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Kultur : Kameras überwachen die Stadt

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..weil es jetzt ja so oft um Sprache geht, um unsere eigene und einen aufmerksamen Blick darauf. 10.ooo Videokameras überwachen die Stadt, so titelt heute Springers Abendblatt.

Kameras filmen, und noch nicht mal das, weil auch filmen immer das filmende Subjekt hinter der Kamera, die bewusste Absicht fordert. Der Kameramann filmt, der Regisseur filmt. Unsere Sprache hat eigentlich kein Wort für die Tätigkeit von Kameras und wir benutzen Metaphern: aufnehmen, aufzeichnen. Kann man lange drüber nachdenken, weshalb. Vermutlich, weil die Kamera eben nichts tut, sie ist kein aktiv handelndes Subjekt. Der Titel vom Abendblatt erweckt jedoch genau diesen Eindruck, fälschlicherweise. Oh wie so trügerisch ..

Überwachen schließt Kontrolle ein und die Möglichkeit, einzugreifen und zu verhindern, dass ein Schaden eintritt. Der Wächter steht vor der Tür und schützt. Sinn und Ziel von Überwachung liegen darin, Schaden zu verhindern. Kameras würden überwachen? Ein kompletter Unsinn. Diese sonderbare Formulierung entsteht aus Marketingstrategien, die der Bezug von Sprache und Realität nicht kümmert.

Nichts gegen Kapitalismus. Er macht die Menschen nur dumm und hässlich. (SZ, gestern)

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