Von meiner "Westreise" habe ich größere Mengen bedrucktes Papier mitgebracht, das ich gerade lese. Im Evening Standard vom 8. Juni leitartikelt z. B. Matthew d' Ancona: "Für Cameron ist Terrorismus der neue Kalte Krieg". Der schwatzhafte Premierminister sieht in "al-Qaeda keine klassische Armee oder Hierarchie, sondern eine herunterladbare Software". Für ihn drückt der stilbewusst schnöselige Islamist so lange auf seinem neuen I-Pad 2 herum, bis die "tödliche app" heruntergeladen und installiert ist. "Dies ist vorwiegend ein Krieg um die Köpfe." Der Leitartikler bläst auch in dieses Horn: "Die Extremisten wissen genau, wo sie stehen. Und wir?"
"Sag' mir, wouo du stehst / uhund welchen Weheg du gehest", klampfte vor undenklichen Zeiten der peinliche Oktoberclub. Aber wo stehen die Extemisten? Doch wohl im Reich des Bösen, das zur Zeit ein vergangenes und/oder virtuelles ist, dem "präventiven Eingreifen" des Guten kaum zugänglich. In einem aktuellen Comic ist dieses Reich Ostberlin, Suicide Girls #2 von IDWPUBLISHING schickt sportsgeübte Girls unserer Zeit auf Himmelfahrtskommando in religiöse Fundamentalisten-Kreise.
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Der Ober-Hassprediger wird mit dem spitzen Schuhabsatz erledigt, was den Sektenführer erkennbar verstimmt. Und dann machen die Girls etwas falsch, werden von Häschern gefangen und finden sich in einem auferstanden Ostberlin wieder. Das ist der Traum aller Kalten Krieger: Ostberlin wird wieder zur ersten Adresse im "Reich des Bösen", mit Mauer, Stacheldraht, kurios uniformierten Bütteln, Stasi und Braunkohlenrauch.
Realer ist da wohl die Schreckensvision der Sun: Jemen könnte in die Hände von al-Qaeda fallen und der ultimativ pöhse Gottesstaat entstehen, das Heimatland aller Extremisten, Terroristen, Fundamentalisten und Comic-Bösewichter!
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Die weißen Tauben sind müde und die grauen pappesatt!