h.yuren

die seen gehn unter

23.04.2011 | 00:04

Pumpen geht nicht ohne Plempern

vorgestern abend passierte es im bundesstaat pennsylvania. beim fracking strömte eine große menge frackflüssigkeit aus dem bohrloch, überschwemmte die bohranlage und floss über die angrenzenden felder und wiesen, bis die giftige brühe schließlich den nächsten bach erreichte.

nein, das desaster an der erdgasbohrstelle ist nicht mit der katastrophe im golf von mexiko zu vergleichen, wo vor genau einem jahr große teile des meeres ölverseucht wurden; und der zwischenfall ist überhaupt nicht vergleichbar mit der atomkatastrophe von fukushima. die größenordnung ist eine andere. und das gift ist ein anderes.

nur sieben familien mussten vorsorglich evakuiert werden. doch immerhin ist nun die trinkwasserversorgung von 1 million menschen gefährdet.

der eigentliche hammer ist das ansinnen von konzernen und teilen der politik, auch im dichtbevölkerten nordrhein-westfalen mit dergleichen plempertechnik erdgas fördern zu wollen. zwar verschweigt der sprecher des hauptinteressenten exxon mobile nicht das restrisiko, verharmlost aber just durch diese wortwahl das wahre ausmaß der gefahr.

die bekannt gewordenen pannen beim fracking in den usa lassen nur einen schluss zu: in nrw darf es keine genehmigung für die unkonventionelle erdgasförderung geben. denn hier ginge es um mehr millionen menschen, deren trinkwasser ausfiele. nur gewissenlose hasardeure können einem solchen verfahren etwas abgewinnen.

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
iDog schrieb am 23.04.2011 um 11:09
nun, das ist ja nicht das erste Mal, dass es das Fracking mit seinen durchaus beachtlichen "Nebenwirkungen" in die Schlagzeilen schafft. Ich erinnere mich an bereits vorliegende Vergiftungen der Wasserversorgung in Teilen des Mittleren Westens, wo das Trinkwasser bereits mit Tanklastzügen angeliefert werden muss, weil man das eigen Wasser einfach mit einem Feuerzeug anzünden (!) kann. Man stellt sich die Frage, ob dieser zweifelhafte Tausch - teueres Erdgas gegen Grundwasservergiftung - die Verantwortlichen für die Autorisierung dieser weiteren Methode der Profitakkumulierung bei Sozialisierung der Folgeschäden in etwa auf die Gleiche Stufe der Menschenverachtung hebt wie sie Diktatoren korrupter Drittweltländer bisweilen hervorbringen.

Die bereits vergebenen Rechte in NRW sind nun eine Altlast aus der gelbschwarzen Periode. Ein Moratorium ist angeblich etabliert - habs nicht genau verfolgt. Bevor sich jemand für diese weitere privatwirtschaftlichen Ausbeutung, diesen Persilschein zur Zerstörung der allgemeinen Lebensgrundlagen aus dem Fenster lehnen kann wird sich hoffentlich eine schon beginnende Läuterung zur Energiewirtschaft genügend durchgesetzt haben, um den Wahnsinn am keim zu ersticken.

hier kann man fast froh sein , das die USA uns immer einen Schritt voraus ist auf dem weg in die Sch**ße.
fracking
h.yuren
Netzstützpunkt FC
Ort:
haddorf
Mitglied seit:
3 Jahre 0 Wochen
Zuletzt aktiv:
27.05.2012
Status:
Publizist
Aktivität:
Beiträge: 299
Kommentare: 4084
Logbuch
09:52
delloc hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
09:51
thinktankgirl hat gerade einen Kommentar geschrieben.
09:47
Achtermann hat gerade einen Kommentar geschrieben.
09:44
kami hat gerade einen Kommentar geschrieben.
09:28
Meyko hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG