bertamberg

Gesundheit, Geld oder Leben?

07.12.2011 | 18:58

Männer in Angst: Wenn das Gehirn in-doc-triniert denkt

 

Eine US-Regierungskommission forderte kürzlich, den PSA-Test zur Feststellung von Prostatakrebs bei gesunden Männern wegen Nutzlosigkeit abzuschaffen. Urologen sind natürlich weltweit empört.

PSA, das „Prostata-spezifische Antigen“, ist ein Protein aus 237 Aminosäuren und wird von der Vorsteherdrüse  als Begleitstoff zur Samenflüssigkeit produziert. Entdeckt wurde es vor 40 Jahren von Richard Ablin, der nach einer krebsspezifischen Substanz gesucht, aber nur eine prostataspezifische gefunden hatte. In der Urologie hat sich seitdem eine weltweite Screening-Epidemie entwickelt, mit einem Jahresumsatz von einigen Milliarden. In den USA haben 33 der 44 Millionen über 50-jährigen Männer PSA-Tests hinter sich. Hohe PSA-Werte können viele Ursachen haben können, darunter Fahrradfahren, Geschlechtsverkehr oder Prostataentzündungen. Auch bei niedrigen PSA-Werten kann man an Prostatakrebs erkrankt sein.Dennoch hält nicht nur die Deutsche Gesellschaft für Urologie den PSA-Test für eine „unverzichtbare Maßnahme“ zur Früherkennung des Prostatakarzinoms.

Richard Ablin sagt mittlerweile: „Ich hätte mir nie träumen lassen, dass meine Entdeckung vor 40 Jahren in eine derartige profitgetriebene Katastrophe für das Gesundheitswesen führen würde. Die Medizin sollte den unangemessenen Einsatz von PSA-Tests stoppen. Das würde Milliarden Dollar sparen und Millionen Männer vor unnötigen und beeinträchtigenden Behandlungen bewahren.“

Dr. Bernd Hontschik berichtet von dem Besuch eines langjährigen Freundes, der ihn wegen des PSA-Testes fragte (www.fr-online.de/wissenschaft/diagnose-maennerangst,1472788,11072168.html). Er übersetzte ihm PSA mit „Profit-spezifisches Antigen“ und erreichte statt Aufklärung das Gegenteil: Sein Freund meinte, jetzt wisse er gar nichts mehr. Sein Urologe habe ihm doch gesagt, das sei ein Krebstest. Und vor dem Ergebnis fürchte er sich immer noch.

Angst kann ein sinnvoller Schutzreflex sein, wenn Ärzte Angst machen, geht es öfters ums Geldverdienen und um die Angst vor fallenden Einnahmen: Wenn ein PSA-Test auch nur ca 30 € kostet (die Krankenkasse zahlt nicht !), es läppert sich doch, und wenn die Folgetherapien unterbleiben, die sich aus einem falsch positiven PSA-Wert (Wert ist hoch, dennoch kein Krebs da) ergeben, könnte es dramatischere Einkommensverluste geben.

Wenn der Verstand mit dem Hut an der Garderobe des freundlichen Medizinexperten abgegeben worden ist (Männer sind Gehorchen gewohnt, die Abschaffung der Bundeswehr wird nichts an jahrtausendelang trainierten Gehorsamsreflexen gegenüber Autoritätspersonen ändern, das Milgram-Experiment gilt auch hier), ist das Gehirn so in-doc-triniert, dass auch in guter Freundschaft gesprochene Worte im Bewusstseinsvakuum spurlos verschwinden.

 

Wenn eine Facharztdisziplin wie die Urologen sich dauerhaft komplett beratungs- und erkenntnisresistent zeigen sollten, ist das ein Hinweis darauf, dass das naturwissenschaftliche Medizinzeitalter der methodischen Reduzierung und Determinierung auf objektivierbare Parameter vorbei sein könnte. Dann wäre nicht nur die Suche nach dem spezifischen Ort der Krankheit sekundär geworden, der Verlust einer ganzheitlichen Sicht von Krankheit und Gesundheit uninteressante Nebensache, die Idee von der Einheit von Seele, Leib und Intellekt obsolet, und der Kranke als Objekt zum permanenten Gegenstand der Profitmaximierung gemacht, Medizin als Wirtschaftswissenschaft etabliert.

Wer sagt, dass das eine krisenhafte Entwicklung werden wird? Objektiv gesehen muss man doch anerkennen: Geld ist ein schlagkräftiges Argument. Gewissen kann man kaufen, Ethik kann man sich wünschen, aber nicht immer leisten.

 

 
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Kommentare
luggi schrieb am 07.12.2011 um 20:51
Lieber bertamberg,
erwarteter Weise kommt solch ein Blogeintrag von dir, und nicht von einem studentischen Lautsprecher.

"Die Angst vor dem Prostatakrebs wurde ihm genommen, auch die Sicherheit vor Inkontinenz."

Und. Was ist mit den Frauen? Also mit dem Kwatsch der Mammographie? Damit hat doch der ganze Unsinn angefangen.
bertamberg schrieb am 07.12.2011 um 21:31
@ luggi schrieb am 07.12.2011 um 20:51

Die Mammographie wäre wert, in ähnlicher Weise beleuchtet zu werden. Autoritätsgläubigkeit und In-Dr.-trination findet sich bei Frauen auch, tendenziell vielleicht ein bisschen weniger. Vielleicht komme ich demnächst dazu.
Schachnerin schrieb am 07.12.2011 um 21:58
Frauen über 50 werden alle 2 Jahre angeschrieben und zur Mammographie eingeladen. In dem Schreiben steht schon ein fester Termin. Die Daten hat die kassenärztliche Vereinigung von den Meldeämtern. Die Sache scheint ein gutes Geschäft zu sein.
aber schrieb am 07.12.2011 um 22:22
ich bin just bäck aus london (das 1. enkelkind besucht...freu). und bei den spaziergängen wies mich mein sohn auf die schnurrbärte div. männer hin.
.
movember.
.
moustaches.
.
zitat: "During November each year, Movember is responsible for the sprouting of moustaches on thousands of men’s faces in the UK and around the world. The aim of which is to raise vital funds and awareness for men’s health, specifically prostate cancer and other cancers that affect men."
.
zitat ende.
.
ich hab mich etwas geschämt....nicht davon gehört zu haben.
.
warum ist das "weltweit" ABER nicht bei uns?
bertamberg schrieb am 08.12.2011 um 08:41
@ aber schrieb am 07.12.2011 um 22:22

Vielleicht spielt es eine Rolle, das viele Männer sich schon für den Gedanken, krank sein zu können, schämen, erst recht, wenn es der Fall ist.

Es ist aber nicht unbedingt erstrebenswert, hier englische Verhältnisse abzukupfern. Das deutsche Sozialversicherungssystem stellt eine andere Versorgungsqualität zur Verfügung als das englische. Deswegen hatten die deutsche Urologen es wohl noch nicht nötig, Marketing in eigener Sache zu machen.

Eine Katastrophe ist die verbreitete verkürzte schulmedizinische Sicht auf die Krankheit dennoch.
Ismene schrieb am 07.12.2011 um 22:33
Die ganzen Test werden immer dann unglaubwürdig, wenn a) die Ergebnisse völlig beliebig erscheinen oder b) die Grenzwerte regelmäßig "angepasst" werden.

Ein Gesundheitswesen kann nicht alle gesund erhalten. Wir leisten uns eine gesunde Pharmaindustrie. Das ist doch auch was...
bertamberg schrieb am 08.12.2011 um 12:26
Unglaubwürdig ist vor allem, die Diagnostik von Laborwerten abhängig zu machen. Alles was man nicht messen und zählen kann, fällt unter den Tisch. Dann gibt es Messverfahren, die sind "wissenschaftlich umstritten" oder "nicht allgemein anerkannt". Wenn man sieht, wie am Beispiel des PSA-Wertes diagnostiziert und therapiert wird, ungeachtet der mittlerweile fehlenden wissenschaftlichen Anerkennung, muss man den Schluß ziehen, dass die Behauptung einer fehlende wissenschaftlichen Anerkennung nur ein rhetorische Kunstgriff ist, um den Status Quo der Anbieter von Gesundheitsleistungen zu zementieren.

Was als "gesunde Pharmaindustrie" zu bezeichnen wäre, wäre einer gesellschaftlichen Neubewertung zu unterziehen, ebenso, worum sich ein Gesundheitswesen kümmern sollte und welche Erfolgskriterien Sinn machen oder nicht. Mit Zynismus kommen wir nicht weiter.
merdeister schrieb am 08.12.2011 um 19:26
Die Geschichte des PSA-Tests eine, an der man Vor- und Nachteile der Medizin gut aufzeigen könnte. Sie konzentrieren sich hier auf die Nachteile, was Ihr gutes Recht ist, doch verstehe ich etwas angesichts Ihres Blogs von nebenan nicht.

Dort fragt jemand nach dem REBA-Gerät, welches, wenn ich das richtig verstanden habe, Ablagerungen in der Aura messen soll. Diese Messergebnisse, sind aber nicht unabhängig reproduzierbar. Trotzdem basieren Diagnosen und Therapien (u.a.) auf diesen Messergebnissen.

Bei PSA-Testen setzt langsam ein umdenken ein, weil auch der überzeugteste Urologe sich langfristig nicht gegen Forschungsergebnisse stellen kann. Dieses Umdenken ist beim messen der Aura jedoch nicht möglich, weil die Argumentation darum hermetisch ist.

Sie berufen sich gerne auf Intuition und Erfahrung. Ich wette, die meisten der Urologen, die sich umgewöhnen müssen, sind genauso überzeugt von ihren PSA-Testen, wie Sie von Ihren Auramessungen mit dem REBA-Gerät. Wieso sollte Ihre Intuition und Erfahrung weniger anfällig für Fehler sein, als die anderer Ärzte?

Sie ist es wahrscheinlich nicht, Ihre Methoden, sind jedoch nicht überprüfbar, zumindest aus Ihrer Sicht nicht. Das nenne ich "Bulletproof", Glückwunsch.

Und das Beste ist ja, dass Sie immer nur warten müssen, bis in der Medizin eine alte Erkenntnis abgelöst wird, weil man (mit wissenschaftlichen Methoden) herausgefunden hat, dass sie weniger Vor- als Nachteile bringen. Und dann können Sie wieder sagen "Und seht! So grausam ist die Schulmedizin." -Applaus-

Haben Sie eigentlich auch Mitleid mit den ganzen Ärzten, in deren Aura sich die ganze negative Energie ablagert, die sie dann bei der Reinkarnation mit sich herumschleppen? Wenn ich mir das so überlege, wäre das fast ein Grund zu konvertieren, zur Sicherheit, als Prävention.

Eine Frage hätte ich noch. Im nächsten Leben, wird so ein Schulmediziner da Mörder oder bekommt er Krebs?
bertamberg schrieb am 09.12.2011 um 11:44
@ merdeister schrieb am 08.12.2011 um 19:26
Hallo Merdeister, schön, dass sie sich hier einklinken (das meine ich nicht ironisch). Ich wette, dass Sie weder mit PSA-Tests umgehen noch mit dem Reba-Gerät. Ich bin begriffsstutziger als Sie vermuten und deswegen frage ich nach, warum Sie im Zusammenhang mit dem PSA-Test Intuition für nötig erachten. Überzeugung und Erfahrung können bei beidem eine Rolle spielen. Aber Intuition? Wie meinen Sie das? Bevor ich weiter auf das eingehen kann, was Sie geschrieben haben, wäre eine diesbezügliche Information für mich wichtig.
merdeister schrieb am 10.12.2011 um 14:09
bertamberg schrieb am 09.12.2011 um 11:44

"Die Intuition ist die Fähigkeit, Einsichten in Sachverhalte, Sichtweisen, Gesetzmäßigkeiten oder die subjektive Stimmigkeit von Entscheidungen zu erlangen, ohne diskursiven Gebrauch des Verstandes, also etwa ohne bewusste Schlussfolgerungen."

Ein PSA Test muss nicht nur durchgeführt, sondern auch interpretiert werden. Dazu muss der Arzt seinen Patienten und dessen Geschichte kennen und, neben dessen Wünschen, in eine Entscheidung einbeziehen. Erfahrung spielt in da mit hinein, so wie Wissen. Und die meisten Urologen haben sich sowohl auf ihre Erfahrung, wie auf ihre Inuition verlassen, als sie über weitere Schritte nach einem positiven PSA-Test nachdachten (und das weiter tun). Nun hat sich herausgestellt, dass sie falsch lagen, wenn sie der Meinung waren, mehr Menschen zu helfen, als zu schaden.

So könnte ein Erklärungsversuch aussehen. Ich will mich da nicht drauf festnageln lassen, denn, wenn Sie genau lesen, habe ich versucht, Ihre Ansichten wiederzugeben.
bertamberg schrieb am 10.12.2011 um 17:19
Da kann ich Ihnen nur zustimmen, dass es so sein sollte. Allerdings findet sich in der Realität eine dermaßen einseitige Überbetonung der Aussagekraft von Laborwerten, dass das, was Sie darstellen, Wunschdenken ist. Wenn Sie je Gelegenheit haben, zu erfahren, wie Amtsärzte z.b. Lehramtskandidaten unter Druck setzen, weil ein Blutdruckwert oder ein Cholesterinwert etwas erhöht ist und deswegen dann Menschen nicht als Beamte auf Widerruf sondern als BAT-Angestellte beschäftigt werden, werden sie vermutlich nachvollziehen können, welche Schreckensherrschaft das Schielen auf Laborwerte nach sich zieht. De facto findet keine Diskussion der Bedingungen eines erhöhten Wertes statt, obwohl es bekannt sein müsste. Auch daran zeigt sich, dass das Gespräch in der Medizin einen extrem niedrigen Stellenwert hat, wie man auch an den Abrechnungsbedingungen für Beratung sieht.
bertamberg schrieb am 10.12.2011 um 17:46
@ merdeister schrieb am 08.12.2011 um 19:26

Ich werde einzelne Punkte nacheinander herausgreifen. Zunächst, Sie schreiben: "Diese Messergebnisse sind aber nicht unabhängig reproduzierbar. Trotzdem basieren Diagnosen und Therapien (u.a.) auf diesen Messergebnissen."

Es gibt objektive Testmethoden und subjektive. PSA gilt als objektiv, und die gängige Aufassung ist, dass ein auffälliger Laborwert nicht ignoriert werden kann, sondern therapeutische Konsequenzen erfordert. Juristisch gesehen wäre es äußerst heikel, wenn ein Arzt keine Therapie , sondern Abwarten empfehlen würde, obwohl gerade beim Prostata-Krebs gilt, dass die meisten Patienten nicht an diesem Krebs, sondern mit ihm sterben werden, die Therapie letzlich allzuoft die Lebensqualität in äußerst unzumutbarer Weise einschränkt.

Ddas Reba-Gerät wird bei einem subjektiven Testverfahren benutzt. Die Aussagefähigkeit des PSA-Tests hat sich als Überinterpretation herausgestellt. Ein subjektiver Test wie der Reba-Test hat ein bestimmtes Ergebnis, dessen Stimmigkeit immer im Dialog mit dem Patienten zu hinterfragen ist, vor dem Hintergrund der Anamnese des Patienten , allem was über seine Befindlichkeit diagnostisch überprüft und bekannt ist. Wenn das Ergebnis des Reba-Testes nicht dazu passt, sollte es skeptisch bewertet werden, besser eine Zweituntersuchung durchgeführt werden. Jeder, der damit arbeitet, weiß dies.

Ein objektiver Test ist wie ein Musikstück auf CD, die abgespielt wird: Wer den CD-Spieler benutzen kann, kann die CD abspielen, es ist immer das Gleiche zu hören. Ein subjektiver Test ist wie ein Musikstück, das live auf dem Klavier gespielt werden muss: Nur wer Klavier spielen kann, kann es spielen, und jedesmal, wenn er es spielt, wird es ein bisschen anders gespielt sein.

Jeder, der die Revolutionsetüde von Beethoven kennt, wird jedoch sowohl das Stück von der CD als solches identifizieren wie jede Live-Aufnahme davon, wenn ein geübter Pianist es gespielt hat, trotz der vorhandenen Unterschiede.

Wenn Sie jetzt wollen, dass Menschen ungeachtet ihrer pianistischen Ausbildung reproduzierbar Klavier spielen, und feststellen, dass das Ergebnis sehr uneinheitlich ist, und sie zum Ergebnis kommen, dass nur die CD ein objektiv akzeptables Ergebnis liefert, würden sie daraus ableiten, dass grundsätzlich davon abzuraten ist, einem leibhaftigen Klavierspieler zuzuhören, sondern nur die Musikkonserve abgespielt werden soll, damit ein reproduzierbares Klangerlebnis erreicht wird?
bertamberg schrieb am 10.12.2011 um 18:15
@ merdeister schrieb am 10.12.2011 um 14:09

Sie schrieben: „Wieso sollte Ihre Intuition und Erfahrung weniger anfällig für Fehler sein, als die anderer Ärzte? Sie ist es wahrscheinlich nicht, Ihre Methoden, sind jedoch nicht überprüfbar, zumindest aus Ihrer Sicht nicht. Das nenne ich "Bulletproof", Glückwunsch.“

Das Reba-Gerät richtig zu bedienen ist eine Kunst wie das Klavierspielen. Wie überprüfen Sie, ob jemand richtig gespielt hat, der gerade am Klavier improvisiert hat? Ansonsten möchte ich Banis zitieren, der zur Frage der Zuverlässigkeit des Testergebnisses konstatiert:

„Wissenschaftlich orientierte Kritiker verlangen normalerweise die statistische Überprüfung einer Methode. Das ist bei der Psychosomatischen Energetik deswegen schwierig, weil jeder Skeptizismus von vornherein verhindert, daß gute Testergebnisse zustandekommen. Trotzdem haben wir natürlich viele Einzelbeobachtungen, die unbemerkt zustandegekommen und dadurch bei ihrer Entstehung frei vom Makel der skeptischen Haltung gewesen sind, die energetische Testergebnisse normalerweise verfälscht. Zwei typische Beispiele möchte ich erwähnen. Im ersten Fall wurde ein australischer Kollege anläßlich eines Seminars in Europa von einer Kollegin getestet. Als er am Ende des Tages seine alten Seminaraufzeichnungen im Koffer nachschaute, mußte er zu seiner größten Überraschung feststellen, daß seine aktuellen Reba-Testergebnisse sowie das Konfliktthema, dessen Werte und das zugehörige Chakra vollständig - bis hin zu den Stellen hinterm Komma - mit denjenigen Werten übereinstimmten, die meine Frau bei ihm anläßlich eines Seminars in Australien genau zwölf Monate vorher gefunden hatte! Er hatte den Konflikt aus verschiedenen Gründen in dem seither vergangenen Jahr nicht behandelt. Wenn man das statistisch als Wert begreifen will, das heißt, wenn man prüft, ob es sich um einen bloßen Zufall handelt, kann man die zehn 10 Prozent-Skalen der vier Aura-Ebenen miteinander multiplizieren (10x10x10x10), dazu die 7 Chakren und 28 Konflikte und dann noch die vier Aura-Ebenen des Konflikts (10x10x10x10). Man kommt auf die Zahl 19.600.000.000, die statistisch der Zahl an Versuchen entspricht, dasselbe Ergebnis durch puren Zufall zu wiederholen. Man müßte also ewig lange weiter testen und die gesamte derzeitige Erdbevökerung viermal messen, um einen vergleichbaren Wert durch Zufall zustandezubringen. Als der australische Kollege (Dr. med. Donne Bloemhard aus Coffs Harbour, NSW), der als wissenschaftlich gebildeter Arzt die Tragweite des Ergebnisses abschätzen konnte, den schwindelig machenden ,,Zufall" realisierte) war er danach die halbe Nacht vor Aufregung schlaflos!

Kritiker mögen nun einwenden, ich würde mogeln, weil das gefundene Chakra beim Testen die Zahl der möglichen Konflikte ohnehin verkleinert und ein gesund erscheinender Arzt, der im gesunden Klima Australiens lebt, höchstwahrscheinlich keine Reba-Testwerte unter 50 Prozent haben wird (- auch das kommt jedoch vor, wie wir in Australien bei dortigen Kollegen feststellen mußten) und weil gesunde Erwachsene im allgemeinen einen Mentalwert von 100 Prozent haben usw. Demnach wäre die Zahl zugegebenermaßen kleiner. Trotzdem ändert sich an der tatsächlichen Monstrosität der hohen Zufallswahrscheinlichkeit nichts Wesentliches. (Ein korrigierter Wert, der mit zu erwartenden Faktoren berechnet wird, liegt nach meinen Berechnungen immer noch bei 21.000.000.)“

Banis R (2004) Psychosomatische Energetik. Lehrbuch für Therapeuten VAK Kirchzarten, S. 224f
bertamberg schrieb am 11.12.2011 um 15:38
@ merdeister schrieb am 08.12.2011 um 19:26

Sie schrieben: "Und das Beste ist ja, dass Sie immer nur warten müssen, bis in der Medizin eine alte Erkenntnis abgelöst wird, weil man (mit wissenschaftlichen Methoden) herausgefunden hat, dass sie weniger Vor- als Nachteile bringen."

Habe ich Recht mit meiner Vermutung,dass die Haltung, die Sie momentan haben, sich in weiten Teilen überschneidet mit derjenigen , die im folgenden Abschnitt als Rückblick (ich werde noch offenlegen, von wem) formuliert ist?

„Nach Abschluß meiner mehrjährigen Krankenhaustätigkeit (...) eröffnete ich als Arzt für Allgemeinmedizin eine Landarztpraxis. Befreit von den Zwängen, denen ein Krankenhausarzt unterworfen ist, betrieb ich dort jene wissenschaftlich anerkannte Form einer strengen und pharmaziekritischen Medizin, wie ich sie mir immer gewünscht hatte. Es sollte eine Medizin sein, die mir als rational begründbar und weitgehend von irrationalen Elementen bereinigt erschienen ist. Vor jeder Therapie habe die diagnostische Abklärung zu stehen. Dies wurde uns in Studium und Ausbildung vermittelt. Dazu gehört auch die nosologische Zuordnung (Einordnung in die Systematik der Krankheitslehre) und die Definition der stattgehabten Pathophysiologie (der abgelaufenen bzw. ablaufenden krankhaften Körperreaktionen biochemischer Natur mit Beschreibung der Ursachen des Krankheitsprozesses). Anzustreben sei die Beschränkung auf wenige Medikamente, alles andere wurde als medikamentöse Polypragmasie (das Verschreiben von Vielerlei) belächelt.

Meine ärztliche Ausbildung war streng schulmedizinisch, daher hatte jeder Einsatz eines Medikaments pharmakologisch und pathophysiologisch begründet werden müssen.
Als Anhänger einer kritischen Pharmakologie verstand ich diese Haltung als rationalen Gegenpol gegen die Profitinteressen der pharmazeutischen Industrie.“
bertamberg schrieb am 11.12.2011 um 15:42
@ merdeister schrieb am 08.12.2011 um 19:26

Sie schrieben: "Haben Sie eigentlich auch Mitleid mit den ganzen Ärzten, in deren Aura sich die ganze negative Energie ablagert, die sie dann bei der Reinkarnation mit sich herumschleppen? Wenn ich mir das so überlege, wäre das fast ein Grund zu konvertieren, zur Sicherheit, als Prävention."

Ich habe selbst ca. 10 Jahre meines Lebens damit verbracht, es den Krankenkassen und anderen Überich-Instanzen Recht machen zu wollen und dabei ziemlich viel negative Energie und Materie abgekriegt, bevor ich andere Wege ging. Ich empfehle Ihnen nur, Ihren Beruf in einer Weise zu praktizieren, die Sie stimmig finden.
bertamberg schrieb am 11.12.2011 um 15:49
@ merdeister schrieb am 08.12.2011 um 19:26

Sie schreiben: "Eine Frage hätte ich noch. Im nächsten Leben, wird so ein Schulmediziner da Mörder oder bekommt er Krebs?"

Sorry, das kann ich nicht beantworten, das wäre alles Spekulation. Wie jemand mit einem schlechten Karma umgehen wird, ist vermutlich eine ziemlich individuelle Sache. Wenn es heißt, ein Mörder wird als Mordopfer wiedergeboren, ist das für mich nur eine aus dem Buddhismus kommende traditionelle Modellvorstellung.

Ian McSteven war Wissenschaftler, der sich sehr viel mit Reinkarnation beschäftigt hat, viele Menschen besucht hat, bei denen es Hinweise gab, dass es sich um Reinkarnationen handeln könnte. (de.wikipedia.org/wiki/Ian_Stevenson; Stevenson, Ian: Wiedergeburt – Kinder erinnern sich an frühe Erdenleben, Frankfurt/Main: Zweitausendeins, 1992 ;Stevenson, Ian: Reinkarnationsbeweise; Aquamarin Verlag 1999 )
Auch Carter Phipps hat etwas lesenswertes verfasst: (www.wie.org/de/j20/reincarnation.asp).
Ich habe nicht die Zeit, mich damit in extenso zu beschäftigen, möchte auch keinen Kommentar dazu abgeben. Als Standardwerke gelten außerdem noch:
Woolger, Roger: Die vielen Leben der Seele – Wiedererinnerung in der therapeutischen Arbeit, München: Hugendubel, 1992 ;
Zander, Helmut: Geschichte der Seelenwanderung in Europa – alternative religiöse Traditionen von der Antike bis heute,
Darmstadt: Primus, 1999;
Zürrer, Ronald: Reinkarnation – Einführung in die Wissenschaft der Seelenwanderung; Govinda Verlag Zürich 2005 .
merdeister schrieb am 11.12.2011 um 17:34
bertamberg schrieb am 10.12.2011 um 17:19

Laborwert ist ja nicht gleich Laborwert. So gibt ein erhöhter Blutdruck ein gewisses Risiko für spätere Erkrankungen wieder, je höher, desto größer das Risiko. Da der Amtsarzt nicht weiß, wenn von den Kandidaten es erwischen wird, nimmt er die Rasenmähermethode.
Ich frage mich da eher, ob da eine einzelne Messung ausschlaggenbend war? Das wäre ziemlicher Unsinn, da wahrscheinlich jeder aufgeregt ist, wenn er weiß, was von so einer Untersuchung abhängt und dann einen erhöhten Blutdruck hat (Weißkittelphänomen). Außerdem frage ich mich, warum der Lehramtanwärter so schlecht vorbereitet zum Amtsarzt geht, ich hätte zumindest vorher meinen Blutdruck einmal messen lassen. Wenn der da schon zu hoch ist, bleibt mir die Möglichkeit (wenn ich es früh genug mache), mit Sport und Gewichtsabnahme das ganze in den Griff zu bekommen. Oder ich mogle und Frühstücke nicht oder "besorge" mir Beta-Blocker (letzteres wäre wohl Betrug). Letztlich ist das auch eine politische Frage.
Bei anderen Werten ist der Zusammenhang weniger sicher oder sie sagen ohne Symptome wenig aus. Siehe PSA.
merdeister schrieb am 11.12.2011 um 17:50
Hallo bertamberg,

nun zum Rest. Es ehrt Sie, dass Sie mir so ausführlich geantwortet haben, mein Kommentar war, zum Ende hin, nämlich nicht ganz ernst gemeint. Vielen Dank dafür. Jetzt habe ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen, dass Sie sich so viel Mühe gemacht haben.

An dieser Stelle sollte ich, zumindest heute bzw in diesem Thread, aussteigen, denn ernst kann ich das nicht wirklich nehmen. Es gäbe da viel zu schreiben, doch ich wäre sicher nicht ohne Spott (ganz sicher nicht) und da das für Sie (so sieht es gerade für mich aus) nicht von Anfang an ersichtlich war, fände ich das nicht fair.

Wenn solche Themen nochmal aufkommen, wissen Sie worauf Sie sich einlassen.

Bis dahin

merde
bertamberg schrieb am 11.12.2011 um 18:30
@ merdeister schrieb am 11.12.2011 um 17:50

Hallo merdeister,

dass Sie das nicht wirklich ernst genommen haben, war klar. Ich wollte Ihnen nur zum Kern dessen, was Sie mir anreichten, eine Antwort geben, denn da ist keine grundsätzlich taube Nuss, wie Sie vermuten, die nur Spott verdient. Deswegen noch der autobiographische Entwicklungsweg von Dr. Braun-von Gladiß inKurzform hinterher:

"Schon nach wenigen Jahren jedoch kamen mir selbst meine pathopysiologischen Erklärungen immer weniger stichhaltig vor, die dazu passend getroffenen Therapiemaßnahmen griffen oft nur flüchtig. Je häufiger , Anti-Präparate eingesetzt wurden, desto eher trat das Drehtürprinzip auf. Auch wenn die Patienten das nächste Mal mit einem in den Symptomen verschobenen Krankheitsmuster kamen, wurde mir doch rasch klar, daß am Gesamtbild von Diagnostik, Nosologie, Pathophysiologie etwas nicht stimmen konnte. (...)

"Erste Gehversuche in naturheilkundlichen Therapien [brachten] bald oft so nachhaltige Therapieerfolge, wie sie mit Einsatz des gesamten rational-orientierten Arsenals nicht zu erreichen gewesen waren." (...)

Dieses im Selbstverlag schon 1991 herausgebrachte Buch mit dem Titel "Ganzheitliche Medizin inder ärztlichen Praxis. Naturheilkunde, Umweltmedizin, Energiemedizin, Kritisches Denken" wäre interessant für jeden, der sich trotz Skepsis mit einer anderen medizinischen Perspektive auseinandersetzen will. Es wäre ja eine Sisiphusarbeit, das Rad immer wieder neu zu erfinden.
bertamberg schrieb am 11.12.2011 um 18:31
@ merdeister schrieb am 11.12.2011 um 17:50

Hallo merdeister,

dass Sie das nicht wirklich ernst genommen haben, war klar. Ich wollte Ihnen nur zum Kern dessen, was Sie mir anreichten, eine Antwort geben, denn da ist keine grundsätzlich taube Nuss, wie Sie vermuten, die nur Spott verdient. Deswegen noch der autobiographische Entwicklungsweg von Dr. Braun-von Gladiß inKurzform hinterher:

"Schon nach wenigen Jahren jedoch kamen mir selbst meine pathopysiologischen Erklärungen immer weniger stichhaltig vor, die dazu passend getroffenen Therapiemaßnahmen griffen oft nur flüchtig. Je häufiger , Anti-Präparate eingesetzt wurden, desto eher trat das Drehtürprinzip auf. Auch wenn die Patienten das nächste Mal mit einem in den Symptomen verschobenen Krankheitsmuster kamen, wurde mir doch rasch klar, daß am Gesamtbild von Diagnostik, Nosologie, Pathophysiologie etwas nicht stimmen konnte. (...)

"Erste Gehversuche in naturheilkundlichen Therapien [brachten] bald oft so nachhaltige Therapieerfolge, wie sie mit Einsatz des gesamten rational-orientierten Arsenals nicht zu erreichen gewesen waren." (...)

Dieses im Selbstverlag schon 1991 herausgebrachte Buch mit dem Titel "Ganzheitliche Medizin in der ärztlichen Praxis. Naturheilkunde, Umweltmedizin, Energiemedizin, Kritisches Denken" wäre interessant für jeden, der sich trotz Skepsis mit einer anderen medizinischen Perspektive auseinandersetzen will. Es wäre ja eine Sisiphusarbeit, das Rad immer wieder neu zu erfinden.
Yola schrieb am 07.12.2011 um 23:11
Danke, bertamberg, für Deine immer sehr guten Artikel.
bertamberg schrieb am 09.12.2011 um 15:05
@ Yola schrieb am 07.12.2011 um 23:11

Ein dickes, fettes Danke für diese superlativische Bewertung. Es ist immer schwer, ein erreichtes Niveau zu halten oder auszubauen, wenn Umstände widrig sind ( ach, Columbus...). Ich verspreche stetes Bemühen darum und um Bodenhaftung.

Herzlichst

bertamberg
tlacuache schrieb am 08.12.2011 um 04:53
Mal mit Kürbiskernen versuchen, so als Vorsorge,
kannten schon andere vor mind. 2500 Jahren...

"Sus semillas son utilizadas para inflamación de la próstata."
=
"Seine Samen werden bei einer Entzündung der Prostata eingesetzt."

... Da sind wir wieder bei "Ernaehrung und Vorsorge"
aber das ist ein anderes Thema...

Schachnerin:
"Scheint ein gutes Geschaeft zu sein"
:-))))))))))))))))))))))
bertamberg schrieb am 08.12.2011 um 12:52
@ tlacuache schrieb am 08. 12.2011 um 04:53

Erfahrungsheilkunde hat ihre Berechtigung, ebenso wie Selbstmedikation. Gerade letztere stößt oft an Grenzen. Dennoch spricht nichts gegen Vorbeugung wie z. B. mit Kürbiskernen, Sabal serrulatum oder Roggenpollen. Auch Beckenbodengymnastik kann sehr hilfreich sein.
Ullrich Läntzsch schrieb am 08.12.2011 um 16:31
Lieber bertamberg,

wichtig, sowohl als einzelnes Phänomen, als auch bezeichnend für ein sogenanntes Gesundheitswesen unter kapitalistischen Bedingungen.

Bewußt verwende ich das Wort sogenannt, denn wir haben, Krankenkassen, Krankenhäuser und der Rubel rollt befeuert nur durch Krankheiten. Ein Gesundheitswesen würde sich am Gedanken orientieren, im System wird die Leistung der Heilung am Erhalt von Gesundheit bezahlt und nicht die Behandlung von Krankheiten abgerechnet.

Allerbeste
UL

ps
@ Prostata, da gibt es eine einfache daoistische Übung.
bertamberg schrieb am 08.12.2011 um 21:35
@ Ullrich Läntzsch schrieb am 08.12.2011 um 16:31

Lieber UL,
deswegen ist es ja Sand-in-die-Augen-streuend bis pervers, wenn die AOK sich „Gesundheitskasse“ nennt.

Wenn Huber und Langbein z. B. unter dem Stichwort „Ganzheitliche Heilkunst“ meinen, jeder Patient sollte „nicht nur eine Diagnose und Therapie seiner Krankheiten“ erhalten, „sondern auch eine Gesundheitsdiagnose, also eine systematische und standardisierte Analyse seiner Gesundheitsressourcen und Gesundheitsspotentiale und (…) Empfehlungen, die [diese] stärken“ ( Huber, Ellis / Langbein Kurt (2004): Die Gesundheitsrevolution – Radikale Wege aus der Krise – Was Patienten wissen müssen. Aufbau, Berlin, S. 289.) bleibt dies Verbalradikalismus, wenn Erklärungen zur methodischen Basis fehlen, auf der dies erfolgen soll, da die übliche Medizin auf der Bekämpfung von Krankheiten aufbaut statt auf der Entwicklung von Gesundheitsvoraussetzungen. Denn eines sollte klar sein: Die herkömmliche bildgebende Diagnostik versagt, wenn es darum geht, Gesundheit zu messen.

Herzlichst

bertamberg
Ullrich Läntzsch schrieb am 10.12.2011 um 13:23
Bezeichnend, ja entlarvend ist schon die Verwendung des Begriffes positiv!!!!!!!!!!!!!!!!

Da trittst Du bangen Herzens einem Arzt gegenüber, der blickt auf vom Bildschirm, Papier, von wo auch immer, sieht einen an - und fügt dem Ergebnis das Adjektiv positiv bei, um zum Ausdruck zubringen, Du mein Patient bist krank.

Setzt der Zynismus erst jetzt ein, wenn ich da sage, wie positiv für Deine Finanzen?

Allerbeste
Ullrich Läntzsch
merdeister schrieb am 10.12.2011 um 14:18
Lieber UL,

was Sie als bezeichnend hinstellen ist vielleicht nichts weiter als ein Missverständnis. Positiv wird umgangssprachlich, als glücklich, optimistisch, bejahend benutzt (lt. Wiki), in der Fachsprache eben als Nachweis eines Befundes. Schwangerschaftstests sind auch positiv, wenn eine Frau schwanger ist, ob das für die Frau positiv oder negativ ist, ist egal.
bertamberg schrieb am 10.12.2011 um 17:28
Es ist zumindest ein äußerst unreflektierter Sprachgebrauch. Diese Sprachstil belegt, dass die Perspektive des Arztes dominiert, und nicht die des Patienten. Das widerum ist etwas, was man vom Medizinbetrieb insgesamt sagen kann: Patienten haben wenig zu melden, müssen schlucken, was ihnen präsentiert wird. Ich hatte gestern Gelegenheit, mit einer Frau zu sprechen, die im letzten Jahr sieben mal im Krankenhaus war. Sie zeigte sich tief enttäuscht darüber, nie das Gefühl gehabt zu haben, als kranker Mensch wahrgenommen zu werden, statt als zu manipulierendes Objekt.
luggi schrieb am 10.12.2011 um 22:16
@ Ullrich
es ist alles eine Frage der Fragestellung

Der Patient wurde untersucht, ob er kein AIDS hat ... positiv.
Schulmediziner stellen zu oft die falschen Fragen und kommen mittels fragwürdiger Methoden unter dem Druck wirtschaftlicher Interessen zu unausgereiften Therapien ... wobei die Therapien vielfältig sind. Manche schlagen auch positiv an, oder negativ, je nach Betrachtungsweise.
Ullrich Läntzsch schrieb am 11.12.2011 um 18:11
Lieber merdemeister,

@in der Fachsprache eben als Nachweis eines Befundes.

Sie werden lachen, aber als halbwegs gebildeter Mensch weiß man das. Das ist aber nicht der Punkt. Ein Arzt, der mit seinem Patienten spricht, führt aber kein Fachgespräch, sondern er der Fachmann spricht mit dem Nichtfachmann. Wohlwissend um den umgangssprachlichen Gebrauch, dies zu ignorieren tangiert nun einfach - selbstverständlich ohne Absicht! - den Bereich des Zynischen. Und dies sollten Sie sich einfach durchs Gemüt gehen lassen. Gerade Sie lieber Merdemeister, Sie sind doch kein Zyniker. So habe ich Sie jedenfalls nie wahrgenommen.

Allerbeste
Ullrich
Ullrich Läntzsch schrieb am 11.12.2011 um 18:14
@ ... die im letzten Jahr sieben mal im Krankenhaus war. Sie zeigte sich tief enttäuscht darüber, nie das Gefühl gehabt zu haben, als kranker Mensch wahrgenommen zu werden, statt als zu manipulierendes Objekt.

Dabei ist Sie es ja, die mit ihrer Not dem Krankenhaus die Existenz sichert.
Ullrich Läntzsch schrieb am 11.12.2011 um 18:18
@ luggi - wobei die Therapien vielfältig sind. Manche schlagen auch positiv an, oder negativ, je nach Betrachtungsweise.

Da denke ich an die Meldung aus den Tagesthemen vor nur wenigen Tagen, lt. einer Untersuchung einer Krankenkasse, kann man davon aus gehen, das bis zu 85% aller Rückenoperationen überflüssig und großenteils gar schädlich sind.

Es ist einfach gruselig!!!
bertamberg schrieb am 11.12.2011 um 19:45
@ Ullrich Läntzsch schrieb am 11.12.2011 um 18:18

Wenn Menschen zu viel beruflich oder privat um die Ohren haben, treten bevorzugt Kopf- oder Rückenschmerzen auf, schon bei Jugendlichen:

Anläßlich des Deutschen Schmerzkongresses 2010 verwies Prof. Dr. Andreas Straube von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft auf die Ergebnisse einer Befragung : „Wir haben (...) im Winter 2008/2009 über 1.200 Schüler an Münchner Gymnasien des ersten G8- und des letzten G9-Jahrgangs über ihren Gesundheitszustand und ihre Lebensumstände befragt.“ Der Gesundheitszustand der Schüler ist allgemein besorgniserregend. Die Befragten beider Testgruppen gaben als häufigste gesundheitliche Beschwerden Kopfschmerzen (83,1 Prozent), Kreuz- oder Rückenschmerzen (47,7 Prozent), übermäßiges Schlafbedürfnis (45,6 Prozent) sowie Nacken- und Schulterschmerzen (45,0 Prozent) an. Bis zu 50 Pro-zent hatten angegeben, sich überfordert zu fühlen. Fast ein Viertel (23 Prozent) der Befragten fühlten sich unter sozialem Stress Mehr als zehn Prozent hätten weniger als eine Stunde unverplanter Zeit am Tag, etwa 50 Prozent zwei Stunden.
Straube nannte die Zahlen “erschreckend“ und forderte vorbeugende Strategien. Angesichts der Ergebnisse müsse die Gesellschaft sich fragen,“ob diese Verdichtung und Beschleunigung des Lebens (...) auf die Dauer uns allen zuträglich ist und nicht zu zunehmenden Problemen führt“.

www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2186/artid/13040999

Hier zeigt sich deutlich, in welche Sackgasse eine mechanisch, manipulatorisch und materiell ausgerichtete Medizin gelandet ist.
Ullrich Läntzsch schrieb am 11.12.2011 um 20:02
Die Verschreibung von Schmerzmitteln bei Rückenschmerzen ist für mich ein klarer Kunstfehler.

Die meisten Orthopäden verfügen nur rudimentäre Ahnungen von den Ursachen, der meisten Probleme ihrer Patienten - sonst wären sie Verbrecher, würden sie es wirklich wissen und trotzdem nicht helfen.
bertamberg schrieb am 14.12.2011 um 13:37
Ullrich Läntzsch schrieb am 11.12.2011 um 20:02

Merdeister zitiere ich ja sonst nicht, aber er brachte mal einen Witz, den ich im damaligen Zusammenhang deplaziert fand, dessen Pointe aber war, dass es keine guten Orthopäden gibt.

Die lokalen Erfahrungen hier vorort gehen in die gleiche Richtung, und das tragische ist, dass die betreffenden Kollegen wenig dafür können, was sie gelernt haben. Es ist auch nichts, was man auf eine Facharztdisziplin begrenzen könnte, ein anderes Bonmot besagt, dass Onkologen diejenigen sind, die am wenigsten von Krebstherapie wissen, weil sie nur Stahl, Strahl und Chemo kennen.

Wenn wir jetzt jedoch zum Ausgangsthema zurückkommen, den PSA-Wert, drängt sich mir die Frage auf, ob es nicht mittlerweile genug bekannt sein könnte, wie fragwürdig es ist, jemanden aufgrund eines erhöhten PSA-Wertes in Krebsangst zu versetzen. Wenn ein Urologe das aber weiß und trotzdem weiter macht wie bisher, ist das sicher nicht justiziabel, aber dennoch ein Skandal, wie so vieles, was von Medizinern als Fortbildung absolviert wird
und dann nicht in der Praxis umgesetzt wird, weil der Aufwand zur Umstrukturierung extrem hoch sein kann und die Motivation nicht ausreicht.

Deswegen auch mein Beitrag oben vom
11.12.2011 um 18:31,
weil die dort angedeutete Konsequenz, mit der ein Arzt seinen Weg gegangen ist, extrem selten ist, was mit der In-doc-trination zusammenhängt, die von der Universität bis zur Rente auf Ärzte einprasselt, und die sie ungefiltert an die Patienten weitergeben.
Ullrich Läntzsch schrieb am 15.12.2011 um 13:26
Der Kommentar macht mich betroffen, weil er in so hervorragender Weise verdeutlicht, was bei mir sicher zu kurz kam. Daher möchte ich folgendes hervorheben:

"... das tragische ist, dass die betreffenden Kollegen wenig dafür können, was sie gelernt haben. Es ist auch nichts, was man auf eine Facharztdisziplin begrenzen könnte ..."

Ist es nicht auch so, das Zeitgeist, gesellschaftliches Klima, oder wie man es auch immer nennen will, warum auch immer, den Menschen lieber wie ein Automobil betrachtet, das man am bei einem Problem in die Werkstatt bringt, dann muß nur mehr oder weniger geschraubt und ausgewechselt werden, bekommt alle zwei Jahre eine Plakette und kann sich aber ansonsten darauf verlassen. Bioorganismen wie der Mensch sind - aus dieser Sich bedauerlicherweise - nun mal ein wenig komplizierter ... Man kann dies auch erfreulich finden.
aber schrieb am 16.12.2011 um 12:38
gebet des mannes nach der prostata-op:
.
lieber g-tt,
nun hast du mir das KÖNNEN genommen,
jetzt nimm mir auch das WOLLEN.
bertamberg schrieb am 16.12.2011 um 12:58
@ aber schrieb am 16.12.2011 um 12:38

Galgenhumor ist etwas, wenn man keine andere Wahl mehr hat. Ich muss den lieben g-tt aber in Schutz nehmen: Der ist unschuldig. Das war individuelles menschlich-ärztliches Versagen, wenn dieses Können OP-bedingt nichtexistent geworden ist. Darüber hinaus: Jeder Chirurg kann eine Kastration vornehmen, da muss man nicht höhere Mächte bemühen, medikamentös ginge es auch. Lieber vorher nach den Nebenwirkungen fragen !
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