Gustlik

Blog von Gustlik

15.01.2011 | 09:36

unaufgeschrieben und vergessen


Kinder, unsere, sind genervt, wenn wir "von früher" erzählen wollen. Vor dem Früher liegen die Geschichten, die Erlebnisse von Großeltern, Onkel und Tante. Da werden die Ohren dann doch gespitzt, die Augen blicken nachdenklich und nachfragend den Worten hinterher.
Zu wenig wird erzählt, Erlebnisse aus Krieg, Flucht, Liebe, Hass, dem ersten Nachkriegsfrieden gehen verloren. Dabei wär es doch wichtig zu erfahren, unter welchen Bedingungen Kinder damals geboren, erzogen wurden, um der Billig- und Beliebigkeit der heutigen Zeit zu widerstehen.
Immer mal ein Blick ins Zurück, das hilft, wenn der gestörte Gegenwartszeuge die Nachrichten nicht mehr versteht. Der vielzitierte Zeitzeuge muss aufnotiert werden. Wir sollten mehr nachfragen, uns mit Zettel und Stift, Notebook oder Diktiergerät bemitteln, um die Geschichte und die Geschichten unserer zeitigen Vorläufer unvergessen und nachlesbar und nachhörbar zu machen.
In Anbetracht der technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit passiert zu wenig. Wenn die Schaukel leer ist und kein Kind mehr darauf sitzt, ist es zu spät. Der einfache Guido,  ein intensiver Zeitgeist schlummert in jedem von uns.
Wir kennen das... Wir hatten keine Zeit, keine Lust, kein Gerät, um Fotos zu stellen und ärgern uns Jahre später, uns kein Bild mehr machen zu können. Schwarz-weiß würde uns schon reichen, um die Ränder zu färben.

Wir sollten uns ein Bild machen und mehr Geschichte.

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Mingus schrieb am 15.01.2011 um 09:53
zu wenig wird erzählt...

Ich bedaure oft, dass ich meinerseits nicht viel mehr gefragt habe: meine Großeltern z.B. Manchmal war es auch schwer, denn manches wollten sie wohl nicht erzählen, dann ist es auch nicht jedem gegeben, in erzählender Form die eigene Vergangenheit zu rekapitulieren. Grundsätzlich aber bemühe ich mich, selbst zu erzählen und andere zu fragen: jede Geschichte ist einzigartig.

Danke für diese Gedanken.
Gustlik schrieb am 15.01.2011 um 09:59
Ja... hab mit meinem Opa oft Patience und Schach gespielt, aber seine Geschichte blieb mir unbekannt.
Doris Brandt schrieb am 16.01.2011 um 17:25
Wahre Worte. Die Geschichten meines Großvaters sind mir heute noch in lebendiger Erinnerung und haben mir bei so mancher Entscheidung geholfen.
chrislow schrieb am 16.01.2011 um 20:25
Ich hatte damals ... als Oma noch lebte... nicht das Bewusstsein dazu gehabt, um solche Fragen zu stellen. ausserdem war unterschwellig das gefühl, dass es nichts bringen würde. meine Oma hat ihre letzten jahre in erheblicher Verwirrung ihr Leben gelebt. Alzheimer oder so. Was hätte ich fragen sollen ... und was auf die Antworten geben....?
rolf netzmann schrieb am 16.01.2011 um 21:07
ich fand es immer spannend, meinem opa zuzuhören, der 5!! deutschlands erlebt hat, das kaiserreich, die weimarer republik, das nazireich, die ddr und die brd, und aus allem hatte er was zu berichten... und mal ehrlich, wir, die wir in einer spannenden zeit leben, haben doch auch etwas mitzuteilen, wir müssen uns nur trauen....
Gustlik
aufgedacht und nachgeschrieben
Ort:
bad frankenhausen
Mitglied seit:
2 Jahre 8 Wochen
Zuletzt aktiv:
13.04.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 667
Kommentare: 1159
Logbuch
08:19
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
08:14
Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
07:46
rheinhold2000 hat gerade einen Kommentar geschrieben.
07:20
Wolfram Heinrich hat gerade einen Kommentar geschrieben.
07:15
Wolfram Heinrich hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG