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26.05.2009 | 17:28

WUMS – peng – daneben


Die WUMS-Plakate der Grünen grinsen uns täglich an, ob in Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München. WUMS als Europa-Wahlkampf:
Wirtschaft & Umwelt, Menschlich & Sozial
oder grüne Wichtel –Unternehmer –Mit –Smiley.

Da haben sich gut bezahlten PR-Strategen für die Bundesgrünen etwas ganz Originelles ausgedacht: eben WUMS! Diese grüne Kraft und Herrlichkeit inszeniert den medienabgekochten Überflieger, zeigt die überproportional mächtige Ausdrucksstärke gegenüber den Plakate-Losern der anderen Parteien. Beim Symbol der Sonnenblume waren sie schon neidisch, jetzt mit WUMS sind sie alle platt.

Doch halt, was denkt der umworbene, malträtierte Wechselwähler?
Für Wirtschaft? – sind doch alle, für Umwelt sowieso! Sozial – na, was denn sonst? Sozialprodukt, Sozialbudget, Sozialamt, Sozialversicherung, Suppenküche.

Bleibt noch menschlich?
Der Mensch als Bestie? Das sprechend-wolllüstige Tier? Mörder und Samariter, Verbrecher und Gut-Mensch. Gut und böse ist der Mensch, eben die ganze Palette von Menschliches-Allzu-menschliches.
Was könnten die Grünen denn gemeint haben? Wahrscheinlich meinten sie „human“ im Unterschied zu „menschlich“. Dann hätte es aber heißen müssen: WUHS.

Den besorgten Wechselwähler beschleicht die Frage: Sind die Grünen von allen kritischen Geistern verlassen?
O-Ton:“Damit mehr Leute von unserer Europakampagne erfahren, gibt es jetzt das Moos-Graffiti. Mit unserer WUMS-Schablone und unserer Moos-Mixtur kannst Du Orte bemoosen, an denen für Dich zu wenig WUMS ist. Mach mit, es ist ganz einfach!“ Und dann mit Jürgen und Renate auf Kanal Grün.
Wohl bekomms! Sonntag,07. Juni 2009  - WUMS!

 

 
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Kommentare
spreewald schrieb am 26.05.2009 um 17:41
Heute morgen saß ich am Ubahngleis und wartete. Circa 5 Minuten starrte mich der SPD-Finanzhai von der Europaplakaten der Sozialdemokraten an. Die Assoziationskette, die diese Begegnung nach sich zog, war keinesfalls eine positive. Die Kampagnen die derzeit laufen, sind teilweise lustig aber alle in der Nähe des Niveaus des Guidomobils. Dieses gibt es zwar für den Europawahlkampf nicht, aber immerhin den FDP-Europatruck.
Bildungswirt schrieb am 26.05.2009 um 20:39
Lieber Spreewald,
wie schätzt du denn WUMS ein?
spreewald schrieb am 27.05.2009 um 10:03
Lieber Bildungswirt,

bei WUMS glaube ich, die Grünen haben sich auf ein Experiment eingelassen. Wie vermittelt man heute Politik? Für Teile der grünen Zielgruppe ist die WUMS-Kampagne adäquat, einen Teil ihrer Zielgruppe werden sie sichtlich irritiert wenn nicht verschreckt haben. Bei der Europawahl und dem vorangehenden Wahlkampf geht es sicherlich viel um Aufmerksamkeit, weniger um Themen. Die Leute zur Urne zu bekommen, ist die erste Herausforderung. Ich denke der Europawahlkampf ist dem kommenden Bundestagswahlkampf qualitativ unterlegen. Ich bin gespannt, was wir da sehen. Ich denke nicht, dass dort die Grünen mit WUMS antreten, oder die SPD mit Haien? Ich glaube allerdings auch nicht, dass die Kampagnen besonders gut werden. Wir dealen in diesem Jahr mit dem kleinsten Übel.
Bildungswirt schrieb am 27.05.2009 um 14:01
Lieber spreewald,
ja, es sieht ganz danach aus: Waschmittel, Hackbraten, Weißwürste, Freibier für wenige, dumping für alle und: "Wir sind in Europa". "Arbeit schützen und schaffen" oder: "Für den Weg aus der Krise."
Du schreibst: "Für Teile der grünen Zielgruppe ist die WUMS-Kampagne adäquat (...)". Was würde das über die "Zielgruppe" und ihre Wahrnehmung aussagen?
Die Grünen scheinen ihre beste Zeit hinter sich zu haben.Statt WUMS sollte ernsthaft über das Zoom nachgedacht werden.
Streifzug schrieb am 26.05.2009 um 17:58
WUMS Wahlwerbung schrappt knapp an Urheberrechtsverletzung vorbei. Immerhin ist es richtiges Deutsch (nicht WUM'S, wie so oft geschrieben).

Es gibt sogar ein passendes Lied dazu:

Wums Gesang: Ich wünsch mir ne kleine Miezekatze / Ich bin ein kleiner Hund
Bildungswirt schrieb am 26.05.2009 um 18:19
Wie lautet der gesamte Wums-Gesang? Das solltest du den FreitagleserInnen nicht voreinhalten. Auch Claudia, Renate und Jürgen würden sich sicher freuen.
Grüße vom Bildungswirt
Bildungswirt schrieb am 26.05.2009 um 20:45
Lieber Streifzug, danke für die Hinweise, Platz eins der deutschen Charts 1973:
(...)
"Heute sitze ich im Staatstheater
Ganz weit vorne im Parkett
Denn da singt mein Urgroßvater
Ganz alleine ein Duett

Manchmal möchte ich in Bonn regieren
Frisch gewaschen und rasiert
Dann gehör ich zu den großen Tieren
Auch wenn's nicht funktioniert"

Vielleicht solltest du dich als intelligenter PR-Berater bei den Grünen vorstellen. DA ließe sich für den Bundestagswahlkampf noch einiges machen. Damit das Volk doch noch das goldene Schlüssellein finde.Am Rande helfe ich mit.
Bildungswirt schrieb am 26.05.2009 um 20:57
Das muss ich doch noch nachschieben:
Youtube für grüne Hunde - von WUMS zu WUMs - da könnte die Parteizentrale in Berlin noch dazu lernen. Überleg dir das mit dem saisonalen PR-Politberater. Vielleicht nimmst du noch jemand aus der Kultur-Redaktion des FREITAG hinzu, sind inzwischen Titanic-Schmelzwasser gestählt. Das Allzu-menschliche sollte doch genauer herausgearbeitet werden.
Gruß Bildungswirt
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.05.2009 um 08:53
@ Miezekatze-Wum
He, ich bin immer wieder begeistert, was für eine profunde Kenntnis der deutschen Schlagermusikgeschichte in der Freitag-Community vorhanden ist. Das alles ist Material! Vielleicht sollten wir hier so Nick-Hornby-mäßig eine Hitliste diskutieren: so "60-Jahre-60-Schlager" und, fein säuberlich davon getrennt, "40-Jahre-40-Schlager"?! In erstere würde ich Bill Ramsey, Die Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe, und in die zweite irgendwas von Chris Doerck, als sie noch Kurzhaarschnitt trug, wählen. - Apropos wählen? Da war doch noch was... Ach, so, ich bin am Wahlsonntag noch auf 'ner Radtour. Was meint ihr, lohnt es sich, vorher ins Sonderwahllokal zu gehen? Wenn man bloß wüsste, wie das Wetter wird...
Bildungswirt schrieb am 28.05.2009 um 18:02
@Miezekatze-Wum-WUMS-Bumms...
Sicher finden wir für die Grünen die passende Musik, Schlagerabteilung ist dafür nicht schlecht.Claudia R. hat auch mal ne Band gemanagt - wie hieß die noch?
Apropos Radtour: Ganz Berlin radelt für Europa und sucht nach dem europäischen Kulturgedächtnis. Dazu bedarf es keiner Wahl. Schön Wetter wäre gut.
Inhaltlich im engeren Sinne schiebe ich noch ein paar Bemerkungen im getrennten Kommentar nach.
Gruß BW
taschentiger schrieb am 28.05.2009 um 18:19
@Bildungswirt
wunderbarer Hinweis, auf Frau Roths musikalische Vergangenheit ;)
Bildungswirt schrieb am 28.05.2009 um 18:54
@taschentiger
weiß du noch die Band? War das nicht Ton, Steine, Scherben? Oder irr ich mich da?
taschentiger schrieb am 29.05.2009 um 09:19
Ja, Ton Steine Scherben. Das steht sogar in ihrer offiziellen Biographie.

www.claudia-roth.de/ihre-vita/
I.D.A. Liszt schrieb am 26.05.2009 um 21:50
Da muss ich noch kalauern: So kommen die doch eh auf keinen grünen Zweig! ;-)
I.D.A. Liszt schrieb am 26.05.2009 um 21:50
Da muss ich noch kalauern: So kommen die doch eh auf keinen grünen Zweig! ;-)
I.D.A. Liszt schrieb am 26.05.2009 um 21:52
Ich sage halt gern alles zweimal, weil sich dann die geneigten Leser die Weisheit meiner Worte besser merken können.
Bildungswirt schrieb am 26.05.2009 um 22:23
Gib jedem eine Chance, einen grünen Zweig und wenn's sein muss mit der "WUMS-Schablone" (unbedingt mal anklicken). Das Bemoosen nicht vergessen, tolle politische Aktion, du fühlst dich dann so weich und moosig.
I.D.A. Liszt schrieb am 27.05.2009 um 00:38
Oh ja, da ist mir ganz wumselig ums Herz geworden, so wirtschaftlich und umweltlich, menschlich und sozialich.

Die Grünen wissen heute eben auch: Ohne Moos nix los!
Bildungswirt schrieb am 27.05.2009 um 14:20
"Die Grünen wissen heute eben auch: Ohne Moos nix los!"

Nach dem Europawahlkampf sollte man einmal im FREITAG die Wahlkampfkostenerstattungen der Parteien aus Steuermitteln prüfen.Ein buchhalterischer Blick auf die Steuermillionen rendiert sich, sie sind kalkulierte Finanzquellen der Parteien.
suppensalz schrieb am 27.05.2009 um 00:23
das problem an der ganzen sache ist nur: für die europawahl interessiert sich kein schwein...

und hinterher ist auch schnell wieder gras über die ganze sache gewachsen!

damit sich daran was ändert, muss es in europa erst noch kräftig WUMSen...

die eu kommt allzu oft noch als zahnloser tiger daher, der im bürokratenkäfig sitzt!

sind zahnlose tiger eigentlich vegetarier und somit grün...

zumindest claudia kommt des öfteren doch auch recht bissig rüber.

doch nicht vergessen: grün ist die hoffnung!!!!!
Matthias Dell schrieb am 27.05.2009 um 10:01
dem WUMS der grünen muss unbedingt der BUMMS der BamS assoziiert werden. was immer das bedeuten mag - für die grünen jedenfalls nichts tröstliches
Bildungswirt schrieb am 27.05.2009 um 14:08
Lieber Suppensalz,
"Friede den Schweinen", denn WUMS ist mit dir.
"damit sich daran was ändert, muss es in europa erst noch kräftig WUMSen..." - sehr mehrdeutig: Träumst du von den Zornmanagern, den Massendemonstrationen, der Empörungskultur, vom Bürgerkrieg ...vom wirtschaftlichen und sozialen WUMS nach unten ...?
Gruß BW
Bildungswirt schrieb am 27.05.2009 um 14:14
Lieber mdell,
WUMS, BUMMS, BamS liegen doch auf einer Assoziationskette - und es hat Zoom gemacht. Die Frage ist allerdings bei wem?
"Sind die Grünen von allen kritischen Geistern verlassen?" könnte man nicht nur als rhetorische Frage behandeln, sondern auch neu fragen: Sind die Grünen inzwischen auch eine Pro-Atomkraftpartei mit raffiniert polittaktischen Mitteln und der Sonnenblume im Knopfloch?
Gruß BW
suppensalz schrieb am 28.05.2009 um 00:52
naja, bei guten fußballern sagt man, dass ein ordentlicher WUMS (BUMS) hinter dem schuss steckt...

bei europa fehlt es oftmals noch an dieser (politischen entscheidungs-) kraft!!! ein mangel an WUMS dahinter eben...
Bildungswirt schrieb am 28.05.2009 um 18:05
Mit WUMs kannst du doch nicht Bayern München oder Stoiber in Europa meinen. Alles Fata Morgana.
Inhaltlich im engeren Sinne schiebe ich noch ein paar Bemerkungen zu den Grünen im getrennten Kommentar nach.
Gruß BW
Bildungswirt schrieb am 28.05.2009 um 18:31
Die politdümmliche Werbe-WUMSkampagne mit WUMS-Schablone und Moospflanzen lädt zu vielerlei Späßen und Assoziationsketten ein, so auch in zig Kommentaren von BloggerInnen weitergesponnen.
Ich will trotzdem noch ein paar inhaltliche Bemerkungen im engeren Sinne dazu machen:
1. Der Aufstieg von Fischer und Co. bei den Grünen, die sog. "Realowende", war gleichzeitig der Beginn des Niedergangs.

2. Innerhalb von 15-20 Jahren sind die Grünen zu einer simplen grünen FDP mutiert, von "grüner Kraft und Herrlichkeit" ist nichts geblieben.

3. Die rot-grüne Regierung war unter dem Strich ein Desaster. Der sog. "ökologische Umbau" hat nicht stattgefunden, der soziale und kulturelle Abbau sehr wohl.

4. Die Grünen sind inzwischen zur Kriegspartei und zur raffiniert-verkappten Pro-Atomkraft-Partei geworden.

5. Die Grünen werden - wenn überhaupt - vielleicht noch als das "kleinere Übel" gewählt. Politische Marken halten äußerlich immer noch länger als der tatsächliche innere Zustand vermuten lässt.

6.Die Europawahl ist überflüssig, nichts Bedeutsames wird im Parlament entschieden.Allerdings sind die Posten lukrativ. Von daher ist es verständlich, dass Menschen diese als Politgaukler wollen.

7. Ich habe Respekt vor den vielen "Wahlhelfern"(Plakate kleben, Flugblätter verteilen, Infostände sich in den Bauch stehen) achte ihre ehernen Motive für die "gute Sache".Jeder Mensch hat ein Recht auf seine Illusionen. Ändert aber nichts an der erbärmlichen Lage der Grünen und ihrer Moos-Führung.

8. Auch korrespondierend bei Liszt im Blog "grünes Gereine" vorbeischauen.

Gruß Bildungswirt
Verena schrieb am 28.05.2009 um 19:49
Lag der Niedergang wirklich nur an Fischer und Co.? Andere sehen durchaus die Grünen im Aufwind. Zum Beispiel Bütikofer als Spitzenkandidat der Europa-Grünen.
I.D.A. Liszt schrieb am 28.05.2009 um 21:49
Herrschaftszeiten!
Lieber Bildungswirt, "Politgaukler" ist ja ein eingängiger und griffiger Ausdruck.
Der gefällt mir außerordentlich. Ich werde ihn ab sofort in meinen Wortschatz aufnehmen.
Danke für die Bereicherung!
I.D.A. Liszt schrieb am 28.05.2009 um 21:53
@ Verena:
Wenn ich Spitzen-Bütikofer der Euro-Grünschnäbel wäre, sähe ich sie auch im Aufwind. Der große Vorsitzende (i.e. Guido Westerwelle) sieht seine Partei ja auch immer im Aufwind.
Man könnte darauf kommen, daß hier Ähnlichkeiten vorliegen, so wie der Bildungswirt es tut ...

Herzlich,

I.D.A. Liszt
Bildungswirt schrieb am 28.05.2009 um 23:07
Liebe Verena,
"Lag der Niedergang wirklich nur an Fischer und Co.?" Erstmal müßte man den Blickwinkel und die Interessen bestimmen. Sicher meint Herr Bütikofer das nicht, er ist ja auch Realo-Kriegsgewinnler (und will unbedingt ins Europaparlament). Jutta Ditfurth dürfte die These vom Niedergang stützen. Sie war noch Mitte der 80er Jahre die zentrale grüne Leitfigur (neben Trampert und Ebermann).Sie hält die jetzigen Grünen für einen angepassten Haufen von Spießern mit grünen Mäntelchen. Genaueres müßte man bei ihr nachfragen.Aus vollem Herzen widersprechen kann ich ihr nicht, auch wenn ich das ein oder andere relativieren würde. Von den grünen Gründungmitgliedern ist die große Mehrheit längst ausgetreten. Was sie heute machen????? Keine Ahnung.
Joschka Fischer hatte noch zu Beginn seiner Bundestagstätigkeit einen klare Oppositionshaltung mit ökologischem Profil. Die Parteitagsbeschlüsse stützte er (erklärte gar den Bundestag für einer der größten Alkoholikerversammlungen in Deutschland), das änderte sich alles etwa ab 1987/88. Aber immer noch ein langer Weg bis zur Kriegspartei, "Jugoslawien" als Auftakt. (vgl. meine Punkt 4)
Von den tonangebenden Medien wurde Fischer schnell gegen Ditfurth gestützt. Man schreibt den einen hoch und die andere eben runter - so ist das bei Journalisten mit Auftrag. Auch die liberale Frankfurter Rundschau hat in dieser Zeit eine dubiose Rolle gespielt.Heute will man davon nichts mehr wissen.
Mit Qualitätsjournalismus (vgl dazu aktuelle Debatte im Blog von Anna Dorothea, 28.5.2009) hatte das nichts zu tun.
Der "Zeitgeist" spielte auch für ihn, dazu sein enormes rhetorisches und strategisches Talent, die sich formierenden Realos in den Landesverbänden ....
Soweit erstmal Gruß BW
Bildungswirt schrieb am 29.05.2009 um 14:47
Korrektur:
Punkt 8 meines Kommentars muss selbstverständlich korrekt heißen:
Blog "Völler, leert die Pokale" von I.D.A.Liszt und dort der aktuelle Beitrag "Schluss mit dem grünen Gegreine"

www.freitag.de/community/blogs/i-d-a--liszt/schluss-mit-dem-gruenen-gegreine---offener-brief-an-robert-zion

Gruß BW
Verena schrieb am 28.05.2009 um 19:46
»Grüne Wichtel – Unternehmer – Mit – Smiley«, eben der grüne WUMS, bemoosen Deutschland und Europa. Meinen die Grünen das ernsthaft oder wollen sie sich selbst veräppeln?
I.D.A. Liszt schrieb am 28.05.2009 um 21:57
'A rolling stone gathers no moss', sagen die Engländer, wenn sie meinen: 'Wer rastet, der rostet.'
Auch hier ergibt sich wieder Raum zum Nachdenken!
Warum machen die Grünen Reklmae mit Moos? Sind sie schon so bemoost oder rostig?
Diese Frage kann man eigentlich nur mit "ja" beantworten.
Streifzug schrieb am 28.05.2009 um 22:09
Ich hab mich mal über Moos etwas schlau gemacht.

"Moose sind grüne Landpflanzen, die in der Regel kein Stütz- und Leitgewebe ausbilden."

Noch Fragen?
Bildungswirt schrieb am 28.05.2009 um 23:34
Klar hab ich noch Fragen: Übersetze mal die notwendigen "Stütz- und Leitgewebe" positiv ins Politische. Was ist unabdingbar?
Titta schrieb am 28.05.2009 um 23:58
Du bist schuld, Streifzug! Jetzt ist mein Mann wieder wach geworden von meinem schallenden Gelächter.
Du zusammen mit Idealist, das sind immer die besten Kommentare. Wobei natürlich schon jeder für sich immer ausgezeichnet und höchst amüsant ist.)
I.D.A. Liszt schrieb am 29.05.2009 um 00:08
Titta, tu Deinem Mann doch was ins Bier, oder lach gefälligst nicht. Die Lage ist sowieso ernst, bierernst.

Im Ernst: Ich habe auch laut gelacht. Das war einfach eine Spitzeninfo zur Botanik.

Du hast es aber auch faustdick hinter den Ohren.
Bildungswirt schrieb am 29.05.2009 um 15:01
"Stütz- und Leitgewebe ausbilden" - Einwand gegen mich selbst.
Heißt es nicht: Der aufrechte Gang bedarf keiner Stützen oder Krücken. Ist das Leitgewebe aber fließend, so weiß man nicht genau wo das Leit-Zentrum ist und ob es überhaupt noch eins gibt. Zentrum und Peripherie osszilieren und manche vernehmen ein leises Rauschen aus vergangenen Zeiten. Die Übersetzung ins Politische wäre hinfällig oder?

Einwand gegen Streifzug:
Durch deinen Nachklapp "Noch Fragen?" suggerierst du, dass den Bundesgrünen ein nachvollziehbares "Stütz-und Leitgewebe" fehlt, sie sozusagen blinde Bodenkriecher sind. Wenn die Adler (Intellektuelle?) aber inzwichen auch blind sind und den Überblick verloren haben, so sind wir doch alle gleich, alle im Samsara.
Noch Fragen?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 29.05.2009 um 18:50
@ titta, 28.5., 23.58 h

Musste mir eben wie der Ostfriese aus den Witzen mit der flachen Hand vor die Stirn hauen, weil ich jetzt kapiert habe, was der Name von Freund I.D.A. Liszt bedeuten soll.

@ I.D.A. Liszt
So einer bist Du also. Aber schreibflüssig gesehen, ist Dein Name leider unergonomisch.
suppensalz schrieb am 28.05.2009 um 22:48
tja, die grünen...

einst aus der 68er-bewegung hervorgegangen...

anti-atomkraft auf den fahnen...

ökologisierung sollte als begleiter der ökonomisierung/rationalisierung/technisierung etabliert werden...

INTERESSEN, ZIELE, IDEOLOGIE, im kleinen kreis entstanden und über die 80er und 90er mit zunehmender anhängerschar; gleichziehen mit der fdp hinter den beiden grossen volksparteien und 98 sogar erklimmung des bundestags-olymps!!!

doch macht will, wer einmal ihren süßen geschmack gekostet hat, bekanntlich jeder nur noch äußerst ungern abgeben. doch machterhalt ging nur durch (teil-)verrat der eigenen (ursprünglichen) ideen. risse im eigenen lager... der anfang vom niedergang!!!

betrachten wir doch nur mal joschka fischer, der quasi symbolisch für entwicklung/veränderung der grünen steht:

1. legendäre vereidigung in turnschuhen, ein unikum der (hessischen) politszene, ein mann mit ecken und kanten, der aneckte (und anecken wollte)!!! ungeschliffen, getrieben von einer idee! FEUER(-TEUFEL) IN GRÜN

2. ausgezehrt, hängende wangen, leer! im berliner grossen polit-kampf geschlaucht, abgenommen einen teil von sich selbst verloren/verraten/aufgegeben! REGEN (begossener pudel in grau-grün)

3. wohl(stands-)genährt, machtgeschwängert, mittelwegskompromissler, präsentieraugust, (para-)phrasenschweisen! GRAU(-rot), grünschimmer am horizont... GEWITTER

4. verschwunden von der bildfläche... NEBEL

quo vadis, grüne???
I.D.A. Liszt schrieb am 28.05.2009 um 22:56
D e r Sündenfall war die Preisgabe des Rotationsprinzips im Bundestag. Man mußte ja, damit man effektiver seine politische Arbeit machen konnte, statt alle zwei Jahre ausgewechselt zu werden.
Man konnte in vier Jahren viel effektiver an Dingen arbeiten, z.B. am Erhalt des Parlamentsmandats.
Außerdem konnte man viel effektiver seine zwei Legislaturperioden absitzen, um in den Genuß einer Pension zu kommen.
Bildungswirt schrieb am 28.05.2009 um 23:25
Nun Macht ist nicht von vorherein schlecht, wir leben in Kraftfeldern der Macht, ob wir wollen oder nicht. Und eine ökologische Bewegung (zu Beginn eine Anti-AKW-Bewegung) ist eben keine Partei mit Satzung, Prozeduren, nächtelangen Sitzungen, Kompromissen etc. Jede Organisation "tötet" tendenziell Spontanietät. Wer will, spricht dann gern mal von der Dialektik von O und S. Die Grünen hatten zu Beginn eine Vision einer anderen, ökologischen, besseren, gerechteren Gesellschaft. Dies ist heute Schnee von vorgestern.Weder die Linken noch die SPD können diese visionäre Lücke schließen.Wirklich nennenswerte politische Bewegungen sind nicht in Sicht (ohne NGO und Attac schmälern zu wollen). Wir driften politisch.
Bei den Grünen ist mit Bütikofer, Kuhn, Trittin, Künast,Özdemir kein Blumentopf zu gewinnen. Gähnende Langeweile, theoretisch flach, praktisch einfallslos (wenn wir mal vom grandiosen Moosvorschlag absehen, politisch handzahm.Spätestens beim dritten Rotwein träumt man von Jamaika.

Zum Schluss: Fischer weg von der Bildfläche. Einer seiner großen Leistungen, rechtzeitig von der Brücke zu gehen. Mein ich ganz ohne Hintersinn.
Bildungswirt schrieb am 28.05.2009 um 23:31
Lieber Liszt,
mit den 2 Jahren Rotationprinzip, das siehst du mir durch die rosa Brille. Sehr gute Leute im Politgeschäft kannst du nicht nach 2 Jahren auswechseln. Daraus folgt aber nicht,das man alles, was die GRünen ausmachte, gleichzeitig über Bord werfen mußte.
Gruß BW
I.D.A. Liszt schrieb am 28.05.2009 um 23:38
Lieber Bildungswirt,

Du hast natürlich damit recht. Ich wollte darauf hinweisen, daß die Grünen ihren einstigen antiautoritären, liberaldemokratischen Ansatz um des Machterhalts willen verraten haben. Denn es wäre möglich gewesen, statt des zweijährigen Rotationsprinzips eine andere Sicherung einzubauen, damit Machterhalt und -anhäufung vorgebeugt worden wäre.
Frag jetzt nicht, welche. Es ist nicht meine Aufgabe, posthum über die mißratene Politik der Grünen von dunnemals nachzudenken.

Herzlich,
I.D.A. Liszt
Bildungswirt schrieb am 29.05.2009 um 00:02
Lieber Liszt,
klar, posthum ist man immer schlauer. Trotzdem sollten wir nach vorn gerichtet uns schon immer wieder die Mühe machen, was (Inhalte, Strukturen, Radikalität, Kompromisse,..)und wie (Formen, Symboliken, Verfahren) sinnvoll Politik gestaltet werden kann. Der politische Aussenblick ist dabei sicher so wichtig wie der Innenblick.

So jetzt langt es, totmüde, war ein langer Tag. Und im Freitag geht wieder die Sonne auf.
Tschau BW
Nos Nibor schrieb am 29.05.2009 um 09:52
Wir sollten nicht den Fehler machen und >Die Grünen< über einen Kamm scheren.
Auch helfen uns pauschale Verdächtigungen , dass es nur um Pöstchenjagerei ginge, nicht weiter. Man muss nüchtern registrieren, dass sie mit ihren Vorstellungen ( auch wenn es etwas Da-Vorgestelltes sein mag) nach wie vor eine signifikante Anziehungskraft auf Jugendliche, aber nicht nur, ausüben und dass es einen ob seiner Masse einflussreichen idealistisch denkenden und agierenden Basisteil gibt. Wer was verändern will, muss Bündnispartner finden und bis zu einem bestimmten Maß tolerieren. Wo sollen sonst die Mehrheiten herkommen, die eine erneute schwarz-gelbe Republik verhindern können? Und differenzierte Analysen des Versagens der Spitze der Grünen in der rotgrünen Koalition helfen auch diesem Teil der grünen Basis, Druck auf ihre Vorturner auszuüben.Undifferenzierte Grünenbeschimpfung führt zu ungewollten Solidarisierungseffekten.
piiter schrieb am 29.05.2009 um 15:05
Ob sie oder ich es wollen oder nicht, schwarz gelb wird abgelöst werden durch rot rot (vielleicht nicht 2009, aber garantiert in näherer Zukunft). Danach ist das linke rot auch machtversessen und wird sich anpassen. So wie in den meisten Kommunen ja bereits geschehen.

Ergo, die Welt dreht sich weiter, ohne grün.
Bildungswirt schrieb am 29.05.2009 um 15:22
Lieber Nos Nibor,
"pauschale Verdächtigungen" und "undifferenzierte Grünenbeschimpfung" sehe ich nicht nenenswert, wenn schon dann konkret und differenziert. Bei der "WUMS-Schablone" und den Moosaktionen gab es und gibt es sicher einigen Spott und Hohn. Nur das haben die Grünen selbst in die Wiege gelegt, niemand hat sie gezwungen, dem ach so neunmalklugen Polit-Marketing zu folgen. Alles wird letztlich vom Steuerzahler via Wahlkampferstattung an die Parteien finanziert.Da sollte man deshalb schon genauer hinsehen.WUMS.
Zu den ehrenwerten Basisaktivisten habe ich schon unter Punkt 7 im Kommentar vom 28.5. Stellung genommen. Da sind wir uns weitgehend einig.
Anderer Blickwinkel: Die sog. Realpolitik hat doch oft genug wenig mit den Realitäten zu tun. Das sind mehr ideologische Schleier, die aber als konkrete Maßnahmen sehenden Auges u.a.zur Armutserweiterung führen.
Gruß Bildungswirt
piiter schrieb am 29.05.2009 um 14:52
Vor Tagen den Wums TV Spot gesehen und entsetzt gewesen. Das hätte ich nur den Reps zugetraut ! Amerikafeindlich, alles kaputt machend, Angst schürend, ich wünschte, die Grünen hätten ein wenig nachgedacht.
Aber vielleicht stimmt es ja, die Mittelschichtängstlichen (hauptsächlichst West) wählen grün, die Proletarierängstlichen (oft Ost) die Reps/NPD etc.
Bildungswirt schrieb am 29.05.2009 um 15:24
Überziehst du da mit deinem Vergleich nicht? Vgl. Nos Nibor.
Du solltest schon ein paar stichhaltige Argumente liefern.
piiter schrieb am 29.05.2009 um 16:30
Ich überziehe nicht, sondern schreibe meine Gefühle.
Zum Hintergrund: TV gerade eingeschaltet gehabt und einen Trickfilm gesehen, bei dem ein amer. Familienvater seine family fotografieren will, Haus dahinter kippt um, etc., etc. . Intelligent wie ich bin ;-) dachte ich mir so, na gut, Wahlwerbung, ist ja klar. Von wem wohl. UND ich dachte, DAS kann ja wirklich nur von rechtsaußen kommen. Deswegen auch ziemlich entsetzt gewesen, als dann der Abspann lief, sie sahen eine Wahlwerbung ...
Bildungswirt schrieb am 29.05.2009 um 16:48
Hmmmm, über deine Gefühle schreiben kannst selbstverständlich nur du selbst.
Nur: Es gibt einen Unterschied zwichen "Gefühle haben" und "Gefühle zum Ausdruck bringen". Wir wechseln ins Sprachuniversum, verlassen ein Stück das ICH und begeben uns in den Bereich des Intersubjektiven. Es könnte ja sein, dass du wohl "authentisch" über dein Gefühl berichtet hast, aber in der Sache total irrlichterst, sprich dein Vergleich, deine Assoziation Rep/Grüne "ver-rückt" war.
(Den besagten Werbespot der Grünen habe ich leider nicht gesehen, sonst würde ich gern die einzelnen Sequenzen genauer unter die Lupe nehmen. Vielleicht errinnerst du dich? Content, Bilder, Anspielungen, Metaphern,Schnitt ...)
Grüße Bildungswirt
piiter schrieb am 29.05.2009 um 19:03
Ich hoffe, der link kommt durch:
www.youtube.com/watch?v=0KJMj9nsPjg
Ansonsten auf Youtube nach wums suchen.

Es gibt da so ein Sprichwort, auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.
Nun denn, die Grünen spielen in diesem Spot mit sehr groben Gefühlen, ergo habe ich das Recht meine groben Gefühle rüberzubringen.
Bildungswirt schrieb am 29.05.2009 um 19:38
Bin deinem Link gefolgt, habe mir den Werbespot der Grünen angetan - bescheuert. Lieschen-grün-büti-roth erklärt die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise. Insofern verstehe ich deine Analogie mit dem groben Klotz und dem passenden Keil.
Und trotzdem: Deine Assoziation zu den Reps leuchtet mir nicht ein.
Gruß BW
piiter schrieb am 29.05.2009 um 19:51
Die verbreiten dieselbe hanebüchene Angst.
Ich muß gestehen, ich habe im Moment keine Lust mal nach nem Reps Wahlspot zu googeln, den Müll den ich vor ein paar Tagen im DLF anhören mußte reichte mir vollkommen.
Meines Erachtens nach genau dieselbe Panikattacke, Hilfe, die Welt geht unter, aber wir, WIR, retten Euch.

Wenn ich mich jetzt nicht irre, verbreitet keine andere größere Partei so einen Schreckensszenario Wahlspot.

Was sind denn die relevanten Aussagen des WUMS Spots, amerikafeindlichkeit, das Schlimme kommt von dort, Medwedjew wird beleidigt, genau !!!, alles geht kaputt, nur die Arbeitslosigkeit, die wächst. Ach ja, über das verschleudern von Geld kann man natürlich diskutieren, ich bin mir aber sicher, die Grünen hätten, an der Macht, genau dasselbe getan, ergo also auch noch ein verlogener Wahlspot.
Ich würde exakt dieselben Merkmale den Wahlspots der Republikaner zuordnen, meine erste Assoziation, unterbewußt, war ja auch genau diese Zuordnung.

Nun ja, Zeit für Feierabend, ein schönes Pfingstfest und mal wieder auf ein Neues im Freitag. :-)
Bildungswirt schrieb am 29.05.2009 um 20:26
Lieber Piiter,
du forderst mich ganz schön. Wollte gerade in die Küche, Feierabend. ...
Habe in etwa kapiert, was du meinst. Demnächst mal weiter.
Kann ich Konsens unterstellen, dass wir am Ökologiethema und den Grünen im FREITAG dran bleiben?
So, jetzt Schluss für heute.Sonst bekomm ich von der Frauenpower doch noch eins auf die Mütze, gewaltfei versteht sich.
Gruß BW
denoc schrieb am 29.05.2009 um 21:47
Wo bitte ist der Spot amerikafeindlich? Ist die Immobilienkrise nicht in den USA entstanden? Vielleicht solltest du solche Bezeichnungen nicht inflationär benutzen und somit die Aussagekraft entwerten.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 29.05.2009 um 22:03
Amerikafeindlich, vielleicht, aber der Böser-Putin-hinter-Medwedjew-Maske-Schlenker ist offen und platt russophobisch. Und das hat tatsächlich gut deutsch-nationale Tradition.
Cassandra schrieb am 30.05.2009 um 19:45
In diesem Spot ist nichts Amerika-Feindliches. Von Angst sehe ich auch nichts, sondern:
Die umfallenden amerikanischen Häuser und der gesamte Domino-Effekt sind doch offensichtlich Metaphern für unser jetziges Wirtschaftssystem und wohin es laut den Grünen führen kann.

Nichts anderes will doch ein Wahlwerbespot: Probleme und damit verbundene Ziele kurz und knackig rüber bringen. Natürlich wird da auch vereinfacht und überzeichnet.

Sorry, aber wer in diesem Spot Republikaner sieht ist blind. Umfallende Reissäcke (= Lebensmittelversorgung in Asien geht kaputt) und die drohende Wiedererrichtung von Atomkraftwerken als Wahlwerbung für die Republikaner?? Da fällt mir nichts mehr ein.

Bleibt noch die Kritik, das ganze sei albern. Meinetwegen, ist Geschmackssache. Aber es ist Bewegung in diesem Spot und auch in "WUMS", was man von Angela Merkels mit leiser werdender Stimme dahingehauchten "Wir in Europa" (auch sehr aussagekräftig, übrigens, vlt. wollen Sie sich dem mal annehmen?) nicht behaupten kann. Kurz davor wird übrigens von der "Starken Stimme" der Bundeskanzlerin gesprochen, sehr überzeugend.

Woher kommt denn die Interesselosigkeit Jugendlicher an der Politik? - Sie werden nie als Adressaten behandelt, man spricht glatt an ihnen vorbei. Meinen Sie, die haben die Zusammenhänge der Wirtschaftskrise verstanden? Oder auch nur die Hälfte der Erwachsenen?

Klar, dass die CDU das in ihrem Spot nicht darstellt, dann müsste sie ja ihr eigenes Parteiprogramm anklagen.

Politik in Europa muss scheinbar erstmal angegraut und mit möglichst vielen Fremdwörtern gespickt sein, bevor sie "seriös" ist und ernst genommen wird...der Spaßfaktor, oder auch nur ein bisschen Begeisterung für das gemeinschaftliche Zusammenleben hat da nichts zu suchen. Wie unheimlich schade. Durch weltfremde Spaßbremsen kann man eine Demokratie auch kaputt machen.

Ach ja: Moos ist doch süß. Auch das ist ein Symbol, für eine grünere Welt. Leider steht das der Bequemlichkeit und dem Egoismus von jedem von uns im Weg.
Titta schrieb am 30.05.2009 um 23:04
@Cassandra

Gehen Sie ernsthaft davon aus, daß >Wir<, die andere Hälfte, die Zusammenhänge der Wirtschaftskrise verstanden hätten?
Cassandra schrieb am 30.05.2009 um 23:48
Nein. War etwas missverständlich ausgedrückt. Ich meinte: Die gröbsten Zusammenhänge zu sehen, ohne, dass selbige hinter Verklausulierungen versteckt werden. Wahrscheinlich war das aber ein Denkfehler. Man neigt ja dazu, dass, was man selbst nicht versteht bzw. was vlt. auch keiner verstehen kann, noch komplizierter auszudrücken. Dann gerät man nicht in die peinliche Situation zu zeigen, dass man selbst keine Ahnung hat.
Titta schrieb am 31.05.2009 um 00:00
@Cassandra

Jetzt wirds verständlicher.
Nie vergessen:
>Das Volk ist doof, aber gerissen.<
Die Leute schnallen die ganzen Mechanismen vielleicht nicht, >wir< ja auch nicht. Aber wer die Vorteile von all dem hat und wer die Nachteile tragen muß, das wird sehr wohl verstanden.
Bildungswirt schrieb am 31.05.2009 um 19:33
Lieber Piiter,
nach so vielen Argumenten, die in dieser Unterdebatte vorgetragen wurden, solltest du überlegen, ob du deinen unpassenden Rep-Vergleich zurückziehst. Das wär doch auch mal was an Diskussionskultur in der FREITAG-Community oder? Einsicht aufgrund besserer Argumente und nicht einfach Kommunikationsabbruch.Träumen wir nicht alle davon? En bißchen Habermas live: "Der zwanglose Zwang des besseren Arguments".
Unabhängig davon akzeptiere ich immer authentische Gefühle. Die Pointe ist allerdings: weder dem eigenen Kopf noch dem eigenen Gefühl kann man als letzte Instanz immer trauen.
Gruß BW
Bildungswirt schrieb am 31.05.2009 um 20:03
Libe Titta,
du schreibst: "Nie vergessen:
>Das Volk ist doof, aber gerissen.<
Die Leute schnallen die ganzen Mechanismen vielleicht nicht, >wir< ja auch nicht. Aber wer die Vorteile von all dem hat und wer die Nachteile tragen muß, das wird sehr wohl verstanden."

Das müßtest du doch noch näher erläutern.

Das Volk ist mit Sicherheit nicht doof - ich würde eher sagen: sozioökonomisch ungebildet, verwirrt von vielen pseudointellektuellen Geschwätz, das als Sperrfeuer über die Medien hereinbrasselt. Dazu gehört u.a. "Gürtel enger schnallen" (obwohl doch schon ziemlich eng) oder "wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt" (seltsames WIR)
"Die Leute schnallen die ganzen Mechanismen vielleicht nicht, >wir< ja auch nicht".
Auch hier hätte ich etwas gegen das WIR. Die Prozesse sind weltwirtschaftlich kompliziert, aber nicht undurchschaubar.
Zur Einführung empfehle ich den kurzen, aber sehr prägnanten aktuellen Beitrag von Peter Bofinger: Die seltsame Logik des Finanzministers (Die Zeit, 28.05.2009)
Kritisch weiterführend - argumentations- und materialreich - www.Nachdenkseiten.de. Auch im FREITAG finden sich hier einige Beiträge, selbst mal surfen.
Gruß Bildungswirt
PS. Zu deiner Bemerkung bei Philip Grassmann "Zeit der Veränderung" bekommst du noch eine Antwort dort.
Bildungswirt schrieb am 31.05.2009 um 20:09
Hi Meisterfalk,
dein Falkenauge hatte scharf gesehen und gefolgert:"offen und platt russophobisch. Und das hat tatsächlich gut deutsch-nationale Tradition."
Dein Nachsatz "gut deutsch-nationale Tradition" bei den Grünen? Ich meine, dass die Einordnung hinkt. Sowohl bei den Grünen als auch in Deutschland seit min. 30 Jahren.
Gruß BW
Friedland schrieb am 31.05.2009 um 22:44
Hmm, da versucht eine westdeutsch geprägte Kleinpartei, mal anders zu sein (zugegeben, nicht ganz so wie früher als Anti-Partei) und schon meldet sich ein Rep-Orter, der überall das Schüren von Angst sieht...

Dabei hätten wir alle über eine derartige Extra3-Satire herzhaft gelacht. Aber eine Partei darf so etwas nicht? Ob den Grünen dieser Wahl-Spot Stimmen bringt, weiß ich nicht, aber lustig ist er allemal. (Und damit meine ich nicht den WUMS-Slogan.)

...Friedland...
Titta schrieb am 01.06.2009 um 00:44
@Bildungswirt

Deshalb steht das WIR ja auch immer in >Wir<.

Also ich versteh die ganzen wirtschaftlichen Zusammenhänge nicht wirklich. Muß ich auch nicht.
Ich hege aber große Zweifel, ob die ganzen Ökonomen das tun. Sollten Sie aber, ist schließlich ihr Beruf.
Bildungswirt schrieb am 01.06.2009 um 13:47
@titta
selbstverständlich steht es dir frei, ob du dich um ökonomische Interdependenzen kümmerst, diese verstehen willst. Ein MUSS gibt es nicht. Unabhängig von deiner subjektiven Präferenz ist jedoch dieses Subsytem "Wirtschaft" das prägenste der Gesellschaft. Richtungsweisende Prozesse laufen sozusagen hinter dem Rücken der Akteure.
Du schreibst: "Ich hege aber große Zweifel, ob die ganzen Ökonomen das tun. Sollten Sie aber, ist schließlich ihr Beruf." Deine Zweifel sind mehr als berechtigt, die gesamte anerkannte Zunft der Ökonomen hat sich bis auf die Knochen blamiert. Ihr Geschwätz ernährte vor allem sie selbst, ihre Modellspielwiesen und Instrumente versagten.Reine Ökonomen sind wesentlich blinde Maulwürfe, die überall ihre Gutachtenhäuflein hinterlassen. Das scheint "ihr Beruf" zu sein.
Gruß BW
Deaktivierter Nutzer schrieb am 02.06.2009 um 22:50
Oh, Pardon, ich meinte natürlich 'russophob'.
Russophobie gibt es natürlich nicht mehr in Deutschland, war 'n Scherz, kulturell seit Hans Rolf Rippert und politisch seit der Strickjackenfreundschaft nicht mehr. Wie ist das eigentlich mit einigen anderen ehemaligen Phobien? Sind die Türken Europäer, die Polen fleißig und Fiat eine so gute Automarke wie Opel?

@ Friedland
Formal und handwerklich der beste Wahlwerbespot, den ich gesehen habe. Allerdings ist Wahlwerbespotgucken kein Hobby von mir.
Bildungswirt schrieb am 03.06.2009 um 10:17
@meisterfalk
Bei den europäischen Phobien wird uns der Stoff nicht ausgehen, es gibt viel zu tun, manchaml dämmerts in den den geistigen Morgenstunden.
@ piiter
Schade, dass du ausgestiegen bist, dich den Kritiken an deinem Rep-Vergleich nicht stelltest.
gruß bw
misterl schrieb am 02.06.2009 um 10:03
Ein bisschen Ironie darfs sein. Frei nach Ina Deters Textzeile:

"Ich WUMSe es an jede Wand, neues Moos braucht das Land". Nimmt man Moos im übertragenen Sinne, würde es sogar passen. Aber so ist's wohl nicht gedacht.

LG
misterL
Bildungswirt schrieb am 02.06.2009 um 17:44
Die Grünen gehen demnächst unter die Sprayer. Berlin soll als großes Übungsfeld dienen.Die Berliner Polizei ist vorgewarnt, Claudia Roth ist mit Ton, Steine, Scherben live dabei.
Moos wird am Hegelplatz reichlich abgeladen, JA öffnet persönlich gern die große Tür, damit die Kartons, alles 500 Euro Scheine, auch unversehrt ankommen, schöne Grüße von Onkel Dagobert.
Bildungswirt schrieb am 10.06.2009 um 00:21
@misterL
Apropos "Moos". Hast du mal nach der Europawahl ausgerechnet, wieviel die Grünen für ihre WUMS-Aktion vom Staat als Wahlkampfrückerstattung bekommen?
Bildungswirt schrieb am 09.06.2009 um 23:12
Nachklapp zur Europawahl oder zum WUMS-Effekt:
Und das ist das wahre Endergebnis:

Wahlberechtigte: 62.202.967 – WählerInnen: 26.924.813 – Wahlbeteiligung: 43,3 %
1. Platz: NichtwählerInnen: 56,7 % der Wahlberechtigten (offiziös ausgegrenzt)
2. Platz CDU/CSU 16,4 % der Wahlberechtigten (offiziös: 37,9 %)
3.Platz SPD 9,0 % der Wahlberechtigten (offiziös: 20,8 %)
4. Platz Grüne 5,4 % der Wahlberechtigten (offiziös: 12.1 %)
5. Platz FDP 4,8 % der Wahlberechtigten (offiziös: 11,0 %)
6. Platz Die Linke 3,2 % der Wahlberechtigten (offiziös: 7,5 %)

Näheres bei Blogger Wolfgang Ratzel unter : www.freitag.de/community/blogs/wolfgang-ratzel/das-korrigierte-wahre-und-unverfaelschte-endergebnis-der-europawahlen
Bildungswirt schrieb am 09.06.2009 um 23:18
Ich hatte ganz vergessen zu erörtern, was denn der Wahlsieger mit 56,7% so denkt. Vielleicht brauchen wir dazu doch die Super-Nanny der Wahlanalyse? Jedenfalls mit gut 5% sind die Grünen noch gut weggekommen - trotz oder wegen WUMS? Besonders bitter scheint alles für die SPD, die glorreiche Partei der Arbeiterklasse aus längst vergangenen Zeiten. Früher hätte man bei 9% fast von einer Splitterpartei gesprochen?

Bis zur Bundestagswahl in gut drei Monaten können sich die Parteien noch sortieren. Gespannt erwarten wir den Wahlkampf der letzten drei Wochen nach den Sommerferien.
Bildungswirt schrieb am 09.06.2009 um 23:19
Ich hatte ganz vergessen zu erörtern, was denn der Wahlsieger mit 56,7% so denkt. Vielleicht brauchen wir dazu doch die Super-Nanny der Wahlanalyse? Jedenfalls mit gut 5% sind die Grünen noch gut weggekommen - trotz oder wegen WUMS? Besonders bitter scheint alles für die SPD, die glorreiche Partei der Arbeiterklasse aus längst vergangenen Zeiten. Früher hätte man bei 9% fast von einer Splitterpartei gesprochen?

Bis zur Bundestagswahl in gut drei Monaten können sich die Parteien noch sortieren. Gespannt erwarten wir den Wahlkampf der letzten drei Wochen nach den Sommerferien.
Bildungswirt schrieb am 09.06.2009 um 23:12
Nachklapp zur Europawahl oder zum WUMS-Effekt:
Und das ist das wahre Endergebnis:

Wahlberechtigte: 62.202.967 – WählerInnen: 26.924.813 – Wahlbeteiligung: 43,3 %
1. Platz: NichtwählerInnen: 56,7 % der Wahlberechtigten (offiziös ausgegrenzt)
2. Platz CDU/CSU 16,4 % der Wahlberechtigten (offiziös: 37,9 %)
3.Platz SPD 9,0 % der Wahlberechtigten (offiziös: 20,8 %)
4. Platz Grüne 5,4 % der Wahlberechtigten (offiziös: 12.1 %)
5. Platz FDP 4,8 % der Wahlberechtigten (offiziös: 11,0 %)
6. Platz Die Linke 3,2 % der Wahlberechtigten (offiziös: 7,5 %)

Näheres bei Blogger Wolfgang Ratzel unter : www.freitag.de/community/blogs/wolfgang-ratzel/das-korrigierte-wahre-und-unverfaelschte-endergebnis-der-europawahlen
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Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
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