h.yuren

die seen gehn unter

29.10.2011 | 20:31

"Die Verwegenheit der Ahnungslosen" (2)

was jürgen dahl in teil 1 über das unwesen der chemischen einmischung in die umwelt sagt, ist ohne abstriche auf die verbreitung radioaktiver substanzen in der ganzen welt durch die noch jüngere industrie der atomtechnik übertragbar.

beide giftwellen sind verwandt. wenn schon die meisten menschen in ihrer ahnungslosigkeit die chemie betreffend verwegenheit bewiesen haben in der nutzbarmachung des so ungefähr bis absolut nicht durchschauten, so wurden sie übertroffen in verwegenheit und ahnungslosigkeit durch die verwerter der atomphysik.

die politclowns in washington und moskau zumal, die in den 50er jahren des vergangenen jahrhunderts das feuerwerk der h-bomben-versuche in der erdatmosphäre vorführten, um ihre zerstörungsgewalt zu demonstrieren und alle welt das fürchten zu lehren, müssen erbärmlich ahnungslose funktionäre der machtapparate gewesen sein, die nicht wussten, was sie taten, oder aber schwerstkriminelle. machtkranke eben.

die auftraggeber der nuklearwirtschaft waren als manager gewiss ahnungslos, nicht minder als die politgangster, die das manhattan-projekt in gang setzten und die journalisten, die den wahn verkaufen halfen. die ingenieure und wissenschaftler auf der andern seite waren ebenso große nullen in sachen folgeneinschätzung und ethik.

warum vor allem die deutsche bevölkerung durch tschernobyl und fukushima aufgewacht ist und aufgebracht wurde, ist eine schwer zu beantwortende frage. in anderen ländern hat die atomlobby jedenfalls nicht so mit der stimmung der bürger/innen zu kämpfen. es sind ja nicht alle deutschen plötzlich atomar durchblickende geworden.

das phänomen mit "german angst" zu erledigen, ist so verwegen wie ahnungslos. 

es gab vorher schon mehrere länder ohne atomwaffen und atomkraftwerke. warum? nun, die leutchen etwa in österreich sind vielleicht nicht gar so verwegen und ahnungslos.

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
luggi schrieb am 29.10.2011 um 22:41
naja,
aber so einfach ist der Hinweis auf die Österreicher auch nicht. Da wehren sich die Umweltbewussten zu Recht gegen das Ausufern der Nutzung von Wasserkraft.
Wir sollten mehrfach einmal darüber nachdenken, warum mit entsprechendem Energieaufwand Trinkwasser "produziert" wird, das zur Klospülung dient. -> Woanders oder Anderswo müssen junge, dunkelhäutige Frolleins jeden Tag viele Kilometer laufen, um ein paar Liter Wasser zur Familie mit großem Kopfaufwand transportieren.
Die gesamte Welt ist ggw. beschissen. Man muss sie von dieser Scheiße befreien. Also auch von dieser Nuklearwirtschaft ... das ist aber Realwirtschaft ... und keine Scheinwirtschaft. Oder?

Das Dingsbumsprinzip der Nuklearwirtschaft ist die Spaltung (aha, Materialismus), also, seid einich.
h.yuren schrieb am 30.10.2011 um 08:55
lieber luggi, nun gut, auf die isländer hätte ich auch hinweisen können.
die frage der nutzung des regenwassers scheitert in dieser weltgegend z.b. an den besitzverhältnissen. wenn du in der 3. etage eines mietbaus wohnst, kannst du keinen gebrauch vom reichlichen regenwasser machen. stadt und erst recht capital, d.h. hauptstadt, steht der ökologischen lebensweise überall im weg.

naja, die spaltende nuklearwirtschaft ist sozusagen real, weil die fusionierende (noch) nicht aus den puschen kommt. die wäre den energieriesen aber schon lieber, weil sie noch mehr profit und zentralisierung verspricht.
h.yuren
Netzstützpunkt FC
Ort:
haddorf
Mitglied seit:
3 Jahre 0 Wochen
Zuletzt aktiv:
27.05.2012
Status:
Publizist
Aktivität:
Beiträge: 299
Kommentare: 4084
Logbuch
09:23
Drulli hat gerade einen Kommentar geschrieben.
09:20
Michael Angele hat gerade einen Kommentar geschrieben.
09:18
Drulli hat gerade einen Kommentar geschrieben.
08:55
heyeohka hat gerade einen Kommentar geschrieben.
08:53
wahr hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG