Gustlik

Blog von Gustlik

02.09.2011 | 09:53

Alles wird sich synchronisieren, irgendwann, nur wir nicht.


Die Nach-PC-Ära ist eingeleitet. Zumindest reden die Experten davon.
Alles wird natürlich besser, zumindest technisch gesehen. Wenn der Kühlschrank weiß, was die Waschmachine gerade macht, wird die Welt schäumend zuschauen.
Wenn der Fernseher sensorniert, ob der Betrachter schon auf dem Sofa schläft oder gerade eine Zapping-Orgie startet, kann er das Geschehen bestätigt oder unbestätigt per Internet an die Funkhäuser übermitteln. Was wird aus der GfK?

Natürlich gibt es Ausnahmen. Mein Android von Samsung benötigt nach dem Einschalten mehr Zeit, um in Betriebsbereitschaft zu gelangen, als mein Windows-PC. Soll heißen, dass die Emails schon auf dem Windows-PC landen, der Android dagegen noch seine Speicherkarte scannt.

Kann also sein, dass die Nach-PC-Ära doch einige Überraschungen bietet. Die internationale Flunker-Ausstellung in Berlin lässt die Fantasie mancher Hersteller blühen. Die Farben der Kataloge, gedruckt oder ungedruckt, sind nicht nur bunt, sondern bunter. Natürlich wird gelogen.

Wer mit Technik zu tun hat, fragt sich nach dem WARUM. Morgen ist ja sowieso alles anders, es wird aktualisiert, was das Update- oder Patch-Szenario hergibt. Das Übermorgen kommt immer schneller und bringt eine Sicherheitslücke gratis mit.

Der Kapitalismus muss eben für Bedarf und Nachfrage sorgen. Da kommt genug Blödsinn, technischer Mist raus.

Alles wird sich synchronisieren, irgendwann, nur wir nicht. Der eingedruckte und eingerückte Mensch zwischen der Katalogwelt wird mehr und mehr nur Statist in einer Scheinwelt. Er zieht sich zurück, um sich mit seinen 4 Wänden zu synchronisieren.

Um Barbarei zu verhindern braucht es jedoch Menschen in der nächsten Ära.

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Ullrich Läntzsch schrieb am 02.09.2011 um 12:36
Lieber Gustlik,

***** mußten schon sein.

Manchmal nämlich beschleicht mich - kein grundsätzlicher Technikfeind - das mulmige Gefühl auf der breiten geraden Autobahn unterwegs in einen technologischen Faschismus zu sein. Tendenzen gibt es ohne Ende.

Wenn wir nicht lernen, alle Technik vor ihrer Einführung auf nachhaltige Menschen- und Umweltverträglichkeit hin zu überprüfen; wenn wir nicht den Wahnsinn der Verschleißteil-Optimierung beenden; wenn wir nicht soziale Vernunft über privaten Profit stellen - wie sollte die Menschheit menschenwürdig überleben?

Danke noch einmal für den hervorragenden Blog!

ciao
Gustlik schrieb am 02.09.2011 um 13:11
Endlich keine Ideologie mehr...

"Die Digitalisierung kann uns Frieden, Freiheit und Wohlstand bringen", sagte Rösler am Donnerstagabend auf der IFA-Eröffnungsgala in Berlin.
Ullrich Läntzsch schrieb am 02.09.2011 um 13:33
Hat er nicht recht mit "uns" als Pluralis Majestatis?
Rosa Sconto schrieb am 02.09.2011 um 19:17
macht Sinn. gut geschrieben und kohärent. Ob es immer mehr Menschen geben wird, die es satt werden, sich dem Sync-Terror zu beugen, wird sich zeigen.
archinaut schrieb am 03.09.2011 um 16:34
Was, du willst dich nicht freiwillig synchronisieren...?-))
Gustlik
aufgedacht und nachgeschrieben
Ort:
bad frankenhausen
Mitglied seit:
2 Jahre 8 Wochen
Zuletzt aktiv:
13.04.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 667
Kommentare: 1159
Logbuch
13:15
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
13:09
Sisyphos Boucher hat gerade einen Kommentar geschrieben.
13:09
Meyko hat gerade einen Kommentar geschrieben.
13:07
gerhard monsees hat gerade einen Kommentar geschrieben.
13:06
ideefix hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG