das wortfeld der ehre beschert uns nach der "ehrenwerten gesellschaft" das "ehrenwort" eines ministerpräsidenten, dann den "ehrenmord" rückständiger immigranten und nun den "ehrensold" des zurückgetretenen präsidenten der brd.
wer sich diese unzeitgemäße vokabel hat einfallen lassen, ist mir nicht bekannt. aber auch ohne das wissen, lässt sich auf rückwärtsorientierung des wortfinders schließen. im arbeitsumfeld des präsidenten fügt sich die "ehrenformation" nahtlos an, die der präsident bei staatsbesuchen mit dem gast abschreitet, was als großer bahnhof mit "militärischen ehren" zu verstehen ist. soviel zum seltsamen wort, das schleunigst durch ein zeitgemäßes ersetzt gehört.
es heißt, der bundespräsident habe das höchste amt im staate inne. dass dem obersten staatsdiener eine angemessene besoldung zusteht, wird wohl niemand in frage stellen. wenn aber der mann (eine bundespräsidentin gibt es bis dato nur im duden) seinen dienst von 5 bis 10 jahren getan hat, dürfte sein ruhegehalt wie bei allen beamten auch etwas bescheidener ausfallen als die normalen dienstbezüge.
im fall des herrn wulff sind weitere abstriche vorzunehmen, weil er ja nicht einmal eine halbe präsidentschaft vollendet hat. denn wenn der oberste diener des demokratischen staates eines nicht sein darf, dann ein vorbild an fürstlicher vergeudung von steuergeldern. was angemessen ist im verhältnis zum übrigen besoldungssystem, sollte ein parlamentarisches gremium nach jeder amtszeit eines präsidenten neu und transparent bestimmen.
200 000 € pro jahr plus büro plus sekretärin plus dienstwagen auf lebenszeit sind in jedem fall des guten zuviel, auch nach 10 amtsjahren. bei abbrechern wie christian wulff erst recht.