Bildungswirt

Bildung Kultur Wirtschaft

19.07.2009 | 15:25

Internationales Moonlight-Festival 2009

Das ist Kunst von unten, Filmkunst vom Feinsten. Frech, witzig, anspruchsvoll, zukunftweisend – 120 ausgewählte Kurzfilme als Open-Air-Erlebnis in vier Schlössern und Parks der Region Frankfurt-Rhein-Main.

„Shorts at Moonlight“ gibt es vom 16. Juli bis 15. August 2009, inzwischen zum siebten Mal, in erstklassigem Ambiente und zu sehr zivilen Preisen (6 Euro Eintritt, guter Wein und Kulinarisches). Über 1000 Kurzfilme hat der gleichnamige gemeinnützige Verein um die Initiatorin Gudrun Winter gesichtet und nur die Besten ausgewählt. Ein Augenschmaus, der sich wohltuend vom gewöhnlichen Hollywood-Bollywood-Big-Mac-Gesülze abhebt. Hier wird experimentiert, wirklich nach neuen Ausdrucksformen gesucht. In 3 bis max. 30 Minuten wird pointiert gezeigt, was man zu sagen hat. Vom Adamsapfel zur Bankenkrise, Chicken Wings, Engel zu Fuss, Familienurlaub, Höllenritt, Lieber Sex als Krieg, Martha, Nachtgebet, Red Terror, Trickster bis Weltraffer und viele mehr.

Gestern, am 18.Juli, gab es im Höchster Schlossgarten acht Filmkunstwerke: „Bankenkrise“, ein 3-minütiges Zockerschauspiel im Monopoly-Stil eröffnete. Der Film erklärte spöttisch-sarkastisch mehr als 10 Leitartikel der führenden Printmedien. „Bankenkrise“ sollte am besten vier Wochen lang vor der Tagesschau gezeigt werden, mal etwas Neues in der ARD.
Der nächste Film „Arbeit für alle“ erfindet in 13 Minuten endlich einen Weg, wie das leidige gesellschaftliche Problem gelöst werden könnte – von der Altenpflege, der Generation Praktikum, der systematischen Arbeitsbetreuung bis zum reaktivierten Zombiejäger spannt sich der Bogen. Auch Blut spritzt wie im wirklichen Leben, da bleibt kein Auge trocken.
„Out of the Blue“ schafft es, in 10 Minuten Sehnsuchte eines einsamen Mannes mit Fernsehhallunizationen zusammenzuspannen. Aus dem Nichts erscheint eine wunderschöne Frau, eingeschlossen im Fernsehaquarium und doch ganz nah.
In "Fliegen", einem 26-minütigen Streifen geht’s um „Illegale“ aus Russland und plötzlich haut die Liebe rein – verliebt sein, lieben, Mißverständnisse – und dann?
Der 4 -Minüter „The Lock“ aus Indien beschäftigt sich mit dem Universalthema Liebe. Auch in Indien kann einem die schöne Nachbarin gefallen …
Den Abend,bis nach 24 Uhr, rundeten noch „Abendlied“, „Partition Oubliee“, „Jean-Paul + Liesa“ ab.

Prädikat wertvoll bekamen von mir alle acht Filme. Mein Liebling war eindeutig „Arbeit für alle“. Jeder Zuschauer konnte als „Jury des Tages“ seine Fimbewertungen abgeben. Die 10 Publikumslieblinge aus allen Veranstaltungen werden am Sonntag, den 02.August im Hofheimer Wasserschloss gezeigt. Soviel unmittelbare Demokratie im Alltag mit schneller praktischer Umsetzung gibt es selten. Zusätzlich gehört noch ein Kinder-Programm zum festen Bestandteil des Festivals. Ein Abstecher ins Rhein-Main-Gebiet lohnt sich auf jeden Fall, für Cineasten ein MUSS! Weitere Infos und Programmtermine unter:
cms.shortsatmoonlight.de/

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Bildungswirt schrieb am 20.07.2009 um 23:39
sport schrieb am 21.07.2009 um 10:11
Hallo Bildungswirt,

sehr interessant. Der Artikel liest sich sehr gut. Macht Lust auf das Festival.

herzlichst
sportinsider
Bildungswirt schrieb am 21.07.2009 um 15:36
Dann mal nix wie hin.Am 2.8. werde ich mir alle Publikumslieblinge im Hofheimer Schloss ansehen. Bin selbst sehr gespannt.
Bildungswirt schrieb am 30.07.2009 um 20:40
Lieber Bildungswirt,
hab Deinen Bericht zu Shorts at Moonlight gelesen, freut mich, dass dir unser "Arbeit für Alle" gefällt.. *smile

Für kurze Zeit ist unser Film jetzt in recht guter Qualität online anzuschauen (weiß nicht genau, wie lange)

portablefilmfestival.com/video.php?video=1141

Vielleicht ist das ja für dich oder deine leser interessant? Wir freuen uns über jedes review oder jede bewertung.

herzliche grüße aus heidelberg

Matthias @ ARBEIT FÜR ALLE.

30.07.2009 - 18:09:01
Matthias Vogel
01791189384
notruf110@web.de

(wurde mir als Mail zugeschickt)
Bildungswirt
Ahasver, Bildungsexperte, Müßiggänger, Dada-Musiker
Ort:
Frankfurt
Mitglied seit:
3 Jahre 14 Wochen
Zuletzt aktiv:
16.04.2012
Status:
Publizist
Aktivität:
Beiträge: 85
Kommentare: 1797
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
16:43
Georg von Grote hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:32
musica hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:31
fahrwax hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:30
freedom of speech? hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:24
merdeister hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG