Vom Postamt zur Agentur. Ein Weg von der liebevollen Briefmarke zum smartphonierten Barcodetode.
Man begebe sich auf ein polnisches Postamt, um dort Briefmarken zu kaufen. Von der polnischen Sechs "Sześć" zum polnischen Hallo "Cześć" sind es nur wenige Zischlaute, die den Unterschied ausmachen, um vom Hallo auch sechs Briefmarken zu http://www.poczta-polska.pl/znaczki/pl/nowosci/2011/wielkanoc/zn_155.jpgbekommen. Wenn nun bald Ostern ist, klebt man sicher eine passende Marke auf den gut beschriebenen Osterbrief. Man kann es auch mit Liebe machen, um sich vom Barcode abzugrenzen.
Die Poczta Polska hat eine 453jährige Tradition. Doch nun lauert ihr Agenturtod. Das Unternehmen soll zerschlagen werden, es gibt Proteste im Nachbarpostland.
„Tylko poczta jest jeszcze polska!"
"Nur die Post ist noch polnisch!", schreit der Protest. Da steckt wohl etwas Wahrheit drin. Verloren geht da etwas. Briefmarken verlieren ihr Gesicht und werden durch Striche ersetzt. Der modernen Jugend, die die Nase noch nicht gestrichen voll hat, ist es egal. Man setzt auf Modernität.
Das traurige Abschiedstück wurde schon vor Jahren gespielt.
Maurice Jarre komponierte für den Film "Die Blechtrommel" das Stück "Polish Post". Jene Post im heutigen Gdańsk bekam als erste Post den deutschen Krieg vor die Schalter geknallt.
Von Postamts wegen stehen Veränderungen an. Es geht ab in die Modernität der Agenturen. Da wird Privatisiert nach Strich und Faden und es bleibt etwas Liebe auf der Strecke. Garantiert!
http://kyf.net/freitag/utb.php?d=19.03.2011-2