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Ein Freund von mir wurde vor kurzem aus dem Knast entlassen. Natürlich reichte der Geldbetrag, den er mitbekam, nur für wenige Tage. Glücklicherweise kommt man knastintern an die Adresse zahlreicher "Sklavenhändler". Jetzt muss sich mein Freund auf der untersten Stufe bewähren: werbematerial verteilen für vier und nach Bewährung fünf Euro die Stunde.
Einlass in die meisten Häuser verschaffen sie sich mit Hilfe einer aus einer Fanta-Flasche hergestellten Chip-Karte. Das geht schneller als zu läuten und ist auch im Interesse ihres Arbeitgebers, der in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Material verteilt haben möchte. Rechtlich gesehen handelt es sich dabei um einen versuchten Einbruch. Das ist allen Beteiligten bewusst. So mancher Ex-Knacki träumt davon, aufgrund eines solchen Delikts wieder zurück in den Knast zu kommen. Dort war er rund um die Uhr versorgt, während das Leben hier draußen aus gefährlichen Versuchungen besteht.
Ein Sanatorium für Junkies
Mein Freund musste wegen einer Geldstrafe in Plötzensee einsitzen. Er lernte viele Junkies kennen, die mehrmals beim Schwarzfahren erwischt worden waren. Sie Hatten die Zahlungsaufforderungen ignoriert, bis schließlich ein Haftbefehl ausgestellt wurde und sie bei einer Razzia festgenommen wurden. Die meisten kommen völlig abgemagert an und verlassen nach einigen Wochen den Knast mit einem schönen Fettpolster. Diese Aus-Zeit erleichtert es ihnen, ihr früheres Leben etwas entspannter fortzusetzen.
Lassen sich Schuldner durch Geldstrafen zur Besinnung bringen?
Es hat mir noch nie eingeleuchtet, wie man Menschen ohne Geld durch eine Geldstrafe zur Vernunft bringen kann. Viel vernünftiger wäre es, ihnen die Möglichkeit zu geben, die verhängten vierzig Euro bei der Berliner Stadtreinigung abzuarbeiten. Zumindest ein Teil der Schwarzfahrer würde diese Chance nutzen, bevor ihre Geldstrafen eskalieren. Die BSR könnte täglich eine sicher nicht geringe Zahl von "Gastarbeitern" einsetzen und unsere Stadt würde mit der Zeit wieder sauberer werden.
Stattdessen verwahren wir mit einem riesigen Aufwand an Personal und Geld Menschen, ohne sie in ihrem Verhalten ändern zu können. Sie lassen sich genauso wenig durch Geldstrafen einschüchtern wie unsere Politiker, die seit Jahren gegen die Euro-Stabilitätskriterien verstoßen. Trotz der regelmäßig angedrohten oder verhängten Geldstrafen.
Ein Direktor des Tegeler Knastes wagte einmal, in einem Interview kurz vor seiner Pensionierung auf diese kostenintensive, aber folgenlose Form des Strafvollzugs aufmerksam zu machen. Nach seiner Meinung sitzen in Tegel mehr als die in der Statistik ausgewiesenen 40 Prozent wegen BVG-Delikten ein. Natürlich wurde seine Kritik von den zuständigen Stellen ignoriert. Zu viele verdienen an dieser schwachsinnigen Verwaltung eines Problems und nicht wenige verdanken dieser Beschäftigungstherapie für Straftäter ihren Arbeitsplatz.
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hallo,
erst mal danke für den beitrag. sozialkritisches zu lesen finde ich erst mal gut. ich würde die Sache mit dem Abarbeiten der des Fahrens ohne Tickets anders sehen: wenn sie wirklich die Bürokratie abbauen wollen an dem punkt: sprich, Kontrolleure stellen "Strafzettel" aus, derjenige muss dann zu nem Ort um seinen vielleicht vergessenen Fahrschein vorzuzeigen, oder wenn er ekienn hatte und bezahlt, dann muss er zur bank rennen und die Überweisung tätigen oder wenn er nicht zahlt, dann wird gemahnt gemahnt und gemaht und irgendwelche Inkassobüros verdienen was ,.... usw. : sprich der rattenschwanz ist doch recht groß. : wenn die bürokratie abgebaut werdne sollte, dann hilft dan dem punkt: öffentliche Verkehrsmittel dürfen umsonst genutzt werden. lg Pantherin |
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"Die meisten kommen völlig abgemagert an und verlassen nach einigen Wochen den Knast mit einem schönen Fettpolster. Diese Aus-Zeit erleichtert es ihnen, ihr früheres Leben etwas entspannter fortzusetzen."
Also ich finds gut das die Junkies hier eine Auszeit von ihrem ungesunden Leben nehmen können - wenn auch unfreiwillig. Das ist allemal besser als Zwangsarbeit, zu der viele dieser Leute doch gar nicht mehr in der Lage wären und die manchen vielleicht gar umbringen würde. Zwangsarbeit ist asozial und bekanntlich manchmal mörderisch und es ist bekanntlich nicht gut, dem deutschen Staat, solche Mittel in die Hand zu geben. |
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Hallo Ihr Lieben,
ich denke hier im Blog werden zuviele Themen auf einmal angesprochen als das man sie Sinnvoll Diskutieren könnte. Das der Deutsche Straffvolzug Reform bedürftig ist denke ich steht auserhalb jeder Diskussion. Jemand der wie Ihr freund der am ende seiner Strafe nicht genug Geld hatte um mehr als ein Paar Tage zu leben. Kommt vor dafür gibt es das sozialamt das hier unmittelbar hilfe leisten muss. Darüber hinaus gibt es auch in Berlin Gefangenenhilfe vereine die auch bei Amtsgängen hilfe und begleitung anbieten. Solches kann in der Haft über den Sozialarbeiter veranlasst werden. Somit ist niemand gezwungen solche "Sklavenhändler" zu bedienen. Das es Menschen gibt die den Sklavenhändler lieber wählen als den weg zur Gefangenen Hilfe sei jedem Freigestellt. Auch das der umgang mit Ämtern nicht immer leicht ist. Junkies im Strafvolzug oder auch Drogen stellen vor allem ein Gesselschaftliches Problem dar das solange existieren wird solange es die Prohibition auf Drogen gibt. Auch während der Alkohol Prohibition wurden die Konsumenten Eingespert nicht die Mafia mit Ihren Alkoholdaeler. Das hauptproblem ist wie beendet man endgültig das Deutsche Kurzstrafen System. Der erste Versuch Kurzzeit Gefängnissstrafen in Geldstrafen umzuwandeln war ein versuch der Teilweise Erfolg hatte. Allerdings ist der zu einer Geldstrafe Verurteilte nicht in der Lage es zu Begleichen. Verliert er durch eine Erstazfreiheitsstrafe alles seine Freiheit für ein paar Tage meist seinen Arbeitsplatz und auch seine Wohnung ggf. auch noch notwendige Soziale bindungen. Die in der Regel durch bindungen ins Zwielichtige Mileuau ersetzt werden. Ein Imenser schaden für die Gesellscahft ob einer geringfügigen Straftat. Hier kann es nur eine Möglichkeit geben. Die wandelstrafe das heist im ersten Schritt wird die Strafe in vollem Betrags Umfang in eine Förderstrafe Umgewandelt zu gunsten Sozialer einrichtungen. Diese kann in kleinstraten oder durch arbeit für den Jeweiligen Träger zu einem angerechneten Mindestlohn von 10€ abgearbeitet werden. Ist auch dieses nicht zu erreichen, Tägliche Meldepflicht sowie eine Fussfessel die es dem Täter nicht gestattet sich Tatort Ähnlichen Orten zu Nähern, für die dauer der Strafe. Sollte gegen auflagen verletzt werden wird die Strafe um wenige Tage erhöht und dem Täter verkündet. Für solch einen Strafbefehl wäre die Staatsanwaltschaft notwending nicht aber ein Gerichtsbeschluss. Das Thema Kostenlosser Öffentlicher Personennahverkehr gehört Glaube ich in einen eigenen Thraed. Liebe Grüße Baphomed |
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Hallo baphomed,
"Das Thema Kostenlosser Öffentlicher Personennahverkehr gehört Glaube ich in einen eigenen Thraed. ". Stimmt, damit haben sie eigentlich Recht. Vielleicht schreib ich einen. Lg Pantherin |
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schrieb am
06.06.2011 um 13:23
>>…dafür gibt es das sozialamt das hier unmittelbar hilfe leisten muss.<<
>>…Somit ist niemand gezwungen solche "Sklavenhändler" zu bedienen.<< Das Ganze heisst Hartz4 und ist mit dem Zwang verbunden, jeden Job anzunehmen. Unter Hartz4 gilt dass jede Arbeit zumutbar ist.* Das „verdiente „ Geld liegt oft unter der Hartzschwelle und kann „aufgestockt“ werden. Gerade damit ist die verschärfte Ausbeutung legitimiert worden, bei allen Arbeitsuchenden, nicht nur bei Haftentlassenen. *Die Auskunft habe ich von einer Vermittlerin der münchner Agentur für Armut. |
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Liebe Claudia,
du bringst 2 dinge durcheinander, das recht auf unmitelbare Hilfe ist im zuständigkeitsbereich des Sozialamtes nicht der Argen. Selbiges hat auch nichts mit SGB3 oder wie viele sagen H4 zu tun. Interne anweisung des Arbeitsamtes nicht zur veröffentlichung bestimmt sag aus das beschwerden gegen GG2 in zusammenhang mit Kürzungen des H4 Satzes sofort zurückzunehmen sind! dejure.org/gesetze/GG/2.html Dies beruht daruf das alle masnahmen die die Kürzung des Sozialhilfesatzes beinhalten dem Recht auf Körperliche Unversehrtheit wiedersprechen. Also wehr unter H4 Keinen 1Euro job machen will kann diesen Ablehnen! Werden dann kürzungen verhängt. Widersprechen mit berufung auf GG2 Musterschreiben gibt es genug im Netz. Wird Trotz des Widerspruchs nach GG2 eine Kürzung vorgenommen. Darf derjenige mich gerne per PN anschreiben ich vermittel dann die Zuständigen Juristen der Sozialverbände die seid jahren auf diese Chance warten. Solch ein einziger Prozess würde das ganze SGB für Verfassungswidrig machen. Dies ist Kein aufruf zum Misbrauch von gesetzen. Liebe Grüße Baphomed |
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Hallo Daniel Schneider,
Danke für Deine Anregung zu meinem folgenden Blog: www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/fuenf-tibeter-passen-auf-keine-deutsche-kuhhaut 06.06.2011 | 21:14 Fünf Tibeter passen auf keine deutsche Kuhhaut sozialer strafvollzug, schwarzfahrer, bvg, hvv geldstrafen, erziehung fünftibeter handybetreiber warnschusshaft kurzzeithaft sozialticket nulltarif wohnungslose, obdachlose gastronomie pfeffersäcke büttel gerichtsvollzeher inkassobüros Was die Fünf Tibeter in Deutschland erleben, geht auf keine Kuhhaut Einen von den berühmten Fünf Tibetern habe ich in Hamburg zum Freund. Bloggerin Claudia schreibt im Blog von Daniel Schneider: www.freitag.de/community/blogs/daniel-schneider/sozial-ist-was-arbeit-schafft 06.06.2011 | 10:53 Sozial ist, was Arbeit schafft? |
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Liebe KommentatorInnen zu meinem Artikel "Sozial ist, was Arbeit schafft."
Da ich blind bin, erfahre ich von Euren Kommentaren durch meinen Web-Designer, der auch meine Webseite www.leiden-schaft.org macht. Ich will auf die verschiedenen Beiträge aus dem (hohlen) Bauch heraus antworten. Klaus Lederer, der bei den "Linken" für den Strafvollzug zuständig ist, schrieb mir, dass ihm das Problem voll bewusst sei. Aber für den Strafvollzug ist der Bund zuständig und er selbst hat nur die Möglichkeit, immer wieder auf den Unsinn dieser Art von Verwahrung hinzuweisen. Als Reformist würde ich bei einem Strafzettel wegen Schwarzfahren die Möglichkeit hinzufügen, den Betrag mit einem Tag Arbeit bei der BSR abzuarbeiten. Eine Freundin von mir wurde beim Schwarzfahren erwischt und bei dem Versuch, sie festzuhalten, ihr Arm ausgedreht. Hätte sie von der Möglichkeit gewusst, die vierzig Euro abzuarbeiten, wäre sie nicht geflüchtet und ihr wären viele Schmerzen und ihrer Krankenkasse hohe Kosten erspart geblieben. Außerdem wurde sie wegen Widerstand angeklagt und zu einer Geldstrafe verurteilt. Nun zu den "Junkies": heißt Freiheit in einer Demokratie, dass jeder das Recht hat, sich auf die ihm gemäße Weise körperlich zugrunde zu richten und dass der "Scheiss-Staat" die Pflicht hat, ihn immer wieder auf Vordermann zu bringen? Mein Arzt erzählte mir vor kurzem, dass er zunehmend von Patienten aufgesucht werde, die jahrelang gekokst haben. Eine der Spätfolgen dieser Droge sind Depressionen, die auch durch noch so viele Therapien nicht mehr in den Griff zu bekommen sind. Vielleicht darf man als junger Mensch fordern, dass in einer Demokratie alle Drogen frei zugänglich sein sollen. Wie mir das Elend so vieler Alkoholkranker in meiner Umgebung zeigt und ich aus meinen Erfahrungen mit Freunden, die nach jahrelangem Haschischrauchen immer wieder in eine Psychose geraten sind, wird auf diesem Wege "Abschaffung aller Verbote" keine heile, neue Welt entstehen. Mein Haschischdealer hat vor über dreißig Jahren Bürokaufmann gelernt. Früher zog er immer lautstark über seinen spießigen Vater, der Alkoholiker war, her. Er selbst sonnt sich im Glanz, ein Linksradikaler zu sein, obwohl er den Arsch nicht hochbekommt. Er hat es in all den Jahren geschafft, sich jeder Form von Arbeit zu entziehen. Ab und zu wird ihm seine Sozialhilfe um ein Drittel für drei Monate gekürzt, was ihn bei seinem Zusatzeinkommen und der gesicherten Wohnung nicht weiter belastet. Alle zwei Jahre leistet er sich einen vier Monate dauernden Indienaufenthalt. Das schafft er, aber zu seinem Leidwesen keine Frauenbeziehung. Meinem Freund, der eben aus dem Knast entlassen wurde, hatte ich mit meinen Tränen auf dem Arbeitsamt zu einer wunderschönen Wohnung in Alttegel verholfen. Er hat die Miete verspielt und dann auch noch mein Konto gewaltig überzogen. Nach dieser Katastrophe musste er mir gestehen, schon seit langem spielsüchtig zu sein. Da seine Jungen der Sonnenschein in meinem Leben sind, habe ich die Mietschulden beglichen. Auch sein Bruder bezieht Sozialhilfe und hat eine Wohnung. Er ist inzwischen weit über dreißig und hat sich noch nie um eine Arbeit bemüht. Vor drei Jahren hat er ein Jahr im Abendunterricht abgesessen und bekam dafür die Mittlere Reife geschenkt. Dann hat er noch ein weiteres Jahr auf dieser Schule gefaulenzt, bis er die Lust verlor. Seine Wohnung nutzt er nicht, da es bei Mama bequemer ist und sie ihn rundum versorgt. Jetzt kann er wieder bis in den Nachmittag hinein schlafen und dann bis tief in die Nacht seine Zeit im Internet oder mit Computerspielen verbringen. Ich bin nicht mehr der Meinung, dass die Lösung aller Probleme ist, die Reichen mehr zur Kasse zu bitten und dieses Geld dann großzügig umzuverteilen. So sehr mich, das bundesdeutsche Wohlstandskind, die Armut in Amerika schockiert hat, als ich 1975 durch das Land getrampt bin: ich habe z.B. in der Schwulenszene viele Leute kennengelernt, die wahnsinnig kreativ ihre eigene Zeitschrift oder ein anderes Projekt durchgezogen haben und gleichzeitig bescheiden und zufrieden lebten. Uns Schwulen hier in Westberlin gelang es mit Druck auf die Tränendrüse "Schwule als Opfer" sehr schnell, staatlich betreut zu werden. Inzwischen haben wir eine schwule Betreuerindustrie, die immer noch erstaunlich viel Geld locker machen kann, aber meiner Meinung nach in erster Linie ihrem Selbsterhalt dient. All diese bitteren Erfahrungen haben mir gezeigt, dass Maria Montessori mit ihrer Regel "Hilfe zur Selbsthilfe", aber auf keinen Fall eine (pädagogische) Rundumversorgung, richtig liegt. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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