Gestern, ein Sonnentag, da kam sie wieder hervor, die Spinne. Wochenlang war sie nicht zu sehen, monatelang davor war sie aber schon mein Begleiter.
Ich nenne sie Fridolin.
Fridolin kommt immer mal hinter der Autoscheibe hervor, macht es sich am Autohimmel gemütlich, um dann wieder zu verschwinden. Meist passiert das während der Fahrt.
Fridolin wollte sich auch schon mal vom Autohimmel abseilen, was aber durch eine entschiedene Handbewegung verhindert werden konnte. Letztendlich schreibt der Gesetzgeber vor, dass das unmittelbare Blickfeld nicht beeinträchtigt werden darf.
Ich kenne den Typ von Fridolin nicht.
Es scheint ihr aber gut zu gehen. Sie ist mobil und flexibel. Scheint eine Art Hybridspinne zu sein, denn ich weiß nicht, was sie frisst. Wahrscheinlich wandelt sie Fahr- und Schleuderenergie in körpereigene Stoffe um.
Fridolin muss auch schon mit in Polen gewesen sein letzten Sommer. Dann war sie im Oktober mit in Prag. Sie kommt eben rum.
Vielleicht ist Fridolin slawischen Ursprungs?
Gepäck hat sie nicht. Jedenfalls habe ich keine Tasche oder Kosmetikbeutel gefunden.
Schlau ist Fridolin auch. Bei Ertönen des Staubsaugers stemmt sie sich in ihrer Ecke gegen den Wind. Sicher hat sie hier unterstützende Mittel, eine Art Antiwindhemd.
Mal sehen, wie lange Fridolin noch Teil meiner Umfahrungen ist. Ekeln muss man sich nicht. Fridolin ist klein, nur ca. 5 Millimeter, eher niedlich.
Die großen Spinnen, die laufen eher vor dem Dunkelwerden durch das Wohnzimmer...http://kyf.net/freitag/utb.php?d=20.03.2012
Kultur : zusammengesponnen
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