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Der Donnerstag-Abend steht im Zeichen der Moral. Das Harbour-Front-Literatur-Festival hat zu einem Vortrag mit Shootingstar-Philosophen und Bestseller-Autor Richard David Precht geladen. 800 interessierte Bürgerinnen und Bürger sitzen daher auf weißen Plastikstühlen im provisorischen Kreuzfahrt-Terminal in der Hamburger Hafen City. Wir auch. Neben uns zwei Frauen mittleren Alters mit identischer 100 EUR-Stufenfrisur und sportlich-elegantem Zwirn. Sie kennen den Redner aus zahlreichen Talkshows. Der Redner verspäte sich um 15 Minuten, so der Moderator der Veranstaltung. Eine Ankündigung, die neben uns mit verärgertem aber noch immer sportlich-elegantem Gemurmel aufgenommen wird. Ich sehe meine Gelegenheit, pirsche mich an den beiden Damen vorbei (ärgerliches Gemurmel), um doch noch einen Rotwein zu erwerben, pirsche dann wieder zurück, weil die Schlange noch immer endlos ist (ärgerliches Gemurmel).
Nach einer Viertel Stunde betritt Precht die Bühne und lässt uns sogleich töten. Es dreht sich um die „affektive Tötungshemmung“. Ein führerloser Zug rauscht in Gedanken an uns vorbei. Wir stehen an einer Weiche. Auf dem linken Gleis steht ein Mensch auf dem rechten fünf Menschen. Der Zug fährt auf die fünf Menschen zu. Würden wir den Hebel umschalten, um fünf Menschenleben zu retten und einen Menschen zu töten? Neben mir schnellen zwei Hände hoch. Sie melden sich wie Lehrertaschen-Trägerinnen, indem sie auch noch mit den einzelnen Fingern winken. Na klar! Mit ihren Manolo-Blanik-Tretern im Kiesbett kurz vorm Bahnhof Hamburg-Altona retten sie heroisch fünf Gleisarbeitern das Leben. Aber mir meinen Rotwein verwehren wollen. In der zweiten gedachten Situation stehen wir auf einer Brücke, unter uns fährt ein führerloser Zug vorbei. Wir sehen fünf Gleisarbeiter, die vom Zug erfasst würden, wenn wir den dicken Mann, der vor uns auf der Brücke steht, nicht schubsten, um den Zug aufzuhalten. Würden wir schubsen? „Das ist doch Mord!“ ertönt es neben uns.
So ist das mit der Moral, eine höchst flexible Angelegenheit und jederzeit nach der eigenen Fasson formbar. Abstraktionen machen mir manchmal Schwierigkeiten. Ich stelle mir einen Klumpen Knete vor. Eine Knetmasse, die wenn nötig in Einmärsche geformt wird, um für Menschenrechte zu kämpfen. Sprudelt noch ein wenig Öl bei der Aktion heraus, ist es natürlich Zufall und moralisch zu vertreten. Ist es auch Zufall, dass Geld umgangssprachlich als „Knete“ bezeichnet wird? Mir fällt spontan die „intelligente Knete“ (thinking putty) für Kinder ein. Eine Knete, die hüpft, zersplittert, leuchtet. Die Homepage wirbt für Knet-Modelle mit den Namen „Krypton“, das radioaktiv grün leuchtet, oder „ Ölfleck“. Passt irgendwie.
Precht indes ist mittlerweile bei der Verhaltens-Forscherin und UN-Friedensbotschafterin Jane Goodall angekommen, die mit ihren Langzeit-Studien über Schimpansen und Gorillas berühmt geworden ist. Eine Ironie des Schicksals. Noch vor wenigen Tagen sollte Jane Goodall im neu erbauten Unilever-Gebäude, das nur ein paar Schritte vom Veranstaltungsort des heutigen Abends entfernt liegt , zur offiziellen Botschafterin der „Umwelthauptstadt Hamburg“ (Man verzeihe mir die Springer-esquen Tüttelchen) ernannt werden.
Ungünstig nur, dass Unilever für nahezu jede Herstellung seiner Produkte, von Dove bis Rama, Palmöl aus Sumatra verwendet. Der Gewinnung dieses Öls sind Siedlungsplünderungen und –natürlich- immense Regenwald-Abholzungen vorausgegangen. Unilever ist einer der größten Palmölverbraucher der Welt. . https://www.regenwald.org/mailalert/747/rama-die-blutige-margarine-aus-dem-hause-unilever.
Erst NACHDEM zahlreiche Umwelt-Initiativen wie Robin Wood gegen die Verleihung im Unilever-Haus protestiert hatten, wurde der Festakt in das Hamburger Rathaus verlegt. Das Unilever-Haus sei ursprünglich wegen seiner ökologischen Bauweise ausgesucht worden. Aber: „Niemand wolle der berühmten Schimpansen- und Gorillaforscherin Goodall zumuten, in eine Debatte hineinzugeraten, die in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit ihrem Besuch in der Hansestadt stehe. Schließlich sei sie in der Stadt, um Botschafterin der Umwelthauptstadt Europas 2011 zu werden und über ihre weltweiten Naturschutzaktivitäten und ihr neues Buch zu berichten.“ , so die Umweltbehörde. Unilever war dann auch einverstanden mit dem Ortswechsel. PR? Moral? Moralische PR? Publikumswirksame Moral?
Eines steht wieder einmal fest: Gut geknetet Hamburg!
Auch der Abend mit Herrn Precht geht unter tosendem Applaus zu Ende. Es war ein interessanter Abend auf biegsamen weißen Plastikstühlen. Vielleicht habe ich nicht richtig aufgepasst, aber eine eindeutige, messerscharfe Definition des Begriffes „Moral“ ist mir noch immer nicht möglich. Ich kann ja schlecht mit meiner Knetmassen-Theorie kommen…. Eines habe ich dennoch gelernt: fehlende bis gar keine Moral haben immer nur die Anderen oder eine abstrakte Masse wie die „Menschheit“. ...und die sportliche Eleganz neben mir lässt den Abend mit Signaturstunde und Rotwein ausklingen.
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Vielen Dank für diese Teilhabe an dem Abend mit Precht und Ihren Gedanken dazu, die wiederum meine Gedanken angeregt haben.
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Das freut mich. Ein interessanter Abend in vielerlei Hinsicht, wenn auch ohne Rotwein. :)
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Ich bekenne, keine Moral zu haben. Wie auch. Ich habe, obwohl ich jede Gelegenheit nutze, in langen Wellen ganz, ganz langsam zu leben, auch keine Zeit. Wie auch. Mit der Moral ist es wie mit der Zeit. Es gibt sie nicht. Aber es wird viel davon geredet. Auch weil man Geld damit verdienen kann, als Autor und Talkshowgast. Ist es das, was die Wichtigen meinen, wenn sie von 'Selbstreferentialität' sprechen? Man schafft ein Wort, also ein Symbol, eine Vorstellung (Zeit, Moral) und dann redet man darüber, als wären es Naturphänomene?
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In Ihren Kommentaren werten Sie die Meinungen anderer Blogger.
Nach welchen Prinzipien ? Und warum ? |
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Scheint zu klappen. Das mit der Moral und dem Geldverdienen. Gibte es die Moral wirklich nicht? Auch nicht irgendwie in abspeckter Form. Oder wirklich nur bei Anderen, so als eigenes Marketing-Instrument: "Das ist unmoralisch" o.ä. Ist es nicht auch eine Moral, keine Moral zu haben? :-)
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Richard, mach dich nicht lächerlich. Wenn Dich das Phänomen interessiert, nimm dich selbst als Probanden. Das sagt dir in aller Freundlichkeit einer "der üblichen Verdächtigen". Und wenn du dich unbedingt off topic mit mir anlegen willst, dann tu das in deinen eigenen Blogs.
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@Doris Brandt
Ich vergesse immer, smileys dran zu machen, z.B. an 'keine Moral'. :)) Allerdings, ganz ohne smiley: Moral wächst nicht im deutschen Wald und ist auch nicht gottgegeben. Sie ist Menschenwerk und hat über die Jahre auch schon viele updates und relaunches erfahren. Mit der Zeit ist es übrigens ähnlich. :) |
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@Geodzak
Selbstverständlich möchte ich mich mit dir anlegen. Aber dazu gehört auch Verständnis: man muß das Wild studieren, bevor man es erlegt. Also bin ich jetzt neu tral und neu gierig: wenn es keine Moral gibt: gibt es keine Regeln, keine Soll-Zustände, oder haben die bei dir nur einen anderen Namen und andere Begründungen ? Meine Frage paßt hier schon dazu, finde ich. |
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@Erdzack:
die Antwort auf Brandt entstand während ich meinen vorherigen Kommentar schrieb. Wenn Moral Menschenwerk ist, gibt es außer ihr andere Regeln, und wenn nicht, welche Regeln darf sich der Mensch aufstellen ? |
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Sie haben Recht, fürchte ich. Eine reine erzieherische Maßnahme...
Zu den Smileys. Sie können Sie gern weglassen. Wer hat die eigentlich erfunden? Letztens bekam ich eine email mit 15 (hab sie gezählt) Smileys. Manchmal ganze Smiley-Polonaisen, obwohl die Email gar nicht komisch war. Sollte ich diese Email noch ernstnehmen? Aber das nur so nebenbei. |
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Erlegen? So, wie du Magda erlegt hast? Hui, viel Spaß dabei. Es gibt ja zum Glück Paralleluniversen.
Zu deiner Frage: siehe goedzak am 19.09.2011 um 12:22 Mehr kann ich dazu nicht sagen, Ethik hab ich damals abgewählt. |
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Dieser Kommentar galt in erster Linie Geodzak. Sorry falsch einsortiert.
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Doris, die smileys hat Forrest Gump erfunden.
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Im Zweifel hatt Forrest Gump sowieso alles erfunden....
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Wie jetzt goedzak - Du hast keine Moral? Das hätte ich nicht von Dir gedacht. Geld hast Du ja schon mal nicht und jetzt nicht mal Moral. Tss :-))
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Ein schönes Blog, ein eigentliches Sittengemälde, Frau Brandt, das ich gern gelesen habe! Ja, Moral ist sooo elastisch, besonders wenn man sie ausführt zu Rotwein und Häppchen.
:-) |
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Vielen Dank! Wenn ich mal Rotwein gehabt hätte....
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Ach, die Moral. Nach Lao Tse ist sie das letzte Stück Treibholz, das vor dem Absaufen rettet. Mehr nicht.
saludos, Q. |
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Lieber Don,
wo schreibt Laozi so über Moral? Salut |
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Lieber Ulrich,
im 38. Spruch - natürlich nicht wörtlich, obiges ist mein Bild. Bei Wikipedia heißt es im AbschnittMoral ist Dürftigkeit dazu: Moral ist bei Lǎozǐ bereits die Endstufe des Verfalls der Motive: ...saludos, Q. |
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Lieber Don Quijote,
falls ich den 38 Spruch, wo es heißt ... Moral ist tätig und berechnnend und greift bei Widerstand zur Gewalt ... Moral ist nur=äußerliche Tugend ohne Bindung nach innen sie führt ins Wesenlose und ist untauglich zur Vollendung ... richtig verstehe, so billigt Lao-Tse der Moral keinerlei Kraft zu, nicht einmal als letztes Mittel vor dem Absaufen, das sie nicht verhindern könnte wird sie gesehen - nur dann wäre sie ein Mittel, fehlt ihr aber doch vor allem schon die "wahre Tugend" (Teh). Kleine Frage: Warum schreiben Sie im Zusammenhang des 38. Spruches von "Motiven", wo es doch um das "Tun" selbst geht, das, wenn es wahrhaft tugendhaft ist kein "Motiv" im üblichen Sinne mehr hat, deshalb auch nicht "moralisch gerechtfertigt werden kann oder müßte? |
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@Uwe Theel
so billigt Lao-Tse der Moral keinerlei Kraft zu, nicht einmal als letztes Mittel vor dem Absaufen Ja, so ist das, wenn man altchinesische Weisheiten in westliche Sprachen übersetzt, so daß sie wenigstens einigermaßen verstanden werden. Es gibt so viele Übersetzungen, und die von Wilhelm Reich ist für mich keineswegs die überzeugendste. Und jeder liest daher "seinen" Lao Tse. Wenn ich sagte, nach Lao Tse so habe ich sicherlich dadurch gesündigt, daß ich den alten Weisen vor den Karren meiner Aussage gespannt habe, aber, Euer Ehren, kein Meineid, ich habe ihn so verstanden: denn mit der Moral bleibt ja schließlich irgend etwas, und wenn nichts mehr bliebe - das wäre dann das Absaufen. Und im weiten Meer hilft ein Stück Treibholz ja nicht wirklich viel oder lange. Warum schreiben Sie im Zusammenhang des 38. Spruches von "Motiven", wo es doch um das "Tun" selbst geht, das, wenn es wahrhaft tugendhaft ist kein "Motiv" im üblichen Sinne mehr hat, deshalb auch nicht "moralisch gerechtfertigt werden kann oder müßte? Ich habe den betreffenden Abschnitt in der Wikipedia nicht verfaßt, habe ihn aber als Illustration einfach zitiert. Meistens hinkt man eben mit geborgten Krücken. saludos, Q. |
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@ Don Quijote am 20.09.2011 um 21:25
Lieber Don Quijote, a) Ich habe zitiert nach der 1977 erscienenn Ausgabe des Tao-The-King, hrsg. von K. O. Schmidt, erschienen im Drei EIchen Verlag Ergolding 1990 2. Aufl.; Aus dem Chinesischem von Bodo Kirchner, und Richard Wilhelm also nicht: Wilhelm Reich b) will ich es nicht auswalzen, aber es sei gestattet zu sagen: im 40. Spruch heißt es: Wiederkehr - ist der Weg des Tao Nachgiebigkeit - die Weise des Tao Alles wird aus dem Sein geboren Das Sein jedoch aus dem Nicht-Sein so kann nach dem Absaufen auch keine Moral mehr bleiben, weil dann noch "etwas" wäre, das nächste Sein, dann aber nicht aus dem Nicht-sein (wieder) geboren werden könnte. Ist Vollkommenheit und wahre Tugend erreicht, war lt. Lao Tse keine Moral im Spiel und keine Wiedergeburt nach dem Tod wird sein. so ist in der Stufung der Tugend(en) des 38. Spruches Wahre Tugend will nicht tugendhaft sein - Darum ist sie tauglich und führt zur Vollendung • Tugend die als tugendhaft gelten will taugt nicht - wahre Tugend waltet unsichtbar ohne Absicht und ohne Handeln • Wo Absicht herrscht und Handeln im Sichtbaren ist Tüchtigkeit aber nicht Tugend • Güte ist Tun doch ohne Berechnung und Absicht. • Gerechtigkeit ist Tun - rechnet und hat Absichten. • Moral ist tätig und berechnend und greift bei Widerstand zur Gewalt • Fehlt das Wesentliche - das Einssein mit TAO - nimm Zuflucht zur Tugend • Fehlt die Unbefangenheit der Tugend - dann sei Güte Dein Halt • Mangelt Güte - dann sei gerecht - fehlt der Sinn fürs Rechte bleibt nur die Moral • Moral ist nur äußerliche Tugend ohne Bindung nach innen - sie führt ins Wesenlose und ist untauglich zur Vollendung • Darum wendet der Weise sich zum Wesentlichen - nach innen statt nach außen - zum Kern statt zur Schale • Zum Sein statt zum Schein - und wird alles Trachten lassend zum gelassenen Träger der Tugend des Tao • die Moral die unterste, die keine Kraft hat zu heben, sondern nur Gewalt anwendet, was zum Weg nach unten in einen weiteren Zyklus des Seins führt. Dieser Moralbegriff ist wirklich nicht sehr westlich-bürgerlich. |
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Lieber Don Quijote,
im 38. Spruch des "Tao te king" ist von "Moral überhaupt nicht die Rede - sondern von Sitte! Ist schön blöd, wenn man sich heutzutage Wissen nicht mehr aus der Primärliteratur, nicht einmal aus der Sekundärliteratur erwirbt, sondern sich bei "Google" ergockelt. :-) |
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@Uwe Theel
also nicht: Wilhelm Reich Ja richtig, Richard Wilhelm. Ich komme bei den Wilhelms immer ganz durcheinander. Dieser Moralbegriff ist wirklich nicht sehr westlich-bürgerlich. Sehr wohl, denn Moral als westlich-bürgerlicher Begriff wurde ja herangezogen, um einen Baustein des Spruches zu übersetzen! so ist in der Stufung der Tugend(en) des 38. Spruches die Moral die unterste, die keine Kraft hat zu heben, sondern nur Gewalt anwendet, was zum Weg nach unten in einen weiteren Zyklus des Seins führt. ...also genau das ist, was bei uns Moral heißt. :-) (und vielleicht das letzte ist, was den Menschen davon abhält, ganz in der Tierheit zu versinken, so war mein Gedanke. Wahrscheinfilch ist das falsch.) saludos, Q. |
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@ GEBE am 21.09.2011 um 09:51
Lieber Gebe, meinen im Buch gedruckt Übersetzung (s. Literturangabe in Uwe Theel am 20.09.2011 um 22:00) führt ausdrücklich und nur "Moral" im Text. K.O.Schmidt kommentiert übrigens auch entsprechend. Da wären zwei Dinge interesssant: Wie kommen Sie zu der Übersetzung "Sitte" und was wäre dann anders für die Interpretaion des 38. Spruches, die z.B. ich versucht habe, oder die Sie geben würden? Gruß ut |
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Don Quijote schrieb am 21.09.2011 um 11:08
"...also genau das ist, was bei uns Moral heißt. :-) (und vielleicht das letzte ist, was den Menschen davon abhält, ganz in der Tierheit zu versinken, so war mein Gedanke. Wahrscheinfilch ist das falsch.) Also für westliches Denken ist diese Interpreatation sicher richtig, wird Moral doch so als hebende Kraft gesehen, die ihr Lao-Tse eben nicht zubilligt. Wo sind hier die Kenner der chinesischen Denke? LG uwe |
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Lieber GEBE,
im 38. Spruch des "Tao te king" ist von "Moral überhaupt nicht die Rede - sondern von Sitte! Das kommt ganz auf die Übersetzung an - und somit auf die Interpretation des Übersetzers. Ist schön blöd, wenn man sich heutzutage Wissen nicht mehr aus der Primärliteratur, nicht einmal aus der Sekundärliteratur erwirbt, sondern sich bei "Google" ergockelt. Leider kann ich kein Chinesisch, schon gar kein Altchinesisch, sonst würde ich ja gerne den Urtext lesen. Allerdings habe ich schon einige deutsche, englische und spanische Übersetzungen gelesen, lang ists her. Die Übersetzung von Alexander Ular finde ich im Moment nicht, da steht auch "Sitte" drin, in anderen "Moral". Und es heißt nicht "ergockelt", denn Wissenserwerb ist dem Federvieh fremd, sondern "erguckelt" oder meinswegen "zusammenguckelt" - das kommt von gucken, nachsehen. So. :-) saludos, Q. |
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zusammengeguckelt, sorry
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Lieber Uwe Theel, Antwort kommt noch.
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@ Uwe Theel und @ Don Quijote
Ich versuche es mal, eine Antwort zu geben. Laotse, Tao te king, 38. Spruch: “Wer das Leben hochhält, weiß nichts vom Leben; darum hat er Leben.“ Entsprechend: „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.“ (Matthäus 5.3) Bei beiden Stellen ergibt sich eine transzendente Erkenntnis alleine schon durch die (und wenn nur probeweise) Annahme einer geistigen Welt und eines Lebens nicht nur zwischen Geburt und Tot, sondern eines Lebens zwischen Tot und neuer Geburt. Mit „Leben“ in ersterem Fall ist in der ersten Zeile das Leben zwischen Geburt und Tot aufzufassen; in Zeile zwei das physische und das geistige Leben; in Zeile drei das aufgehobene Leben als Gnade ohne umfassendes individuelles Bewußtsein davon. Wer dieses an die Sinneserfahrungen gebundene hochhält, weiß nichts vom allumfänglichen Leben, nichts von der geistigen Welt, lebt dennoch aus der Gnade. Bei Matthäus ebenso: Wer an das Leben (zwischen Geburt und Tot) gleichsam instinktiv sich hingibt, sich innerhalb der an die Sinne bebundenen Erfahrungen lebt, wer nichts weiß von einer geistigen Welt, lebt dennoch aus der Gnade der Himmel (höheren Wesenheiten). Entsprechend in diesem Sinn die nächsten sechs weiteren Zeilen: “Wer das Leben nicht hochhält, sucht das Leben nicht zu verlieren: darum hat er kein Leben. Wer das Leben hochhält, handelt nicht und hat keine Absichten. Wer das Leben nicht hochhält, handelt und hat Absichten.“ Auch hier in der Aussage zuerst hingedeutet auf das Leben zwischen Geburt und Tot. Absichten hier im Sinne einer transzendenten Entwickelung. Sie sind nicht gegeben. Ein solcher Mensch ist in einem Dämmerzustand in bezug auf sich selbst und die ihn umgebende Welt, weshalb er auch hier aus der Gnade der Himmel (höheren Wesenheiten) lebt. Solch ein Mensch ist nicht im Zweifelzustand, ist noch gebunden und noch nicht zur Freiheit in Entwickelung. Denn nur aus freier Selbstschau (Hinterfragen) entstehen Zweifel und auch in Folge freie Anerkenntnis des Lebens insgesamt. Die zweite Aussage hindeutend auf die „Absichten“ zu einer transzendenten, geistigen Entwickelung. Daraus ergeben sich sinngemäß aus den folgenden Zeilen: “ Wer die Liebe hochhält, handelt, aber hat keine Absichten. Wer die Gerechtigkeit hochhält, handelt und hat Absichten.“ die Entsprechungen; wobei hier mit „Liebe“ dasjenige in Betracht zu ziehen ist, was als emotionaler und sinnenfälliger Aspekt der Liebe im Leben zwischen Geburt und Tot sich auslebt. Und dann folgen Aussagen über die SITTE, nicht über Moral! (Sitte im Sinne von Konvention, Brauch, Herkommen): “Wer die Sitte hochhält, handelt, und wenn ihm jemand nicht erwidert, so fuchtelt er mit den Armen und holt ihn heran.“ Das, was wir kennen: sich gruppenseelenhaft über die Konventionen verbinden als Bewahrer von Sitten (Konventionen, Gebräuche usw.). Darum ist der Sinn verloren, dann das Leben. Ist das Leben verloren, dann die Liebe. Ist die Liebe verloren, dann die Gerechtigkeit. Ist die Gerechtigkeit verloren, dann die SITTE.“ Wer nicht das ganze Leben erkannt hat, also auch dasjenige Leben, welches zwischen Tot und neuer Geburt ist, der erkennt auch niemals die wahrhaftige Bedeutung und das wahrhaftige Wesen der Liebe, die nämlich keine Privatangelegenheit ist, sondern ein karmisches Wirken, aus dem sich Ausgleich, Gesundung und Heil entwickeln in wiederholten Erdenleben! (Gerechtigkeit) Ist dies (der karmische Ausgleich) nicht erkannt als Abfolge von Ursachen und Wirkungen aus Taten und Unterlassungen, so ist auch jegliche Gemeinschaftlichkeit als Menschentum infrage gestellt. “Die SITTE ist Treu und Glaubens Dürftigkeit Und der Verwirrung Anfang.“ Nur die eigene, individuelle innere Auskunft als geistiges Erkennen, ist im Gegensatz zum Glauben in seiner bloßen Übernahme von SITTEN und damit auch von Fürwahrhalten, freie, verantwortliche Erkenntnis. (Mensch erkenne dich selbst/Mensch erlöse dich.) “Vorherwissen ist des Sinnes Schein Und der Torheit Beginn.“ Das vermeintliche Fürwahrhalten aus Übernahme, Sitte, Konvention, Glaube, und über lediglich den Sinneserfahrungen entlehnten Vorstellungen der „Beschaffenheit“ der geistigen Welt. “Darum bleibt der rechte Mann beim Völligen Und nicht beim Dürftigen.“ Das „Völlige“ (s.o.) als das Leben zwischen Geburt und Tot und das Leben zwischen Tot und neuer Geburt! “Er wohnt im Sein und nicht im Schein. Er tut das andere ab und hält sich an dieses.“ Ich hoffe, Sie sind fürs erste damit versorgt, auch wenn ich es in aller gebotenen Kürze erstellt habe. |
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@ GEBE am 21.09.2011 um 16:13
Danke für die Antwort, die ich sehr interessant finde und ihr gleichwohl in der Logik widerspreche: Nur auf den ersten Blick scheint mir die von Ihnen gewählte Übersetzung sehr verschieden, von der, die ich o. einführte und ich glaube, dass Sie den Text falsch deuten in sofern, als dass Sie die Dynamik der angegebenen Stufung falsch deuten, die in der von mir gewählten Übersetzung m.E. deutlich ausgedrückt wird. Dazu gleich mehr. Zunächst aber zum schwerwiegendsten Unterschied nämlich der Verwendung von einmal "Moral" dann "Sitte" Dem Geist des Textes scheint mir "Moral" angemessener, als "Sitte", die sie zurecht im Sinne von Konvention, Brauch, Herkommen bestimmen. Dies sind nun wirklich ganz und gar äußerliche, zufällige Dinge die mehr Ausdruck von oder für etwas anderes sind als die Dinge selbst. Moralische Sätze drücken elementarere Dinge aus, die regelbestimmenden, nicht nur Ausdruckscharakter haben. „Moral“ kann in einer Reihe mit „wahrer Tugend/wahrem Leben“, „Liebe/Güte“, „Sinn für´s Rechte/Gerechtigkeit“ gestellt werden – anderen Ende sie Laotse dann stellt -, während Sitte hier belanglos erschiene. Was aber entscheidend ist (das gilt für beide Übersetzungen) ist, daß weder die Moral, noch die Sitte am Ende der Stufenabfolge als in irgendeiner Weise hilfreich oder erstrebenswert angesehen werden. In diesen Stand der „Dürftigkeit“ sinkt man herab, wenn die oberen Stufen im Sein und Tun nicht verwirklicht werden, Stufen, die einen durchaus halten könnten und die Möglichkeit bieten zur „wahren Tugend“, dem (wahren) „Leben“ im Leben und nach dem Tod aufzusteigen. Ihre Interpretation, lieber GEBE, wiewohl für die einzelnen Stufen durchaus einleuchtend mißversteht wohl diesen Teil des Textes logisch „Darum ist der Sinn verloren, dann das Leben. Ist das Leben verloren, dann die Liebe. Ist die Liebe verloren, dann die Gerechtigkeit. Ist die Gerechtigkeit verloren, dann die SITTE.“ wo es scheinen könnte, daß es eine zwanghafte Folge des Abstiegs gäbe in dem Sinne daß, wenn die Liebe verloren sei, auch die Gerechtigkeit nicht zu halten sei und man schließlich in der „Dürftigkeit“ nutzloser Moral oder meinetwegen auch Sitte ganz unten landete, stürbe und also den Aufstieg wieder erst beginnen müsse. Ich interpretiere den Text dagegen so, daß Liebe und Gerechtigkeit zunächst Auffanglinien sind die stabil, wenn auch nicht vollkommen sind. Es gibt also keinen Zwang zum „Durchfallen“ nach unten bis in den Zustand nur noch der Moralität/Sittlichkeit. Im Gegensatz zur westlichen positiven Interpretation von Moral und Sitte, garantiert deren Befolgen hier doch – mindestens im Diesseits - die Zuschreibung eines ehrenwerten Lebens und Aufstiegschancen, sind sie dem östlichen Denken Garant für gar nichts, allenfalls Ausweis des falschen Lebens in „Dürftigkeit“. Das westlich christliche Denken kommt dem m-E. nicht einmal wirklich nahe, wenn davor gewarnt wird, daß ein nur moralisches, sittliches Leben nicht hinreichende Voraussetzung für Seeligkeit bei Gott sei, was immer auch eine zynische Verbrämung des Bewußtseins davon sein kann, daß es sich als Besitzender leichter „moralisch“ und „sittlich“ leben läßt, als als Mittelloser. Aber dies ist eine andere Geschichte und ein richtig verstandener christlicher Glaube muß in solchem Zynismus wohl auch nicht landen. |
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Die Annahme, Moral sei rein äußerlich von Menschen als gleichsame Satzungen für den Umgang miteinander gemacht, deshalb von der Mode abhängig - oder sogar nicht existent, trifft nur auf ein „Denk“-system zu, welches im Grunde lediglich einer an die Materie, letztlich somit an die Sinne gebundenen Vorstellung des Lebens entspringt, nämlich derjenigen, die besagen will, daß (menschliches) Leben sich aus zufällig aufgestapelten Substanzen rekrutiere, und daß davor ein Seins-Nichts gegeben sei, welches in ein Seins-Nichts übergehe, sobald sich die Substanzen wieder entstapeln. Diese Annahme sollte dann aber auch bitteschön konsequent zuende geführt werden in bezug auf dasjenige, was Menschen, die solches vertreten, in sich als Ich erleben, denn auch dieses unterläge damit der willkürlichen resp. zufälligen, passiv erfolgten Substanzenlage, und würde unter dieser Annahme jegliche menschliche Regung, jedwede Sympathie oder Antipathie und deren Zwischenschattierungen in Form und Weise, Art und Güte eines inneren Engagement als persönlich sich zu etwas ins Verhältnis setzen, jedes Urteilen und jedes Meinen nicht nur ad absurdum führen, sondern es als Eigenes überhaut nicht zur Gewahrwerdung bringen. Dem aber ist nicht so, selbst bei Menschen, die dieser Annahme jedoch huldigen, die Regungen haben und diese engagiert äußern.
Es wäre so, als zerknüllte ich z.B. ein Blatt Papier, striche es wieder glatt (oder bügelte es sogar sorgfältig glatt), und stellte fest, wenn ich es von den Seiten zur Mitte zusammenschöbe, daß es sich an den Knicken wieder faltet, an denen es vorher geknüllt war. Wer käme auf die Idee, hierzu zu sagen, das Blatt Papier handele aufgrund seiner ihm innewohnenden individuell substanzlichen Struktur! |
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@GEBE
Wer käme auf die Idee, hierzu zu sagen, das Blatt Papier handele aufgrund seiner ihm innewohnenden individuell substanzlichen Struktur! Natürlich handelt das Papier. Es benutzt mich als Agens für seine lustvolle Ein- und Entfaltung. Grüße aus der Neurose, Q. |
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@ Don Quijote
Aber immer schön Obacht geben, - nicht daß der Duft der Neurose Sie zu sehr umnebelt! :-) |
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- ich habe precht vor 3 jahren bei diesem festival erlebt und konnte mich vor lauter irritation ob der masse des bürgerlichen publikums nicht konzentrieren -
ein gutes interview: www.mdr.de/mdr-figaro/podcast/radiocafe/index.html |
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Danke für den Link. Werde mir das Interview gerne anhören. Das Publikum war dieses Jahr gemischt, glaub ich. Was uns eher irritierte, war die Mallorca-Liegen-Besetz-Mentalität der Eine-Stunde-Vorherkommer. Naja, passte zu den weißen Plastikstühlen (auch oft an Hotelpools zu finden)
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"Der Donnerstag-Abend steht im Zeichen der Moral."
Liegt wahrscheinlich daran, daß es in Hamburg so viele Protestanten hat. Im katholischen Bayern etwa ist der Sonntag, der im Zeichen der Moral steht: Man geht in die Kirche, hört sich die Predigt an und bescheißt nachher beim Kartenspielen in geselliger Kneipenrunde (die immer auf die Messe folgt) mit wesentlich schlechterem Gewissen. "... eine eindeutige, messerscharfe Definition des Begriffes „Moral“ ist mir noch immer nicht möglich." Gestatten Sie? Die Moral ist die Versubjektivierung des Zwangs, dem man sich um des eigenen Erfolgs in der allgemeinen Konkurrenz willen unterwerfen muß. |
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Meinen Sie das Ernst ?
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@j-ap
und bescheißt nachher beim Kartenspielen in geselliger Kneipenrunde (die immer auf die Messe folgt) mit wesentlich schlechterem Gewissen. Nach J.A.Schneiderfranken (aus dem Gedächtnis): Das sogenannte schlechte Gewissen hat meist nichts mit dem Gewissen zu tun, sondern eher mit dem, was sich ein gewissenhafter Mensch niemals aufladen würde. Viel Spaß beim Karteln, Q. |
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@ j-ap
Kalkül oder Moral? |
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@ j-ap schrieb am 19.09.2011 um 13:20
>>>Die Moral ist die Versubjektivierung des Zwangs, dem man sich um des eigenen Erfolgs in der allgemeinen Konkurrenz willen unterwerfen muß.<<< Vorausgesetzt die Lebensumstände sind die der allgemeinen Konkurrenz. Andere Lebensumstände, andere Moral. Schwierig wird es dadurch, dass wir fähig sind, über unsere Moral zu reflektieren und den Widerspruch zu unserer grundsätzlich vorhandenen Freiheit in verschiedenen Ausformungen erleben müssen. Die entstehenden persönlichen Kompromisse grundsätzlich als "Zurichtungen zu einer Herde bürgerlichen Viehs" oder als "Charaktermasken" zu kennzeichnen hat etwas Unerbittliches an sich, das in seiner Wirkung nur schwer von der Peitsche des Diktators zu unterscheiden ist. Deshalb fällt vielen Menschen der grundsätzliche Unterschied in der Wahl zwischen beiden Schmerzen nicht auf. |
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"Vorausgesetzt die Lebensumstände sind die der allgemeinen Konkurrenz."
Sie sie ja nun. Wem ist also damit geholfen, einen Begriff der Moral an anderen als den real existierenden Lebensumständen zu gewinnen? Ja, ich weiß: das ist der Modus der Politologie, die kurzerhand einen Gesellschaftszustand erfunden hat -- nämlich den eines ominösen "Kampfes aller gegen aller" --, um darüber nicht weniger als eine ganze "Staatsableitung" zu bewerkstelligen. |
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@ j-ap schrieb am 20.09.2011 um 13:12
>>>Wem ist also damit geholfen, einen Begriff der Moral an anderen als den real existierenden Lebensumständen zu gewinnen?<<< Sie kennen ja nun leider nur diese Lebensumstände der "allgemeinen Konkurrenz". Ich habe schon andere erlebt und die sind beim besten Willen nicht bloß als solche der "allgemeinen Konkurrenz" zu klassifizieren. Das regt wenigstens zum Nachdenken an, an dem ich Sie gern teilhaben lasse. |
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Liebe Doris Brand,
großes Kompliment! Ihre Knete-Metapher ist hervorragend. Wäre mit dem Begriff Moral nicht seit jeher Schindluder getrieben worden, ließe sich leichter darüber reden. Prechts Beispiele halte ich für herbeigeknetet. Situationen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit bei exakt 0,0 Prozent liegt und nur einem Denken Vorschub leisten, das uns Fragen wie diese aufdrängt: Sollen wir dafür oder dagegen sein, wenn die Nato ihre Kriegsmaschinerie losläßt, um libyschen Rebellen zu unterstützen? Oder sollen wir für oder gegen die Hilfe für Griechenland sein? Beide Frage sind, mit Verlaub gesagt, bescheuert. Ad Libyen kann man doch nur vernüftigerweise sagen, es war falsch, den Diktator jahrzehntelang zu unterstützen. Auch Griechenland gilt das selbe: Wenn das Kind ins Wasser fällt, und wenn man es dann darin ertrinken läßt, ist die Frage bescheuert, soll man nun erst das Wasser rauslassen oder das Kind. Precht stellte sich an diesem Donnerstag die falschen Fragen. So unredlich, wie all die Begleitumstände, die Sie so wunderbar beschreiben. Allerbeste |
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Schön, dass sie mit meiner Knet-Theorie etwas anfangen können.
Zu Ihrer Frage "Sollen wir dafür oder dagegen sein, wenn die Nato ihre Kriegsmaschinerie losläßt, um libyschen Rebellen zu unterstützen?" Ich weiß es nicht. Aber: Mit ein wenig guter Moral (Kämpfen und Menschenrechte) im Gepäck kämpft es sich natürlich wie geschmiert, auch wenn es letztes Jahr noch moralisch vertretbar war, mit Herrn al-Gaddafi Schnittchen zu essen. |
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Richtig, auch ich weiß nicht wie ich diesen Nato-Einsatz beurteilen soll. Dieses Bekenntnis, für viele Fragen ob ihrer Widersprüchlichkeit keine wohlfeilen Antworten parat zu haben, halte ich den wichtigsten Ausgangspunkt, um zu Antworten zu kommen.
Dies gilt für alle problematischen moralischen Fragen. Nur Fundamentalisten wissen schnell und auf alles eine klare Antwort. Grüße |
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schrieb am
20.09.2011 um 15:49
...nur ist die Grundlage jeder fundamentalistischen Denke immer und ausschließlich: Moral.
Deswegen WISSEN sie eben, wie generell jeder Moralist, überhaupt NICHTS "auf alles eine klare Antwort" zu geben. Was überhaupt nicht heisst, dass sie nicht Tausende Antworten anzubieten hätten! Hier was zu Libyen, weil es mir zur Zeit am stärksten "an die Nieren geht": www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16577 |
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Lieber Blogger(In) Phineas Freek,
wie soll ich Sie verstehen? Kritisieren Sie fundamentalistische Denke? - weil immer auf Moral beruhend? Bestreiten Sie, daß es auf viele Fragen nun mal keine klaren Antworten gibt? Wie wollen Sie einen solchen Artikel überprüfen? Müßig zahllose gegenteilige dagegen zu stellen. Denn das ist es ja: wer ist hier im Besitz der Wahrheit. Nur in Gaddafi einen von der Mehrheit des Volkes geliebten wahren Revolutionär zu sehen, glauben Sie das wirklich? Grüße ps unter "Phineas Freek" finde ich keinen Link. Liegt das an meinem Browser? |
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schrieb am
20.09.2011 um 17:25
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Ullrich Läntzsch "wie soll ich Sie verstehen? Kritisieren Sie fundamentalistische Denke? - weil immer auf Moral beruhend?" Ja. "Bestreiten Sie, daß es auf viele Fragen nun mal keine klaren Antworten gibt? " Nein. "Wie wollen Sie einen solchen Artikel überprüfen? Müßig zahllose gegenteilige dagegen zu stellen. Denn das ist es ja: wer ist hier im Besitz der Wahrheit." Stellen Sie sich diese Frage auch jeden Morgen wenn der Wecker klingelt? Und wenn ja - warum glauben Sie dem Wecker und gehen trotzdem zur Arbeit? Und schon steckt man mitten drin - in der Moral. "Nur in Gaddafi einen von der Mehrheit des Volkes geliebten wahren Revolutionär zu sehen, glauben Sie das wirklich?" Nein Grüße PS bin hier ausschließlich als "Kommentator" unterwegs. |
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@ Phineas Freek
Fundamentalistische Denke beruht auf Angst. Moral, und zwar die ihre, will sie stets konstitutiv erzwingen. Das Postulat, gegen Moral zu sein, ist selbst eine. Mein Wecker klingelt höchsten zwei drei Mal im Jahr, wenn ich einen besonders frühen Zug nicht verpassen will. Ein Privileg des Künstlers, der, weil er sich nicht verbiegen läßt, und bereit ist als arme Kirchenmaus, dafür jedoch als halbwegs freier Mensch zu leben. Nur was hat meine persönliche Konfliktlinie mit dem Wahrheitsgehalt einer Meldung zu tun, die Sie ja immerhin zumindest was Gaddafi angeht auch in Frage stellen. Wenn jemand schreibt "Gaddafi hat eine Demokratie verwirklicht, die auf der Mitwirkung der Bevölkerung beruht." Dann meldet sich mein Mißtrauen. Grüße |
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schrieb am
22.09.2011 um 18:04
@Ullrich Läntzsch
„Fundamentalistische Denke beruht auf Angst. Moral, und zwar die ihre, will sie stets konstitutiv erzwingen.“ Wenn Sie Ihren Satz selber ernst nehmen würden, müssten Sie aber genau die Ideologie der politischer Herrschaft, die Sie meinen weiter unten so vehement vor Herrn Gaddafi in Schutz nehmen zu müssen, EBENSO ALS die eigentümliche und kapitale Spielart einer knallharten „Fundamentalistischen Denke“ mit einbeziehen. „Die Moral ist die VERSUBJEKTIVIERUNG des Zwangs, dem man sich um des eigenen Erfolgs in der allgemeinen Konkurrenz willen unterwerfen muß.“ (j-ap schrieb am 19.09.2011 um 13:20 kurz, prägnant und auf dem Punkt!) Dass ALTERNATIVLOS gemachte „gesellschaftliche Verhältnis“ der allgemeinen Konkurrenz SETZT („pflanzt“) hier ja schon selbst die (begründete) Angst machenden Bedingungen der Individuen, dessen ausschließlich moralische Internalisierung von früh auf eingeübt wird, um dann ALS Konkurrent in diesen „quasinatürlichen“ Bedingungen und auf Kosten der „Mitbewerber“, den „eigenen Erfolg“ suchen zu "dürfen" (was schlicht bei der allergrößten Mehrheit heißt, in permanenter Bedrohungsabwehr zu „Bestehen“ und zu „Überleben“). Die VERSUBJEKTIVIERUNG des Zwangs („der Verhältnisse“) äußert sich in den MORALISCHEN und bis aufs Messer verteidigten VORSTELLUNGEN und WELTBILDERN, deren Kritikimmunisierende „Logik“ analog zu den GESETZTEN Verhältnissen stehen MÜSSEN. Das ist die vollendete Ideologie einer totalitären Herrschaft - die es übrigens mittlerweile schon dazu gebracht hat, die beworbene Herrschaftsmethode ALS ALLGEMEINGÜLTIGES UND NATÜRLICHES MENSCHENRECHT zu postulieren, um so seinen eigenen weltweiten HERRSCHAFTSANSPRUCH in den Rang eines NATURRECHTES zu erheben!! Ja, wer sich gegen den Willen von Mutter Natur persönlich versündigt, also gegen seine eigene Bestimmung unter der uneingeschränkten Herrschaft des freien Marktes und seiner Gewalt leben zu dürfen, hat es auch nicht anders verdient von der Platte geputzt, ausradiert, eliminiert , vernichtet und ausgerottet zu werden! Da kann dann auch kein Leichenberg hoch genug sein, um dieses edle Recht in die Tat umzusetzen! „Das Postulat, gegen Moral zu sein, ist selbst eine.“ Sie verwechseln hier Amoral oder Antimoral mit Moralkritik! Wenn überhaupt Interesse und ich mehr Zeit habe sag ich noch mal was dazu. „Nur was hat meine persönliche Konfliktlinie mit dem Wahrheitsgehalt einer Meldung zu tun, die Sie ja immerhin zumindest was Gaddafi angeht auch in Frage stellen.“ Verstehen Sie den Zusammenhang wirklich nicht? Und ob sich die Libyer „Demokratie“ , „Stammesregierungen“ oder sonst was verpassen: Ja was geht das „uns“ an – diese Land steht vor einem angedrohten Genozid - das ist alles Andere als übertrieben! Und wenn man sich kein Ideal von der oben beschriebenen Sache („Demokratie“) macht, kann man halt auch nicht die selbstversichernde Tour fahren, trotz vorfindlicher Möglichkeit der Wissensermittlung und Vorhandensein eines eigenen Verstandes, „Misstrauen“ durch Erkenntnis zu ersetzen. . |
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schrieb am
22.09.2011 um 19:29
...der letzte Satz ist missverständlich.
So ist es besser: ...Und wenn man sich kein Ideal von der oben beschriebenen Sache („Demokratie“) macht, kann man halt auch nicht die selbstversichernde Tour fahren, trotz vorfindlicher Möglichkeit der Wissensermittlung und Vorhandensein eines eigenen Verstandes, ERKENNTNIS DURCH "MISSTRAUEN" ZU ERSETZEN. |
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@ zu j-aps „Die Moral ist die VERSUBJEKTIVIERUNG des Zwangs, dem man sich um des eigenen Erfolgs in der allgemeinen Konkurrenz willen unterwerfen muß.“
Dies impliziert ein Moral. Das es diese gibt ist ebenso unbestreitbar, wie es sehr, sehr viele andere Vorstellungen von Moral gibt. Wenn wir uns hier über Moral auseinandersetzten, beziehe ich mich nicht auf die fragwürdige Moral unserer fragwürdigen Gesellschaft, sondern hoffe auf Interessantes zu einer zu entwickelnden Moral einer zu entwickelnden Gesellschaft. Keine Gesellschaft kann ohne Moral auch nur existieren. Wenn man aus guten Gründen die bürgerliche, die christliche oder welche Moral auch immer ablehnt, sollte man dies nicht übersehen. @ 19:29 "ERKENNTNIS DURCH "MISSTRAUEN" ZU ERSETZEN." Wie wär's mit ERKENNTNIS & MISSTRAUEN sowie ERKENNTNIS aus MISSTRAUEN oder auch ERKENNTNIS schafft MISSTRAUEN ebenso MISSTRAUEN schafft ERKENNTNIS Grüße ps: bin bald offline im kurzen Wochenende |
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schrieb am
23.09.2011 um 23:04
@Ullrich Läntzsch
Wenn ich weiß, wie eine „Sache“ geht oder was ein Mensch bezweckt und vorhat – löst sich doch jedwedes Misstrauen auf. Egal ob die Sache nützlich oder nicht nützlich für mich ist oder ein Mensch mir gegenüber schädliche oder redliche Absichten hat. Grundlage von Vertrauen wie Nichtvertrauen ist doch immer eine Erwartungshaltung, die auf nichtwissender „Intuition“ oder „Ahnung“ basiert. (Was da nebenbei bemerkt, die unmittelbare und persönliche Beziehung zwischen Menschen betrifft, müssen die sich halt KENNEN-LERNEN und schauen ob die Erwartungen(wenn sie sich denn diesen Fehler unbedingt leisten wollen!) eintreffen oder nicht, ob’s rund läuft oder knirscht.) Und die „schlechten Erfahrungen“ mit einem Sachverhalt oder einem „unzuverlässigen“ Menschen, führen dann ausschließlich zu der „Erkenntnis“ und dem Zirkelschluss, dass man da halt schlechte Erfahrungen gemacht hat und münden dann deswegen auch in den misstraulichen Erwartungshaltungen. Über die Zwecke, Gründe und Absichten der schädlichen Personen und „Sachen“ habe ich so noch nicht den geringsten Erkenntnisgewinn. Der wäre aber allererste Voraussetzung um den Schaden und seine Gründe irgendwann vielleicht mal aus der Welt zu schaffen. Erkenntnis macht Vertrauen wie Misstrauen überflüssig. Wenn ich weiß, wie wer und was, warum, wieso und weshalb tickt, brauch ich auch keinen moralisch VERPFLICHTENDEN Tugendkatalog für das eigene Oberstübchen. Und das Verpflichtende verrät dann auch schon ein wenig den HERRSCHAFTLICHEN Zweck ALLER moralischen Veranstaltungen: die Erfüllung FREMDER INTERESSEN - was nämlich Pflicht immer war und ist. Und demzufolge erlaube ich mir Ihren Kernsatz der da lautet: „Keine Gesellschaft kann ohne Moral auch nur existieren.“ folgendermaßen abzuändern in: Keine HERRSCHAFT kann ohne Moral auch nur existieren. Schönes Wochenende und Grüße |
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Lieber Phineas Freek,
Kompliment wie ernsthaft Sie sich mit dem Mißtrauen auseinandersetzten. In Bezug aufs persönliche stimme ich voll zu, ja ein Kennenlernen löst Mißtrauen im allgemeinen auf. Für den selten Fall, daß es sich bestätigen sollte, bleibt dann eigentlich nur ein Ende der Beziehung. Ich aber benutze das Wort Mißtrauen auch gegenüber, allen Ideen gegenüber, allen politischen, philosophischen und eben auch hier den moralphilosophischen. Ich müßte darüber länger nachdenken, ob es nicht ebensogut durch das Wort Zweifel ersetzt werden könnte. Ohne, Zweifel, ohne Mißtrauen, ohne ein Infragestellen - wie soll es da zu Erkenntnis kommen? @ "Keine HERRSCHAFT kann ohne Moral auch nur existieren." Im Kontext lese ich daraus, Sie können sich eine sowohl moral- wie herrschaftsfreie Gesellschaft vorstellen. Herrschaft als Knechtschaft, als Macht mißbrauchende Gesellschaft, all das ist denkbar, und taugt als Utopie. Eine verbrechensfreie Gesellschaft jedoch, die ohne Polizei und Justiz auskommt, dies Paradies vermag ich mir nicht vorstellen. Grüße |
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PS: bin ich auf der richtigen Spur?:
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schrieb am
25.09.2011 um 23:55
Hallo Ulrich Läntzsch,
Was da oben steht, bezieht sich GENERELL auf alle vertraulichen Erwartungen und Misstrauensanträge von BÜRGERN in unserer schönen „Zivilgesellschaft“ – egal ob auf „persönlicher Ebene“ oder als 80millionste Teilmenge einer politischen Gewalt. Denn das in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen TÄTIGE Miss- wie Vertrauen eines STAATSBÜRGERS unterscheidet sich da, was die vorausgehende moralische Bornietheit angeht, nicht wesentlich. Vertrauen, wie auch seine enttäuschte Variante dass Misstrauen, gehen doch nie über die Begrenztheit von VORGESTELLTEN Erwartungshaltungen hinaus. Da bleibt es immer bei diesem „Erwartung erfüllt“ oder „nicht erfüllt“ stecken. (Vorweg nehmend zu Ihren letzten Satz: VOR-STELLEN kann man sich doch noch den allerletzten und gemeinsten Scheiß, wie auch die angenehmsten „Flausen“!) Dem Zweifel sind dagegen schon einige Überlegungen über Absicht und Zweck vorausgegangen, allerdings ohne ein eindeutiges und schließendes Urteil rechtfertigen zu können – Unsicherheit was richtig und falsch ist, bleibt beim Zweifel bestehen. Ähnlich die „Infragestellung“: die geht nur, wenn das Vertrauen verlustig gegangen ist und eben NICHT im überhaupt NICHT fragenden Misstrauen verendet. Und zum Schluss: „Herrschaft“. Welcher wesentliche Inhalt und „eigentlicher“ Zweck macht denn so etwas überhaupt notwendig? Vorausgesetzt, dass man den ganzen Schmadder aller ideologischen und sonstigen Apologien über die angebliche Notwendigkeit von „Herrschaft“ für die gesellschaftliche Organisation menschlichen Lebens mal beiseite lässt: Ein wenig grob gesagt (aber deswegen nicht verkehrt), ist sie IMMER da zur Stelle, wo sich ein Interesse auf Kosten eines Anderen durchsetzt und dieses zwecks zukünftigen Fortbestands seines Nutzens, auch weiterhin gedenkt zu tun. Die Gewalt der Interessensdurchsetzung bekommt dann zwecks ihrer langfristigen Zementierung seine allgemeinverbindliche Rechtsförmigkeit: und aus diesem Regelwerk der Erlaubnisse und Verbote entwickelt sich erst der übliche, wichtige und für eine Herrschaft NOTWENDIGE Moralkodex. PS Qigong am Abend... |
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Vielleicht etwas rustikal, aber so ähnlich....
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...Moral ist rustikal...
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Liebe Frau Brandt, liebe Gemeinde des intelligenten Umgangs mit dem Thema.
Vielleicht hilft weiter, zunächst einmal zu klären, ob die Beispiele des Philosophen Precht zur Klärung der Frage, wie plastisch und formbar Moral sei und ob man letztlich auf sie verzichten könne, tatsächlich taugen. Ein Merkmal der Moral ist nämlich, dass sie für den Notstand und die Notsituation gar nicht gedacht ist, aber in der Not funktioniert. Dazu später. Wer aber versucht, den Notfall vorweg zu nehmen, der scheitert schon im Ansatz, weil er moralisches und nicht-moralisches Handeln vorweg klären möchte und dann seine Erklärung oder Entscheidung als Standard setzt (Man denke an den fragwürdigen Versuch, das Luftsicherheitsgesetz dementsprechend zu fassen und z.B. des Hamburgers Helmut Schmidt Antwort, der da, trotz unendlicher Rauchkringel und der Neigung zu sprachlichem Machismo, in dieser Frage eine völlig klare Auffassung hat). Das ist nicht nur in der moralphilosophischen Fachwelt (Theologen, Ethiker, Ärzte, Juristen, Philosophen, Kommissionen jeder Art , etc.pp.) kritikwürdig, sondern auch einigermaßen unlogisch, weil es dem praktischen Handeln in der Not so gar nicht entspricht. - Es gibt einen sehr gelungenen Kurzfilm mit Axel Prahl als Wärter einer Hebebrücke, der seinen Sohn tötet um einen ganzen Zug zu retten, der das Problem offen und einfühlbar aufzeigt. Vor die Not wird man gestellt, und dann muss man sich ihr stellen. Aber sehr wohl ist es notwendig, sich tiefschürfend Gedanken um moralische Grundsätze und Prinzipen zu machen und für eine moralische Gesellschaft, die sich diesen Prinzipien auch verpflichtet fühlt, zu kämpfen, denn die Begründung für eine Handlung im Notstand oder Notfall spielt dann eine ganz wichtige Rolle und entscheidet über Schuld und Sühne, über Verbrechen und Strafe (manches Mal sogar über Verbrechen historischen Ausmaßes), wenn der Fall einmal eintritt. - Das ist übrigens die Quintessenz aus alle Gewissensprüfungen die real auf einen Menschen zukommen können. Er muss sich hinterher dafür verantworten. Hinterher, nicht vorher. Eine ganz andere Geschichte ist jedoch, dass eine Gesellschaft, aber auch Einzelne, die von sich behaupten ohne Moral leben zu können, letzlich nicht mehr erzeugen, als Angst, Furcht und Verwirrung und damit eine der Hauptgrundlagen für Amoral. Bsp.: "Ich weiß nicht, was mit mir passiert, wenn ich der Stimme der Moral und des Gewissen folge und nicht meiner Loyalität oder dem Eid oder,oder,... (vom Whistleblower bis zum Hitler-Attentäter)." - Der typische Modus des repressiven Systems, das versucht den Gedanken an eine freie Entscheidung als Grundlage der Moral durch eine Rangfolge zu ersetzen. Z.B. "Du bist nichts, dein Volk ist Alles!" Ohne Moral leben, das ist die Haltung des Gewohnheitsverbrechers und Mörders, der Ausbeuter und all´der Leute, die nur an ihre Möglichkeiten und die Macht, in welcher Form auch immer, glauben. Die sich zurecht legen, die Gesellschaften um sie herum hätte ebenfalls keinen moralischen Kern und daher also, lebe es sich dementsprechend besser, auch auf Moral zu verzichten. Die Beispiele Prechts erinnern stark an die Gewissensprüfung, die einstmals Kriegsdienstverweigerern auferlegt wurde. Sie sind aber eher eine Ausgeburt eines prinzipiellen Amoral-Verdachtes, der mittlerweile weite Teile der Gesellschaft erfasst hat und letzlich nur dazu dient, alltägliche Gewissenlosigkeit, die man selbst spürt, an der man auch kräftig leidet (Frau Brandt beschreibt ein paar Fälle), zu bemänteln und so viele Regeln zu schaffen, dass Moralfragen gar nicht mehr entstehen und nicht mehr als fragwürdig verstanden werden. Moral kann sicher ganz individuell sein und/oder von gesellschaftlichen Gegebenheiten abhängen. Aber jedem Anthropologen oder Moralphilosophen, eigentlich jedem Betrachter, müsste auffallen, dass bisher keine Gesellschaft, die sich länger stabil hielt und ohne allzu große Anomien auskam, ohne Moralgrundsätze existierte. Systeme der Amoralität konstruieren für ihre Mitglieder gerne den Ausnahmezustand in Permanenz: So kann der einzelne Mensch durch Arbeit vernichtet werden, für das große Ganze. So kann dem Einzelnen oder einem ganzen Volk auferlegt werden, grausam und amoralisch zu handeln, oder persönliche Opfer auf sich zu nehmen, ganz im Sinne der Notfallbeispiele, um das Volk, die Rasse, den Europäer, den Christen, den Kommunismus oder den Islam, um gar abstruse Ideen zu retten, um zu siegen, etc. Systeme der Amoralität konstruieren auch für den Notfall ausgeklügelte Werteregeln, die der Einzelne zu verinnerlichen hat und die ein Urteil zur Situation für ihn möglichst vorher schon festlegen. Bleiben wir beim Luftrettungsgsetz. Nicht der Kampfpilot entscheidet letztlich, nach Informationen die er bekommt und verantwortet sich dafür, sondern er erhält seinen Abschußbefehl und der Befehlshaber legitimiert sich wiederum aus der Gefahrenabwehr. Letztlich heißt das aber nichts anderes, als nach einer Regel gehandelt zu haben, die Schuld und schuldig werden, überhaupt die Möglichkeit dazu, weitgehend ausschließen möchte, auch wenn das in der Realität gar nicht geht. - "Du hast nach dem Luftsicherheitsgesetz gehandelt, damit ist alles in Ordnung." Damit das nicht so abstrakt bleibt: Jeder denke einmal über den erst einmal paradoxen Gegensatz nach, der aus der allgmeinen und auch absolut notwendigen Formel: "Du sollst nicht töten!" und den vielen, fast alltäglichen Situationen , in denen direkt und indirekt, oft sogar mit Notwendigkeit, genau das Gegenteil geschieht. Stoßen wir also den dicken Mann von der Brücke, weil wir vorher geklärt haben, es sei so durchaus moralisch, weil wir damit fünf Leuten das Leben retten? Überfahren wir den Einen, um die Mehrheit zu retten und haben uns das vorher moralisch zurecht gelegt? Nein, diese Art instrumentalisierter Moral ist gar keine, weil sie letztlich auch keine Zweifel mehr zulässt, die Not gar nicht in Betracht zieht und das Leiden an der Moral schon im Vorfeld durch vorgeblich rationale Handlungsanleitungen erledigen möchte. Moral entzieht sich dem Kalkül. Sie bildet sich in den Zeiten, in denen es nicht so sehr darauf ankommt und erweist sich dann, wenn sie plötzlich eingefordert wird, situativ und individuell- menschlich, aber auch bei Staaten oder Insitutionen unter Druck. Eine Frage der Moral ist z.B., ob bei einer Finanzkrise jene zahlen und verantwortlich sind, die sie verursachten, oder ob so getan wird, als müsse man nur an den Einkommen und an den Sozialleistungen der Massen sparen, um das Vertrauen der Märkte zu retten. Eine Frage der Moral ist z.B., ob eine Gesellschaft Gruppen so ausgrenzt, dass sie zum bösen und vernichtenswerten Anderen werden, usw. Wdh.: "Ein Merkmal der Moral ist nämlich, dass sie für den Notstand und die Notsituation gar nicht gedacht werden kann, aber in der Not funktioniert." Einige Beispiele: Mitten in Berlin wurden während des Krieges tausende Verfolgte, Juden und Regimegegner, von Leuten versteckt, die sich keinen Vorteil davon versprechen konnten und auch nicht die Ansichten der Regimegegner teilten oder nun Juden gegenüber besondere Gefühle hatten. Die Gründe für deren Moralentscheidungen sind vielfältig, aber es gab sie und das zählt. Der Fußballspieler Asamoah gab zu, eine Ecke verschuldet zu haben, sein Verein St.Pauli verliert deshalb das Spiel. Die Passagiere von Flug 93 (9-11) wehren sich. Das Flugzeug stürzt in eine Wiese und nicht ins Kapitol oder in die Stadt Washington. Die Juden im Warschauer Ghetto wehren sich. Sie retten sich selbst nicht, das kann fast von Beginn an als sicher gelten, aber sie setzen ein Zeichen der Gegenwehr und des Widerstandes gegen die Abkehr von jeder Moral. Dabei töten sie auch einige ihrer Gegner, die allerdings ihre Todfeinde sind. Die Beispiele sind bewusst sehr unterschiedlich gehalten und nicht miteinander vergleichbar. Sie sollen ja auch nur aufzeigen, wo die Moral aufscheint, obwohl es viele Leute gibt, die nun schon bereit sind zu denken, sie habe sich völlig aufgelöst. Deshalb ist es ja so wichtig, politisch und gesellschaftlich auf Moralprinzipien und Moralität zu bestehen und das auch in der Erziehung, im Sinne der Kantschen Imperative, religiöser Ableitungen und/oder der Anerkenntnis der goldenen Regeln, zu lehren und vorzuleben. - Nur gerade die "Gewissensprüfung", hypothetisch, zur Schau, vor Publikum, leichtes Grauen auslösend, und real (wurde daher auch abgeschafft), ist eher ein Ausweis von Amoralität, zumindest ein starker Hinweis, dass die Prüfer gar nicht an Moral glauben. Liebe Grüße und schönen Montagabend Christoph Leusch PS: Entschuldigung für so viel Knetmasse. |
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@Columbus
Ihrer ist der erste Kommentar in diesem Strang, den ich, inklusive dem Blog von Frau Brandt, verstanden habe. Nachvollziehen kann und dem ich sogar in seinen Kernaussagen zustimme. Dank dafür. (Ich werd' langsam alt. Ich verstehe "Harbour-Front-Literatur-Festival" nicht, weiß nicht, was "Manolo-Blanik-Treter" sind und kann mit intelligente Knete“ (thinking putty) nix anfangen; genau so wenig, wie mit Herrn Precht. Nu ja. Vermutlich mein Problem.) Gruß Tom --------------------------- Kein Projekt nirgends |
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Guten Morgen Christoph Leusch,
vielen Dank für den längsten Kommentar in meiner Blog-Geschichte! :) Der Kommentar verdient einen eigenen Blog-Eintrag. "Ein Merkmal der Moral ist nämlich, dass sie für den Notstand und die Notsituation gar nicht gedacht ist, aber in der Not funktioniert. " Finde ich richtig. Kant und der kategorische Imperativ diente an diesem Abend sozusagen als "Aufmacher". Der Mensch soll das eigene Handeln prüfen, ob er einer universalisierbaren Maxime folgt und ob dabei die betroffenen Menschen je auch in ihrer Selbstzweckhaftigkeit berücksichtigt werden. (frei nach Wiki) Nun ist es doch leider so, dass, wenn eine solche universalisierbare Maxime überhaupt vorhanden ist, diese gerade heutzutage willkürlich geformt wird oder wie Ware austauschbar ist. Viele Grüße aus der Knethochburg Hamburg, Doris Brandt |
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@ Tom Bombadil: Sie sehen, man kann das Leben auch gut ohne Harbour-Front und Manolo-Bla(h)nik (hatte ich übrigens auch falsch geschrieben) bestreiten.
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Liebe Frau Brandt,
Ich konnte ja nur so viel schreiben, weil Sie interessante Fragen aufwarfen und selbst genügend "Fleisch, Knetmasse (;-))" lieferten. Kant ist wirklich ein guter Ansatzpunkt, weil den Königsberger die ganzen Moralparabeln ärgerten, die fast immer eine "Um zu"- Ethik predigen ("Um die Fünfe zu retten, muss ich den Einen opfern"). Kant unterscheidet daher zwischen hypothetischen (Mittel-Zweck-Relationen) und kategorischen (a priori, vor allem (mir liebere Übersetzung), vor aller Erfahrung) Imperativen in der Sittenlehre. Dies kantischen kategorischen Imperativformeln sind demnach zunächst leer. - Zumindest scheint es so. 1)Handle stets so, dass sie Maxime deines Willens zur Grundlage eines allgemeinen Gesetzes werden könnte, 2. Soll diese Willensmaxime der Natur, -ich sage lieber, der Menschennatur-, gemäß sein. Nun stellt sich aber heraus, dass, so ohne Zweck der Moralansatz aus Königsberg doch nicht ist, sondern vielmehr einen absoluten Zweck kennt. Es folgt der dritte Imperativ, der im Gegensatz zum ersten und dem ergänzenden zweiten, seltener im Blickpunkt steht: 3. "Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst." Das sind durchaus sehr hohe Ansprüche: Die eigene Person achten, jede (das muss betont werden) andere Person achten, alle Personen, auch die eigene, jederzeit als Zweck an sich sehen und niemals bloß (Kant ist nicht blöd, daher steht dieses bloß) als Mittel zu etwas zu sehen. Ich finde, das ist auch nach weit über 200 Jahren, eine gute Basis für moralische Überlegungen und einen Auftrag zur Entwicklung eines moralischen Bewusstseins. Einem Teil der Menscheit, die ebendiese als Zweck a priori sieht und damit leben kann reicht das. Für eine große Mehrheit, weil sie noch einen Zwischenschritt macht und den Menschen in einem Gottesbezug sieht, mit der Gefahr unter "Gott" andere Zwecke, als die der Menscheit zu formulieren, kommt eben noch das höhere Wesen hinzu. Mit Kant lässt sich aber auch sehr glaubwürdig begründen, warum eine Gesellschaft ohne Moral gar keine Gesellschaft mehr ist, und warum reine Zweckmoralen die Menschheit in Gesellschaften, letztlich böse, widerwärtig und lebensfeindlich werden lässt. Ich finde, derzeit wird, selbst in den entwicklesten Gesellschaften, gerade gegen diesen dritten Imperativ massiv verstoßen, während man sich mit den beiden ersten meist so arrangiert, die eigenen Handlungen als im Einklang damit befindlich zu postulieren. Liebe Grüße und guten Mittag Christoph Leusch |
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Danke für die Blumen, Tom Bombadil, die vor allem der Frau Brandt hingestellt gehören.
Vielleicht hilft es doch ein bisschen, wenn man sich die Menschheit als eine Art intelligente Knete, also eine solche mit Gedächtnis, vorstellte. Menschen, ganze Generationen, ganze Gesellschaften, können sich an gute und schlechte Zeiten erinnern und wissen daher oftmals, was gut und was böse ist. Daher auch der beständige Versuch von Ideologen und Doxosophen, eine Herrschaft über diese Erinnerungsfähigkeit zu erlangen. a) in dem man sie tilgt, b) in dem man die Inhalte bei jeder Gelegenheit manipuliert und z.B. Moral zu einer Modefrage erklärt, die, wie die Stilettos, ein Verfallsmuster darstellt. - Das b) jenes Rollenmodell des Doxosophen, hat Pierre Bourdieu glänzend beschrieben und abgehandelt, um hier noch einmal "Werbung" für diesen philosophisch gebildeten Soziologen zu machen, der so aus der Mode zu kommen scheint, wie der Pflichtethiker Kant. Liebe Grüße Christoph Leusch |
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Frau Brandt, lassen Sie sich kneten, eh knutschen eh ....tschuldigung von mir. So eine schöne Idee.
Anmerkungen: Sie dürfen vor so einer Veranstaltung nichts trinken, das fördert eine gewisse Schärfe der Beobachtung, Enthaltsamkeit hat schon seine Funktionen, denken Sie an die katholische Kirche. Danach gehts und dann - aus Gründen der Moral - gleich beichten!!! Danke für den Text |
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Guten Morgen Magda,
vielen Dank. :-) Also manchmal kann Rotwein auch die Sinne schärfen. Finde ich. Regt Alkohol nicht auch die Durchblutung und Sauerstoff-Zufuhr im Hirn an? Ich merke das beim Französisch-Sprechen unter Alkohol-Einfluss. Da purzeln Vokabeln hervor, die seit der Oberstufe wieder auf ihren Einsatz warten. Aber ich schweife ab. Einen schönen Tag! |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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