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Politik : Hamburg: Wagenplatz „Zomia“ zieht in die Schanze

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Der Hamburger Wagenplatz „Zomia“ zieht offenbar in Kürze mitten ins beliebte Schanzenviertel. Wie die AktivistInnen des Wagenplatzes auf ihrer Homepage schreiben und die Hamburger taz sowie die Lübecker Nachrichten berichten, dürfen die WagenbewohnerInnen, um deren Bauwagen es noch im November heftige politische Auseinandersetzungen gegeben hatte, demnächst auf ein leerstehendes Gelände an der zentral gelegenen Max-Brauer-Allee ziehen. Am morgigen Donnerstag (23. Februar) wollen demnach die Fraktionen von SPD und GAL in der Altonaer Bezirksversammlung einen entsprechenden gemeinsamen Antrag einbringen. Laut taz ist die Lösung offenbar vorerst auf zwei Jahre befristet.

Mit dem Umzug ins Schanzeviertel ginge für den Wagenplatz „Zomia“ eine monatelange Odyssee zuende: Ursprünglich hatte die Gruppe im November 2010 eine leere Fläche im Stadtteil Wilhelmsburg bezogen, die zum Bezirk Hamburg-Mitte gehört. Der zuständige Amtsleiter Markus Schreiber (SPD) hatte eine Akzeptanz der Wagenburg kategorisch ausgeschlossen und die Gruppe Zomia mit ihren Wagen letztlich juristisch gezwungen, den Bezirk zu verlassen. Der rot-grün regierte Bezirk Altona hatte der Gruppe daraufhin Asyl angeboten. Seit November 2011 stehen ihre Bauwagen auf einer Ausweichfläche, parallel wurde fieberhaft nach einer dauerhaften Fläche für das Projekt gesucht.

Dass sich nun offenbar die Altonaer Grünen gegen die SPD durchgesetzt haben und die Gruppe Zomia die Fläche an der Max-Brauer-Allee bekommt, bedeutet ein kleines politisches Erdbeben: Seit der Räumung des Wagenplatzes „Bambule“ durch die Koalition aus CDU und der rechtspopulistischen Schill-Partei im November 2002, der monatelange heftige Auseinandersetzungen in der Hansestadt folgten, gibt es keinen Wagenplatz mehr im Schanzenviertel. Das betonen auch die AktivistInnen von Zomia in ihrer kurzen Erklärung:

„Etwas mehr als zehn Jahre nach der Räumung des Wagenplatzes Bambule gibt es bald wieder einen Wagenplatz in der Schanze – und damit für die kommende Zeit eine Etablierung des sechsten Wagenplatzes in Hamburg.“

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.