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Wandel, mal so ins Blaue gedacht, ist die Veränderung eines geordneten Zustands in einen anderen, ebenfalls geordnet.

So gesehen ist das Wort Klimawandel selbstverständlich korrekt. Das Klima ist im Begriff, sich zu ändern, und der Planet, klar, ihr Astrophysiker, wird auch nachher in geordneter Bahn um das Zentralgestirn ziehen. [Wo jetzt nur, wie unsre Weisen sagen/Seelenlos ein Feuerball sich dreht/Lenkte damals seinen goldnen Wagen/Helios in stiller Majestät. Schiller, Die Götter Griechenlands. Lasichgrad]

Mir stellt sich das bedauerlicherweise anders dar. Ich steck da mittendrin. Von Wandel redet Neunmalklug, der mich bebauchpinseln will. Immerhin bin ich so bequem, dass ich mir selbst misstraue und jedem Versuch, meiner Bequemlichkeit Futter zu geben, mit Argwohn und Ablehnung begegne. Wandel, das ist nichtmal amüsant.

Die Extreme nehmen zu, erstens, das wissen wir. Die gewohnten Rhythmen gehen verloren - nein von Wandel kann man auch da nicht reden, korrekterweise, nein dein Futter fress ich nicht. Die Rhythmen werden unzuverlässig, das ist es, sie wechseln unkalkulierbar, bestenfalls, oder schlimmstenfalls: sie lösen sich auf.

So wär's für mich akkurat formuliert. Daraus werd ich schlau. Nun kann ich drüber nachdenken, was bevorsteht. Gibt's keinen, der den Erdball mal ein bisschen streicheln würde?

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.