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Wasser – das bedrohte Element

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Klappenbroschur

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Zwei Tage re:publica11 sind vorbei, ich habe gerade den Tagesspiegel aufgeschlagen und finde dort ein Zitat von Daniel Domscheit-Berg, welches eine Erkenntnis der Veranstaltung auf den Punkt bringt: "Als Ex-Wikileaks-Mitglied Daniel Domscheit-Berg bei der Vorstellung seiner neuen Enthüllungsplattform openleaks.org am Donnerstag betont, dass Informationen, um von der Gesellschaft richtig verstanden zu werden, eines Kontextes bedürfen, der definitiv nicht allein über das Internet zu schaffen sei, bekommt er Applaus."

http://img819.imageshack.us/img819/8217/250bs.jpg

Das Verhältnis des Internet zu den klassischen Medien bleibt auch in diesem Jahr wichtiger Bestandteil der Konferenz - denn noch gibt es keinen endgültigen Kompromiss zwischen Abgrenzung und intermedialer Kooperation. Im Kontext des Panels "Leaking Transparency - Whistleblowing und Journalismus" haben die dahingehenden Äußerungen Domscheit-Bergs auch gleich eine andere Note: "Von den Medien lernten wir, wie man die öffentliche Meinung manipulieren kann." Heute wolle er transparenter arbeiten und im Rahmen von Openleaks ingenieursmäßige Lösungen finden, die eine Manipulation letztlich ausschließen würden. Ein generelles Problem des Journalismus sieht er darin, dass man noch zu sehr auf Exklusivität baue. "Das ist nicht zukunftsfähig."

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hingegen verortet die Rolle der Medien dort, wo Fakten überprüft, Informationen nach Relevanz sortiert und widerstreitende Interessen ausbalanciert werden müssen. Und auch abseits des Umgangs mit Whistleblowing-Plattformen werden viele nicht müde, zu mehr Zusammenarbeit zwischen On- und Offline aufzurufen: "Wir sollten aufhören, von alten und neuen Medien zu sprechen, sondern das Beste aus beidem zusammenpacken. Und endlich den Krieg zwischen Bloggern und klassischen Journalisten beenden", so Richard Gutjahr bei den BloggerInnen im Gespräch.

Ein weiteres großes Thema bleibt auch an diesem Tag die Balance der Repräsentation im Netz - und die re:publica scheint an vielen Stellen bemüht, die Selbstreproduktion der Alpha-Blogger hinter sich zu lassen und der Vielschichtigkeit ein Forum zu bieten. So wurden zu den Kurzinterviews mit BloggerInnen auf der großen Bühne im Friedrichstadtpalast neben René Walter von nerdcore und Richard Gutjahr die Gehörlose Julia Probst (meinaugenschmaus.blogspot.com) und Katrin Rönicke (fraulila.de) geladen. Und während Probst mit ihren Erzählungen über Lippenlesen, Netzerfahrungen und Politiken der Gebärdensprache eine wunderbar eloquente und erfrischende Performance hinlegt, bringt Katrin Rönicke etwas Grundlegendes auf den Punkt: "Gegen Stereotype hilft nur eins: Das Gegenteil zu beweisen. Ich sage das, was ich sagen will genauso laut und mit der selben Selbstverständlichkeit."

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.