h.yuren

die seen gehn unter

06.08.2010 | 08:17

Quousque tandem? (wie lange noch?)

heute vor 65 jahren explodierte die erste atombombe in der geschichte der menschheit. das geschah über der japanischen großstadt hiroschima im krieg zwischen japan und den usa.  200 000 menschen sollen der massenvernichtungswaffe bis heute zum opfer gefallen sein. im blitztod oder in langem siechtum.

heute versammeln sich viele menschen wie jedes jahr am peace memorial, um der vielen toten zu gedenken und vor dem bau und einsatz der atomwaffen zu warnen.
der generalsekretär der un ist bei der feier zugegen und zum ersten mal auch der botschafter jener nation, die das grauenhafte kriegsinstrument produzierte und über hiroschima einsetzte.

zwei generationen lang nun schon mahnende worte der redner bei dieser veranstaltung und deren echo in der ganzen welt.
doch trauer und anklage haben die strukturen der macht nicht verändert, die zum bau und abwurf der atombombe führten. vielmehr sind die machtverhältnisse im wesentlichen die gleichen geblieben, nur verfügen inzwischen mehr regierende über die schärfste waffe, die übrigens im laufe der jahre tüchtig “verbessert” wurde. es ist erkennbar, dass weitere regierungen den besitz der machtsteigernden superwaffe anstreben.

wer ein bisschen rechnen gelernt hat, weiß, womit wir unter diesen bedingungen zu rechnen haben. trotz atomwaffensperrvertrag und friedens- und konfliktforschung.

 
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Kommentare
hibou schrieb am 06.08.2010 um 09:06
schon damals, - habe ich gehört? - waere der Abwurf über Hiroshima net nötig gewesen, um den Krieg zu gewinnen
hibou schrieb am 06.08.2010 um 15:24
Habt ihr da genauere Infos? Ich höre heute (6.8.) einmal je Viertelstunde den Satz "Damit wollten die Amerikaner Japan zum Frieden zwingen". Stimmt das nu? Wenn nicht, sind wir, ohne es richtig zu merken, einer sehr wirksamen Gehirnwaescha ausgesetzt.
h.yuren schrieb am 06.08.2010 um 19:39
dem ist zu glauben, lieber hibou. wenn eine kriegführende macht ein mittel in der hand hat, dem "feind" seinen willen aufzuzwingen, ist es unwahrscheinlich, dass sie dieses mittel nicht gebraucht.
andrerseits hatte der abwurf gleich zweier atombomben auch den erwünschten nebeneffekt, der welt zu demonstrieren, dass die supermacht usa in einer anderen klasse spielte als die übrigen staaten.
der atomare doppelschlag gegen den japanischen gegner hatte etwas ungeduldiges; es sollte gnadenlos und sofort schluss sein. es war wohl auch etwas rache im spiel für pearl harbour.
die bombe zu bauen war nicht einfach gewesen. man hatte sie unter großen anstrengungen fertiggestellt. nun wollte man zeigen, dass man im besitz der schärfsten waffe war.
das alles kam zusammen.
unter den eigentlichen bombenbauern, atomphysikern etc., gab es streit über den einsatz der bombe, vor allem gegen den zweiten abwurf waren viele - zu recht. einen angezählten boxer schlägt man nicht. that's against the rules.
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