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Politik : Brieffreundschaften

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Früher, als die Welt noch geteilt und internetlos war, musste man noch Briefe schreiben, um zu freundschaften. Der Vorgang wurde staatlich umworben, auch seine Medien trommelten die Anzeigen unters Jungvolk, um die Sichtweisen nach Osten zu entspannen. Es gab ganze Züge an Freundschaft.
Sichtweisen, Schreibweisen und Züge in Richtung Westen waren weniger erwünscht.

So schrieb ich auch nach Osten, als Ostler, hatte eine Brieffreundin in Tallin. Schon damals war Estland, diese Sowjetrepublik, ein Sonderfall, wie Lettland und Litauen. Reisen in die UdSSR waren nur auf Einladung möglich oder per Reisegruppe. Auch nur per Einladung ging es von dort in die DDR. Man konnte beantragen, um sich dann zu wundern, dass ein Besuch abgelehnt wird, kommentarlos. Die drei kleinen Republiken waren ein Sonderfall der Geschichte, den man historisch nicht zu hinterfragen hatte.

Wollte man ein Paket zum großen Bruder schicken, war auch dies nicht so einfach möglich. Eine Art "Zollerklärung" machte schon damals aus einer Freundschaft ein bürokratisches Monstrum. Die grünen Formulare der DDR-Post gehen mir nicht aus dem Kopf. Trotzdem gelang uns die und die Überraschung. Man wurde zum Verpackungskünstler, wenn Schallplatten verschickt werden sollten.

So war das Hinundher zwischen der DDR und der UdSSR schon manchmal schwieriger als zwischen Dwest und Dost.

Der Osten war ja auch immer gefechtsbereit und der Westen fuhr freitags ins Wochenende.http://kyf.net/freitag/utb.php?d=12.05.2010-1

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