h.yuren

die seen gehn unter

02.06.2011 | 14:20

Wilde Wirtschaft

die wilde wirtschaft ist das optimum:
den besser verdienenden geht es besser,
die banken sind oberwohlhabend oder bad.
die wilde wirtschaft ist das optimum.

die wilde wirtschaft ist das reich der reichen:
millionen millionäre sind oberes mittelmaß,
etliche milliardäre in der obersten upper class.
die wilde wirtschaft ist das reich der reichen.

die wilde wirtschaft setzt auf wachsetum:
flächen- und rohstoffverschleiß schon epochal,
schulden- und müllgebirge gipfeln übern wolken.
die wilde wirtschaft setzt auf wachsetum.

die wilde wirtschaft produziert unmengen armut:
krankheit und konkurs kürzen die lebensqualität,
arm geboren bist du von allem abgehängt.
die wilde wirtschaft produziert unmengen armut.

die wilde wirtschaft ist unfallträchtig:
jeder crash befeuert das bruttosozialprodukt,
mit dem restrisiko müssen wir nun mal leben.
die wilde wirtschaft ist unfallsüchtig.

die wilde wirtschaft ist der letzte schrei:
epi- und pandemien wechseln wie moden,
kardio- und onkologisch herrscht hochkonjunktur.
die wilde wirtschaft ist der letzte schrei.

die wilde wirtschaft bedeutet krieg mit anderen mitteln:
im fadenkreuz mensch und erde,
beim artensterben wird keine spezies geschont.
die wilde wirtschaft ist ein krieg mit anderen mitteln.

 
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Kommentare
goch schrieb am 02.06.2011 um 15:11
Die wilde Wirtschaft ist das wachstümelnde Optimum einer schreiendreichen Gesellschaft, die kriegerische Armut nicht als Unfall produziert.
Danke für das treffende Gedicht!
Gruß
Goch
h.yuren
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