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in münster wir seit jahren versucht, einige straßennamen und namen von plätzen zu ändern. beispiel hindenburgplatz. das ist der raum vor dem schloss, dem sitz der uni. jede/r studierende lernt diesen namen zuerst kennen.

im rat der stadt münster liegt ein antrag vor, den platz umzubenennen. neueste forschungen haben ergeben, dass es wahr ist, das der herr hindenburg gute bande zu den nazis unterhielt und seine unterstützung hitlers nicht von ungefähr ins bild passt.

nach der einsetzung einer untersuchungskommission mit fachgelehrten, die das bild des hindenburg als wenig ehrenwert zeichneten, hat der rat der stadt kaum noch gegenargumente. aber die aufgeregten leserbriefe und andere wortmeldungen gegen die namensänderung reißen nicht ab.

symptomatisch, wenn auch nicht repräsentativ war die telefonumfrage des wdr-studios münster heute abend. auf die frage, stimmen sie der umbenennung zu oder sind sie dagegen, antworteten weit über tausend anrufer/innen zu 12 prozent für die änderung, aber 88 prozent für den alten namen hindenburgplatz.

was für eine schwarmintelligenz da am werke ist, dürfte klar sein. auf der straße eingefangene stellungnahmen zum "problem" befanden, der alte name gehöre zu münster, der hindenburg sei teil der deutschen geschichte und ähnliches für den abfalleimer.

nach den sarrazynischen und jubelzustimmungen zum kriegsminister tg ist es keine frage, was große teile der bevölkerung bewegt. das ochlokratische moment gewinnt an gewicht, je weiter das land zur sogenannten normalität zurückkehrt. wenn du dir unter dem horror vacui nichts vorzustellen vermagst, nimm münster als beispiel.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.