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Albern ist die schon, die Engelke...
19:58, 18. Feb. 2012 César. Auf Wikipedia wird eingetragen, dass Christian Petzold den Silbernen Bären bekommen hat, heute.
Eine gute 1/2 Stunde später ist bei Spiegel oder Bild im Internet immer noch keine Information zur Berlinale zu finden. Vielleicht, wenn man sucht, irgendwo am Rande...
Nur ein kleines Beispiel, was Film, nicht-amerikanischer Film, im Land der Dichter und Denker wirklich bedeuten, heute.
Im nächstgelegenen Kino läuft das Übliche:
Mir wird übel, heute.
Eigentlich müsste ich ein altes Filmplakat von Progress Filmverleih aufhängen. So als Protest.
Gestern wurde der Kinovorführer mehrfach bedrängt, er solle doch bitte das Filmplakat aus dem Vorschaukasten aushändigen, wenn die Spielzeit um ist. Es gab zu viele anfragen.
Sagte doch ein Filmregisseur aus Ex-Jugoslawien, dass die Angelina Jolie doch hätte besser einen Film machen sollen über Afghanistan oder den Irak, über die dortigen Verbrechen. Aber Bosnien ? Vielleicht wäre ein Dokumentarfilm über "Agent Orange" und die Entlaubung ganzer Landstriche ein erster ernster Einstieg gewesen...
Film ist Politik. Wir werden einen iranischen Film hier nie im Kino sehen. Dafür wird, wurde bei der B\E\R\L\I\N\A\L\E mächtig dick aufgetragen.
Film ist Geschäft. Amerikanisches.
Man kann sich dem Kulturchauvinismus nur schwer entziehen. Ich habe kein altes Filmplakat mehr, heute.
Dabei denke ich oft zurück, an die erste Begegnung mit dem Film. Es war irgendwann früher im Ferienlager...
Ein Filmvorführer baute seine Leinwand auf, klappte das Gerät auseinander und wartete. Am Abend lief dann ein Film, etwas für Ferienlagerkinder.
Ich durfte damals den GONG betätigen, diesen geheimnisvollen Knopf. Ich erinnere mich noch, dass der Filmvorführer seine Zigarette im Brennpunkt des Films, hinter der großen Lampe, angebrannt hat. So spannend kann Kino sein. Früher.
Ein gutes Gefühl.
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aber in der Süddeutschen steht schon etwas
www.sueddeutsche.de/kultur/berlinale-christian-petzold-gewinnt-silbernen-baeren-1.1287574 Der Film "Just The Wind" hat auch einen Silbernen Bären bekommen videos.arte.tv/de/videos/_just_the_wind_von_bence_fliegauf-6412826.html |
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Wenn es jemanden interessiert hätte, was bei den meisten hier offensichtlich nicht der Fall ist, hätte er sich das Ganze auch auf dem handy ansehen können :-)
Und Gustlik gebe ich in einem Punkt gerne Recht. Anke E ist nicht nur albern, es ist manchmal peinlich. Dem Rest seiner Ausführungen muss ich widersprechen. Aber dazu würde ich mir gerne Zeit lassen. |
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Man beachte den feinen Unterschied...
Auf Wikipedia wird die Änderung fast Sekunden später durchgeführt (Sonnabend am Abend!) und die Leitwölfe, die sonst jeden Tütenunfall als Eilmeldung sofort und ausreichend dokumentieren, benötigen hier länger als 40...50 Minuten um einen Artikel von der Berlinale zu positionieren? Der Änderer bei Wikipedia macht das sicher unentgeldlich, aber mit viel Leidenschaft. |
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Ganz einfach Gustlik.
Maike Hank ist krank und für Print-Journalisten ist der Samstag der Sonntag. |
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Und ich denke mal, dass der Freitag nicht diese Aktualität für sich in Anspruch nimmt.
Ich könnte bei den vergebenen Preisen nur ein paar aus dem Bauchgefühl her kommentieren, aber nicht, ob sie im Zusammenhang mit dem jeweiligen Film gerechtfertigt sind, weil ich die Filme nicht gesehen habe. Denke aber, Hank oder Dell werden das machen. Einfach ein wenig Geduld haben. mach doch derweil weiter beim heiteren Filmeraten, da sind noch ein paar übrig. |
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"Und ich denke mal, dass der Freitag nicht diese Aktualität für sich in Anspruch nimmt.
Ich könnte bei den vergebenen Preisen nur ein paar aus dem Bauchgefühl her kommentieren, aber nicht, ob sie im Zusammenhang mit dem jeweiligen Film gerechtfertigt sind, weil ich die Filme nicht gesehen habe. Denke aber, Hank oder Dell werden das machen. Einfach ein wenig Geduld haben." Finde ich auch. Ist doch völlig egal, ob jetzt nach 15, 50, 60 Minuten hier irgendwas über die Preisverleihung steht, oder erst morgen oder übermorgen. Hauptsache, es steht etwas inspirierendes darüber drin. Ich finde ja sowieso, dass die Preisverleihung das uninteressanteste an soclhen Festivals ist. Was sich da jetzt so eine Promi-Jury als preiswürdig zusammenreimt, hat irgendwie mit meiner Lebenswelt sehr wenig gemein. Die sollen also Bären verteilen, an wen sie wollen. Mir ist ein substanzieller Text über einen guten Film der Berlinale, den ich in der SZ oder auch im Freitag lese, allemal wichtiger - und so ein Text darf auch gerne zwei Wochen nach der Berlinale noch gebracht werden. |
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Die Preise sagen oft auch nicht immer etwas über die Qualität aus.
Bei kleineren Filmen kann so ein silbernes Bärchen schon ein Sprungbrett dafür sein, dass er eine Verleih findet und im Kino landet. Beim goldenen Bär gabs immer Diskussionen. Ich freu mich für die beiden alten Tavianis, die ich sehr schätze. Aber ob der Film tatsächlich so auszeichnungswürdig war, kann ich nicht beurteilen. Berauschend waren die Kritiken durchweg nicht und das ist manchmal schon bezeichnend. Der einzige Preis, der mich riesig freut, ist der für Lutz Reitemeier, den Kameramann. Den kenne ich seit Jahren und seine hervorragende Arbeit und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er diesesmal Mist gebaut hat. |
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Vielleicht haben die Tavianis auch einfach stellvertretend für das Lebenswerk jetzt mal den Preis bekommen. oder waren sie vorher schon mal bedacht worden? ich weiß es niht.
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Nee, zumindest nicht in Deutschland.
Aber auf der Berlinale waren sie öfter mit ihren Filmen |
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Es stimmt mich auch ein wenig nachdenklich, wenn nicht sogar traurig, wenn so viele gegen die Berlinale "hetzen".
Eigentlich könnten wir auch ein wenig stolz darauf sein, ein A-Festival mit diesem Ruf in Deutschland zu haben. Das ist die Berlinale nicht wegen einem Roten Teppich, den Hollywoodstars, den B und C-Promis, die sich darauf tummeln. Die Berlinale ist nach wie vor eines der wenigen, sehr wenigen weltweit respektierten Festivals wegen ihres politischen Anspruchs. Wer Glanz und Glamour will, geht mit seinen Filmen nach Cannes, Venedig oder auch Deauville. Wer Anspruch will geht eher nach Sundance, New York zu Tribeca oder eben in erster Linie nach Berlin. Man kann nicht davon ausgehen, dass dann jeder Film auch ein Meisterwerk ist, aber jedem gebürt Respekt. Auf der Berlinale werden solche Filme gezeigt. Wer sich informieren will, kann sich informieren. Aber damit zu argumentieren, diese Filme interessieren mich nicht, weil ich sie im Kino nicht sehen kann, ist ein Eigentor. Sicher ist das Kartell der US-Majors einflußreich. Aber warum ist das so? Weil es der deutsche Zuschauer akzeptiert. Weil er diese "kleineren" anspruchsvollen Filme nicht einfordert. Nicht weil er sie nicht sehen könnte, offenbar will er gar nicht. |
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... aber wir hetzen doch nicht gegen die BERLINALE, im Gegenteil.
Ich war gestern noch auf Klassenfahrt mit ZDF.KULTUR. Ich mag Filme aus den Rändern, für Ränder. Man will doch nur, dass Mann und Frau die Realitäten sieht, hier in der Provinz ist der Rote Teppich längst verblichen. Ansonsten gute Besserung für Maike. Wenn ich ein Berliner wär, bekäme sie jetzt einen guten Kräutertee von mir... |
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Hatte jetzt auch nicht Dich gemeint, Gustlik. War eher allgemein gedacht.
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Danke für den virtuellen Kräutertee. Mir haben die Randfilme auf der Berlinale auch am besten gefallen. Am schlimmsten waren all jene, die ohnehin in Kürze im Kino gezeigt werden. Das nächste Mal werde ich die wohl erst gar nicht mehr anschauen.
Mein Geheimfavorit, so völlig außer Konkurrenz war Rentaneko, der von dem japanischen Mädchen erzählte, das anderen Menschen Katzen lieh, damit diese sich nicht mehr so einsam fühlten. Was für eine schöne Idee! |
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Das kann man leicht umgehen. Viele von denen werden ja Tage, Wochen vorher in Pressevorführungen gezeigt.
Falls noch nicht geschehen, in die Verteiler der Verleiher und betreuenden Agenturen aufnehmen lassen. Und extra mail-addy einrichten, denn die fluten einem manchmal das Postfach :-) |
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Gerhard Midding hat so einen schönen Artikel geschrieben
"Im eng begrenzten Gehege" www.freitag.de/kultur/1207-im-gehege?loggedin=1 |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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