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Tiere sterben, Pflanzen sterben, Sprachen sterben, aus.
Die UNESCO erinnert heute an den Tag der Muttersprache. Alle zwei Wochen geht eine Sprache verloren.
Man stelle sich vor, im Irgendwann auf dieser Welt würden alle Menschen nur noch Englisch miteinander reden. Ich möchte nicht daran denken, will das auch nicht erleben.
Alle fluchen nur noch in eine Richtung. Mit "Fuck" und "Motherfucker" wär die weltweite Sprachlandschaft versiegelt, Gefühlswelten würden versiegen, Reimen käme immer gleich... und der Oscar würde über die Anzugsordnung entscheiden.
Wenn wir auf Reisen gehen, sollten wir nicht nur unsere Koffer packen, sondern auch ein "Bitte", "Danke" und "Auf Wiedersehen" in der Gastsprache beherrschen. Es muss ja nicht perfekt sein, aber der Wille zaubert garantiert ein Lächeln in den Raum.
Frankreich reguliert seine Musik, Polen auch. Man muss es nicht tun, aber etwas mehr Mut zur Muttersprache tut gut.
Warum englische Texte in deutschen Filmmusiken?
Haben wir es verlernt, uns deutschlich auszudrücken? Oder klappt da im Kopf immer die Sprachschere auf und zu, ein englischer Text verkauft sich ja besser?
Nichts gegen andere Sprachen. Sprachen, mehrzählig!
Gleichberechtigt sollten wir auch mal nordisch oder slawisch Fluchen. Damit könnten wir ja schon mal anfangen, als Jammerdeutsche.
Der MDR gibt am Sonntag den Sandmann immer einen sorbischen Unterton. Man muss natürlich am Gerät auf den 2. Kanal stellen. Vielleicht eine Möglichkeit, eine Muttersprache, eine aussterbende zu hören.
Sollte es Väter geben, die ihren Töchtern und Söhnen andere Sprechhorizonte öffnen, kann getrost auch von Vatersprache gesprochen werden.
"Biologen lassen Blumen aus der Eiszeit blühen" - Das funktioniert bei Sprachen nicht, da die Lippen fehlen.
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Mit Quotenregelungen, wie in anderen Ländern für Musik im Rundfunk üblich, hätte ich doch meine Schwierigkeiten, würde auch anzweifeln dass der Nutzen so hoch wie erwartet wäre. Möglicherweise aber könnte man in Deutschland einer Institution á la Académie Française etwas abgewinnen um Projekte wie eine Rechtschreibreform nicht div. Kultusministerien überlassen zu müssen.
m2cw XpatPete |
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Schönes Blog!
Nicht nur darum kann es gehen, Sprache zu pflegen, sozusagen aufrecht zu erhalten und zu erkraften, sondern auch darum, neue Wortgestaltungen zu erfruchten. Dies allerdings wird nur dann geschehen, wenn man sich nicht nur so sehr auf die Bezeichnung einläßt, die zum Umgang mit äußeren Dingen gegeben sind. Inneren Erlebnissen, dem Seelischen wird man wahrhaftig nur gerecht, wenn man diese Vorgänge entsprechend lebendig abfaßt und nicht bloß Analogien aus dem Handgreiflichen Leben verwendet. Und so kann durchaus konstatiert werden, daß, je äußerlicher, statischer und je reduzierter Begrifflichkeiten angewandt werden, um so mehr auf eine seelischere Starrheit geschlossen werden kann. Hingesehen auf Jugendliche, die zudem auch immer weniger überhaupt über Begriffe verfügen, so haben wir diesen Zustand dem neunmalklügelnden Erziehungswesen der letzten dreißig Jahre ganz besonders zu verdanken, dessen Programm Erleben durch Kognition, und Erfahrung durch kurzzeitige Wissensverfügbarkeit lautet, zu Lasten der lebendigen Bekanntschaften mit sich selbst und mit den Zeitigungen daraus all der asozialen Auswirkungen im gesellschaftlichen Umgang, bis hin zu den Resultaten einer ganz speziellen Form des Ekels vor sich selbst: dem sogenannten „Burnout“-Syndrom. |
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Ich kann sehr gut verstehen, inwiefern das Aussterben einer Sprache auf Unbehagen stirbt. Sicherlich sind die Konsequenzen, die Diversität der verschiedenen Sprachen und Ausdrücke zu verlieren, für unsere Kommunikation drastisch, jedoch nicht bloß negativ.
Nach Wittgenstein ist jedes Problem der Philosophie ein Problem der Sprache. Was wir also für ein Potential in der Vereinheitlichung der Sprache haben, sollten wir diesen Satz akzeptieren, is kaum messbar. Sollte irgendwann der Punkt gekommen sein, in dem wir durch DIESELBE Sprache über alles reden, bliebe uns lediglich nurnoch das Problem der Verständnismöglichkeiten zu überwinden, was ein wesentlicher Schritt auf dem Weg wäre, der Menschheit die Fähigkeit zur globalen Konfliktlösung ohne Konflikt zu geben. Dies sei nur ein Anriss der Möglichkeiten und Konsequenzen, die in dieser Entwicklung, im positiven wie im negativen, verborgen liegen. Letzendlich ist Sprache ein Objekt der Kontingenz und daher schon immer dem Wandel unterworfen. Das dieser Wandel eine Form der Vereinheitlichung ist, ist ein Phänomen, das uns gleichzeitig mit der Globalisierung ereilt. Ob nun das eine die Causa des anderen ist, oder vice versa, das wäre wohl zu viel für einen bloßen Kommentar. |
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Sie machen auf ein wichtiges Them aufmerksam! Zur Zeit läuft eine Debatte über das Thema in aller Heftigkeit in Südostasien! ü
Es wird diskutiert, inwieweit die Wirkmächtigkeit des Englischen resp. Amerikanischen die eigene wissenschaftliche Anschlussfähigkeit verhindert, weil zentrale Themen nicht mehr in der jeweiligen Landessprache diskutiert werden mit verherenden folgenden für den Bildungsanschluss, so jedenfalls lauten die Argumente der Vertreter der Muttersprache. |
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Das trifft wohl für etliche Länder zu, auch im Sub-Sahara-Afrika und teilweise in arabischen Ländern, wenn auch nicht ganz so stark wie in Südostasien.
So angenehm ich es finde, meist mit meinen englischen Sprachkenntnissen auszukommen, so sehr ist es mir doch bewusst, dass dieser Trend in einer weiteren Differenzierung in Klassen der englischsprechenden und der nicht-englischsprechenden geht, was den Gesellschaften im Allgemeinen nicht gut tut. Immer mehr englische Studiengänge schließen bestimmte Studenten schon durch die Sprache aus - ich erlebe es gerade in diesen Tagen. Ich halte es allerdings für möglich, dass dort ein backlash kommt - ähnlich wie in den Staaten des Maghreb,wo das seinerzeit in Schule und Studium beherrschende Französisch wieder durch mehr Arabisch ersetzt wurde. Dagegen spricht, dass die Verwendung des englischen die Kommunikation nicht nur mit dem Westen, sondern auch mit den Nachbarn vereinfacht - gerade in den afrikanischen Staaten mit sehr unterschiedlichen Muttersprachen noch weit mehr als in den arabischen Ländern. Aber auch für den Anschluss z.B. Indoniesiens und Malaysias an die islamische Welt braucht es eine gemeinsame Sprache, und da hat man sich für das Englische entschieden - ein weites Feld, und ich glaube, ich gerate sehr oT. |
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schrieb am
22.02.2012 um 11:06
Ja, es trifft auf etliche Länder zu, deswegen fallen auch die Begründungen für das Plädieren auf die Muttersprache sehr unterschiedlich aus und werden nicht selten von höchst politischen Diskursen orchestriert.
Allein in China pochen Festlandchinesen aus handfesten politischen Gründen auf den muttersprachlichen Diskurs. In der Regel verläuft die Argumentation so, dass eine poststrukturalistische Aufklärungskritik bemüht, um dann umgemünzt zu werden zugunsten eigener kultureller Hegemonialvorstellungen. Diametral anders verläuft die Argumentation von prominenten Hong-Kong-Intellektuellen. Hier wird aufgrund der Erfahrung eines insularen Zustandes mit der englischen Sprache, die sie vom Festland abschneidet, auf die europäische Aufklärung, insbesondere die deutsche Aufklärung verwiesen, die mit dem Durchsetzen der Muttersprache gegenüber dem Lateinischen und Französischen, eine unvergleichliche wissenschaftliche Erfolgsgeschichte in Gang gesetzt habe, die nur durch die Nazis gestoppt wurde mit der Folge, dass das Englische resp. Amerikanische die deutsche Sprache als internationale Wissenschaftssprache ablöste. |
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schrieb am
22.02.2012 um 11:07
bemüht wird
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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