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Kultur : Die Wahl der Qual

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noch vor wenigen jahrzehnten standen die sogenannten unterentwickelten länder als agrarstaaten den industrieländern als gegensatz gegenüber. auch innerhalb der industriestaaten blieb die bioproduktion rückständig. tiere zogen noch pflug und wagen, kühe wurden noch per hand gemolken, allerdings das getreide wurde schon nicht mehr mit dem flegel gedroschen. das sumsen der dreschmaschinen während der erntezeit war der auftakt zur industrialisierung der landwirtschaft.

heute sind die früchte der industriellen entwicklung auf dem lande überall zu bestaunen. längst hat das land den anschluss an die industriestädte gewonnen. doch, wie man hört, widersetzen sich pflanzen und tiere, aber auch immer mehr menschen der massenproduktion. mischwald ersetzt mehr und mehr (aus schaden wird auch der förster irgendwann klug) die monokulturen. biolebensmittel sind längst im supermarkt angekommen.

ehrfurcht vor dem leben war vor hundert jahren auf dem lande schon nicht bemerkenswert. jetzt aber hat die wahl der qual vollkommen die qual der wahl verdrängt. die übergroße mehrheit der konsumenten von lebensmitteln ernährt sich von folterfleisch und quäleiern. das gift der qualen sickert langsam, aber unaufhaltsam in alle zellen des körpers.

von der chemischen vergiftung der luft, des bodens, des grundwassers, dere lebensmittel und der konsumenten dieser lebensmittel schweigen wir mal lieber.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.