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Bildungspolitik, Bildung, Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit, werden große Themen in der „Wahlkampfarena 2009“ sein, trotz aller Überschattungen durch die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise. Bei der Fülle von pädagogischem Geblubber und betriebswirtschaftlich geschwängertem Neusprech - in Form von Input-Output-Ressourcen-Optimierungsprozessen in Test-Standardisierungs-Evaluationsprozeduren - eines „Förderns und Forderns“der gepeinigten Schülerobjekte mit Marketing angehefteten Subjektstatus erscheint es ratsam, etwas genauer hinzusehen.In „Bildungspolitik – den Jazz im Blut“ hatte ich die Kreativitätspotenziale von Kindern bis in die Grundschule hinein näher beleuchtet. Im Vergleich dazu sind Ergebnisse und geistige Beweglichkeit der Bildungspolitik eher dürftig. „Bildungspolitik – ab im Gänsemarsch“ kann als Fortsetzung gelesen werden. Auch mit fortschreitenden Schuljahren tragen bildungspolitischen Entscheidungen und schulische Praxen eher zu einer Verschärfung der desaströsen Lage in der Bildungslandschaft bei. Die neue „Bildungskatastrophe“ wäre ein zu diskutierender Befund, die zementierte Viergliedrigkeit des deutschen Schulsystems eine besondere Erscheinungsform.
Nach der vierten Klasse beginnt die große Selektion, die Lebenschancen werden vorprogrammiert, die ›Lernbehinderten‹ abgeschoben, jetzt soll keiner mehr mitgeschleppt werden! Die Sonderschule – im Volksmund das Brettergymnasium – wird mit der neuen Bezeichnung »Förderschule« als besondere pädagogische Errungenschaft für ›Verhaltensauffällige‹ verkauft, die objektiv gesellschaftliche Stigmatisierung gleichzeitig tabuisiert. Noch aber darf die überwiegende Mehrheit der Schüler auf Gesamtschulen und Gymnasien. Immerhin: In den Großstädten besuchen zu Anfang noch ca. 40 bis 50% der Schüler das Gymnasium, doch in dieser Schulform ist Schluss mit lustig, jetzt wird richtig gelernt: voller Stundenplan, schwerer Schulranzen, große Gebäude und zeitaufwendige Hausaufgaben von Anfang an. Die ›Spielwiesen‹ und Wochenpläne der Grundschule sind fast überall abgeschafft, jetzt schlägt ein anderer Takt. Die angeblich ineffektive »Kuschelpädagogik« wird ersetzt durch die angeblich effektive »Instruktionspädagogik« (Ehrlich gesagt, ich habe nie verstanden, was die vielen Gymnasiallehrer und besonders leistungsbetonten Eltern gegen „kuscheln“ haben, einer der elementarsten Bedürfnisse und zärtlichen Tätigkeiten des Menschen).
Hauptsache der Lehrer weiß, wo es langgeht und redet und redet und redet. »Alle sitzen, einer steht und spricht, das nennt man in Deutschland Unterricht!« – so könnte man die Situation zugespitzt zusammenfassen. Der Taktgeber steht vorn, alle anderen im Raum folgen im geistig verordneten Gänsemarsch. Erste Orientierungsschwächen von Kindern und Versuche, gegen den vorgegebenen Rhythmus zu schlagen, werden anfangs noch milde hingenommen, doch dann geht schnell die Geduld zur Neige. Schule als systematisch organisierte Dauerbeschallungsmaschine, Tag für Tag, Woche für Woche, 1200 Stunden das Jahr, hält keiner so leicht aus. Sollte das Kind nicht mitkommen, das Stoffpensum nicht bewältigen, so ist es eben nur bedingt geeignet und braucht bezahlte Nachhilfe oder muss doch in eine niedrigere Schulform wechseln. Über 50% der Gymnasiasten bekommen mehr oder minder regelmäßig bezahlte Nachhilfe – für private Anbieter ein lukratives Geschäft, ein umkämpfter Milliardenmarkt. Das Gymnasium ist davon überzeugt, dass man nur leistungshomogene Lerngruppen effektiv unterrichten kann. Der gleiche Stoff, die gleichen Rituale, das gleiche Lerntempo, zur selben Zeit für alle, so lautet die Spielregel. Alle gehen freiwillig oder gezwungen ins »Prokrustesbett «, das vorgegebene Standardmaß. Wer zu kurz ist, wird lang gezogen, wer zu lang ist, abgeschnitten. Wer gar nicht passt, hat eben Pech gehabt und muss gehen. Für die anderen gilt: Friss dich durch die Berge toten Wissens, sie enden nie, immer neue Stoffmengen kommen hinzu. Fang endlich an, du hast eh keine Chance. Neue Fächer, neue Lehrer, neue Berge. Frag nicht nach dem Sinn, andere haben festgestellt, dass es gut für dich ist. Die Leselust der Schüler fällt rapide, die meisten Pflichtlektüren leisten noch Vorschub, erhöhen die Passivitätsspirale nach unten. Mit den gleichen Pflichtlektüren wurden schon die Lehrer als Schüler selbst drangsaliert, damit die Banausen endlich lernen, was die traditionsreichen Lichtgestalten abendländischer Bildung sind. Die Hausaufgaben werden immer länger, jeder Lehrer hält sein Fach selbstverständlich für das wichtigste. Zur Überlebensstrategie der Schüler gehört: Schreib ab, wo es nur geht, lass dich aber nicht erwischen, Hauptsache, du erfüllst das geforderte Pensum. Die Mehrheit der Schüler hat Angst vor schlechten Noten, im schlimmsten Fall vor dem »Sitzenbleiben«. Sie verspüren am eigenen Leib den Leistungsdruck mit vielfältigen nervösen Störungen. Langsam, ganz langsam, aber todsicher breitet sich das schulische Krebsgeschwür aus: Demotivation, mangelndes Interesse an der Sache, gähnende Langeweile!
Der Lehrer will den Schüler aufs Leben zielgerichtet vorbereiten, ihn qualifizieren (deshalb der ganze Aufwand und Stress für alle Beteiligten), er will natürlich selbstredend nur das Beste, das Allerbeste. Nur genau das bekommt der Lehrer nicht! Das Beste wird mit den Freunden geteilt oder für sich behalten; in der Schule will der Schüler die Langeweile überstehen, die eigene Anstrengung wird dabei auf ein kalkuliertes Minimum herabgekühlt. Man ist erfinderisch, man wird zum Aufspüren immer neuer Nischen der Arbeitsentlastung geradezu gezwungen. Je nach Lehrer wechselt das Interesse, das Engagement, die Fassade, die Art des Mitspielens, das geistige Ausklinken bei einigermaßen regelmäßiger körperlicher Anwesenheit. Mindestens 40% der Stunden werden sinnlos abgesessen, auf die lange Dauer der Schulzeit wird man als Schüler wie ein Profiboxer »hart im Nehmen«. (Sollten Sie Zweifel an der angegebenen Prozentzahl haben, fragen Sie zuerst Ihre Kinder! Dann fragen Sie Lehrer in entspannter Atmosphäre, z.B. in der Kneipe, nach der Zahl der fehlgeschlagenen Unterrichtsstunden! Sollten Sie immer noch Zweifel haben, so besorgen Sie sich neueste wissenschaftliche Studien zur Unwirksamkeit des Unterrichts, z.B. im Fach Mathematik. Bedenken Sie zusätzlich, dass sich empirisch forschende Wissenschaftler ungern festlegen, alles immer hochkomplex sei, heterogen, unübersichtlich, nicht nach allen Seiten abgesichert und deshalb unbedingt weiter geforscht werden müsste. Auf die dann doch veröffentlichten Ergebnisse können Sie in aller Ruhe und Gelassenheit noch mal 10% draufschlagen!).
Was viele Lehrer als Überforderung der Kinder durch hochqualifizierten Unterricht deuten und entsprechend bei Versagen mit schlechten Noten quittieren, ist in Wahrheit strukturelle Unterforderung durch verordnete Passivität des Gehirns. Unser Gehirn ist dafür nicht geschaffen, die Schüler schalten auf Sparflamme. Die lineare Verkündungspädagogik schafft in besonderem Maße die geistige Unterforderung und affektive Unterkühlung und steht im offenen Widerspruch zur Evolutionsgeschichte des Menschen als hocheffizientes, aktives, spielendes, denkendes und emotionsgeladenes Wesen.
Dass angesichts dieser desaströsen Lage der ein oder andere Schüler und einige Eltern zu ›Lehrerhassern‹ werden, aggressiv ausrasten, dem Lehrer buchstäblich auf den Pelz rücken, ist menschlich und verständlich. Meist werden jedoch andere Schlussfolgerungen gezogen: Verdrängung der Notlage, ständig Anpassungsleistung, Verbiegung des wahren Selbst, Täuschungsmanöver, Tauschhandelsmentalität (gute Noten gegen Stillhalten), Aussitzen und Warten auf bessere Zeiten; kurz: Gummirückgrat und Fassadenlächeln. Wer das nicht schafft (oder aufgrund von gut ausgebildetem Eigensinn nicht will), greift zu anderen Mitteln: Alkohol als Droge der schnellen Problembewältigung ist besonders gefragt. Mindestens 500.000 Jugendliche konsumieren regelmäßig Alkohol, davon allein 20.000 sich selbst gefährdende »Koma-Säufer«. Tausende von Kindern beginnen bereits im Alter von 10 Jahren mit dem potenziell todbringenden Rauchen. Jeder dritte Schüler nimmt regelmäßig Schlaf-, Beruhigungs- oder Anregungstabletten: Selbstverletzungen und Selbstmordversuche sind an der Tagesordnung, mehr als 1000 Schüler bringen sich pro Jahr tatsächlich um. Der Deutsche Kinderschutzbund schätzt, dass etwa 25% der jungen Menschen psychisch bzw. psychosomatisch gestört seien. Die Liste selbstaggressiver und zerstörerischer Reaktionen von Kindern und Jugendlichen ließe sich weiter fortsetzen. Das sind eindeutige Hilferufe, SOS-Zeichen von vielen jungen, unerfahrenen Individuen an eine Gesellschaft, deren »herausragende Verantwortungsträger« wiederum von Hörstörungen und »grauem Star« gepeinigt zu sein scheinen.
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Ich kann besonders ihrer Kritik am dreigliedrigen Schulsystem nur zustimmen. Ich arbeite an einem (in Deutschland wohl recht seltenen) Schulzentrum, welches Mitteschule und Gymnasium vereint. Ich sehe also beide Seiten und habe schon diverse Internetdiskussionen zu diesem Thema erlebt. Es ist meist das Selbe: Eine breite Mehrheit (oft Eltern und ehemalige Schüler) sind der völligen Überzeugung, dass ein gemeinsames Unterrichten schlicht unmöglich sei. Hinweise, dass dies aber Normalzustand in fast allen anderen Staaten ist, werden ignoriert oder es wird auf die besonderen deutschen Verhältnisse (Welche eigentlich?) hingewiesen. Es ist erschreckend, wie viele Menschen diese Bildungsteilung unserer Gesellschaft verinnerlicht haben. Das sich hier fast immer soziale Herkunft (bzw. Immigration) widerspiegelt und eben nicht tatsächliche (unveränderliche) Fähigkeiten und Begabungen wird dabei schlicht übersehen oder man will es nicht wahrhaben (oder man nimmt es einfach billigend in Kauf …). Ganz Schlaue verweisen dann noch auf die Durchlässigkeit des Systems. Die ist natürlich theoretisch gegeben. Praktisch ändert sich aber dadurch die Benachteiligung bestimmter sozialer Schichten nicht.
Ich denke, dass auch ihre Kritik an der unsäglichen Paukerei mit diesem Punkt in Zusammenhang zu bringen ist. Tatsächlich kann man das Gymnasium heute kaum noch als Ort „vertiefender Allgemeinbildung“ verstehen. Was genau Bildung eigentlich sein soll, ist eh nicht klar. Und wo es kein Konzept gibt, wird eben statt Klasse einfach Masse geboten. In jedem Fach wuchert und schießt es ins Kraut. Als besonders gymnasial gilt, wenn Schüler riesige Hausaufgaben, Hausarbeiten etc. erledigen müssen und wenn der Schulstoff nur durch intensives Üben und Lernen zu Hause zu bewältigen ist. (Ich bin nicht gegen Lernen …) Wer das nicht kann, muss halt nach „unten“ ausweichen. Dass Unterrichtstoff im Wesentlichen in der Schule verstanden werden sollte - längst Makulatur. Dieser Bildungsmast kann sich das Gymnasium nur hingeben, weil es eben die „höhere Bildungsstätte“ ist, niemand wird gezwungen, sich dieser Herausforderung stellen. Und so werden die Lehrpläne voller und die Lehrbücher dicker. Wer heute zufällig in einen Leistungskurs Biologie gerät, mag sich fragen, ober er nicht doch in einem Proseminar gelandet ist.. Und was bringt das Alles? Erschreckend wenig. Denn all diese Masse, diese voruniversitäre Ausbildung (manche Hausarbeit ist da schon länger als Seminararbeiten vor 15 Jahren) schlägt sich offenbar nicht in Qualität um. Warum nur? Vielleicht deswegen, weil Lernen in Deutschland eben auswendig lernen meint. Wenn sich Geschichtsklausuren über 5- 6 Seiten hinziehen, wer fragt da noch nach Verständnis? Wen interessiert die Meinung des Schülers und ob er dieses Wissen jetzt auch noch anwenden kann? Alles nur Softskills - angeblich. |
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Danke für ihre ergänzende Einschätzung der Lage. Wie sieht denn "ihr" Reformkurs am Schulzentrum X aus? Ja, die Verwechslung von "fragen" und "abfragen" ist in der Schule besonders groß.
Kleine Korrektur: Ich sprach nicht von "Dreigliedrigkeit", sondern :"Die neue „Bildungskatastrophe“ wäre ein zu diskutierender Befund, die zementierte Viergliedrigkeit des deutschen Schulsystems eine besondere Erscheinungsform." Die Sonderschulen (jetzt geedelt in Föderschulen umbenannt) sollten nicht in der Auslese vergessen werden. Die Bildungskrise sitzt allerdings tiefer als nur in der Organisationsform und der Viergliedrigkeit. |
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Wir leben in einer Gesellschaft in der die staatliche Erziehung sich an einer Logik ausrichtet, die nicht unser wahres inneres Potential zu Tage fördert. Eine Ausbildung die sich an der Logik von Konkurrenz- und Profitdenken ausrichtet war die Grundlage einer, wie sich nun immer deutlich auf allen Sektoren zeigt, selbstzerstörerischen Gesellschaftsordnung. Es ist an unserer Generation eine Erziehung hervorzubringen, die die Menschen frei setzen wird ihr wahres inneres Selbst zu entfalten und ihre wahre Natur zu erkennen. Nur so lernen Menschen sich nicht getrennt von anderen Wesen zu erfahren.
Das momentane Erziehungsangebot ist auf breiter Ebene ungeeignet. Es ist dafür geeignet Menschen ausgerichtet auf einen kapitalistischen Arbeitsmarkt hervorzubringen. Aber Menschen, genauso wie Banken, spielen so ein kurzsichtiges Spiel nicht mit, ohne früher oder später unter Stress zu geraten. Eine Gesellschaft die sich an der Logik der Kommerzialisierung ausrichtet bringt Menschen hervor, denen kein wahrer Lebenssinn vermittelt wird. Und ohne diesen bleibt den meisten nichts als die Flucht in Drogen aller Art. Sie versuchen verzweifelt sich als real zu erleben und finden oft keinen anderen Weg. Natürlich führt dieser Scheinausweg der Drogensucht zu vermehrter Gewaltbereitschaft. Als Ergebnis haben wir also immer mehr Kinder, die sich nicht mehr im Bezug zur Gesellschaft erfahren und wir alle zahlen dafür einen hohen Preis. Als Basis für eine grundlegende Neuausrichtung unseres Erziehungssystems seien hier Kreativität, Spontanität, Selbst-Ausdruck und die Entwicklung intuitiver Fähigkeiten genannt. Die Freude der Kreativität ist das Heilmittel gegen alle möglichen Arten von Neurosen und Aggressionen. Es ist jetzt an uns neue Lehr- und Lernmethoden zu fördern und bewertende und an alten Werten wie Konkurrenz ausgerichteter Methoden nicht länger zu akzeptieren. Anstatt die Kinder mit noch mehr Verboten zu umzingeln, sollten wir beginnen sie zu befreien. |
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Puuuh, da machst du aber das ganz große Fass auf - vom "kapitalistischen Arbeitsmarkt", der "Logik der Kommerzialisierung", bis hin zu "anstatt die Kinder mit noch mehr Verboten zu umzingeln, sollten wir beginnen sie zu befreien." Dazu noch die Forderung: "Es ist an unserer Generation eine Erziehung hervorzubringen, die die Menschen frei setzen wird ihr wahres inneres Selbst zu entfalten und ihre wahre Natur zu erkennen. Nur so lernen Menschen sich nicht getrennt von anderen Wesen zu erfahren." Eine Erziehung wird es nicht losgelöst von gesellschaftlichen Entwicklungen und Machtverhältnissen geben. Was schlägst du konkret vor? Wo siehst du Spielräume? Bei dir schwingt mir viel "Stellvertreterpolitik" der Befreiung mit oder sehe ich das nicht angemessen?
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Frage an die Redaktion: Warum gibt es uter "Themenblogs" in der "Kategorie Politik" kein sichtbares Feld "Wahlkampfarena", obwohl ich das im Hintergrund anklicken kann?
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Liebe Redaktion, liebe Techniker? Wir da noch etwas umgestellt?
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Na, lest ihr meinen technischen Hinweis? Keine Reaktion vom Freitag?Wird da noch etwas umgestellt. Wäre sinnvoll.
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Antworten:
Unsere Schule ist eine Montessori Schule. Allerdings bildet dieser Ansatz im Sekundarbereich eher Richtlinie denn Dogma, als anerkannte freie Schule sind wir ja an Lehrpläne etc. gebunden. Stimm natürlich, eigentlich Viergliedrigkeit. Das Schlimme mit der Förderschule ist ja, dass da auch Schüler sind, die einfach dahin abgeschoben werden, eben weil es an den normalen Schulen keinen Raum und keine Kompetenz für stark verhaltensauffällige Schüler gibt. Vielleicht äußert sich darin am stärksten die Misere unseres Schulsystems, dass Schüler die intellektuell durchaus eine Regelschule besuchen könnten, einfach so lange nach "unten" durchgereicht werden, bis sie eben an der Förderschule landen. Und das dies kein Skandal ist, sondern „normal“. Und Letztens. Klar, die Struktur ist nicht alles. (Auch die Schule ist nicht alles, es geht auch um unsere Kultur, um die Verantwortung von Eltern.) Aber das komplette Konzept, dass dann alle Probleme löst, wird es nicht geben. Dann lieber überhaupt anfangen. Und da scheint mir doch die Veränderung der Struktur ein elementarer Schritt, der dann notwendige weitere Veränderungen nach sich ziehen würde. Soweit! micha |
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Lieber Micha74,
ein paar korrespondierende Anmerkungen: 1. Montessori-Pädagogik - ja, da könnte der Durchschnitt deutscher Schulen viel lernen. Der alte Montessori-Grundsatz - "Hilf mir, damit ich es selbst tun kann" - wäre ein wirklicher Fortschritt im deutschen Schulsystem. 2. 15% Montessori-Schulen und das "System" traditioneller Schulen wäre mächtig unter Druck. 3. Naja, Lehrpläne haben nur eine sehr begrenzte Wirksamkeit ( wird von Politikern und Journalisten völlig überschätzt) und außerdem interpretierbar. Da habe ich keine Bedenken, dass ihr das angemessen löst. 4. Zur großen Strukturveränderung fehlen auf absehbare Zeit die politischen Gewichte. Richtige Forderungen gibt es genügend, nur es fehlt an der Macht. 5. DAs Abschieben in die Sonderschule halte ich tatsächlich für einen Skandal, da klingt der gern zitierte Spruch "fördern und fordern" garadezu zynisch. 6. Herzstück einer neuen Pädagogik sollte u.a. der Montessori-Grundsatz sein - wußten aber schlaue Pädagogen schon vor 2500 Jahren, und dann wieder neu kreiert ab Comenius und seiner Großen Didaktik. Anders formuliert: Ablösung der ineffizienten und oft auch für Schüler demütigenden Instruktionspädagogik. 7. Die Lehrerfortbildung ist in den meisten Bundesländern am Boden, d.h. vor allem besitzt sie kaum Unterrichtsrelevanz. Wie sieht das bei euch an der Schule aus - Quantität und Qualität? |
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Schnelles Antworten hier, da will ich mal nicht nachstehen.
Lehrpläne sind natürlich interpretierbar (Das gilt für alle Schulen.), allerdings haben wir in Sachsen Zentralprüfungen, also müssen im Wesentlichen die Themen „abarbeiten“. Daneben sind wir auch an die Vorgaben der Stundentafel gebunden, also z.B.: 5 Stunden Englisch in der 5. Klasse bzw. an die Fächer ganz allgemein. Finde ich alles auch nicht so schlecht, weil wir da auch ganz gut vergleichbar sind. Wichtiger ist das WIE. Viele Eltern fragen ja immer noch ganz besorgt nach, ob wir auch „richtigen Unterricht“ machen. Der größte Vorteil ist aber, dass wir so den Status einer anerkannten Ersatzschule haben, also entsprechend refinanziert werden(Wogegen sich irrigerweise manchmal Gewerkschaften bzw. Lehrerverbände wenden. Als ob wir denen Geld wegnehmen würden…) und so jeden Schüler, unabhängig von seinen finanziellen Möglichkeiten, aufnehmen können. Fortbildung läuft bei uns zweigleisig – staatlich und Montessori. Unsere Schule ist allerdings recht jung, ein ganz festes Reglement bzw. verbindliche Forderungen haben sich da noch nicht herausgebildet. Das Problem ist natürlich: Viel Fortbildung ist nicht gleich gute Fortbildung. Die Frage wäre, ob es auch für Lehrer eine Art Fortbildungscurriculum (z.B. für die entsprechenden Fächer, Pädagogik allgemein, Psychologie …) geben könnte, sollte oder ob das unrealistisch ist. Wichtig wären dann auch Qualitätsstandards der Fortbildung, denn was da manchmal Kollegen zum Besten geben, treibt einem die Schamröte ins Gesicht … |
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Die Lehrerverbände lernen da noch dazu - Privatschule ist eben nicht gleich Privatschule...
Fortbildung und Ausbildung: Brauchen wir nicht besser "Bildungsstandards für Lehrer?" Freundliche Grüße vom Bildungswirt |
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Lieber Bildungswirt;
Sie haben Recht - es WIRD ein Wahlkampfthema sein, gerade weil sich da im Moment scheinbar noch am meisten wuppen lässt. Krise, Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, da lassen sich schlecht Punkte machen, oder nur mit Anstrengung. Aber Schule, da darf jeder mal ran und sich austoben... wie in Hamburg in den vergangenen acht Jahren zu sehen war. Die versammelte Inkompetenz wurde da regelmässig zum Schulsenator ernannt, die Kinder und Eltern durften dann die Folgen ausbaden. Aber das längere gemeinsame Lernen wird es hier ab 2010 geben, wie ich in meinem Blog ja geschrieben habe. Überhaupt hat die gelernte Physilehrerin und jetzige Schulsenatorin Christa Goetsch gute Ideen und Ansätze, nur das Tempo, mit dem sie alles durchpauken will, ist völlig unaktzeptabel. Dahinter steckt die Angst, schon bald wieder weg zu sein vom Fenster... Der Unterricht in Gymnasien ist teilweise wirklich hanebüchen, oft altmodischer als "zu meiner Zeit" (70er-80er). Frontalunterricht wie in der "Feuerzangenbowle", und der Lehrplan, z.B. in Deutsch, so, als hätte es seit Grass, ok, wenns hochkommt Jelinek, keine Schriftsteller gegeben... Und praktische Vorbereitung aufs Leben? Null. Herzlich Anna |
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Liebe Anna,
ich sag einfach mal im Blog Du (wenn gewünscht, stellt selbstverständlich auf Sie um). Das Problem bei Schule und Bildung ist mehrschichtig: a) Glaubt jeder, dass er aus dem Stand einfach mal mitschwätzen kann, da er ja selbst in der Schule war, sozusagen "seine" Erfahrungen gemacht hat. Nur taugen diese Erfahrungen eben nur für einen sehr beschränkten Blick der komplexen Angelegenheit. b) Viele Zeitgenossen werden geblendet durch eine elegante Form des pädagogischen Neusprech -Bildungspolitiker haben hier in den letzten Jahren enorm dazugelernt. Die keywords bekommen sie vor allem von einer eher biederen empirischen "Wissenschaft"geliefert, die messen, vermessen undsehr viele Daten erheben will.Ich wiederhole hier zur Demonstration nochmal: "Bei der Fülle von pädagogischem Geblubber und betriebswirtschaftlich geschwängertem Neusprech in Form von Input-Output-Ressourcen-Optimierungsprozessen in Test-Standardisierungs-Evaluationsprozeduren eines „Förderns und Forderns“der gepeinigten Schülerobjekte mit Marketing angehefteten Subjektstatus erscheint es ratsam, etwas genauer hinzusehen". Dazu kompetenzelt es an jeder Ecke. Selbst der größte Unsinn wird noch nebenbei zur "Kompetenz" erklärt. c) Du schreibst: "Die versammelte Inkompetenz wurde da regelmässig zum Schulsenator ernannt" - kann ich von Frankfurt aus nur sehr eingeschränkt beurteilen - sicher möglich. Was wäre dein Beleg der These? Jedenfalls wird das Reizthema einer "strukturellen Reform" angegangen, ohne das wichtigere Thema der ineffizienten Instruktionspädagogik zu lösen. d) "Feuerzangenbowle"? Das wird heute technokratisch geschickter gemacht, dafür gibt es weniger zu lachen. e) Verordnete Leseliste ist in allen Bundesländern von vorgestern. Ich hatte dies in meinem Blog (www.bildungswirt.de) schon ausführlich analysiert. Der Hauptgrund liegt zurzeit im naiven Glauben, dass man sonst kein Zentralabitur organisieren könne. f) Vorbereitung aufs Leben? Was meinst du? Was schwebt dir vor? Soviel für heute Gruß Bildungswirt |
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Vorbereitung aufs Leben. Hm. Das findet erst mal jeder gut. Klar. Aber was genau soll da geboten werden? Was wird erwartet? Behördengänge? Soziale Kompetenz? Betriebspraktika? Wie ich einen Hart IV Antrag ausfülle? Wie ich mich bewerbe? Was es heißt Eltern zu sein? Fakt ist, vieles davon ist Inhalt der Schule. Womit ich aber nicht bestreiten möchte, dass Schule zu wenig auf das Leben vorbereitet. Das Problem ist allerdings, zu klären, was der Einzelne sich darunter vorstellt. In Elternabenden habe ich als Klassenlehrer da höchst unterschiedliche Erwartungshaltungen erfahren. Das geht von Disziplin und gute Noten in den „Hauptfächern“ (Damit sind meist Mathe, Deutsch und Naturwissenschaften gemeint.) bis zum gezielten Kompetenztraining und darüber hinaus . Und natürlich stellt sich immer wieder die Frage der Lehrplaninhalte. Wenn ich mit meinen Realschülern in der 7. Klasse die Revolution von 1848/49 durchspreche – nun ja … Zweifel kommen da schon. Andererseits sehe ich gerade in diesen „Nebenfächern“ wie Geschichte und Geographie eine so wichtige Aufgabe der Schule, nämlich Kindern, die zu Hause nie mit derlei Wissen konfrontiert werden würden, den Zugang dazu zu ermöglichen. Ob dies aber über den Tag hinaus etwas bringt, gar fürs Leben? Schwierige Frage.
Zu den Bildungsstandards. Naja Abitur und Studium halt!? Kann mir aber schon denken, dass die Frage anders gemeint war. Aber ich glaube tatsächlich, dass die heutige Lehrergeneration eine höherwertigere Ausbildung (zieht sich immerhin 7 Jahre) hat, als dies mancher wahrhaben möchte. Wichtiger wären eher soziale Kompetenzen. Kann ich überhaupt mit Jugendlichen umgehen? Wie verhalte ich mich in Stresssituationen? Bin ich dem Arbeitsaufwand einer modernen Schule gewachsen und dazu auch bereit? Grüße! |
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Vorbereitung aufs Leben? Oft wird dabei nur oberflächlich in die Trickkiste gegriffen. Meint das jemand noch tief im Sinne Tolstois? Oder will hier noch jemand an die 4 Kantschen Fragen anknüpfen? Es gilt fast immer die Dialektik von: Schule als Schonraum (und Ruhe, Abgeschiedenheit von der täglichen Betreibsamkeit und Hektik) und der Forderung: Lasst das volle, pralle Leben rein. Die Kunst ist es, hier einen intelligenten Weg zu finden.
Als Arbeitsdefinition für Bildung schlage ich vor: Bildung ist eine weltoffene, wertsensible Haltung mit geschärftem Krisenbewusstsein. Das wäre sicher näher zu auszuleuchten. Bildungsstandards? Da müßten wir tiefer einsteigen. Für heute genug, totmüde. Gruß Bildungswirt |
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Da viele Lehrer nichts anderes als Schule kennen, haben sie natürlich ein Problem, wenn sie Schüler auf das "echte Leben" vorbereiten sollen.
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Von all den Vorurteilen gegenüber Lehrern mag ich dieses besonders. Kommt gleich nach “viel Freizeit“ (Das mag meine Frau besonders) und (zu) viel Gehalt (Ich würde gern die Hälfte davon verdienen, was ich angeblich verdiene.). Es bedarf auch keiner Begründung, da es sich um Allgemeinwissen der deutschen Meckergesellschaft handelt. „Nichts anderes als Schule.“ Herrlich! Nur was soll diese Phrase eigentlich bedeuten? Glauben Sie ernsthaft, dass der Alltag eines Lehrers dem eines Schülers entspricht? Denken Sie, dass Lehrer nicht mit genau den Problemen zu tun haben, wie alle anderen Arbeitgeber auch? Entschuldigung, aber das ist einfach nur billige Rhetorik ohne Inhalt.
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Dieses Vorurteil entspricht meinen eigenen Erfahrungen als Schüler. Je älter ich wurde, desto mehr fiel mir auf, das viele meiner Lehrer ein Problem mit Struktur haben. Bei nicht wenigen habe ich gedacht: "Die konnten auch nur Lehrer werden." Das hieß aber spätestens ab der Oberstufe nicht, das es schlechte Lehrer gewesen wären.
Seit ich aus der Schule heraus bin habe ich viele Lehramtsstudenten getroffen, die ihre Entscheidung Lehrer zu werden (denn darauf läuft so ein Studium ja hinaus) damit begründet haben, das ihnen gerade auch nichts besseres einfiele. Oder das sie Geschichte schon immer toll fanden, aber nur die nach '45. Natürlich habe ich auch Menschen kennengelernt, die genau das Gegenteil von all dem waren. Um eins klar zu machen: Ich möchte kein Lehrer sein. Der Job wäre mir zu stressig, Eltern und Kinder undankbar und alle würden denken ich wäre faul... ;-) |
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Lieber Merdeister,
da ist was dran, was du sagt - "haben sie natürlich ein Problem, wenn sie Schüler auf das "echte Leben" vorbereiten sollen." Allerdings handelt es sich hier nur um ein berechtigtes Moment der Kritik, nicht mehr nicht weniger. Ich stelle die ein paar Fragen: 1. Glaubst du ernsthaft, dass jeder zur Schule einfach mal drauflos reden bzw. sich in seinen Vorurteilen suhlen darf, nur weil er selbst die der Pflichtschule war und notgedrungen seine subjektiven Erfahrungen machte? Ich habe in meiner Freitag-Blogserie "Schule & Kneipe" viele solcher Stimmen eingefangen. Weitere werden folgen.Schau mal rein. 2. Selbstverständlich gibt es grottenschlechte Lehrer. Nur gilt das nicht auch für Ärzte, Rechtsanwälte, Bänker, Handwerker etc.? Die Schule lebt jedenfalls von einem beachtlichen Teil guter und sehr guter Lehrer, die engagiert den Karren ziehen. 3. Jetzt wird's schwierig: Was ist das "echte" Leben? 4.Du schreibst:"Ich möchte kein Lehrer sein. Der Job wäre mir zu stressig, Eltern und Kinder undankbar..." Kann ich verstehen, 80% der erwachsenen Bevölkerung möchte kein Lehrer sein/werden. Wie erklärst du dir diesen Widerspruch, wenn es doch eher ein gut bezahlter Job mit viel Freizeit und Ferien ist? Freundliche Grüße vom Bildungswirt |
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Liber Micha74,
deine Metapher - "Allgemeinwissen der deutschen Meckergesellschaft" finde ich gut, kann auch auf viele andere GEbiete ausgedehnt werden? Zwei fragen an dich: 1. Wie hoch schätzt du den Anteil guter und engagierter KollegInnen an deiner Schule? Kennst du noch eine Vergleichsschule? 2. Sagt dir die Langzeit-Lehrerstudie von Prof. Rauin, Uni Frankfurt etwas? Freundliche Grüße vom Bildungswirt |
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Lieber Bildungswirt,
1. Nein das glaube ich nicht, die Versuchung ist jedoch groß. Ich hatte mich nur aufgefordert gefühlt, etwas dazu zu sagen. So lerne ich noch etwas, ohne in die Schule zu müssen. Vielleicht passend dazu: Viele Menschen informieren sich im Internet über ihre Symptome bevor sie zum Arzt gehen und wollen genau die Therapie ohne in Erwägung zu ziehen, das Entscheidungen etwas Komplexer sind als bei "Netdoctor". 2. Ja und Ja. 3. Mein Leben ist echt :-) Für Schüler ist die Schule das echte Leben. Die Ideale Schule wäre für mich ein geschützter Raum in dem man auf das echte Leben nach der Schule vorbereitet wird. Ich weiß, das klingt abstrakt und ich kann den Satz auch nicht mit Inhalt füllen aber wir haben ja schon herausgefunden, das ich Amateur auf diesem Gebiet bin. 4. Der Rest hat eben auch keine Ahnung. |
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Lieber Merdeister,
dann hätten wir das ja weitgehend geklärt.War doch erstaunlich, was so zwei Zeilen von dir als Ko-Text auslösten.Deine WErtung "keine Ahnung" ist vielleicht zu hart, sagen wir lieber: eingeschränkt wissend, aber mit einem großen menschlichen Bedürfnis nach Kommunikation, das auch mal nur sozailes Geräusch sein kann. Und mit dem "echten Leben", da knapsen wir alle dran, nicht nur in der Schule. Freundliche Grüße vom Bildungswirt |
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"War doch erstaunlich, was so zwei Zeilen von dir als Ko-Text auslösten."
Das war früher in der Schule auch immer so :-p |
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Tja, wenn das früher schon in der Schule so war, dann weiter so. Ganz auf den Spuren Ernst Blochs: "Ich rege mich. Von früh auf sucht man. Ist ganz und gar begehrlich, schreit. Hat nicht, was man will."
Grüße vomBildungswirt |
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@micha 74
@Bildungswirt: "Vorbereitung aufs Leben" klingt wirklich nach Schlagwort. Ich war in Eile und es fiel mir gerade noch ein. Hier also eine Ausführung: In der Grundschule ist alles noch weitgehend prima, neben kognitivem Lernen wird auch dem Lernen durch Erfahrung Platz eingeräumt. Taktiles Lernen, Ausprobieren, sich selbst etwas erarbeiten, häufig im Team. Der Wochenplan, der an selbstorganisiertes Lernen heranführt. Dann im Gymnasium: Theorie, reine Wissensvermittlung meistens. Vorne steht einer und redet. Eine Stunde später wird das abgefragt. Kein Versuch des Lehrplans, die Schüler ihrem Alter entsprechend abzuholen. Siebtklässler, mitten in der Pubertät, mit Goethes Naturlyrik zu langweilen, finde ich schlimm. Warum das nicht in die Oberstufe verlegen, wo es eher ankommt? Acht- bis Zehntklässler von acht bis vier Uhr mit reiner Wissensvermittlung zu quälen... Wer von uns hätte sich acht Stunden Seminare an der Uni aufgebürdet? Niemand kann dann mehr zuhören. Wo bleiben der Ausgleich fürs Sitzen und Zuhören, z.B. Bewegungsstunden? Zwei Wochen Sport gibt es in HH pro Woche, in 9. und 10. Klasse. Vorbereitung aufs Leben sieht hier in den Förderschulen (so heissen in HH Sonderschulen) tatsächlich so aus, dass Pädagogen zusammen mit den Kindern in der achten Klasse Sozialamtsanträge ausfüllen: Denn kein Absolvent einer Förderschule findet in HH eine Lehrstelle. Was ich mir für Gymnasien wünsche, findet an den Gesamtschulen meist schon statt: Im Matheunterricht wird in Selbstverantwortung das Modell eines Hauses gebaut. Konzipiert, Massstab ausgerechnet usw. Gesamtschüler lernen auch Kochen. Das wünschte ich mir als AG fürs Gymnasium! Es hat mich schon als Gymnasiastin geärgert, dass meine Schwester in der Realschule das lernte, wir aber nicht. Warum? Weiter meine ich: Eine sinnvolle Vorbereitung für die Zeit NACH dem Abi. Gute, nicht nur die völlig veraltete und unmotivierte Berufsberatung durchs Arbeitsamt: Was gibt es für Möglichkeiten, was könnt Ihr machen? Last but not least der Blick nach Amerika. Das Bildungssystem ist wirklich nicht nachahmenswert, die Lehrpläne sind aber häufig gar nicht so schlecht: An den Highschools gibt es Kurse in "Parentshood" (wie ist das Leben mit Baby und Kind), es gibt "Creative Writing", überhaupt wird viel Wert auf Selbstausdruck. Und das Arbeiten im Team wird gefördert, natürlich auch durch die übermässige Spezialisierung auf Sport. Dass ich später mit mir selbst klarkomme - und dadurch auch mit anderen - ist doch später das Wichtigste und wird über Erfolg/ Misserfolg, wie immer ich ihn definiere, entscheiden. Herzlich, Anna |
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Liebe Anna,
a)ich lese deine aufgeführten Beispiele als sinnvolle Ergänzung/Fortführung des Tenors meines Artikels - einverstanden? b)"Vorbereitung aufs Leben" - kann nicht blindes Einpassen in die Megamaschine heißen, einfach funktionieren, mitlaufen im "goldenen Hamsterrad", wenn möglich noch das Gehirn beim Pförtner während der Arbeit abgeben. Hier käme die Frage des selbstverantwortlichen Subjekts in Spiel, die Frage nach einer zeitgemäßen Bildung. Vgl. dazu auch meinen Artikel: Bildungspolitik - Jazz im Blut. c) Die Gesamtschule siehst du mir hier etwas durch die rosa Brille. Das Gymnasium (bei hohem pädagogischen Reformbedarf) ist für mich die beste Volksschule der Zukunft. 75% Abiturientenquote bis 2020 lautet die politische Forderung. Freundliche Grüße vom Bildungswirt |
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"b)"Vorbereitung aufs Leben" - kann nicht blindes Einpassen in die Megamaschine heißen, einfach funktionieren, mitlaufen im "goldenen Hamsterrad", wenn möglich noch das Gehirn beim Pförtner während der Arbeit abgeben. Hier käme die Frage des selbstverantwortlichen Subjekts in Spiel, die Frage nach einer zeitgemäßen Bildung. Vgl. dazu auch meinen Artikel: Bildungspolitik - Jazz im Blut."
Hierzu hat sich Georg Schramm auch schon geäußert: www.youtube.com/watch?v=lRlRCkfFYbw |
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Lieber Merdeister,
wunderbarer Hinweis auf Georg Schramm, der Mann ist als Komiker kaum zu toppen. Werde das Video auch in meinen Hauptblog www.bildungswirt.de einbauen. Noch ein Hinweis von mir auf ein altes Video von Schramm www.youtube.com/watch?v=UYjWglHukKQ&feature=related Vielleicht kennst du es ja schon, trotz einsame Spitze! |
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für mich stellt sich dennoch die frage, was die alternative zum gänsemarsch ist? oder besser, wieviel gänsemarsch ist dennoch notwendig?
auch ein länger eingliedriges schulsystem bietet beispielsweise an sich keine antworten auf die frage des "wie" des lernens. hier wird jetzt der montessori-ansatz angepriesen, aber es fehlen doch noch an allen ecken und enden die rahmenbedingungen, um eine solche didaktik umzusetzen. an erster stelle sind da die lehrer zu nennen, die dazu doch gar nicht in der lage sind, weil sie im refrendariat überhaupt nicht diesbezüglich ausgebildet werden. an den studienseminaren ist nämlich ebenso gänsemarsch angesagt und es wird theorie in die köpfe geballert. unterrichtsbesuche verkommen zu zirkusshows die nichts bis wenig mit der realität in deutschen schulzimmern zu tun haben und die modularisierung der ausbildung tut ihr übriges dazu eine nachhaltige lehrerausbildung zu torpedieren. steckt das problem vielleicht nicht schon allein darin, dass individuell verschieden lernende gemeinsam unterrichtet werden? nein, werden alle befürworter sogenannten binnendifferenzierten unterrichts sofort entgegenhalten, aber praktisch sucht man ihn dann doch vergeblich. es ist allerdings auch unzumutbar von lehrern zu erwarten, dass sie - auf die spitze getrieben - für jeden einzelnen lernenden ein individuelles lernkonzept (z.b. individuelle arbeitsmaterialien jede unterrichtsstunde) vorbereiten. |
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"aber es fehlen doch noch an allen ecken und enden die rahmenbedingungen"
Richtig. Ich stelle einmal in den Raum, das wir es hier auch mit den Folgen der neoliberalen Verwertungslogik zu tun haben. So wie Gesundheit zur Ware gemacht wird (www.freitag.de/community/blogs/merdeister/bitte-sterben-sie-schneller-sie-halten-den-betrieb-auf), wird auch Bildung zur Ware gemacht. Damit rückt die Produktivität in den Mittelpunkt und die lässt sich in beiden Fällen vor allem durch weniger Personal erhöhen. Als Maß nimmt man dann einfach die Anzahl der Schüler, die Abitur machen. In Deutschland ist nicht wichtig, was man kann, sondern ob das auch irgendwo steht. Es braucht also mehr Lehrer, mehr Geld für Schulen und...? Wenn Bildung die wichtigst Ressource für Deutschland ist, sind wir ganz schlechte Kumpel. |
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schrieb am
09.05.2009 um 11:52
"bildung wird zur ware gemacht"
geld wird immer dort verdient, wo es die möglichkeit dazu gibt! das staatliche schulwesen geht am stock, probleme hinten und vorne, oben und unten, gänsemarsch ins unglück!!! privatschulen schießen aus dem boden, der nachhilfemarkt boomt, auch aus dem abitur lässt sich ordentlich kohle machen (alte aufgaben, vorbereitungskurse, etc.). nun gilt es ja nicht die privatschulen zu verteufeln, wer kann es den besorgten eltern verübeln, wenn sie richtig geld in die hand nehmen, damit aus ihrem kind/ ihren kindern mal was wird. schliesslich scheint es ja auch nur an der (eigenen) privatschule möglich zu sein neue wege zu gehen, die bürokratiemühle zu umgehen, entscheidungen taten folgen zu lassen! die entscheidende frage ist aber ohnehin nicht, ob privatschulen in den himmel zu loben oder zu verteufeln sind, sondern welches zeugnis der steigende zuspruch für privatschulen dem öffentlichen schulwesen ausstellt!? in deutschland rühmt(e) man sich (in der politik) nur allzu gerne damit: "bildung für alle - umsonst!". doch die dahinter verborgene kostenfreiheit und die gleichen chancen für alle, scheinen sich zu verflüchtigen... das abitur auf dem papier zertifiziert (in deutschland ist papier immer sehr wichtig), aber im kopf die große leere! alles umsonst!!!??? wer hat nicht schon selbst den alten ratschlag gehört: was nichts kostet, ist auch nichts!!! zeit für unsere bildungspolitiker diesen satz zu entkräften... |
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Lieber Suppensalz oder das Salz in der Suppe?
Jedenfalls triffst du die wesentlichen Punkte. ..."aber es fehlen doch noch an allen ecken und enden die rahmenbedingungen, um eine solche didaktik umzusetzen. an erster stelle sind da die lehrer zu nennen, die dazu doch gar nicht in der lage sind, weil sie im refrendariat überhaupt nicht diesbezüglich ausgebildet werden. an den studienseminaren ist nämlich ebenso gänsemarsch angesagt und es wird theorie in die köpfe geballert. unterrichtsbesuche verkommen zu zirkusshows die nichts bis wenig mit der realität in deutschen schulzimmern zu tun haben und die modularisierung der ausbildung tut ihr übriges dazu eine nachhaltige lehrerausbildung zu torpedieren." Zur Verwertungslogik und Geringschätzung von Bildung (entgegen der öffentlichen Rhetorik) hat Merdeister schon Stellung genommen.Stimme ich zu. Bei dir scheinen mir noch frische Referendariatsspuren durchzublicken? Ja, leider ist die Lehrerausbildung weitgehend von vorgestern, teils durch die übertriebene Modualisierung eine Verschlimmbesserung. Die Lehrerfortbildung liegt in der Fläche weitgehend am Boden, von einem gut überlegten Theorie-Praxis-Verhältnis kann nicht ernsthaft gesprochen werden. Kannst du mal ein Beispiel nennen für "Theorie in die Köpfe geballert"? |
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schrieb am
11.05.2009 um 00:46
theorie in köpfe ballern beispielhaft ausgeführt:
gegenstand einer modulsitzung sind hilbert meyers "zehn merkmale guten unterrichts": 1. klare strukturierung des lehr-lernprozesses 2. intensive nutzung der lernzeit 3. stimmigkeit der ziel-, inhalts- und methodenentscheidungen 4. methodenvielfalt 5. intelligentes üben 6. individuelles fördern 7. lernförderliches unterrichtsklima 8. sinnstiftende unterrichtsgespräche 9. regelmäßige nutzung von schüler-feedback 10. klare leistungserwartungen und - kontrollen es werden gruppen zu jedem der merkmale gebildet, deren aufgabe es anschliessend ist, das merkmal im plenum zu präsentieren. reine inhaltliche wiedergabe (in anderen worten, nett aufbereitet für die gruppe, bunte kärtchen, etc.)!!! das ist für mich theorie in köpfe ballern!!! wertvolle seminarzeit verschwendet... den artikel hätte auch jeder zuhause lesen können. keine kritische auseinandersetzung damit, ob die merkmalliste vollständig oder gut ist, kein erarbeiten einer eigenen liste, gänsemarsch auch in der lehrerausbildung!!! traurig, aber wahr... |
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Hy Suppensalz,
du forderst mich richtig. Meine Antwort auf deine "Hilbert-Meyer-Story" (also doch noch im Referendariat?) pack ich in einen neuen Kommentar von mir, da dies von allgemeinem Belang ist, unsere Zusatzkommunikation sprengt. Ich füge auch ein paar Links bei. Freundliche Grüße vom Bildungswirt |
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Hm - habe jetzt schon 2 mal meinen Kommentar ins Nertz gejagt, kommt nich an.
Sorry wenn es dann 2 mal da ist . micha |
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Paar Antworten:
Ich schätze den Anteil motivierter und kompetenter Kollegen an meiner Schule sehr hoch ein. Zu uns kommt man halt auch freiwillig und wird nicht per Amt „verschickt“. Vergleiche fehlen mir etwas. Ich habe aber in Praktika und im Referendariat auch anderen Schulen kennengelernt. Meist war es so: Es gab einige sehr engagierte Lehrer und eine breite Masse, die „ordentliche Arbeit“ (nicht mehr aber auch nicht weniger) gemacht haben. Dann war da noch der Rest von Kollegen, die aus ihrer Ablehnung gegenüber den „dummen“ Schülern etc. kein Hehl machten – Verfechter der Schwellen (Hammer-)pädagogik. Letzte Gruppe fehlt bei uns völlig, die engagierten Lehrer sind klar in der Mehrheit. Wir sind auch ein sehr junges Kollegium (30-Ende 40) Aber das wird sich natürlich ändern. Das Alter spielt für diese Fragen auch nicht wirklich eine Rolle. Die Studie ist mir nicht bekannt. Ansonsten noch das: Der Hinweis, ein eingliedriges System würde die Differenzierung erschweren, geht am Kern des Problems vorbei. Die Aufteilung in verschiedene Schulformen verringert natürlich die Heterogenität der Gruppen nicht. Auch im Gymnasium gibt es schnellere und langsamere Schüler, solche die eher kapieren und solche denen das verflucht schwer fällt – nur halt auf höherem Niveau. Also dieses Problem muss Schule immer lösen (und kann es auch) – es sei denn wir entscheiden uns für Einzelunterricht. Abgesehen davon, was macht ein Kind zum Realschüler- Hauptschüler oder Gymnasiasten? Wer an ein mehrgliedriges System glaubt, der muss diesen unerhörten Eingriff in die Zukunftschancen eines Menschen ja irgendwie rechtfertigen. In der Realität läuft das so. (Ich rede hier von Sachsen, ist woanders sicherlich ähnlich – im Schlechten gibt es immer größtmögliche Übereinstimmung). Ein Junge hat einen Durchschnitt von 3,0 und in Mathe und Deutsch eine 3 = Realschule. Den Eltern isses egal oder sie vertrauen der Schule oder oder oder …. Ein anderer Junge hat vielleicht 2,4 und in Mathe ne gute 3, in Deutsch eine 2 = auf Elternwille = Gymnasium. Das Ganze nennt sich dann pompös Bildungsempfehlung. Das Wiedersinnige daran: Allein der Gedanke, dass Zensuren (objektiv????) über den weiteren Bildungsweg eines Kindes entscheiden und das das Engagement der Eltern wesentlich Einfluss darauf hat, führt die ganze Zielrichtung ad absurdum. Ich behaupte mal: Realschüler und Hauptschüler werden vom System „gemacht“. Die meisten Realschüler würden sicherlich im Gymnasium klarkommen, wenn sich diese Schulform nur mal von dem weitverbreiteten „Friss oder Stirb“ Ansatz entfernen würde. Es müsste eigentlich jeden Bürger der an so etwas wie gleiche Rechte und Chancengleichheit glaubt (= wesentliche Bestandteile von Demokratie?), auf die Barrikaden treiben wenn der der Staat qua behördlicher Entscheidung in das Leben seiner Kinder eingreift. --> Teil 2 ... |
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Da gratuliere ich erstmal zur Schule und zu den engagierten KollegInnen.
Aus der Langzeit-Studie von Rauin folgt hemdsärmlig zugespitzt: ca. 30% haben als Lehrer ihren Job verfehlt. Das war schon während des Studiums und im Referendariat bei diesen Personen absehbar. Nach der Verbeamtung auf Lebenszeit ist dann kaum noch etwas zu machen. Die Schule lebt von den 20 bis 30% Engagierten, der Rest schwimmt irgendwie so mit. "Es müsste eigentlich jeden Bürger der an so etwas wie gleiche Rechte und Chancengleichheit glaubt (= wesentliche Bestandteile von Demokratie?), auf die Barrikaden treiben wenn der der Staat qua behördlicher Entscheidung in das Leben seiner Kinder eingreift." Dem ist aber nicht so. Und was folgt daraus? In meiner "Schule & Kneipen"-Serie werde ich immer mal wieder darauf eingehen. Und Helmut Khol hat zur KMK erhellendes gesagt; vgl. meinen aktuellen Beitrag "Einigkeit mit Altbundeskanzler Helmut Kohl". Lass dich überraschen. Freundliche GRüße vom Bildungswirt |
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Teil 2 - mal konkret werden...´
Was soll Schule bieten? Ganz kurz (und entsprechend verknappt und sicherlich mit mancher Illusion versehen) Mein Vorschlag; Mut zur Lücke! Wegkommen davon, alles abzudecken, auf alles vorbereiten zu wollen. Lieber auf Schlüsselkompetenzen und Schlüsselfähigkeiten konzentrieren. Konzentration auf Kernfächer: Mathe, Deutsch, mindestens 2 Fremdsprachen verbindlich , Chemie, Biologie, Physik Geschichte, Geografie, Informatik, Lebenskunde, Musik und Sport Werkunterricht in allen Klassenstufen Gemeinsamer Unterricht 1.- 10. Klasse, danach die Möglichkeit Abitur zu machen Spezialschulen für sprachlich, naturwissenschaftlich und musisch besonders Begabte Kein Sitzenbleiben Wo irgend möglich Recht auf integrative Beschulung Zentrale Prüfungen für ganz Deutschland oder Abschaffung zentraler Schulabschlüsse Verlagerung größtmöglicher Kompetenzen weg von den Ämtern hin zur Schule(leitung). Micha74 |
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Ja, sehe ich viele Überschneidungen und Übereinstimmungen.
Bei den zentralen Prüfungen kommt es darauf an, welches Prüfungsdesign vorliegt, zurzeit v.a. "kalter Kaffee". Ich wäre mehr für fairen Wettbewerb der Bundesländer und Aufhebung der KMK-Abbügelungspolitik. Im Grunde könnte man diese Institution schließen, frische didaktische Luft von München bis Flensburg und Berlin einatmen ... Sitzenbleiben - ein bekannter Skandal, zigfach nachgewiesen, das es nichts für die Betroffenen bringt. Und die bildungspolitsche Karawane zieht weiter, auf zum nächsten Bildungsgipfel, auch wenn er nur ein Maulwurfshügel ist. Ihr BW |
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An alle Interessierten der Pädagogik. Suppensalz hat in seinem jüngsten Kommentar auf Hilbert Meyers "10 Merkmale eines guten Unterrichts" (und die unzulängliche Bearbeitung im Studienseminar) hingewiesen, das alles im Tenor: "Theorie in die Köpfe ballern". Er hat Recht, wenn es so schlecht gemacht wird. Meyer wird an vielen Studienseminaren in Deutschland seit über 25 Jahren verbraten, nicht übermäßig gut, aber esgibt sich schlechteres, vgl. jüngst die "Lob der Disziplin Gesänge" eines Herrn Bueb. Das Problem steckt in der Grundauffassung, was Unterricht sein soll, leisten soll und wie immer im Detail.
Suppensalz schreibt u.a: "gegenstand einer modulsitzung sind hilbert meyers "zehn merkmale guten unterrichts": 1. klare strukturierung des lehr-lernprozesses 2. intensive nutzung der lernzeit 3. stimmigkeit der ziel-, inhalts- und methodenentscheidungen 4. methodenvielfalt 5. intelligentes üben 6. individuelles fördern 7. lernförderliches unterrichtsklima 8. sinnstiftende unterrichtsgespräche 9. regelmäßige nutzung von schüler-feedback 10. klare leistungserwartungen und - kontrollen z.B. kann man allg. gegen die Merkmale 7 bis 10 nichts einwenden. Nur die sog. "klaren Leistungserwartungen" können völlig neben der Spur liegen (waren aber trotzdem klar) Insgesamt ist das Meyer-Konzept viel zu starr, letztlich auch noch in der Ideologie einer notwendigen "Instruktionspädagogik" gefangen. Zur Selbstreflexion eines Lehrers folgender Link:http://www.bildungswirt.de/2009/01/25/745 Ich merke jetzt beim Schreiben, dass dazu ein Extra-Blogbeitrag her muss. Demnächst. Freundliche GRüße vomBildungswirt |
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Doch noch zwei Links zu gutem Unterricht und reflektierten Aufgabentypen nachgereicht:
www.bildungswirt.de/2008/09/18/135 www.bildungswirt.de/2008/11/25/478 Kann auch für Eltern interessant sein! Ihr Bildungswirt |
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schrieb am
12.05.2009 um 00:26
so wie es aussieht, lerne ich in der blogosphäre mehr als am studienseminar. auf ihrer bildungswirt-seite habe ich jetzt jedenfalls schon einige interessante anregungen entdecken können. dafür vorerst danke!
bin gespannt auf den extra-blogbeitrag... |
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Freut mich, bleiben Sie dran. Deutschland braucht junge, gut ausgebildete und engagierte Pädagogen.
Es gibt jetzt erstmal im FREITAG einen neuen Blogbeitrag zu "Abiturprüfungen und mangelnder öffentlicher Transparenz" und vielleicht demnächst einen Videobeitrag zu "gutem Unterricht". Freundliche Grüße Ihr Bildungswirt |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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