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der mann, der den dönerfleischskandal vor nunmehr vier jahren aufgedeckt hatte, ist heute arbeitslos. der prozess um einen betrügerischen metzger ist noch immer nicht abgeschlossen.

der ehemalige kühlwagenfahrer ahnte seinerzeit, wie er im interview zu verstehen gab, dass er gegen ein ungeschriebes gesetz der branche verstieß, als er den schwindel aufdeckte, indem er den metzger verpfiff.

falls sich noch jemand erinnert: der lkw-fahrer brachte eine ladung fleisch zu einer firma, einer "Fleisch- und Wurstfabrik" in bayern. auf den paletten stand aber geschrieben, dass es sich bei der ganzen ladung um minderwertiges fleisch handelte.

als der empfänger der anrüchigen ware, besagter metzger, den fahrer veranlasste, den kühlwagen so zu parken, dass niemand sehen konnte, was da ausgeladen wurde, und der fleischer außerdem die aufschriften mit der kennzeichnung "nicht für den Verzehr geeignet" von den paletten abriss und in seinen hosentaschen verschwinden ließ, schöpfte der fahrer verdacht.

als er die ladung los war und die heimreise antrat, rief er die polizei. die fand in rauen mengen ekelfleisch, das vor allem an dönerbetriebe in berlin ging usw. so viel zur erinnerung.

die titelfrage aber lautet: war der fleischabfallhändler ein arbeitgeber oder -nehmer? die gebäude der firma, die zuletzt unter dem namen seiner frau lief, stehen leer und verlassen. der metzger hatte schon früher wegen betrügereien in großem maßstab hinter gitter gesessen und durfte keinem gewerbe mehr nachgehen. er handelte als angestellter in der firma seiner frau. der rechtsstaat machts möglich.

und noch einmal die gleiche frage: war die spedition, in deren auftrag der lkw-fahrer das "fleisch" transportierte, die ihn danach aber entließ, sein arbeitgeber oder arbeitnehmer?

übrigens ist der aufmerksame chauffeur damals vom amtierenden landwirtschaftsminister seehofer öffentlich geehrt worden. von dem lob von oben allein kann der mann freilich nicht gut leben.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.