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Die Süddeutsche, vorhin erwähnt, ist größer als das Abendblatt, sie ist spannend und hochinteressant, weil sie zur Zeit so eine mitleiderregende Rolle spielt. So deprimierend.

Liberal? Liberal geht doch nur als globalisierungsfreundlich über den Tisch. Generalverdacht. Schade eigentlich. Manchmal ist es eben ein Scheißspiel. Nicht zu ändern, liberal war gestern, auch das hat die SZ verpennt.

Linksliberal? Links? Links findest Du auf der Benutzeroberfläche. Die Linke - politisch - residiert nahe Null, und dennoch: die linken Inhalte bestimmen die Politik. Verantwortung/Rolle des Staates, Energiepolitik, industrielle Großprojekte usw. Tja, Süddeutsche, Du wirkst reichlich verschnarcht. "Bislang keine nennenswerten Torszenen" [Heribert Faßbender zugeschrieben].

Neulich noch saß die SZ mit am Lenkrad, da ging es in den Feldzug gegen Ypsilanti, gegen Beck. Hah was ham wir die Sozialdemokraten in die Schrebergärten geschossen! Unsere grandiose Einheitsfront mit den reaktionären Prolls vom Revolverblatt. Jedoch irgendwie, Nico Fried, ist das ganze verpufft, unmerklich, hat sich in Luft aufgelöst. Wohl ein falsches Bündnis geschmiedet, wohl auf die falsche Karte gesetzt.

Was neuerdings hinzukommt: konservativ positioniert sich als neokonservativ, man muss da gut hinsehn, Süddeutsche, mit wachem Blick. Den Guttenberg ham sie abgemeiert, den Frisch-und-schick-Baron, das Spaßgesellschaftsrelikt in die Kulisse geschoben, der Seehofer überzog ihn am Aschermittwoch mit Hohn und Spott.

Kann sein das ist ein neuer gesellschaftlicher Konsens, so antischnöselfrontmäßig, die politischen Inhalte werden wieder ernsthaft erwogen, Parteimitgliedschaft fällt nicht so ins Gewicht, die dogmatische Fortschrittspropaganda ist dort hinten im Pazifik eh übel ins Wasser gefallen.

Mit einer so mitleiderregenden Ausgabe wie der vom heutigen Samstag, Süddeutsche, schreibst Du Dich ins Abseits. Hervorragend ist Dein Sportteil. Absolut Spitze. Da findest Du ja wieder den richtigen Bundesgenossen.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.