als einen der Hauptschuldigen an der Krise aufzubauen, wird der Realität nicht gerecht. So wird Griechenland zum Prügelknaben nicht nur für den Stammtisch.
Kontext TV intern
Immerhin gibt es auch kritische journalistische Akteure, wie etwa Kontext TV. Wer Kontext TV bisher schon einmal in Netzt begegnete, wird dem Medium kritischen, sachlichen Journalismus bescheinigen, der bei mit wenigem Aufwand Sendungen mit hoher Qualität bietet. Kontext TV schaltet grundsätzlich keine Werbung und akzeptiert keine Form von Sponsoring. Kontext TV ist auf die Unterstützung seiner Zuschauerinnen und Zuschauer angewiesen.
Seit August sendet Kontext TV auch über den Offenen Kanal Magdeburg und ab September auch über OKTO in Wien. Darüber hinaus ist Kontext TV auch von einer Reihe von Freien Radios in Deutschland, Österreich und der Schweiz regelmäßig zu empfangen. Kontext TV ist auch im analogen Berliner Kabelnetz Sonderkanal 8, für ALEX TV von 1,6 Millionen Haushalte zu sehen.
Die aktuelle Sendung setzt den Schwerpunkt bei der Eurokrise und dem Thema Griechenland
Kontext TV: Griechenland wird von EU-Kommission, IWF und Europäischer Zentralbank (Troika) in eine humanitäre Krise getrieben, sagt Aris Chatzistefanou, Filmemacher aus Athen. "Die sozialen Errrungenschaften der letzten einhundert Jahre werden zerstört. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg gebe es wieder massive Unterernährung von Kindern. Dabei seien nicht die griechischen Bürger für die Krise verantwortlich, sondern ein destruktives Finanzsystem und eine Fehlkonstruktion der Eurozone. Die manche Länder in die Verschuldung treibt und andere - wie Deutschland - Überschüsse beschert. Die Rettungspläne hätten bisher vor allem der Rettung der Banken gedient, nicht den Bürgern. Nur wenn die Bürger selbst inspiriert vom Arabischen Frühling und Occupy Wall Street wieder echte Demokratie erstreiten und die Zukunft selbst in die Hand nehmen, könne eine Wende zum Positiven gelingen.
Aris Chatzistefanou, Filmemacher aus Athen und Regisseur des Dokumentarfilms "Debtocracy" (wurde bereits von 1,5 Millionen Zuschauern gesehen) spricht mit Fabian Scheidler von Kontext TV.
In der Sendung wird nach den Ursachen der Krise gefragt, nach den Folgen der rigiden Sparpolitik und nach Alternativen. Dabei wird auch ein kritischer Blick auf die Gesetzesvorhaben in der EU geworfen.
Hier der Link zur Sendung: www.kontext-tv.de/node/167
Ich kann diese Sendung (wie auch ältere Kontext-TV_Ausgaben) den geneigten Leserinnen und Lesern sehr empfehlen.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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