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Die geheimnisvollen Aschkenasim
Es geht, angeregt durch Thilo S. „Mut“, er ist der geborene, kommende Preisträger für Dr. Hubert Burdas Niederwildbaby, ohne Hemmungen weiter mit der schlammigen Diskussion.
Die genetische Anthropologie, die heute relativ schlüssig belegen kann, dass die ganze, heute lebende Menschheit wenige, vielleicht nur eine Wurzel hat (mit den Neandertaler-Genen in Mitteleuropa, deren Spuren noch beim Sapiens sapiens nachweisbar sind, vielleicht mindestens deren zwei), wird zusammengerührt mit Studien über Gendefekte bei extrem kleinen Populationen und den dabei auftretenden Seiteneffekten, dann verblendet mit der angeblich aus IQ-Tests und der Zwillingsforschung abgeleiteten, überprüfbaren Überzeugung, Intelligenz sei zu einem hohen, direkt feststellbaren Maß nicht individuell, sondern ethnisch und rassisch vererbt und eben kaum durch Erziehung und Bildung beeinflussbar. - Wie das biologisch überhaupt gehen soll, wen interessiert das noch?
Eine große Rolle für die Argumente spielen dabei die Aschkenasim, die, wiederum vor allem in relativ kleinen Gruppen, keinesfalls als Gesamtpopulation, relativ streng, untereinander heiraten und durch eine relativ hohe Zahl an seltenen, genetisch verursachten Defekten, andererseits auch, das ist allerdings wegen der geringen, überhaupt getesteten Zahl an Probanden schon wieder fraglich, durch eine um 15 Punkte höhere Intelligenz im IQ-Test, auffallen sollen.
Das Ganze wird meist noch unterfütttert mit der Bemerkung, jüdische Bürger der Vereinigten Staaten, immer einschließlich der Emigranten aus Westeuropa (!), hätten proportional mehr Nobelpreisträger hervor gebracht und das belege wiederum die überlegene Intelligenz im Vergleich zu anderen halbwegs eingrenzbaren Populationen, vorzüglich der der Muslime in Europa. Das das eben nicht so ist, biologisch auch gar kein Merkmal darstellt, interessiert wirklich niemanden mehr.
Die Menschheit veräppelt sich gerne selbst und führt Nebengefechte, weil viele Leute nicht zu ihrem Urteil stehen, das da lautet, sie wünschten sich die Rückkehr zur kulturell, und neuerdings wieder, biologisch, homogenen Gesellschaft und die Abkehr von sichtbarer Multikulturalität.
Es fehlt nur noch, dass Pop- und sonstige Medienkünstler es nicht mehr ertragen, als mediteran-orientalische, irgendwie andersfarbige Menschen erkennbar zu sein, und dazu über gehen sich europäisch- operieren und depigmentieren zu lassen. - Die literarische Vorlage lieferte, zur Hochzeit des Antisemitismus vor dem Kriege, Oskar Panizza in seiner Geschichte vom „Operierten Jud´ “, eine andere Vorlage hieß wohl einmal Michael Jackson.
Weder produzierte die kleine Gruppe der genetisch so aufälligen Aschkenasim die Nobelpreisträger, noch stammen alle Juden aus einer einzigen genetischen Wurzel, wenn man nicht zur Binse Adam und Eva zurückkehren möchte, mit der mittlerweile die ganze Menschheit, aufgereiht an ihren Haplo-Gengruppen, jeweils über mütterliche Mitochondrien-DNA und väterliche Y-Chromosom DNA, miteinander verwandt ist.
Nicht nur die Lust am Stammbaum (in Utah, bei den Mormonen, stehen die besten und kostengünstigsten Labors) und am Wissen um die Herkunft der möglichst jüdischen Stammmutter bei offiziellen Beziehungen, sondern vor allem die ganz reale Angst, ein Kind zu zeugen, das an einer der fiesen Genkrankheiten (Es sind mehrere!) leidet, die so gehäuft auftreten können, weil biologisch wenig Mischung eintrat, treibt diese Menschen in die Screening-Labors.
Es ist eine Bürde, zu wissen man vererbt, mit viel höherer Wahrscheinlichkeit, schwere Krankheiten. Glauben Sie mir wenigstens das. Lieber schnell einen Heterozygoten-Test.
Nun streiten sich die Kinder Adams und Evas, wer denn der Klügste, Weiseste und Fitteste Clan sei, geeignet der Kinderlosigkeitsfalle und der angeblichen kulturellen und sozialen Verfallstendenz entgegen zu leben. - Lächerlicher kann man sich nun, als Vertreter der Spezies Sapiens sapiens wirklich nicht mehr machen, als diesen Quark nachzukauen. Biologie kennt keine Einordnung nach Oben und Unten, keine Rangstufen und Höherwertungen. Gewollt ist einzig die Menschheit, denn in ihr steckt ganz offensichlich ein biologischer Drive, sich über die Erde auszubreiten, die Herrschaft zu übernehmen und ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Das schließt nicht einen einzigen geborenen Menschen aus.
Was allerdings stimmt und dann ist es doch wieder banal. Diese Aschkenasim, also die, die häufiger an Stoffwechselstörungen leiden, teilen die defekten Genlocci mit arabischen Menschen (!), die sie auch, aber wegen der größeren Durchmischung, seltener besitzen.
Was macht nur der Nobelpreisträger, der kein „Intelligenzgen“ hat, weil er nun zwar Jude ist, aber offensichtlich nicht aus einem so engen Pool an heiratsfähigen und überhaupt untereinander heiratwilligen Teilen der jüdischen Bevölkerung stammt? In Tränen ausbrechen?
Israel ist eine, was seine jüdische Bevölkerung angeht, genau so gemischte Nation, wie z.B. die Deutsche. Bei uns gibt es ja zumindest eine einzige schöne literarische Stelle, die das auf den Punkt bringt. Nämlich die, in der der General Harras, „Des Teufels General“, seinem Leutnant verklickert was wahrhaftiger rheinischer Adel ist, nachdem der Junge Sorgen bezüglich seiner arischen Herkunft bekam. Da, am Rhein, lebten ja auch lange Aschkenasim, viele goldene Generationen lang, bevor die Pogrome begannen.
Juden kamen aus ganz unterschiedlichen Weltgegenden nach Israel und neben den beiden großen Gruppen der Aschkenasim (jetzt sind nicht die Wenigen in New York mit dem Risiko für spezielle Gendefekte gemeint), -die sich selbst wieder spalteten in relativ getrennte, auch untereinander nicht häufig heiratenden Großgruppen- , und den Sephadim, die wiederum häufig Aschkenasim aufnahmen (Namenspräfixe und Stämme erinnern), bei denen ich das jetzt nicht so genau weiß in wie viele Großgruppen sie sich teilten, leben dort welche mit arabischen, äthiopischen und orientalischen Wurzeln. Für die Aschkenasim kann als gesichert gelten, dass sie z.B. eine teilweise Übereinstimmung mit der kaukasischen Urbevölkerung in ihren Genen mitführen.
Eines ist natürlich klar, auch in Israel gibt es im Prinzip völkisch denkende und auf die Reinhaltung der eigenen Gruppe achtende Geister. Sie existieren in jedem Land der Erde, und sie vertreten den Glauben an Abstammung und Gene mit besonderer Vehemenz.
Aber ebenso steht man dort vor dem Problem, dass die Gesellschaft in soziale Schichtungen zerfällt, bei der bestimmte Gruppen schon durch Herkunft und Bekenntnis mehr Chancen und mehr Teilhabe an den Ressourcen der Gesamtgesellschaft erhalten als andere, und einige Gruppen als Sündenböcke herhalten müssen. Aufgrund von simplen Körpermerkmalen (Hautfarbe) und Ethnie, Kleidung oder Sprachmängeln, werden sie eher zur Unterschicht gerechnet oder zu Außenseitern erklärt und sollen das implizit bleiben. Das Stigma und die sozialen Präferenzen führen dazu.- Über die arabischen, nicht – jüdischen Israeli steht dann hier noch kein Wort. Denn die bekommen, wie bei Sarrazin die türkischen Muslime, ein eigenes Kapitel ( ;-((( ).
Wir merken, es geht in Israel ganz genau so zu, wie bei uns und anderswo auf der Welt. Und in den Vereinigten Staaten kochen Ideologen mit den gleichen biologistischen Versatzstücken an ihrer Sozialgeschichte der Höherentwicklung der Menschheit und verhindern das Wesentliche, nämlich die Ausbildung eines Gemeinschaftsgefühls derer, die ursprünglich von ganz unterschiedlichen kulturellen und geografischen Orten kamen. - In der Bürgergesellschaft ist das aber die wichtigste Voraussetzung, um nicht in das Modell einer formierten und geschlossenen Gesellschaft, die kennen wir ja, zurück zu fallen.
Sarrazin hat auf seiner Pressekonferenz noch einmal betont, er halte viele Muslime, auch bei einer Anstregung im Bildungs- und Sozialbereich, nicht für integrierbar. Es gebe Ausnahmen, und der freundliche Blick fiel auf die neben ihm sitzende Necla Kelek. - Leises, freundliches Lachen im Raume. - Da stockt einem Zuseher und Hörer der Atem, denn da ist jemand gerade selektiv tätig!
Leider bessert sich das nicht, weil Frau Kelek gerne mitspielt. Sie ist die Vorzeigedeutschtürkin, das Roll-Model(l).
Thilo Sarrazin äußerte sich auch zur Einwanderungspolitik. Ein Vorbild sei ihm, unter anderen, das Verhalten der Vereinigten Staaten. Da müssten Einwanderer sich entweder anpassen oder wieder gehen. Die Green Card werde nur für Qualifikationen vergeben. Unerwähnt ließ er das gewaltige Illegalen- Problem der USA. Wahrscheinlich wäre ihm ein Rechtlosenstatus für Immigranten lieber, über die dann die Wirtschaft und der elitäre Privatmann verfügen könnte, die man aber nach Belieben aus Dienststellungen und Gelgenheitsjobs, zu mehr sind die Armen ja nicht tauglich, auch wieder ins Ausland transferieren kann. - Solches Gebaren soll es übrigens sogar bei den höchsten Offiziellen der UN in New York, ganz inoffiziell geben.
Christoph Leusch
Lesenswert zum Thema:
Ramona Ambs, "Neo-Sarrazismus, Rassismus ohne Rassisten":
Hierin auch ein guter Verweis zu den seltsamen Quellen der Wissenschaft unseres derzeitigen Gesprächthemas Nr.1 ( www.hagalil.com/archiv/2010/08/29/sarrazin-6/ ).
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sooo geheimnisvoll nun auch wieder nicht
www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Judaism/Ashkenazim.html mit weiterverlinkung auf die EJ die sepharden haben übrigens mit Sfarad zu tun (Spanien - was war da noch gleich? und wohin gingen die dann so? ... ach, ins osmanische reich auch? - weshalb sich schlußendlich in der Türkei große sephardische, ladino sprechende und schreibende gemeinden befanden ...) und wie sich das mit den arabischen, äthiopischen (die sog. kuschim, also die aus dem nicht nur biblischen lande Kusch), indischen ... verhält und dann auch noch mit den chasaren ... zur historie findet mann einiges in Ilan Halevi, Auf der Suche nach dem Gelobten Land. |
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Absolut. Der Titel war auch ein wenig ironisch gemeint. Ich habe einfach mal so geschrieben was mir bei der Nachrichtenlage am Abend noch so in Erinnerung war und wollte mehr zu der verfluchten Genetikdiskussion sagen.
Halevi, das ist ein Grenzgänger mit Mut. Ob ich zu dem Buchtipp bald komme? Schönen Abend noch Christoph Leusch |
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schlußendlich in der Türkei
wo sie zu ruhm und ehren gelangten. |
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"...mit der mittlerweile die ganze Menschheit, aufgereiht an ihren Haplo-Gengruppen, jeweils über mütterliche Mitochondrien-DNA und väterliche Y-Chromosom DNA, miteinander verwandt ist...."
Huch! Dann waere also Rahab mit mir verwandt? Hihi, aber ich auch mit Kühn :-)), aber ohne Flax: Ein Gebiet, wo die Genetik fröhliche Urstaend feiert, ist der Sport. Brasilien hat gute Fussballer, gell? Oder so unterschiedliche Laender wie Daenemark und die Türkei kaufen Leichtathleten aus Abessinien, und wirklich gewinnen Kipketer und Abeleygesse Medaillen für sie.... Die Tendenz ist zur Zeit fatal. Sah in den Nachrichten die grossen Demos in Washington: Die Konservativen fast ausschliesslich mit Weissen und natürlich Sarah Palin, die andern fast ausschliesslich mit Schwarzen :-(( |
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da siehste mal! auch du gehörst zur family!
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Also Hibou,
Ich habe ja, zum Thema "Intelligenz-Gen", Aschkenasim, nun erst einmal genug gesagt, daher kann es mit Scherzen weiter gehen. Sie müssen, dürfen, sollten, lieber Hibou, tatsächlich von einer entfernteren Verwandtschaft mit o.g. angesprochenen, und natürlich ein paar Milliarden weiteren Personen ausgehen. Kleiner Nachtrag trotzdem noch zur Biologie: Die zu Vergleichszwecken herangezogenen Merkmale des menschlichen Chromosomensatzes (man kann ja auch HLA-Muster, statt Y Chr.-DNA vergleichen) und der mitochondrialen DNA sind meist nicht einmal vollwertige Gene, aus denen direkt etwas wird oder werden könnte (schlummernde Eigenschaften, ungeahnte Reserven), sondern reine Oberflächenmarker, genauer, spezifische Abfolgemuster der vier verfügbaren Basen in einem DNA-Strang, die relativ stabil geblieben sind. Sonst gäbe es keinen Stammbaum der Menschheit auf molekularer Basis. Nebenbei, eine der wissenschaflichen "Breaking-News" mit Langzeit Effekt). Sie wissen ja auch, der Fußballweltmeister Carlos Dunga wurde auch in Brasilien häufig als deutscher Brasilianer bezeichnet. Genetik oder Spielbeobachtung der "Panzer" durch Fußballspione, gar Selbsterleben beim VfB Stuttgart? Äthiopier und Kenianer müssen Weitlauf- und Ausdauergene haben, Dänen eher nicht, die fallen zu schnell irgendwo in ein Wasser. Aber schwimmen sollten sie können. Tja, wann Miss Paläo-Palin ihre Hautfarbe änderte, ist noch nicht ganz klar. Wir bekommen es bestimmt noch raus. Irgendwann vor der Polwanderung ihrer Ur-Mutter, bzw. des Ypsilons. Ernst: Schrecklich, wenn sich das schon wieder so sortieren sollte. Liebe Grüße :-))) Christoph Leusch |
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"Ein Vorbild sei ihm, unter anderen, das Verhalten der Vereinigten Staaten. Da müssten Einwanderer sich entweder anpassen oder wieder gehen"
- Die sind ab 1492 nicht gegangen, sondern haben die Indianer vertrieben, sich Sklaven angeschafft und sind seitdem damit beschäftigt, einigermaßen miteinander klar zu kommen. |
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Guten Abend Herr Leusch,
"wenn man nicht zur Binse Adam und Eva zurückkehren möchte" Heute im MDR; Thema Charles Darwin: Ca. 15% der Deutschen glauben an die Schöpfungsgeschichte. Der Bundespräsident glaubt daran. Die Anzahl privater Schulen, welche anstatt der Biologie die Schöpfungslehre verbreiten nehmen zu. Wie das Laborjournal vor zwei Jahren beklagte wurde in der Biologie sogar eine Professur an eine bekennende Kreationistin vergeben, ein reines Politikum. Die Evangelikalen sind doch auf dem Vormarsch. Hurra wir verblöden! Insofern hat der Royal TS nicht ganz unrecht mit seinem Käse. Nur ist das nicht die Schuld der Migranten, sondern das Verlangen nach Einfachheit. "Biologie kennt keine Einordnung nach Oben und Unten, keine Rangstufen und Höherwertungen." Herr Leusch worauf basieren denn dann erstellte Stammbäume? Zwar hat man sich von der klassischen Taxonomie abgewandt und auch das neuere System nach Peter Ax ('Das System der Metazoa') wird heute nach Forschungsergebnissen aus der Molekularbiologie erstellt. Aber es gibt sehr wohl ein Oben ein Unten und Rangstufen. Es wird u.a. nach weiterentwickelten Proteinen/-strukturen gefahndet und woher sich diese ableiten lassen. Realtiv Widerspruchsfrei funktioniert das bei den Prokaryonten mit dem Vergleich der 16S rRNA. Solche Einteilungen erfolgen wertfrei. Es gibt kein "besser" und auch der Begriff "schlechter" wird vermieden, aber der Begriff Effizienz (Bsp. effizientere Strukturen zur Kohlenstoffverwertung) wird durchaus verwendet, was einer Höherwertung entspricht. Selbst beim Radiationsstammbaum der Eukaryonten sitzen die evolutiv neueren Organismen "Oben". Das viele Menschen dazu neigen die Feingliedrigkeit wissenschaftlicher Formulierungen in grobschlächtigen Unfug umzudeuten geschieht leider schon sehr lange und häufig. Insbesondere die Genetik wird dazu gern zweckentfremdet. In nicht unerheblichen Maße haben dazu die Medien ihr Scherflein dazu beigetragen (Negativismus, Zuspitzung, Übertreibung usw.). Ihr Blogbeitrag hat mir gefallen, ich habe ihn mit einigem Schmunzeln gelesen :-) freundlich grüßt Der Technixer |
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Danke für die Blumen, Technixer!
Was kann die Evolution dafür, dass sie fortschreitet? Weiterentwicklung und Fortschritt, die Nomen, haben gleich schon wieder so eine wertende Konnotation. Da kann man nichts ändern dran. Aber für Biologen oder andere Naturwissenschaftler, ich glaube für die meisten Wissenschaftler überhaupt, ist der genetische Stammbaum der Evolution neutral. Was den "Royal TS" angeht, da schriebe ich dick ganz ungenießbar hin, nicht einmal teilweise wohlschmeckend und gesund. Mir ist auch egal, ob andere Leute ihn zur NPD oder sonst wo hinstellen. Da gehört er sicher nicht hin. Aber einen Gefallen hat er weder sich, noch unserer Gesellschaft getan und schon gar nicht das Wohl des Landes gemehrt. Sein Konto wird trotzdem wachsen und Leute mit dem Quast an Buch anfangen, was sie gerade wollen. Damit lassen sich leider beliebig Wandflächen der Öffentlichkeit braun einfärben, besonders dort wo Pro-Initiativen nun wochen- und monatelang Lesungen veranstalten. Die haben das mit den Beiträgen Keleks, Broders und Raddatz´ (nicht der FJR-ZEIT, der H.P. ist gem.), mit Gunnar Heinsohns jungen muslimischen Männern im Überschuss, und seinen unintelligenten Buschmännern, in der Vergangenheit auch getan. Die Damen und Herren leben derweil ganz gut von den Tantiemen und Sitzungsgeldern, heben die Hände, so war es doch nicht gemeint, was kann ich dafür, wenn ich so verstanden werde. Die derzeitigen geistigen Oberschiedsrichter Deutschlands, jedenfalls die, die in der Massenöffentlichkeit derzeit wirklich was zählen, haben sich noch nicht alle geäußert. Harald Schmidt, Günther Jauch, Peter Sloterdijk. Einer, der Freiherr aus dem Bayernland, hat zumindest angedeutet, die Wortwahl passe ihm nicht und Sarrazin müsse von seinen Ämter zurücktreten (das muss man ihm schon hoch anrechnen) und Frank Schirrmacher (FAZ,FAS) hofft auf das Wunder der Ausnahmepersönlichkeiten aus dem Kreise der Angeschmierten und fürchtet sich vor den Folgen, findet aber viel an den Thesen richtig. Liebe Grüße Christoph Leusch PS: Es stünde an, sich nach der genetischen Schiene, nun einmal das zweite Standbein platter Polemik bei Sarrazin anzuschauen, die Kostenfaktor- und Effizienz-Rhetorik. Das ist ja sein ureigenes Gebiet. |
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Die Diskussion, ob Intelligenz erblich ist, ist doch völlig albern. Niemand würde z.B. bestreiten, dass athletische Leistungen zu einem großen Teil genetisch bestimmt sind, und dass es dabei auch große statistische Unterschiede zwischen verschiedenen Ethnien gibt. Sich auf eine Debatte einzulassen, bei der verschiedene Studien gegeneinandergesetzt werden, ist an dieser Stelle zutiefst fehlgeleitet: was passiert denn, wenn es irgendwann tatsächlich eine Studie gäbe, die zeigt, dass die Einwohner von Ostoberammergau zu 80% einen genetischen Marker aufweisen, der mit einem 5 Punkte niedrigeren IQ korreliert, oder zu schlechteren Fußball-Leistungen, oder zu Unmusikalität? Lassen wir sie nicht mehr zum Abitur zu? Streichen wir ihnen das Kindergeld? Im umgekehrten Fall aber nicht?
Es ist die Natur der Naturwissenschaft, dass auch Sachen rauskommen können, die mir oder Ihnen nicht ins egalitaristische Weltbild passen. So what? Ethische Fragen sind keine naturwissenschaftlichen Fragen. Aus dem Sein der Natur läßt sich kein Sollen ableiten, sondern allenfalls ein Können, also die Möglichkeiten, die Menschen besitzen. (Und es ist, ganz unabhängig vom durchschnittlichen IQ, keine Frage, das sehr viele von den Kreuzberger Gemüsehändlerkindern bei entsprechender Betreuung gute Studienabschlüsse machen könnten.) |
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schrieb am
02.09.2010 um 13:47
Danke,Joscha Bach,
endlich mal ein halbwegs vernünftiger Kommentar.Aber : Dass sich aus dem Sein der Natur kein Sollen (quasi automatisch) ableiten lässt, gilt natürlich zunächst nur für die Ethik, das heißt dafür, wie man mit Menschen oder anderen empfindungsfähigen/leidensfähigen Lebewesen umgeht. Aus dem Sein der Natur (-Gesetze ! lässt sich selbstverständlich ein Sollen für einen Flugzeugkonstrukteur, Brückenbauer, jeden Techniker (?) ab leiten! Manchmal ist es eventuell sogar nur ein einziges Söllen,ohne aus Möglichkeiten auswählen zu KÖNNEN. Nämlich dann, wenn alle anderen Möglichkeiten der Natur tödlich, gesundheitsschädigend usw. für die Mitmenschen wären. Leider oder Gott ( ???? ) sei Dank (Floskel) ist es bei der Betreuung der Kreutzberger Gemüsehändlerkinder auch nicht sehr viel anders.Auch sie sind Teil der Natur. d.h. ihr Gehirn ist (vemutlich) in seiner Funktion abhängig von Naturgesetzen. (Exkurs: Ich bin gerade als linker Humanist auch Naturalist, denn wissenschaftsfeindlicher Illusionismus schadet dem humanen und sozalen Anliegen am allermeisten, nämlich dadurch, dass dadurch langfristig seine "intellektuelle Integrität" und seine Glaubwürdigkeit verspielt wird,ganz abgesehen davon, dass es auch unfair ist, Menschen mit Methoden "helfen" zu wollen, von denen man nicht wei0, obsie überhaupt funktionieren.) Also weiter: Es ist eben schon eine zentrale Frage für den Bidungsplaner und vor allem den Bildungspraktiker (wie mich), welche Methode bei welcher Leistungsfähigkeit des jeweiligen Gehirns welche Lern- oder Bildungsergebnisse zur Folge hat. Zusätzliche (soziologische) Umwelteinflüsse werden deshalb keineswegs abgestritten - auch sie gehören zur "Natur " und können mit naturwissenschaftlichen Methoden erfasst werden. Bei Ihrem Beispiel mit dem Studienergebnis "niedererer IQ. (bevölkerungsdurchschnittlich oder beim Individuum) bin ich skeptischer bzw. pessimistischer.Genetik und teilweise auch Lernpsychologie waren schon immer "vermintes Gelände". Darwin verschob die Veöffentlichung des kritischen Teis seiner Erkenntnisse um Jahrzehnte.Im stalinschen und selbst späteren "realen- pseudoreligiös dogmatischen Sozialismus gelangen unbotmäßige wiss.Veröffentlichungen nur unter der Tarnung systemstützender Interpretationen und Bekenntnisse im Vor- und Nachwort. Dem heutigen Genetiker7Anthropölogen/ Lernpsychologen würde bei Witterung eines "umstrittenen/problematischen Themas" eventuell schon zu Beginn die Finanzierung "gestichen" werden. Würden Sie zum Beispiel Sarrazin öffentlich unterstützen, wenn Sie als Wissenschftler zugeben müssten, dass wenigstens Teile seiner Realitätsbeschreibungen zutreffend sind und obwohl er (vielleicht) nicht / nicht ganz/ nicht mehr Ihrem politischen oder weltanschaulichen Lager angehört?? Zum Thema Humanismus/Naturalismus/ Ethik noch ein Lesetip (Wenn nicht schon bekannt): Michael Schmidt- Salomon:" Manifest des Evolutionären Humanismus" und Folgeveröffentlichungen. Mit freundlichen Grüßen little Louis |
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"Würden Sie zum Beispiel Sarrazin öffentlich unterstützen, wenn Sie als Wissenschftler zugeben müssten, dass wenigstens Teile seiner Realitätsbeschreibungen zutreffend sind und obwohl er (vielleicht) nicht / nicht ganz/ nicht mehr Ihrem politischen oder weltanschaulichen Lager angehört??"
Die wissenschaftliche Frage hat erst einmal wenig mit der politischen zu tun. Wissenschaftlich gesehen ist es so, dass die IQ-Streuungen innerhalb der entsprechenden Bevölkerungsgruppen sehr viel höher sind als die Unterschiede zwischen den Gruppen (gilt auch für Frauen vs. Männer). Wenn wir mal ganz hypothetisch annehmen, dass Gruppe A im Schnitt einen IQ von 100, Gruppe B von 103 hat, dann ändert das nix daran, dass in beiden Gruppen viele Leute mit 120 (Hochschulreife) oder 80 sein werden. Der Schnitt sagt praktisch nichts über das Individuum aus. Andererseits kommen jetzt sehr viele Stimmen auf den Plan, die jedwede Erblichkeit von Intelligenz bestreiten, oder sogar die Rolle der Gene für die individuelle Ausprägung überhaupt, weil es ihnen nicht ins Bild passt. Ich finde, beide Diskussionen müssen geführt werden: die um die Fakten, und die andere um die Werte. Das Sarrazin-Problem ist für mich kein Fakten-Problem (da kann man sich verständigen), sondern ein Werte-Problem. Es gab mal einen Konsens, dass eine Gesellschaft durch Bildung und Angleichung des Lebensstandards der einzelnen Milieus zivilisierter wird. Sarrazin gehört zu denen, die diesen Konsens hinter sich gelassen haben. |
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Damit wäre zumindest zum Thema Gene und Rassen alles wesentliche gesagt. Gibt es sonst noch irgendetwas, was in Zusammenhang mit Sarrazin berichtenswert oder diskussionswürdig wäre?
Ich denke ja, denn auch wenn unsere Politiker und Medien allerorts zur Mäßigung und sachlichen Auseinandersetzung, anstelle von Ausgrenzung und Herabwürdigung speziell türkischer Minderheiten ermahnen, bleibt doch etwas im Raum, was einfach nicht weichen will. Was ist das eigentlich? Nun, die veröffentlichte Öffentlichkeit hat sich gerade erfolgreich ihres Nicht-Antisemitismus, ihres Nicht-Antiislamismus, ihrer Bereitschaft zum vorurteilsfreien Umgang mit ihren Migrationsminderheiten versichert und auch dem Ausland damit kundgetan, dass Deutschland wachsam ist. Wurden damit aber die Ängste und Sorgen der Bürger zur Genüge berücksichtigt? Ich meine nein, denn es wurde schlicht und einfach das Thema auf einen zwar wichtigen, aber - gemessen an den in der realen, nicht der medialen oder politischen Öffentlichkeit diskutierten Problemen und Fragen - verschoben. Genaugenommen ist es dafür auch noch die völlig falsche Zeit. Gerade jetzt, in Zeiten einer tiefgreifenden und weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, sollte eigentlich zuerst einmal dies im Vordergrund der politischen Diskussion stehen. So gesehen, kommt Sarrazin eigentlich gar nicht mal so ungelegen, denn er verschiebt die Debatte. Wer sich in den letzten Tagen aber einmal die Mühe gemacht hat, nicht nur die Artikel und Meldungen in Zeitungen und Nachrichten zu verfolgen, sondern auch die vielen Tausend Kommentare durchzulesen, oder zumindest versucht hat, sich einen Überblick zu verschaffen, konnte schnell feststellen, dass hier längst nicht nur Stammtisch angesagt war, oder ebenfalls nur über Gene und Rassen gesprochen wurde, sondern dass hier massenweise auch die eigentlichen Probleme im alltäglichen Zusammenleben mit unseren Mitbürgern mit Migrationshintergrund, speziell in den Ballungsgebieten, zur Sprache kamen. Die meisten dieser Poster werden sicherlich nie Sarrazins Buch lesen. Sie nahmen schlichtweg die aktuellen Ereignisse und öffentlichen Reaktionen zum Anlass, hierzu ihre Meinungen zum Ausdruck zu bringen und Sarrazin war hierbei im wesentlichen nichts weiter als ein Katalysator, aber nicht mit seiner Meinung über Gene und Rassen, sondern als Projektionsfläche dafür, einen viel größeren Problemkreis anszusprechen und zu analysieren, was andere sich schon lange nicht mehr trauen. Dieser wichtige Aspekt kommt aber bis heute in kaum einem Artikel zur Erwähnung (oder nur als abfällige Nebenbemerkung: das wussten wir bereits o.ä.) und ich meine, dies geschieht mit System. Egal, ob er seinen Bundesbankposten verliert, ob ihn die unsägliche Nicht-Immigrationspartei SPD (spätestens seit Helmut Schmidt) hinauswift. Er wird diese Funktion - und die ist nicht unbedingt an jede seiner provokanten Aussagen oder an seine Posten gebunden - weiterhin haben, schlicht deshalb, weil sich in der politischen Kaste keiner traut, Migrationsbilanz zu ziehen. Man lese bitte ältere Kommentare in Zeitungen wie "Die Welt", "TAZ", "FAZ", "Der Spiegel", "Tagesspiegel" aus den letzten Jahren (längst nicht nur aus diesem Jahr. Man wird ohne langes Suchen viele einzelne Artikel finden, die sich mit dem größeren und eignetlichen Themenkomplex, den Sarrazin anspricht, in ähnlich kritischem Sinne - teils sogar mit identischen Formulierungen - befassen und zu ähnlichen Folgerungen kommen. Heute schreiben viele das Gegenteil. Bestes Beispiel für den jähen Meinungsumschwung ist hier die "FTD", bei der es nur zwei Tage brauchte, um das Gegenteil zu schreiben, ebenso in der "Welt". Intellektuell ist zu Sarrazin alles wesentliche gesagt, aber über die Substanz seiner Analyse und seiner Kritik, die gerade erfolgreich aus dem öffentlichen Radar genommen wurden, ist noch nicht einmal ansatzweise diskutiert worden, man schreibt einfach das, was gerade angesegt ist - auch, wenn es das Gegenteil von gesten ist. Das war dann wohl auch der eigentliche Zweck der Übung. D. Reimers |
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ad Joscha Bach schrieb am 01.09.2010
ad Reimers schrieb am 02.09.2010 um 01:26 Lieber Herr Bach, Ja, Sie haben im Prinzip Recht. Weder die Genetik, noch die Demografie, noch irgend eine Sozialwissenschaft kann sichere Auskunft über die Grade der Erblichkeit von Intelligenz tätigen. - Aber das Schulwesen und die erstaunlichen Fortschritte, die z.B. alleine eine Alphabetisierung in einem unterentwickelten Land bringt, sprechen eine ander, eine aktive Sprache. Ebenso die erfolgreichen Bemühungen skandinavischer Länder, mehr aus einem Jahrgang zu machen. Dieses Mehr braucht aber eine Anstrengung und sie braucht Kontinuität über mehrere Legislaturperioden. Es liegt am Konstrukt des Begriffs Intelligenz, denn der ist hochgradig artifiziell. Es liegt an der Fehlinterpretation von Forschungsergebnissen und deren Überinterpretation. - Versuchen Sie es einmal an sich selbst: Gesetzt, ein renomierter Buchautor oder Moderator, eventuell Wissenschaftler, obwohl das nicht vonnöten ist, weil in Deutschland Herr Jauch oder Herr Sarrazin reichten (Glaubwürdig, warum auch immer), bescheinigte Rheinländern eine höher Intelligenz, als sagen wir einmal zum Spaß, Berlinern, weil sich am Rhein ihre Gene zu einem höheren Grad mit verschiedensten anderen Ethnien verbanden. Am Ende rechnet er das aus und schreibt, 5 Punkte Unterschied bei allen Tests (eine Fantasie! Vorsorglich 5 Punkte sind natürliche Varianz!). - An so etwas machten Sie dann die Unfähigkeit der Berliner fest, praktikable Lösungen für die soziale und pädagogische Misere in bestimmten Stadteilen zu finden und gleichzeitig den städtischen Haushalt zu sanieren. Aus dieser Pseudo-Wissenschaft könnten sie ein Pseudokalkül ableiten und sagen, wir (ich) denke(n), Berliner, zumindest ein statistisch großer Teil der Bürger, seien einfach unfähig, politisch, sozial und ökonomisch die eingetretenen Misstände zu regeln. Die Stadt müsse, wenn jetzt nicht radikal gehandelt werde und auch harte Lösungen erfolgten, unweigerlich sich in ein Hüttendorf verwandeln und entvölkern. Mehr noch, wenn in Berlin nicht sofort was geschehe, dann gehe das ganze Rheinland mit unter, und darum sei es doch schade, weil dort die Intelligenten und Produktiven, die Menschen mit der Kultur, ja, man selbst, da lebt. Also, daher ist es wichtig, unrichtige und völlig überzogen, aufgeladenen Wissenschaftsbruchstücke, die zur Ideologie werden können, scharf und vor allem klar, zurück zu weisen. Übrigens: Die generelle Kürzung von Sozialleistungen und Transfers für Hartz IV, die ist gerade von der Bunderegierung relativ heimlich beschlossen worden, während die Kanzlerin und praktisch ihr gesamtes Kabinett, Sarrazin zur Mäßigung aufforderten. Still und leise macht die Kanzlerin das, was Sarrazin, allerdings nicht sehr genau und ausführlich, als seine Lösung des Problems anführt, nämlich den sozialen Druck auf die Menschen in Sozialtransfers schrittweise zu erhöhen. - Sie sollen wenigstens "Servietten falten" (Arbeit so billig verrichten, dass davon ein Unternehmer oder eine Kommune einen in Geldwerten messbaren Gewinn haben kann), wenigstens für einen Euro die Stunde, als in der Verrechnung nur Geld zu kosten, wie sich der Banker ausdrückt. MfG Christoph Leusch Lieber Herr Reimers, Ich hoffe, Sie konnten auch aus dem Vorgenannten einige Hinweise entnehmen, was ich zum Thema denke. Was diese, bisher unberücksichtigte, auch berechtigte Kritik, an der Situation, vor allem vieler türkisch-kurdischer Migranten, angeht, so ist der Reflex in der dazu diskutierenden, sich nicht ausreichend repräsentiert fühlenden zweiten Öffentlichkeit, "die Straße"(das ist übrigens in arabischen Ländern und in der Medienwelt der USA ein gängiger polemischer Begriff), jedoch vornehmlich gegen die Migranten gerichtet. Ganz vereinfacht: "Wenn ihr das Problem in den Stadtteilen nicht löst, dann müsst ihr, jedenfalls die mit äußerlichen Zeichen (Kopftuch, Moschee,...), und die, die ohne Arbeit bleiben, wieder gehen. Ihr passt auch kulturell nicht zu uns." - Ich mache mir nichts vor und weiß, ein gewisser, durchaus zweistelliger Prozentsatz denkt genau das und sagt es immer öfter. Das löst aber keines der Probleme. Denn gebraucht wird, in den nächsten Jahrzehnten sogar verstärkt, jeder Mensch der sich in dieses Land begibt und das nicht als organisierter Verbrecher oder grundsätzlich Böswilliger tut. Also muss das, was auf der Straße und leider auch bei Thilo Sarrazin gesagt wird, erst einmal von der Negativität, der Bösartigkeit und auch vom Pessimismus befreit werden, in die sich ein Mensch wie Thilo Sarrazin, aber auch viele andere Schweigsame, regelrecht zurück gezogen haben. Ergebnis der letzten Jahre: Die Integrationspolitik selbst ist inkonsistent. Sie verfügt, entgegen der Behauptung Sarrazins, über zu wenige ökonomische Ressourcen und diese werden auch immer nur als Globalmaßnahmen eingesetzt, nicht problemspezifisch. Die Mittel für die spezielle Problemlösung bei Migranten und bildungsfernen Deutschen liegen meilenweit unter den Geldern, die freiwillig und ohne Not im letzten Jahrzehnt Notlosen, aber geschickt Lobbyarbeit betreibenden Gruppen, geschenkt wurden. - Dazu, wie das soziologisch dann aussieht, steht ja im neuen "der Freitag" eine Menge im Sonderthema. Die Bundesregierung arbeitet weiter klammheimlich und halboffen, genau an diesem Programm, bei dem für wirkliche Probleme nichts, aber für Luxusprobleme viel hergegeben wird. Im Grunde verhält es sich damit, wie mit Sarrazins Schreibtisch bei der Bundesbank. Der hat nur ihm, sogar sehr hoch bezahlte Freiräume verschafft, aber er löst dort, bei der Bundesbank, kein Problem. Allein mit der Hälfte des Geldes aus Stuttgart 21, könnte man die wichtigsten Änderungen in Berlin und einigen wenigen anderen Städten durchführen. Das behöbe auch die Situation, dass die Bürger, die Sarrazin vor allem zustimmen, weil politisch nichts passiert, sie es nicht vor Ort sehen können, nicht in überschaubarer Zeit, wieder Vertrauen in die Politik fassen. Ich fürchte allerdings, dass die Regierung Merkel-Westerwelle, schon aus langjähriger Übung und Vorbereitung durch die Vorgängerregierung, nicht auf Sozial- und Bildungspolitik setzt, sondern Innenpolitik machen wird. Das ist seit jeher die härtere und auch oberflächlichere, aber in jeder Beziehung billigere (man braucht dafür nicht einmal Intellekt) Politik, nicht nur in Deutschland. Dafür wird man auch gewählt, selbst wenn nachher nichts passiert (Koch in Hessen ist einer der Prototypen, ebenso Schill, weiland Lummer, die aktuellen Pro-Bewegungen), oder die unsinnigen Versprechen wieder eingedampft werden müssen. Es scheint viele Menschen zu geben, denen das trotzdem gefällt. Ich kann es dann auch nicht ändern, wenn lieber Ersatzgebell gewünscht wird, als eine aktive Politik. Die ist aber nicht ohne eine ganz andere Umverteilung möglich, gegen die sich viele mächtige Gruppen zäh wehren. Mfg Christoph Leusch PS: Gerne können Sie auch noch "Der Bolzenschuss für unsere Intelligenz" lesen. Da wird noch einmal vertieft, was zu Genen und Ethnie gesagt werden kann und welche Anstrengungen auch eine konservative Regierung durchhalten muss, damit soziale Programme wirken können. Derzeit wabert die Diskussion nämlich gefährlich nahe entlang der Thesen, die damals vor uralten Zeiten das Fundament der "Silent majority" in den Staaten waren. |
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Sehr geehrter Herr Leusch,
danke für Ihre Erwiderung. Sie verweisen auf eine zweite Öffentlichkeit, ich beziehe mich aber auf die erste und eignetliche. Der nicht nur ganz indirekt angedeutete Verweis auf arabische Begrifflichkeiten hilft hier auch nicht weiter und bringt einen unangenehmen Zungenschlag in die Debatte. Als ehemaliger Lehrer mit gut 22 Jahren Berufserfahrung weiß ich nämlich, wovon und über wen ich oben gesprochen habe. Was in den von mir erwähnten Blogs zum Ausdruck kommt, ist fast eins zu eins genau das, was ich von vielen Eltern in Gesprächen und speziellen Themenabenden schon damals zu hören bekommen habe. Dazu kommt, dass die von mir konstatierte Verweigerungshaltung sich auch innerhalb des Schulbetriebs ganz materiell manifestierte. Da damals meine Ansichten hierzu nicht nehrheitsfähig waren - auch nicht im Kollegium - sah ich mich sogar eines nicht unbeträchtlichen Mobbings und beördlichen Dauerdrucks ausgesetzt, der schließlich in einem Satz der Schulleitung mir gegenüber zum Ausdruck kam: "Es ist ihnen hoffentlich klar Herr Reimers, ob heute stehen sie unter Beobachtung". Weiteres erspare ich mir hierzu. Die Mehrheit der Bundesbürger weiss sehr wohl zu differenzieren (machen Sie sich bitte unbedingt die Mühe und lesen Sie möglichst viele Meinungen in möglichst vielen Foren und Zeitungen), sie unterscheiden mehrheitlich ganz klar zwischen diesen Gen- und Intelligenzäußerungen und dem eigentlichen Getto- und Immigranten-Problem, das Sarrazin anspricht. Er ist hier nur der Bote, nicht der Heiland - das sollten mehr zur Kenntnis nehmen. MFG D. Reimers |
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Eine kleine Ergänzung noch,
beim Spiegelfechter-Blog (hinter Nr. 23) habe ich mich ziemlich detailliert zu einigen wesentlichen Punkten hierzu geäußert. Ich wollte dies hier nicht einfach alles nochmal schreiben. Wen's interessiert... |
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Lieber Herr Reimers,
Es ist eine Verzahnung von erster und zweiter Öffentlichkeit. Ich möchte aber doch zu bedenken geben, dass die Lösung der Probleme eines Stadtteils und eines Quartiers, z.B. Jugendbanden, Abzocke untereinandner, multiethnische Konflikte, Drogenfälle an Schulen (da kenne ich mich ein wenig aus), mangelnde Sprachkenntnisse,etc., immer und zuerst vor Ort gelöst werden müssen, sonst werden sie nicht gelöst. - Eine Vorbedingung noch: Keine Institution darf die Chance erhalten, Probleme auf andere abzuschieben (seltene Ausnahmen, das ist wohl klar, einmal außen vor). Also Schulversagen oder Gewaltprobleme oder ein Drogenproblem müssen vor Ort abgehandelt werden, schnell, d.h. möglichst dann wenn der Konflikt entsteht und mit allen Beteiligten. Grundbedingung ist allerdings, alle Beteiligte kennen sich, und es müssen positive Ziele für jeden, auch für die "Bösen", oder derzeit noch als die "Anderen", "die Migranten", etc. eingeschätzen Menschen formuliert werden. Dafür kann man Länder und Bund verantwortlich machen, also die große Politik, nicht ausreichende Mittel für diese durchgreifende Sozialpolitik zur Verfügung zu stellen. Es ist kontraproduktiv, weil es die laufenden und dauerhaften Sozialtransfers zwangsläufig weiter erhöht. Das Publikum, die vielen Mails, die empörten Schreiben an Redaktionen und Sendeanstalten, die mittlerweile entstandenen, ganz absichtlich inkorrekten Webseiten, ich kenne sie, fordern aber häufig Maßnahmen von sehr grundsätzlicher, vor allem bundesweit wirksamer Art und Gesetze, bzw. den Vollzug neuer und schärferer Regelungen. - Genau so, wie sie nicht grundsätzlich trennen, zwischen persönlicher Nähe zum Problem und Engagment am Ort, zu seiner Lösung etwas beizutagen und der weiten Ferne, aus der Kritik geübt wird. Dem Wunsch, das endlich was passiert, das nun bald was passiert, häufig auch irgend etwas, geben zu viele Leute zu leicht nach. Nur so ist auch zu erklären, dass die Zuschriften aus den Regionen Deutschlands, die fast gar keinen Migrantenanteil aufweisen, doch sehr ähnlich klingen. In Sarrazins Buch ist eben nicht nur die mittlerweile von ihm selbst als nicht entscheidend deklarierte Genetik- Debatte, der so genannte "Ausrutscher" nicht stimmig, sondern auch die Ansicht, die er ja auch mehrfach in Interviews wiederholte, ein großer Teil der Muslime in Deutschland sei aus sozialen, mentalen und kulturellen Gründen gar nicht zu integrieren, ein großer Teil der Sozilhilfeempfänger sei zu nicht mehr als zu Zwangsarbeit zu gebrauchen. Wer so weit vordringt in seiner vorgeblichen Weisheit, dem bleibt am Ende nur eine globale und radikale Lösung. Die ist sicher falsch, aber derzeit teilweise marktgängig, weil viele Leute sich sowieso von politischen Entscheidungen und einem stetigen Verfall ihrer Mileus bedroht sehen, die Politik aber weiter macht, als sei das nicht so. Dann kommt die Zeit für Pauschalurteile und Sündenböcke, die, so wird gesagt nur geschlachtet werden müssten für die Wiederkehr der blühenden Landschaften der alten Bundesrepublik. Das wäre, jedenfalls in meinen Augen, zu sehr dem Volke aufs Maul geschaut, ihm in dieser Rhetorik zu folgen. Ein weiterer Punkt ist, Sarrazin verunglimpft die Leute, die sich vor Ort um Lösungen mühen. Da sei "ein Heer" von Sozialarbeitern und, und,...am Werk und zudem völlig ineffizient. - Mit Effizienz hat er es ja ganz besonders. -Das nehme ich ihm sehr übel, denn es entspricht nicht der Realität. Allerdings haben wir ein Bürokratieproblem. Sozialarbeiter und Sprachtrainer, Polizisten und Lehrer die sich der Aufgabe vor Ort stellen, müssen von Bürokratie entlastet werden und der kleine Dienstweg ist besser als jeder offizielle Behördeneingang mit Stellungnahmen im 4-8 Wochen Takt über den Schreibtisch der Verwaltungschefs. Das ist aber oft hausgemachter Reibungsverlust und hat mit den Migranten oder den SGB-Fällen wenig zu tun. Ich lese nach, was Sie da im anderen Blog hinschrieben. Selbstverständlich kann ich nichts dazu sagen, was da bei Ihnen passiert ist, ich weiß nichts und es ist eben auch weit weg. Zum Ende: Wir haben noch ein großes soziales Problem. Das wird teilweise in der heutigen Ausgabe des "dF" angerissen. Eine kleine, aber gewachsene Schicht beteiligt sich nicht mehr an der Grundsicherung, ausser über abgesenkte Steuerzahlungen, entwickelt eine Privatwelt und geschuldet der hohen Kaufkraft und Kreditwürdigkeit dieser Schicht, entstehen ganze Stadtteile, aber auch Kultureinrichtungen und Dienstleistungen die so überteuert sind, dass sie für den Mittelstand und die ärmeren Schichten nicht mehr zugänglich sind. Das reicht von Wohnvierteln, über Seeufer und schönen Aussichten, bis hin zu Entstehung eines ausgedehnten Privatschulsektors. Das geht von der Mobilität, bis zur Planung der großstädtischen Kultur und zur Hausherrschaft über Indoor-ähnliche Geschäftsareale in Großstädten. Es gibt Städte, da bestimmen letztlich zwei, drei Investorengruppen, was politisch und wirtschaftlich in der Gemeinde passiert. Es gibt Politiker, die das sehr gut finden. Beste Grüße Christoph Leusch |
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Lieber Herr Reusch,
jetzt gibts für mich ja eigentlich nichts mehr zu sagen. Ich verabschiede mich deshalb vom Blog und verbleibe mit freundlichen Grüßen D. Reimers |
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Sehr geehrter Herr Leusch, Ihrem Kommentar stimme ich voll und ganz zu.
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Das ist doch Schwachsinn, wieso drueckt sich in einem Hinweis auf Unterschiede der Wunsch nach Homogenitaet aus? S. will eine aktive Gesellschaft, sonst nichts. Er braucht zu nichts anderem zu stehen.
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<<
Was passiert, wenn Leute nicht dazu stehen, dass sie sich die Rückkehr zur kulturell, und neuerdings wieder, biologisch homogenen Gesellschaft wünschen >> |
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Wenn Kommentarbeiträge sooo lang sind, lese ich nicht mal den Beitrag mittlerer Länge. Danke & Tschüß, die Wortstatistik
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Vielleicht fördert die Beschneidung des Mannes die Intelligenz...
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Ausgabe 06/12
09.02.2012
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