Ein Satz für alle Lebenslagen, vom Fußball bis zum Waffenstillstand, zu oft gesagt und gehört: „Wir müssen nach vorne schauen.“
Wenn die Einschläge immer näher kommen, halten sich Menschen eher an das Vertraute, das Stetige, haben keine Bereitschaft mehr, aus der ständigen Vertretung in eine verändernde, nachfragende Botschaft zu wechseln.
Es wird Herbst. Die ersten Kastanien fallen.
Aber wer soll nun die Kastanien aus dem Feuer holen? Brauchen wir einen „Janosik, Held der Berge“, der den Reichtum unter den Armen verteilt? Natürlichhttp://kyf.net/freitag/img/kastanien.jpg hätte jener Extremismus einen politischen Hintergrund. So meint es die übliche Presse. Da kann es schnell passieren, dass der Revolutionär zum Mob (Spiegel) erklärt wird.
In einem Land, in dem die Onlinepetition ein wesentlichstes Kampfinstrument ist, schaut man immer nur nach vorne. Natürlich haben wir eine stabile Demokratie, so erzählt man sich. Alles ist stabil, aber bitte nur ohne politischen Hintergrund. Bitte keine Szenarien in der Hauptsendezeit beschreiben.
Es gibt Zweifel, ob dieses Parlamentsgeflecht die erste Flaute nach der Stromsperre übersteht. Die Wahrsager vom rechten Rand stehen bereit, um Stimmungen in Initiative zu wandeln. Spätestens wenn Tankstellen keinen Sprit, Wasserhähne kein Wasser, Discounter kein Brot und Rathäuser keine Sprechzeiten mehr haben, müssen wir wieder ganz schnell nach vorne schauen.
Der Parlamentsrevolutionär wird versuchen, die letzte Onlinepetition zu beantragen. Er schreibt über Twitter, dass es noch Flyer mit wichtigen Informationen gibt, dass er jetzt auch über Facebook kontaktiert werden kann.
Im Osten des Landes erstarrt die Linke, wenn ihr der parlamentarische Nährboden entzogen wird und Abgeordnete und Angestellte der Fraktionen kein Sauerstoffzelt mehr über die überalterten Lungen ziehen können.
…
Der Journalist aus dem Hause „überparteilich und unabhängig“ würde ganz ideologiefrei schreiben: „In diesem Land gibt es keine Revolutionäre mehr, nur noch Mitunterzeichner. “.
…
Schauen wir doch mal zurück, öfter.
Alles kann sich wiederholen. Soviel Pessimismus muss sein.
http://kyf.net/freitag/utb.php?d=13.09.2011
Kultur : „Wir müssen nach vorne schauen.“
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