3
]
Verlage finden Apple furchtbar böse, Assanges Hygiene steht zur Debatte und Daniel Domscheit-Berg leakt ein bisschen Openleaks. Eine Netzschau
1. Apple vs. Verlage: Im seit Tagen schwelenden Streit um das iPad und das dort von den Verlagen verortete Eldorado, welches der kranke Mann ihnen nun abspenstig machen will, verhärten sich die Fronten. Es zickt im Gebälk, irgendwie:
“Der europäische Zeitungsverlegerverband ENPA forderte in einergemeinsamen Stellungnahme Apple dazu auf, ihren Angeboten für das iPad kein bestimmtes Geschäftsmodell vorzuschreiben. "Zeitungsverlage sollten frei darin sein, zwischen verschiedenen Bezahlsystemen für die Leser zu selektieren und die Preise hierfür entsprechend auszuhandeln."” heise
“Die Verlage belastet insbesondere, dass sie den Kontakt zu den Abonnenten verlieren. Das lässt die Endkundenbeziehungen zu einer Blackbox werden. Setzt Apple seine Vorstellungen durch, dann tappen die Verlage bald komplett im Dunkeln.” Meedia
“Vielleicht sind ja jetzt einfach alle Verlage unter die Kommunisten gegangen. Medienplattformen gehören allen, Völker hört die Signale. Vielleicht sollten wir schon mal anrufen bei den Zeitungshäusern und kostenlose Anzeigen fordern. Das ist so logisch wie die jüngsten Forderungen der Verleger.” Indeskretion Ehrensache
“Erst feiern die Manager von Presseverlagen die Tatsache, dass Apple erfolgreich ein geschlossenes System aufbaut, in dem Apple die letztliche Kontrolle über alles hält und so zum Beispiel innerhalb des Systems keine ‘Piraterie’ möglich wird. (In Wirklichkeit wird sie nur stark erschwert.) Endlich, frohlockten sie, macht jemand den Geburtsfehler des Internets rückgängig. Jetzt beschweren sich die gleichen Vertreter von Presseverlagen darüber, dass Apple die Kontrolle über sein System hält. Und nutzt. Und zwar nicht nur ‘gegen’ Nutzer, sondern auch ‘gegen’ App-Anbieter.“ neunetz.com
Apple macht derweil weiter:
“According to The Wall Street Journal, Apple has indeed "started manufacturing a new version of its iPad tablet computer with a built-in camera and faster processor." But will it be enough to get you to double down on your iPad ownership? And more importantly, will it be enough to compete?” ReadWriteWeb
2. Wikileaks ist vielleicht tot, Assange aber nässt "auf jeden Fall" politisch unkorrekt. So zumindest lesen sich die letzten Meldungen, die sich rund um die Themen Leakology und Whistleblowing ranken. Mitten drin: Daniel Domscheit-Berg:
“Interessanter ist die Aussage, dass Daniel Domscheit-Berg und Andere bei ihrem Ausstieg die neue Systemarchitektur an einem sicheren Ort gebracht und dabei auch die ganzen dort aufgelaufenen Dokumente mitgenommen haben. Das war öffentlich bisher noch nicht bekannt. Aus dem Auszug geht nicht hervor, wieviele Dokumente es gibt.” Netzpolitik
“"Kinder sollten nicht mit Waffen spielen", schreibt Domscheit-Berg als Begründung dafür, dass er Assange die Technik für den anonymen Briefkasten weggenommen habe. Man werde das "sichergestellte" Datenmaterial erst an Assange zurückgegeben, wenn dieser beweisen könne, dass er das Material sicher aufbewahren könne und damit verantwortungsvoll und mit der nötigen Vorsicht umgehe.” SpOn
“Openleaks soll lediglich einen sicheren Briefkasten in Form einer anonymen Infrastruktur zu Dritten anbieten und keinen sicheren Hafen für Original-Dokumente. Letztere sollen wahlweise von an der Openleaks-Infrastruktur beteiligten Medien und NGOs publiziert werden, sofern sie dies wollen.“ netzpolitik.org
Einen Mitschnitt zu “Whistleblowing, WikiLeaks und die neue Transparenz” gibt es hier. Zu guter letzt:
“Nehmen wir nur die BILD-Zeitung als oberste ‘feministische’ Kronzeugin im Fall Assange: Igitt, der Mann duscht nicht, er trägt Frauenkleider – und er drückt nicht mal die Klospülung!! Ein Monster!!!! Vielleicht sogar ein Wiedergänger des Mädchenmörders Jean-Baptiste Grenouille?” carta
Edit: Auch Steffen schreibt über Assange.
Randnotiz 1: Hätten Sie den jungen Mann im Video erkannt?
Randnotiz 2: AOL + Huffington Post = #fail ?
Randnotiz 3: Clients from Hell gibt es bald als Buch.
Die letzte Netzschau findet sich hier.
|
|
Da komme ich doch nicht umhin ein neues Kleinod aus der Welt der Apple Apps zu präsentieren.
Den Beicht App - für den modernen, reuigen Katholiken Besonders praktisch in hektischen Zeiten. Direkt nach dem Puffbesuch schnell auf dem Nachhauseweg per Iphone gebeichtet, das passende Gebet erhalten und danach beruhigt heimkehren und entspannt einschlafen. HERRlich die schöne neue Welt;) Und das sogar amtlich gesegnet. Die Wege des Herrn sind unergründlich. www.iphone-magazine.de/app-katholische-beichte-8180/ |
|
|
das habe ich letztens auch mit vergnügen gelesen. sogar gesegnet ist das gute stück ...
|
|
|
Lieber Herr Kosok,
Es kam, wie es kommen musste. Zu viele Journalisten haben täglich zu wenige Geschichten die sie selbst erzählen wollen. Leaks finden sich ja neuerdings auf den europäischen Straßen, aber die sehen sich so ähnlich und man kann nur saisonal was dazu texten. Daher bleibt zu viel Zeit, sich von ganz hinten in der Unterwäsche bekannter Leute zu verirren. - Die Psychopathologie hätten Bezeichnungen für dieses, "Ah, ah, wie das riecht, duftet, stinkt. Ich liebe das!". Und Domscheit-Berg, wir ahnten es doch schon vor Wochen, wird eher als Wikileaks Hosenschlitzöffner leckend in Erscheinung treten, noch ein bisschen tingeln und touren und dann als Bettvorleger des Feuilleton-Boulevards enden, wenn es so weiter macht. LG und Dawei, dawei Christoph Leusch |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen