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Heute Abend auf Arte: Gladio - Geheimarmeen in Europa :
" In Italien und Deutschland sterben in den 60er bis 80er Jahren zahlreiche Menschen bei Bombenanschlägen. Indizien belegen bestimmte Zusammenhänge, die Spuren führen zu einer geheimen Struktur namens "Gladio". So sterben 1969 in Mailand 16 Menschen bei einem Bombenanschlag. Im August 1980 detoniert eine Bombe im Bahnhof Central in Bologna - 85 Menschen sterben. Im September des gleichen Jahres gibt es auch in Deutschland Bombenopfer. Beim schwersten Anschlag der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte sterben 13 Menschen auf dem Münchner Oktoberfest. Im Lauf der Jahre häufen sich die Indizien, dass diese Anschläge in einem bestimmten Zusammenhang stehen: Alle Täter kommen aus dem Umfeld rechtsradikaler Gruppen, mehrfach wird militärischer Sprengstoff benutzt. Die Spuren führen zu einer geheimen Struktur, koordiniert von der NATO und den nationalen Geheimdiensten - ohne parlamentarische Kontrolle. Ihr Name: "Stay behind", später auch "Gladio". Sie geht auf eine US-Initiative für "verdeckte Operationen" von 1948 zurück. Geheime Waffendepots werden angelegt und Agenten ausgebildet. Im Falle eines sowjetischen Angriffs auf Westeuropa sollten sie sich überrollen lassen und hinterrücks Sabotageakte und Guerillaoperationen durchführen. Doch der sowjetische Angriff blieb aus. Was aus den geheimen Strukturen wurde, ist weitgehend unbekannt. Gladio wird jedoch verdächtigt, im Umfeld rechtsradikaler Gruppen Gewalttaten im Auftrag politischer Interessen begangen zu haben. Spuren von Gladio finden sich in Italien. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Strukturen seit den 60er Jahren benutzt wurden, Regierungen an der Macht zu halten. Trotz massiver Behinderung der italienischen Justiz durch Geheimdienste und Behörden gelingt es, die Existenz von Gladio nachzuweisen. 1990 räumt der damalige italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti öffentlich ein, dass Gladio nicht nur in Italien, sondern europaweit existierte und existiert. Es wird umfassende Aufklärung gefordert - passiert ist wenig. So auch in der Bundesrepublik. Obwohl es Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Gladio und dem Attentat auf das Münchner Oktoberfest von 1980 gibt. Die Ermittlungen werden eingestellt. Die Asservate, die dank neuer, kriminaltechnischer Methoden Hinweise geben könnten, sind mittlerweile vernichtet. Haben Rechtsextremisten Gladio-Strukturen auch in Deutschland benutzt, um ihre politischen Ziele zu verfolgen? Die Frage bleibt offen. Die Wahrheit über Gladio findet sich in den Archiven - unter Verschluss. Nur deren Öffnung könnte Klarheit bringen. Aber bis heute fehlt der politische Wille zur Aufklärung."
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Hier ist ein interessantes Buch dazu, aber gibt natürlich mehr.
www.perlentaucher.de/buch/24425.html Niemand will das wirklich wissen, welche Strategien es da gab. Auf jeden Fall sehe ich mir das an. Der Hintergrund ist, immer weiter Verunsicherung zu säen, die Verantwortung möglichst "Linksextremisten" - wie in Italien - in die Schuhe zu schieben und den Ruf nach starker Staats- und Polizeigewalt so zu legitimieren. Danke für den Tipp. |
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schrieb am
16.02.2011 um 17:21
Geschätzte Magda, sofort begann die Hetzjagd auf die roten Brigaden, die den Anschlag in Bologna angeblich durchgeführt haben sollen. Das ist historisch falsch. Verwendet wurde Militärsprengstoff und die Täter sassen ganz rechts im politischen Gefüge Italiens, nämlich im Militärgeheimdienst SISMI, deren Chef Mitglied der reaktionären Loge P2 war.
Herzliche Grüsse Monsieur Rainer |
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Verehrter Forist, Ihr Mut ist bewundernswert. Ich danke Ihnen für Ihren Blog. Er deckt sich bis ins Detail mit meinen Recherchen für meine auf Tatsachen beruhenden Politthiller. Cladio geht nach meinen Informationen auf die italienische Loge P 2 und auf den italienischen Militärgeheimdienst SISMI zurück. Der damalige Chef der SISMI war erwiesenermassen Mitglied der Loge P 2. Ihm werden von den Untersuchungsrichtern in Mailand und Bologna auch der veheerende Bombenanschlag auf den Zentralbahnhof in Bologna zugeordnet. Wenn man allerdings die Listen der Loge betrachtet, so ist sofort klar, warum die wahren Täter nie gefasst wurden. Giulio Andreotti und Nelio Gelli sind nur zwei der gerichtsbekannten Mitglieder der Geheimloge.
Herzlichen Dank für Ihre Arbeit! Monsieur Rainer |
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Ihre Politthriller ? Jetzt werd ich aber neugierig.
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schrieb am
17.02.2011 um 00:46
Verehrter Forist, gehen Sie einfach auf meine homepage.
Herzliche Grüsse Monsieur Rainer |
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Zwei populäre Bücher zum Thema stehen griffbereit im Regal:
Nato-Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung von Daniele Ganser und Terrorjahre: Die dunkle Seite der CIA in Italien von Regine Igel |
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Danke für die Links!
Nato-Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung von Daniele Ganser und Terrorjahre: Die dunkle Seite der CIA in Italien von Regine Igel |
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Danke für den Hermann
Hermann Scheer über Gladio |
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Danke für den TV Tipp
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Dieser bemerkenswerte Blog steht im vollen Einklang mit dem Film "Cladio", der gestern Abend auf ARTE zu sehen war. Er zeigt in einem weiteren Fall auf, dass die Judikative eben nicht gemäss Grundgesetz von der Exekutive getrennt ist. Das Verhalten des Generalbundesanwaltes in Sachen "Anschlag auf das Oktoberfest in München" hat überhaupt nichts mit Rechtsstaatlichkeit zu tun und beweist, dass der Generalbundesanwalt ein weisungsgebundener politscher Beamter ist, der die Anweisungen der Exekutive (Justizministers) auszuführen hat. Dies ist ein schwerer Verstoss gegen das Grundgesetz. Er stellte die Ermittlungen ein, auf welche Weisung wohl, obwohl nach Ansicht der Experten es noch erheblichen Ermittlungsbedarf gab. In seiner Einstellungsverfügung ging er, vorsätzlich falsch, von einem Einzeltäter aus!
In einem einzigen Punkt muss ich den Film ergänzen. Nach meinen Recherchen ging Cladio nicht erst auf den zu den Amerikanern übergelaufenen Chef der Abteilung "Fremde Heere Ost", General Reinhardt Gehlen, dem späteren Präsident des BND, zurück, sondern begann seine Aktivitäten bereits bei der Landung der Amerikaner in Sizilien. In Begleitung der amerikanischen Streitkräfte kamen auch zahlreiche Mafiosi sizilianischer Herkunft in ihre Heimat und wurden von den Amerikanern als Bürgermeister und Requirierungsbeauftragte eingesetzt. Diese neuen mafiotischen Strukturen reichten über die sizilianische Mafia, bis zur kalabresischen N'Drangeta und der neapolitanischen Cosa Nostra und endeten schliesslich im Vatikan. Die Amerikaner waren schon damals von einer panischen Kommunistenfurcht erfasst. Der grösste Kommunistenhasser war ihr General Patton. Mit Unterstützung des Vatikan bildete sich die Demokracia Italiana, deren Apologeten jener Guilio Andreotti und der Chef der Banca Ambrosiana Nelio Celli waren. Die extreme Rechte gründete zusammen mit den Neofaschisten und einigen hohen Generälen des Militärgeheimdienstes SISMI die Loge P2 In Mailand. Sie waren es auch, die Aldo Morro über die Klinge springen liessen, als er in die Hände von Entführern geriet. Aldo Morro wollte nämlich die Öffung der Partei hin zur kommunistischen Partei Italiens, was unbedingt zu verhindern war. Cladio hat also seine schmutzigen Finger bereits ab der Befreiung Italiens im Spiel gehabt. Herzliche Grüsse Monsieur Rainer |
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Gibt es nicht Verbindungen zur Atlantikbrücke, diesem Juwel der US-Deutschen Verbundenheit mit seinen heutigen Edelmarionetten Guttenberg, Merkel, Özdemir, Westerwelle? Alle welche anscheinend aus dem Nichts (nur letzterer hat sich nach oben gesessen) aufgetaucht und erfolgreich (Karriere) sind haben sich doch dort "gebildet"?
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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