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Das können wir uns nicht leisten

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Politik : Occupy Frankfurt untersucht die „Zeitgeist Bewegung“

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Am Samstag ruft Occupy Frankfurt wieder zu einer Demonstration gegen die „Macht der Banken“ in der Frankfurter Innenstadt auf. Neben ihren Demos, die damit in die mittlerweile vierte Runde gehen, setzen die Frankfurter Aktivisten jetzt offenbar auch stärker auf Öffentlichkeitsarbeit: Ein eigenes Internetradio mit dem Namen „Radio 99 Prozent“ liefert Livestreams uns Hintergrundberichte aus dem Camp, außerdem werden einzelne Occupy-Anhänger nach ihrer Motivation befragt, sich der Bewegung anzuschließen.

Eine politisch etwas heiklere, aber dafür auch wesentlich spannendere Mission haben das Presseteam von Occupy Frankfurt und der mit der Bewegung sympathisierende Blogger riotburnz begonnen: In einer wöchentlichen Sendung am späten Dienstagabend mit dem Titel „Klargestellt“ wollen riotburnz und ein Presseteam-Mitglied mit dem Namen „saitam“ von nun an verschiedene Gruppierungen und Organisationen vorstellen, die sich Occupy Frankfurt angeschlossn haben. Saitam begründet in der ersten Ausgabe vom 2. November das Vorhaben mit dem Ziel, Klarheit darüber herzustellen, wer alles hinter Occupy steht:

„Wir versuchen mal das, was wir eben selber auch von Banken und anderen Seiten fordern, nämlich Transparenz, und gehen mal ganz nüchtern an die Sache heran und stellen uns die Frage: Wer ist das eigentlich, der da unter dem großen Dach Occupy Frankfurt mit uns mitmarschiert und mit uns mitkämpfen will? Was sind das im Einzelnen für Leute und was haben die für Ziele?“

Vor den Sendungen sollen die diskutierten Gruppen jeweils einen Fragebogen ausgehändigt bekommen, mit dem sie zu ihren Inhalten und Zielen Stellung nehmen können. Aus nachvollziehbaren Gründen beginnt „Klargestellt“ übrigens ihre Sendereihe mit der „Zeitgeist-Bewegung“. Schließlich gibt es seit Tagen eine Diskussion – sowohl in der Öffentlichkeit, als auch bei Occupy selbst – ob diese obskure Bewegung versucht, Occupy zu unterwandern.

Die Sendung ist mit einer Stunde und 50 Minuten zwar etwas lang und bisweilen ein wenig schwafelig, aber deutlich wird: Die „Zeitgeist-Bewegung“ wird hier ziemlich kritisch diskutiert. Vor allem werden die Kritik-Resistenz der Bewegung und ihr latenter Antisemitismus diskutiert. Gut möglich also, dass die Einschätzung des Occupy-Aktivsten Constantino Gianfrancesco in der taz zutrifft. Der Politologe und Attac-Aktivist hatte im Interview gesagt:

„Wir haben das Problem der Sektiererei recht schnell erkannt und im Plenum thematisiert. Wir haben das im Griff.“

Man darf also gespannt sein. Und zwar auf die weitere Debatte bei Occupy zu Verschwörungstheorien und obskuren Sekten. Und außerdem zur „Klargestellt“-Sendung zu Attac.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.