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Wie verhalten sich Menschen, wenn sie unausweichlich mit Schuld und Verantwortung konfrontiert sind? Zu diesem Thema hat der gestrige Freitag Salon ein aufschlussreiches Experiment veranstaltet. Um die Bundeswehrreform ging es nur vordergründig. Die Zuschauer wurden Probanden einer Gewissensprüfung zum ethischen Dilemma um Töten und Krieg.
Was früher in den Gewissensprüfungen für Kriegsdienstverweigerer bloße Fiktion war, ist heute blutige Realität. 300.000 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr waren bereits im Ausland im „Einsatz“ – mehr, als hier in Deutschland stationiert sind. Was heißt das für uns als politisch denkende und handelnde Menschen, als rechtsfähige Subjekte des Volkes, das sie dorthin geschickt hat und das als Souverän ihren Einsatz verantwortet?
Schon die Teilnehmer auf dem Podium reagierten mit unterschiedlichen Strategien auf diese Frage, die unausgesprochen im Raum steht, wenn es heute um das Thema Bundeswehr geht.
Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Hellmut Königshaus, erwähnte immer wieder die aus der jüngeren Geschichte bekannten Eskalationen von Völkermord wie Srebrenica, Ruanda oder Dafour, wo man sich schuldig macht, wenn man nichts tut.
„Aber davon weiß man doch nur, weil heute überall die Kameras präsent sind.“ Moderator Jakob Augstein legte mehrfach den Finger in die Wunde von Königsteins Argumentation. Als der Wehrbeauftragte erklärte, dass man Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung durch innere Führung ausschließen könne, und diese Behauptung mit Beispielen von tadellosem soldatischen Verhalten zu belegen versuchte, konterte das JA mit der Bemerkung: „Das mag so passiert sein. Aber danach schicken wir dann nachts unsere Drohnen hin und mähen das ganze Dorf nieder – nicht wir selbst, aber doch unsere Verbündeten dort.“
Auch Andrea Jeske, Autorin von„Wir sind kein Mädchenverein. Frauen in der Bundeswehr“, die sonst eher zum Thema ihres Buches redete, widersprach Königshaus und hielt ihm den Luftangriff auf einen Tanklastzug, der Franz Josef Jung sein Amt kostete, als „Kriegsverbrechen“ vor. Der Wehrbeauftragte versuchte dies mit einer abstrakten Bedrohungslage zu widerlegen, auf die man vorsorglich habe reagieren müssen, da man in einer konkreten Bedrohungslage durch diesen Tanklaster sonst nicht mehr hätte reagieren können - in Ermangelung geeigneter Waffen. Es gab nur die Entscheidung zwischen diesem Luftangriff und dem Risiko, einem späteren Angriff mit dem gestohlenen Tanklaster wehrlos ausgesetzt zu sein.
Durch Andreas Timmermann-Levanas, den vierten Teilnehmer auf dem Podium, wurde eine andere Dimension von Schuld in diesem Krieg deutlich. Sein Buch „Die reden – wir sterben“ ist eine unmissverständliche Anklage. Schon der erste Blick auf den gut aussehenden, körperlich gestählten und geistig hellwachen Mann von Mitte Vierzig verrät, dass ihm dennoch etwas Wichtiges fehlt: Das innere Lächeln. Wer das nicht mehr hat, muss durch die Hölle gegangen sein. Der langjährige Offizier gehört zu den zwei Prozent, die irgendwann traumatisiert aus dem Einsatz zurückkehren. Rein rechnerisch wären das bislang etwa 6.000. Er selbst glaubt aber, dass es deutlich mehr sein müssen. Die Daten für die amtliche Statistik würden nämlich in zu kurzen Abständen nach dem Einsatz erhoben, manche Traumen zeigten aber erst nach dreieinhalb Jahren.
Andererseits muss ein Trauma innerhalb von zwei Wochen behandelt werden, sonst wird es „vererbt“. Diese Einsicht hatte jemand aus dem Publikum vom Berliner Therapeutenkongress mitgebracht. Genau dort liegt aber ein weiteres Dilemma: Die Therapeuten fehlen. Die Bundeswehr hat zwar aus Schäden gelernt und hält jetzt ein Therapeutennetz bereit, aber nur in der Theorie. Die Hälfte der Planstellen für Therapeuten beim Bund ist einfach nicht zu besetzen. Andreas Timmermann-Levanas hat deshalb mit betroffenen Kameradinnen und Kameraden eine Selbsthilfegruppe gegründet, dennoch musste er aus gesundheitlichen Gründen den Dienst quittieren. Jetzt kümmert er sich der frühere Oberstleutnant um Kriegsopfer.
Für das Publikum war das alles kaum zu ertragen. Die Kriegserlebnisse, die der ehemalige Pressesprecher der deutschen ISAF-Verbände in knappen, sachlichen Worten fast emotionsfrei schildern konnte, befremdeten einige, wie andere die Argumente des Wehrbeauftragten provozierten, sodass vielen das Zuhören und Stillbleiben schwerfiel.
"Ich bin doch gegen Krieg, also müsste das doch alles gar nicht sein, wenn es nach mir ginge." Als suchte man bei der Konfrontation mit Schuld reflexartig nach jener Unschuld, in der man seine Hände schnell waschen kann, hielten Zuschauer in der Diskussion druckreife Vorträge über patentreife Rezepte, mit denen sich alle Kriege vermeiden ließen, oder jedenfalls die deutsche Beteiligung.
„Man muss die Konflikte, die es anderweitig in der Welt gibt, einfach ausbrennen lassen. Anders wird man sie nicht los“, lautete die Lösung meines Nachbarn zur Linken. Als ihm dann aber Königshaus vorhielt, dass er mit dieser Haltung Völkermord begünstigen würde, nahm er sie fast restlos zurück: „Ich habe nie gesagt, dass ich alle Konflikte sich ausbrennen lassen würde.“
„Wer eine Uniform anzieht, muss wissen, was er tut. Seine Aufgabe heißt letztendlich: Töten. Wenn der traumatisiert wird, dürfen wir kein Mitleid mit ihm haben“, war beim anschließenden Smalltalk zu hören. „Traumatherapie darf es nur für Soldaten geben, die ihr Tun bereuen, die Waffen niederlegen und ‚gonna study war no more‘ beschließen. Den anderen darf man nicht helfen, man macht sie sonst nur wieder fit, um weiter zu töten.“
Die menschliche Art, mit Schuld und Verantwortung umzugehen, wenn Verdrängung oder Verleugnung nicht möglich sind, scheint das Draufschlagen zu sein, der Angriff als die beste Verteidigung. Die und die sind verantwortlich, weil sie den und den Fehler gemacht und mich nicht gefragt und/oder nicht auf mich gehört haben, denn ich hätte die Lösung, wie das alles nicht nötig wäre: Kein Krieg, keine Toten, keine Verwundeten, keine Traumatisierten.
So sehr solche Reaktionen menschlich verstehbar sind, so wenig können die zur eigenen Exkulpation dabei hochgehaltenen Patentrezepte irgendjemand außer dem Sprecher selbst überzeugen oder mit anderen Rezepten in Dialog treten - ein Effekt, der ein verantwortliches Nachdenken über realisierbare Konsequenzen leider eher verhindert als fördert.
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dazu
-> „Wer eine Uniform anzieht, muss wissen, was er tut. Seine Aufgabe heißt letztendlich: Töten. Wenn der traumatisiert wird, dürfen wir kein Mitleid mit ihm haben“, war beim anschließenden Smalltalk zu hören. „Traumatherapie darf es nur für Soldaten geben, die ihr Tun bereuen, die Waffen niederlegen und ‚gonna study war no more‘ beschließen. Den anderen darf man nicht helfen, man macht sie sonst nur wieder fit, um weiter zu töten.“ finde ich ja gut, dass ich mir keinen anschließenden small-talk angetan habe denn da wäre ich ... und ich hab nicht immer wen dabei, welche_r mich grad noch festhalten kann und wahrscheinlich war's auch schon wieder falsch, das hier so hingeschrieben zu haben aber sei's drum |
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Lieber Christian,
zu Krieg gibt es kein verantwortliches Nachdenken über realisierbare Konsequenzen. Krieg ist immer unverantwortlich. Man merkt es am Völkermordargument. Das ist wie der mehrfache Kindermörder als Argument für die Todesstrafe. Nur - diese Extrembeispiele lenken eher ab, als dass sie erhellen. Sie lenken ab von den Ursachen und Urhebern. Man stelle immer wieder folgende Fragen: Wann beginnt Völkermord? Wie entsteht Völkermord. Wo ist die Grenze, ab dem Krieg scheinbar notwendig ist? ... Und wenn man sich nicht mit Phrasen, immerhin seit Jahrhunderten, vielen Jahrhunderten einstudiert, abspeisen läßt, dann sind die angeführten Ursachen, die Begründungen für Kriege und Krieg selber zwei Seiten einer klingenden Münze. Diese Münze im Beutel läßt weder die Seele in den Himmel noch den Menschen in Frieden und Freiheit springen |
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@Streifzug
Die Bundeswehr ist ja auch nicht die Heilsarmee - auch wenn zu Beginn des Afghanistan Einsatzes so getan wurde. In dem anderen Punkt würde ich Dir, lieber Streifzug, noch mal widersprechen: Das Nachdenken über realsierbare Konsequenzen aus verantwortungslosem Handeln (Schuld) kann verantwortlich sein. Verantwortung schließt gerade dieses Nachdenken nicht aus, sondern ein. |
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Lieber Christian,
Danke für Deinen nachdenklichen Blog. Das Krieg, wie aus der Zeit gefallen rückwärtsgerichete Epochen sind, zeigt doch allein die Tatsache, dass in den Regionen, wo heute Krieg geführt, human- militärische Interventionen, mit und ohne UNO- Mandat, vollstreckt werden, jeder Ansatz von Infrarstruktur fehlt, die Wafen, die da zum Einsatz kommen, selber zu produzieren. D. h., die Waffen,die da zum Einsatz kommen, werden dort legal, scheinlegal, scheißegal über weisse über schwarze Märkte hin, durch politische Korruption vom Hindukusch, von Dafour bis herzulande , Drogenhandel, als mörderische Begleitmusik für ganz anderweitig überdimensionierte Projekte, finanziert, exportiert. Will sagen, die rt von heutigen asymmetrsciehn Kriegen hat weniger mit erklärten Kriegen im eigentlichen Sinne, als mit den nachwievor aufrechterhaltenen Wachstumsorgien der Geldmengen- , Wirtschafts- , Währungs- , Industrieploitiken der G 8- 20 Staaten zu tun. Angehörige der Bundeswehr in Afghanistan verteidigen eben nicht Deutschland am Hindukusch, sondern sind ebenso Opfer wie die einheimische Bevölkerung in Afghanistan dieser monströs haltlosen Wachstumsorgien Politiken der G 8- 20 Staaten. |
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@Christian
Was ist mit den Fragen, die Jakob Austein in seinem Blog zum Freitags Salon am 12. April 2011 eingeworben hat? Wurden die tangiert, gar abgearbeitet?, wenn nicht?, brauchen wir zukünftig die Berufung eines/er Speakerin aus der Freitags Community, die, der beim Freitags Salon anwesend, die im Blog aufgelaufen themenrelvanten Fragen zu einem angekündigten Freitags Salon, turnusmäßig, treuhänderisch vorträgt? siehe: www.freitag.de/community/blogs/jaugstein/freitag-salon-die-deutschen-und-ihre-armee 11.04.2011 | 11:48 Jakob Augstein Freitag Salon: Die Deutschen und ihre Armee freitag salon wehrbeauftragter bundeswehr Liebe Leser, morgen, am Dienstag, findet wieder unser Freitag-Salon statt, diesmal zum Thema "Das gespaltene Land. Die Deutschen und die Bundeswehr". Ressourcen Kolonialismus Einige meiner Fragen an den Freitags Salon vom 12. April: Joachim Petrick schrieb am 12.04.2011 um 15:24 Frage an die Freitags Salon Runde: Rekrutiert sich die Bundeswehr bei den Freiwilligen, wie Berufssoldaten/innen wirklich zunehmend aus Bürgern/innen der Neu- Fünfländer, wie es im Stern dieser Woche behauptet wird?, wenn ja, warum? [ comments 8 ] Joachim Petrick schrieb am 12.04.2011 um 15:33 Wird die Wehrpflichtarmee Bundeswehr auf ein Breufsheer umgestellt, um an den Haushaltkontrollrechten des Deutschen Bundestag vorbei, Auslandseinsätze der Bundeswehr zunehmend offen wie verdeckt über Schattenhaushalten, Nebenhaushalte, den Etat des Entwicklungsminsteriums und die gesetzliche Sozial- , Kranken- , Berufsunfähigkeits- , Unfallversicherung, KFZ- Haftpflichtversicherung zu finanzieren? Droht aus dem Soldaten als Bürger in Uniform der Bundeswehr mit Wehrpflicht, ohne Wehrpflicht, ein Landsknecht, ein Fremden Legionär in Räuberzivil, rekrutiert in allen Teilen der Welt, nur nicht in Deutschland? [Kommentieren] [Kommentar bewerten] [Kommentar melden] Joachim Petrick schrieb am 12.04.2011 um 15:37 Wird sich eine deutsche Berufarmee, bei fehlenden deutschen Bewerbern/innen, angesichts von wachsenden Auslandseinätzen der neuen Bundeswehr ohne Wehrpflicht, gezwungenermßen, darauf verlegen, Personal zuerst in anderen EU- Ländern, dann in Russland, der Ukraine, Letland, Estland, Litauen, Afrika, Asien, Südamerika, Australien zu rekrutier |
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nein, wurden sie kaum bis garnicht
was unter anderem daran lag, dass der deutsche mittelstand sich nun mal nur für eigene moralische dilemmata interessiert und auch PTSD nur in dieser hinsicht zu bearbeiten/bereden in der lage ist |
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@Joachim Petrick
Lieber Joachim, zu Michael Wolffsohns These ("Ossifizierung der Bundeswehr wegen Jobmangel") wurde tatsächlich einiges gesagt. Andrea Jeska hat nach meiner Erinnerung das bei den Frauen bestätigt. Hellmut Königshaus und Andreas Timmermann Levanas gaben aber Entwarnung, dass dieser Effekt die Wehrfähigkeit nicht schwächen wird, denn alle Bewerberinnen und Bewerber würden auf ihre Eignung getestet. Rechtsradikale ließen sich in einer Freiwilligenarmee sogar noch leichter ausschließen. Deine weiteren Fragen wurden nicht direkt behandelt. Wichtig ist vielleicht, dass die künftige Bundeswehr keine reine Berufsarmee sein wird, sondern mit einem hohen Anteil an Zeitsoldaten gerechnet wird, die dann nach ein paar Jahren wieder ins bürgerliche Leben zurück wollen. Darüber habe ich im Smalltalk noch kurz mit Hellmut Königshaus gesprochen. Mir war zu Ohren gekommen, dass sich die die spätere Eingliederung von Zeitsoldaten in den umkämpften Arbeitsmarkt schon jetzt schwierig gestaltet. Für Offiziere mit Hochschulabschlüssen ohne entsprechendes Betätigungsfeld beim Bund (z.B. Pädagogen) hat er mir diese Schwierigkeit bestätigt. Vor allem in sozialen Berufen sind Einsteiger um die 40 einfach nicht mehr gefragt. LG Christian |
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"Hellmut Königshaus und Andreas Timmermann Levanas gaben aber Entwarnung, dass dieser Effekt die Wehrfähigkeit nicht schwächen wird, denn alle Bewerberinnen und Bewerber würden auf ihre Eignung getestet. Rechtsradikale ließen sich in einer Freiwilligenarmee sogar noch leichter ausschließen."
Klischeealarm, lieber Christian. |
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@Magda
Den Klischee-Alarm hat in Wahrheit Michael Wolfssohn am 21. August 2009 mit seinem Namensartikel Die Bundeswehr ist eine Unterschichtenarmee in der "Welt" geschlagen. Auch wenn die Statistik stimmt, können Wolffsohns Schlussfolgerungen falsch sein. Die Tragödie ist, dass Versuche, sie zu widerlegen, nun selbst wie Klischeealarm aussehen. |
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Warum, liebe Magda, warst Du eigentlich nicht da - und auch nicht beim Medienkongress am Samstag? Hab Dich vermisst ...
LG Christian |
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Lieber Christian,
Du schreibst: "Hellmut Königshaus und Andreas Timmermann Levanas gaben aber Entwarnung, dass dieser Effekt die Wehrfähigkeit nicht schwächen wird, denn alle Bewerberinnen und Bewerber würden auf ihre Eignung getestet. " Da fühle ich mich missverstanden, Ich meine das nicht als Klischee aus vorliegenden Daten von regierungsnahen Instituten, wie angeblich Michael Wolffsohns These ("Ossifizierung der Bundeswehr wegen Jobmangel"), verstanden zu haben, sondern nehme das als Indiz, dass da durchaus im demokratisch autoritätsbewußten Sinne, Menschen im unverbrüchlich festen Glauben an das Gute in der Bundeswehr und ihre Mandate als Parlamentsarmee bisher zu dieser aus den Nufünfbundesländern finden. Wie wird das aber sein, wenn die Bundeswehr vom Grunde her eine Berufsarmee sein wird? tschüss JP |
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Hallo Christian,
nachdem was Du über den Freitags Salon meine Befürchtungen bestätigt hast, ist es ja naheliegend, eine/n FC- Speaker/in bei Freitags Salons einzuführen. Wie findest Du meinen Vorschlag? |
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Hallo Christian,
nachdem was Du über den Freitags Salon meine Befürchtungen bestätigt hast, ist es ja naheliegend, eine/n FC- Speaker/in bei Freitags Salons einzuführen. Wie findest Du meinen Vorschlag? |
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Hallo Christian,
nachdem was Du über den Freitags Salon meine Befürchtungen bestätigt hast, ist es ja naheliegend, eine/n FC- Speaker/in bei Freitags Salons einzuführen. Wie findest Du meinen Vorschlag? |
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Hallo Christian,
nachdem Du über den Freitags Salon meine Befürchtungen bestätigt hast, ist es ja naheliegend, eine/n FC- Speaker/in bei Freitags Salons einzuführen. Wie findest Du meinen Vorschlag? |
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Lieber Joachim,
das wird JA nicht mitmachen, JA wird das lieber selber machen - und dann doch nicht machen. Interessant wäre freilich, wenn wir einen Live-Stream (wie beim Medienkongress von taz und freitag) anbieten können und ein Blog auf freitag.de dabei live als Rückkanal nutzen. Dann könnte jemand von der Community das mitverfolgen und dann als Speakter auftreten - und auch die Fragen aus der Vorbereitung einbringen, die JA vergessen hat. Allerdings ist da die Zeit dann vielleicht zu knapp. Zum Ausgleich könnten aber danach (oder am Tag danach) die Podiumsteilnehmer im Blog auf Liegengebliebenes antworten, wenn sie wollen. LG Christian |
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Lieber Christian
"nteressant wäre freilich, wenn wir einen Live-Stream (wie beim Medienkongress von taz und freitag) anbieten können und ein Blog auf freitag.de dabei live als Rückkanal nutzen." Das hört sich mehr versprechend an. Danke. tschüss JP |
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ja - ein livestream mit blog wäre klasse!
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Lieber Christian,
war kein besonderer Grund. Anfälle von Lustlosigkeit suchten mich heim und eine unangenehme Zahngeschichte. Wobei mir die Bundeswehrgeschichte nicht mehr so nahe war, weil zuvor ja schon mal ein Freitag-Salon anlässlich der "Penthesilea"-Premiere zum Thema diskutierte. Aber, danke für Deinen Bericht. Und: Weil ich gerade hier bin: Gestern abend gabs noch eine Reportage im Ersten von Rita Knobel-Ulrich "Papa ist im Krieg". mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/799280_reportage---dokumentation/6942756_papa-ist-im-krieg Mir war eigen, als ich mir das ansah. Die Soldaten sind angehalten, sich nicht mit Fragen nach dem Hintergrund aufzuhalten. Die Politik hat so entschieden, Punkt. Gezeigt werden liebe, brave, sehr angepasste Mittelschichtsfamilien. Mir zum Teil absolut gruslig. Und Kinder, die sich mit netten Bilderbüchern über Papas Auftrag informieren können. Und die weinen und traurig sind, weil Papa eben nicht mehr mit ihnen kuschelt. Es war an allen vier Ecken Kitsch drin. Der Wind dreht sich, die Heimatfront braucht auch Bilder. LG Magda |
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www.freitag.de/community/blogs/magda/ein-vorfahr-und-sein-krieg-ii/
Und hier ein ellenlanger Beitrag aus meiner biographischen Kiste. Ich habe mich mit dem Thema recht umfänglich auseinander gesetzt. |
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Unsere Prekarierarmee im Video:
"Was heißt denn sensibel ausbilden?" Ab Minute 3:50. Ich sach mal, nicht der hellste Kopf, der "dazu gedrängt wird sensibel auszubilden" und offensichtlich die Bedeutung des Wortes gar nicht kennt. |
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Sensibel ausbilden. Tja, die meinen "gefechtssensibel" oder so.
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Ich habe nichts dagegen und dazu wäre die Wehrpflicht ein Beitrag, wenn junge Menschen für eine kurze Zeit zum Wehrdienst eingezogen werden und zwar zum eigenem Schutz des Landes. Außerdem lernen hier viele junge Menschen auch eine gewisse Disziplin und Ordnung. Einzuhalten wäre allerdings die Wehrgerechtigkeit, d.h. auch Rüpels müssen diesen Wehrdienst ableisten. Natürlich bin ich dafür, dass sich Jugendliche für den sozialen Dienst in dieser Zeit entscheiden können, die strikt den Gebrauch der Waffe ablehnen.
Was ich strikt ablehne, sind die Auslandeinsätze der Bundeswehr wie in Afghanistan, weil Afghanistan für mich kein Krisenherd ist. In Krisenherde sollen unter Leitung der UNO durchaus Kampfgruppen verschiedener Länder eingesetzt werden, wenn es um Völkermord geht. Ansonsten haben sich Armeen aus anderen Ländern heraus zu halten. Was die USA z.B. im Irak veranstaltet hat, bezeichne ich als Kriegsverbrechen. Und das ist hier nur ein Fall, Vietnam und Länder in Südamerika ergänzen das. In Afghanistan hat die Bundeswehr überhaupt nicht zu suchen. Der Einsatz ist genau so zu verurteilen, wie der damalige Einsatz von Soldaten der Sowjetunion. Die BRD hat sich also mit Kritik an anderen Ländern zurück zu halten. |
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Krieg
Herrin: es ist Zeit. Der Friede war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren laß die Furien los. Befiehl den letzten Klugen dumm zu sein; gib ihnen noch einige Bedenkentage, dränge sie zur Verblendung hin und verjage den letzten Sinn in durch Lug und Schein. Wer jetzt ohne Vernunft ist, erwibt sich keine mehr. Die jetzt arm sind, werden es fortan bleiben, werden wachen, hungern, flehend lallen und werden vor den Armeen hin und her unstet fliehen, wenn die Bomben fallen. |
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@born2bmild
Krausens letzte Tage der Menschheit, zusammengefasst in den Versen seines Erzrivalen Rilke? Wenn man die beiden so einfach miteinander aussöhnen kann, dann geht das auch mit dem Rest der Welt. Möglicherweise nur eine Frage von Empathie und Fantasie. LG Christian |
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Lieber Christian Berlin,
mit Soldaten kann ich sehr wohl Mitleid haben, auch mit Andreas Timmermann-Levanas, der gegen Ende der Veranstaltung seine eigene Traumatisierung kurz zur Sprache brachte..... dass er mir leid tut, habe ich Dir auch gesagt, denke ich? Da aber die Ausübung von Gewalt, also die Verletzung und Tötung von Menschen untrennbar mit dem "Handwerk" der Soldaten verbunden ist, bin ich befremdet, wenn eine Ex-Soldat dringend nach der Trauma-Therapie ruft, ohne einen Gedanken über die Traumatisierung der Opfer auf der Gegenseite zu verlieren... Versöhnung kann doch nur erfolgen, wenn man zusammen weint, denke ich.... |
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über 'verlorene gedanken' ist schwer etwas zu wissen....
unausgesprochen kam Afghanistan als traumatisierte gesellschaft schon vor, nämlich in den zweifeln des ex-soldaten an der offiziellen zahl der traumatisierten soldaten und in seinen eigenen hochrechnungen, wie viele es denn sein könnten, und in seiner angedeuteten frage, was damit auf die hiesige gesellschaft zukäme... so nahm ich auch den eindruck mit, dass nicht jede_r pazifist_in zum therapeut_in geeignet sei |
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lieber archinaut, dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen: "Versöhnung kann doch nur erfolgen, wenn man zusammen weint, denke ich."
aber wann und wo gehts denn schon mal um versöhnung? das riecht ja schon irgendwie nach verweichlichung. meist ist das thema rekrutierung, besoldung, bewaffnung, besatzung, befriedung, enteignung, vergeltung, entschädigung ... kurz, amtssprachliches. |
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da ist er ja wieder
der versöhnende vorhalt so macht therapie echt spaß! |
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Liebe rahab,
"über 'verlorene gedanken' ist schwer etwas zu wissen....", ja, das stimmt, hier kann ich nur meine oberflächlichen Eindrücke über den ehemaligen Bundeswehrsprecher ventilieren..... als Bundeswehr-Denker wurde er ja nicht vorgestellt, auf dem Freitag-Podium gilt das gesprochene Wort.... "Versöhnung" habe ich schnell mal überprüft, hat zum Glück keine Gender-Problematik ;-)) |
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Wo es "nicht um Versöhnung geht",
lieber Joachim Petrick, sollte gelegentlich doch Verschwesterung und Verbrüderung versucht werden..... |
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lieber archinaut
vielleicht habe ich da auch mehr 'verlorene gedanken' gehört als du? ich habe die bühne nur von der steinernen bank aus hinten gesehen, also sehr seitlich und vielleicht war das auch gut so (weil bei PTSD eben nicht nur das gesprochene wort gilt ...) aber selbst von da hinten aus hatte ich den eindruck, dass es ein, zwei situationen gab, in denen der junge mann fast abgekippt wäre - und das müssen nicht unbedingt bilder von 'kameraden' gewesen sein, die er da mühsam zurückdrängte bei seinem bericht aus Sarajewo jedenfalls garantiert nicht und bei seinen hochrechnungen hatte ich mal kurz den eindruck, dass er den Königshaus am liebsten 'erschossen' hätte und das nicht nur, weil 'die kameraden' nicht gut versorgt sind, sondern weil der die gesellschaftliche dimension nicht zu begreifen schien |
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hat sich tolstoj nicht genug mühe gegeben beim schreiben über krieg und frieden, dass wir mehr als ein jahrhundert später noch meinen, das epos fortschreiben zu müssen?
lieber christian, in deinem sehr anschaulichen bericht habe ich keinen hinreichenden grund gefunden, an einer diskussion an zentralem ort über das thema teilzunehmen. streifzugs einwurf, dass nicht die entscheidenden fragen gestellt wurden, fragen nach den ursachen und urhebern, kann ich nur unterstreichen. warum leben wir nach so viel kriegserfahrung immer noch in einer kriegsgesellschaft mit tief verankerter kriegskultur? ganz bescheidenes beispiel: straßennamen und gewaltverherrlichung. |
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>>>So sehr solche Reaktionen menschlich verstehbar sind, so wenig können die zur eigenen Exkulpation dabei hochgehaltenen Patentrezepte irgendjemand außer dem Sprecher selbst überzeugen oder mit anderen Rezepten in Dialog treten - ein Effekt, der ein verantwortliches Nachdenken über realisierbare Konsequenzen leider eher verhindert als fördert. <<<
Als Aussage eines sich um Aufträge bemühenden Therapeuten geht das in Ordnung. |
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@Streifzug
@h.yuren Danke für eure kriegskritischen Kommentare! Krieg ist immer unverantwortlich. (Streifzug) hat sich tolstoj nicht genug mühe gegeben beim schreiben über krieg und frieden, dass wir mehr als ein jahrhundert später noch meinen, das epos fortschreiben zu müssen? (h.yuren) Ein Unterschied ist wohl, dass euren klaren Sätzen zustimme, aber auch die andere Seite sehe und beides zusammen dann ein "ethisches Dilemma" genannt habe. Mich würde eure Antwort auf die anderes Seite dieses Dilemmas interessieren. Was würdet ihr z.B. dem Interviewpartner von Perdita, der Witwe unseres lybischen Bloggerkollegen Mohammed Nabu antworten, den sie heute früh von Bengasi aus in Misrata am Telefon hatte, während dort vermehrt die seit letztem Jahr international geächteten Streubomben vom Himmel fielen? Ein Auszug aus dem Hilferuf von heute früh: this is Misrata with u, sky is black, qasr ahmed and Zaroog area shields people, Dazu exemplarisch meine Frage: Was antwortet ihr auf diesen Hilferuf wegen der Streubomben, von der Prämisse her, dass Krieg unverantwortlich ist und seine Geschichte nicht fortgeschrieben werden sollte? Sagt ihr: Da seht ihr mal, wie verantwortungslos Krieg ist, auch Bürgerkrieg, ergebt euch und stellt euch ohne Gegenwehr dem Blutbad zur Verfügung, das der Revolutionsführer angekündigt hat, als noch friedlich gegen ihn demostriert wurde - dann handelt ihr verantwortlich, und wer weiß, vielleicht macht er es ja doch nicht wahr? Aus meiner Sicht gibt es nur dieses Alternative, eine dritte Option sehe ich nicht. Kann man einen Notwehrverzicht den Menschen dort wirklich abverlangen? Oder würdet ihr ihnen ein Recht auf bewaffneten Widerstand gegen das von Gaddafi im Fernsehen angekündigte Blutbad an ihnen zugestehen? Gesetzt den Fall, dass es dieses angekündigte Blutbad und ein Widerstandsrecht dagegen gibt, gibt es dann auch eine Beistandspflicht für uns, die über bloß moralischen Beistand hinaus geht? Oder müssen wir dem Sprecher antworten: Streubomben haben wir international geächtet, deshalb werden wir euch, wenn ihr sterbt, auch "die Guten" nennen und Gadaffis Rücktritt fordern. Mehr können wir im Moment aber nicht für euch tun, jedenfalls nichts, was ihr mit Sicherheit noch erleben werdet. Ich sehe das alles als schlechte Auswege aus einem Dilemma an. Habt ihr zwei einen besseren? Oder rede ich mir da ein Dilemma bloß ein - man hält sich einfach raus, und alle sind glücklich, alles wird gut, oder wenn nicht, bleiben wenigstens wir für alle die Guten? Ich bin gespannt und würde mich über Antworten auf das in Rede gestellte Dilemma freuen - selbstverständlich auch von anderen Bloggerinnen und Bloggern. LG Christian |
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Da lassen aber wieder mal die kuwaitischen Frühchen aus ihren Brutkästen grüßen! Wie sollen denn die Streubomben über Misrata gekommen sein, wenn kein libysches Flugzeug in der Luft war? Schlimm genug, wenn ein Christ solche stumpfe Hetze penetriert, noch dazu in diesem gequält moralinsauren Predigerton. Würg!
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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