Jakob Augstein

der Freitag

23.01.2012 | 15:15

Bericht über ein Treffen in Berlin

Sitzungsbericht

Liebe Leser,

am Samstag haben sich Mitglieder der Community mit einigen Redakteuren des Freitag in unseren Berliner Räumen getroffen.

Zu diesem Treffen hatten Vertreter der Community eingeladen. Ich bin sehr froh, dass diese Anregung, die ich neulich einmal in die Community gegeben habe, dort so schnell und kompetent aufgegriffen wurde.

Im Folgenden berichte ich über das Treffen aus meiner Sicht. Dieser Bericht ist kein Protokoll und hat keinen offiziellen Charakter. Es sind nur meine persönlichen Eindrücke und Gedanken.

Wir hatten uns zu Beginn der Veranstaltung geeinigt, vor allem über zwei Themenfelder zu sprechen: Die Zusammenarbeit zwischen Redaktion und Community und den Transfer von Online zu Print.

Ich habe meine Idee vorgestellt, in der Redaktion oder im gesamten Betrieb ein Gremium anzuregen, das der Geschäftsleitung für Planungen, Projekte und Perspektiven als Gesprächs- und Entscheidungspartner gegenüberstehen kann.

Parallel dazu kann ich mir vorstellen, dass die Community sich selber ein solches Gremium wählt, mit dem die weitere Entwicklung des Freitag besprochen werden kann. Ich habe das damit begründet, dass ich nicht glaube, dass wir die Online-Entwicklung in einem permanenten Online-Dialog mit der Community durchführen können. Ein Gremium, das sich versammelt, sich eine Agenda gibt und diese durcharbeitet, ist sehr viel effizienter. Ob es zu einer solchen dauerhaften Vertretung der Community kommt oder ob wir es auf der Ebene von Arbeitsgruppen halten, die sich jeweils zu neu entstehenden Themen bilden und von uns eingeladen werden, ist letztlich eine Entscheidung, die die Community treffen muss.

Der Freitag besteht aus drei Gliedern: Der Redaktion, dem Verlag und der Community - und ich denke, die Community sollte sich als handlungs- und forderungsfähiger Ansprechpartner etablieren.

Wir haben im Verlauf unserer etwa zweistündigen Debatte unsere wechselseitigen Ansprüche an die Zusammenarbeit zwischen Redaktion und Community ausgetauscht.

Es war für mich interessant, dass in der Redaktion, zu der ich mich in diesem Fall selbst zähle und in der Community ziemlich unterschiedliche Ansprüche deutlich wurden: Wir Journalisten haben vor allem ein Interesse an guten Texten, die interessante Themen behandeln. Die Community hat darüberhinausgehende, soziale, kommunikative Interessen. Es war für mich ganz aufschlussreich zu erleben, wie unser Community-Chef uns Journalisten da behutsam ausgebremst hat und die Interessen der Community Mitglieder offenbar besser verstanden hat als wir.

Das zweite große Thema, das wir uns vorgenommen hatten - das Verhältnis zwischen Print und Online - konnten wir aus Zeitgründen nicht mehr tiefer behandeln.

Wir haben uns darauf verständigt, im März ein weiteres Treffen abzuhalten, zu dem diesmal der Verlag einladen wird. Es ist für mich ein nach wie vor offenes und spannendes Projekt, wie Community-Texte am besten in die Zeitung zu heben sind.

Wir haben das ja neulich mit dem Bild-Zeitungsthema in großem gemacht und obwohl ich das für eine gelungene Variante halte, ist das sicher noch verbesserungswürdig und die Reaktionen auf dieses Titel haben ja gezeigt, dass längst nicht alle Community-Mitglieder mit dieser Lösung zufrieden waren.

Wenn die neue Seite online geht, also im Frühling - präzisere Zeitangaben trauen wir uns gegenwärtig nicht zu - wird es eine Beta-Phase geben, an der verschiedene Community-Mitglieder teilnehmen können. In dieser Phase kann es dann ein weiteres Treffen geben, auf dem wir über die weitere Entwicklung von freitag.de reden können.

Noch einmal: Vielen Dank an alle, die da waren, die sich die Mühe gemacht haben, zu kommen und zu debattieren, die an den Debatten im Vorfeld teilgenommen haben, die mit uns gemeinsam den Freitag machen.

Danke!

 
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Kommentare
poor on ruhr schrieb am 23.01.2012 um 15:25
Danke für Auf-dem-Laufendem-Halten!
Ian Bellyn schrieb am 23.01.2012 um 15:26
Vielen Dank für diesen Bericht. Ich bin kein Teilnehmer gewesen, verfolge aber die Debatte um die Frage des Verhältnisses von Redaktion und Community mit großem Interesse.

Hat denn jemand ein "offizielles" Protokoll angefertigt?
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 15:32
Lieber Ian, ja, es gibt ein offizielles Protokoll. Wir überlegen gerade, ob es sinnvoll ist, es so online zu stellen oder zur besseren Übersichtlichkeit und verständlichkeit eine Zusammenfassung zu schrieben und das protokoll bei Interesse als PDF anzubieten.
antares56 schrieb am 24.01.2012 um 09:38
Was gibt es da zu überlegen? Wir wollen, wenn schon, natürlich das vollständige, nicht geschnittene Protokoll!
antares56 schrieb am 24.01.2012 um 09:38
Was gibt es da zu überlegen? Wir wollen, wenn schon, natürlich das vollständige, nicht geschnittene Protokoll!
Popkontext schrieb am 25.01.2012 um 02:40
Au, das klingt nach einem Key Meeting der Atomlobby ;)...Aber Audiomittschnitt ist gar nicht mal eine so schlechte Idee. Das stellt man dann auf Soundcloud und fertig.
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 15:33
Danke auch für den Bericht aus Ihrer Sicht!
Popkontext schrieb am 25.01.2012 um 12:28
Ich habe jetzt hier eine genauere inhaltliche Zusammenfassung des Treffens geschrieben:
www.freitag.de/community/blogs/barbara-muerdter/das-treffen-in-berlin--die-besprochenen-inhalte
abghoul schrieb am 23.01.2012 um 15:33
Vielen Dank,
das klingt sehr vielversprechend und sättigt vorerst meinen Hunger nach derartiger Information auf köstliche Art und Weise.
Auf eine Beta-Version des Relaunch bin ich auch schon sehr gespannt.
Die Idee mit dem Gremium wird bestimmt noch umfangreich besprochen werden.
Aber ich möchte an dieser Stelle ein deutliches Dankeschön aussprechen.
Dankeschön dafür das es überhaupt die Option gibt, sich über die Interaktion zwischen Redaktion und Community die Köpfe heißzureden.
Das ist keine Selbstverständlichkeit und zeugt ganz bestimmt von gutem Willen gerade von redaktioneller Seite.
Im alltäglichen Wortspiel um diese oder jene Funktion und Option und ich weiß nicht was, geht derartiges viel zu schnell unter.
Ich bin wirklich gespannt wie sich dieses Projekt weiterentwickelt.
greetings from the pit
abghoul
cuchulainn schrieb am 23.01.2012 um 15:35
schön schön.
gibts fotos?
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 15:41
Ich wollte erst welche machen, hab es mir aber verkniffen. Falls ich beim nächsten Mal dabei bin, mach ich das gern!
cuchulainn schrieb am 23.01.2012 um 15:45
i like you!
Georg von Grote schrieb am 23.01.2012 um 16:16
Wenn dann schon gleich drehen.
Kann man dann bei Arte oder Phoenix eventuell als Doku verhökern.
cuchulainn schrieb am 23.01.2012 um 22:48
ach was. ich wüsste nur, unter anderem, sehr gern, ob uwe theel in echt auch aussieht wie max stirner. :)
Popkontext schrieb am 24.01.2012 um 00:22
Wie das illegitime Kind von Stirner und Marx ;)...
Uwe Theel schrieb am 24.01.2012 um 01:21
@ Popkontext schrieb am 24.01.2012 um 00:22

"Wie das illegitime Kind von Stirner und Marx ;)..."

Popkontext,

Deine Fixiertheit auf kleinbürgerliche Vostellungen nimmt beängstigende Formen an.

Selbst wenn ich der Sohn einer Verbindung von Marx und Stirner wäre, diese Eltern, wiewohl geschieden schon vor der Ehe, würden von ihrem Sproß nie als einem illegitimen, allenfalls einem widersprüchlichen reden.
Uwe Theel schrieb am 24.01.2012 um 01:25
@ cuchulainn am 23.01.2012 um 22:48

Lieber cuchulainn,

Du magst mich La Frente nennen!
Georg von Grote schrieb am 23.01.2012 um 15:37
Danke für diese kurze persönliche Darstellung und ich wiederhole mich gerne wenn ich sage, dass ich dieses Konzept extrem spannend und auch als zukunftsweisend erachte.

Was mich noch ein wenig neugierig macht, sind die Reaktionen der reinen Print-Leser auf diese "BILD-Ausgabe".
Gab es da welche und wie fielen die aus?
ed2murrow schrieb am 23.01.2012 um 16:09
Aus meiner Haltung, dass ich Gremien nicht sonderlich schätze, habe ich kein Hehl gemacht. Gleichwohl scheint das Formen solcher auch im hiesigen Kontext unausweichlich. An der Debatte, wie dann entsprechende Regularien auszusehen haben, werde ich mich folgerichtig nicht beteiligen.
Auch ist damit lediglich eine Form angesprochen und nicht der Inhalt von Verzahnung. Die unterschiedlichen Interessen sind angesprochen, deren Ausgleich wird dann hoffentlich in der nächsten Ausgabe Kernthema sein. Sie ist in meinen Augen für das Projekt existenziell.
Das alles hindert diesen Blogger nicht, weiterhin den Aufruf von goedzak zu beherzigen: zu schreiben.

Für den Bericht, vor allem wegen seiner Subjektivität, danke ich und wünsche mir, ein Gegengewicht zu lesen. Bei beiden wäre es vorteilhaft, sie würden mit "wirmüssenreden" getagt.
Maike Hank schrieb am 23.01.2012 um 16:28
Danke, ich hab die Taggung vorgenommen : )
ed2murrow schrieb am 23.01.2012 um 19:56
Jetzt müsste das Ganze nur noch unter
community/blogs/wirmuessenreden und/oder
blogs/themen/wirmuessenreden
auch tatsächlich zu finden sein ;)
Maike Hank schrieb am 24.01.2012 um 10:26
Es ist ganz schrecklich, da die Umlaute automatisch umgewandelt werden, gibt es sozusagen zwei unterschiedliche Quellen, die zu /wirmuessenreden führen. So ähnlich verhält es sich auch bei #occupy und occupy, wo die Raute weggefiltert wird.
Die Folge ist, dass gar nichts mehr angezeigt wird. Nicht mal, wenn man die Tags alle manuell ändert. Da muss dann noch an einer anderen Stelle in der Datenbank geändert werden. Und wenn nur ein Mal irgendwo wieder ein doppelter Tag auftaucht, stehen wir wieder vor dem gleichen Problem – und unser armer Programmierer muss die Fehler anderer Menschen ausbaden. Ich weiß nicht, ob es uns gelingt, das in diesem Fall auch zu richten. Ich bitte um Geduld.
Viele Grüße, Maike
ed2murrow schrieb am 24.01.2012 um 14:18
Liebe Frau Hank,
Geduld ist eine Übung, in der der Freitag online in nun mehr als zwei Jahren ein strenger Zuchtmeister für mich ist und ohne Ihre ausgesuchte Höflichkeit nur schwer zu exerzieren.
Mit bester Empfehlung auch an den Maschinenraum, e2,
Ehemaliger Nutzer schrieb am 23.01.2012 um 16:45
Vielen Dank für Ihren Eindruck!

Aus meiner Sicht war es auch ein konstruktiver Dialog mit einem hoffnungsfrohen Ausblick!

Danke auch an die Redaktionsmitglieder für die Zeit und das Engagement, dass sie der Angelgenheit widmen.
HN
zephyr schrieb am 23.01.2012 um 17:03
Wer ist denn "unser Community-Chef"?
keiner schrieb am 23.01.2012 um 17:50
Ja, das wüsste ich auch mal gerne.
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 17:53
keiner schrieb am 23.01.2012 um 18:01
Vonwegen!
keiner schrieb am 24.01.2012 um 22:10
“Der da” ist nämlich eher der ‘Bouncer’

en.wikipedia.org/wiki/Bouncer_(doorman) , besser als ‘Rausschmeisser’ als als ‘Türsteher übersetzt, und so jemanden sollte man nicht mit dem Chef verwechseln. Kosok kann hier vielleicht auch noch das Licht an bzw. eher aus machen, mehr Cheflegitimation ist nicht.

Wie ich überhaupt finde, dass so ein Onlineforum nicht mit einer Schafherde, die 'nem Leithammel hinterherläuft, haben sollte. Pastor heisst Hirte, und wer eine Community so organisieren will, ist vielleicht bei der Organisation, die dem Bischof von Rom eine solche Funktion einräumt, besser aufgehoben.
Meyko schrieb am 23.01.2012 um 19:00
Danke für den ersten Eindruck. Bin ziemlich gespannt, wie es nun weitergeht. Marthas Protokoll würd mich auch interessieren :-)
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 19:11
Kommt noch, morgen wahrscheinlich. So schnell schießen die Preussen nicht, sagte man früher glaube ich. Magda übrigens ;)...
Meyko schrieb am 24.01.2012 um 09:56
Oh, sorry, Magda natürlich - da haben meine Scrable-Finger doch gerade an was Anderes gedacht ;-)
Columbus schrieb am 23.01.2012 um 19:40
Das gibt es nur hier, beim dF. Es ist mutig, es ist neu, es ist, für Ober- und Untergermanien einmalig. Schon aus diesem Grunde hat es Vorschuss ohne Verschiss verdient.

Weiter so
Christoph Leusch

PS:

Das mit der Doppelseite zu BILD-Wulff und Co. ist gut, aber eben nur eine schöne Erweiterung des alten Leserbriefforums (Selbst die ZEIT reagierte jüngst mit ein wenig mehr Lesermeinung, angesichts des "gutten" Doppelfehlers ihres verantwortlichen Chefredakteurs, der nun auch, wie Wulff, um mehr und neues Vertrauen ringt und kämpft. Der Chefredakteur hat einige Vorteile: Er sieht besser aus, hat die bessere Stimme und dazu ein großes Blatt an der Hand. Ein anderer Chefredakteur der 5x die Woche einen erfolgreichen Fehler produzieren lässt, und auch noch am Sonntag zuschlägt, hat auch viel Papier auf der Druckwalze, denkt aber sicher nicht ans Ringen um die wahrhaftige und anständige journalistische Form ) und ein wenig zu sehr TED-nah. Daher vielleicht die Reserviertheit mancher Foristen.
GEBE schrieb am 23.01.2012 um 19:56
Vielen Dank, Herr Augstein, für diesen Bericht als Ihre Impression zum Treffen!

Ich finde es große Klasse, daß der „derFreitag“ in solcher Weise Kommunikation mit den Mitgliedern des Online-Portals hält. Ich glaube, das ist einmalig und mustergültig in der Medienlandschaft! Ich ziehe meinen Hut diesbezüglich, denn es ist das alles andere als selbstverständlich. Und u.U. ist damit eine quasi Vorreiterschritt unternommen, der Kommunikationskultur in solchen Zusammenhängen neu belebt und vielleicht ja auch zu definieren geeignet ist. Wirklich ein sehr löbliches Projekt.

Eines nur hat mich zwei- bis dreimal stutzen lassen, das ist der Satz: “Zu diesem Treffen hatten Vertreter der Community eingeladen.“

Nun bilde ich mir ein, durch mein Hiersein mit Profil, seit nunmehr 2 Jahren und 19 Wochen, als Mitglied der Community zu gelten. Hierhin gekommen bin ich im September 2009, nachdem durch ein „Relaunch“ der „DIE ZEIT“-Community praktisch der Anfang vom Ende eingeläutet worden ist , und weil ich den „derFreitag“ von seinen Anfängen an sehr geschätzt habe und fast von seinen Anfängen an über Jahre im Abo hatte.

Daß ich aber nun plötzlich offensichtlich offiziell, jedoch
– o h n e B e a u f t r a g u n g -
als Mitglied der „derFreitag“-Community vertreten sein soll, das macht mich schon stutzig. Sicher, es gibt den Ausspruch: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, aber wie ich das bewerten soll und werde, daß ich mich nun als mitvereinnahmt ansehen soll, widerstrebt mir. Insofern kann ich hier und jetzt erst einmal nur sagen: ich distanziere mich prinzipiell von allem Vertreten-sein-sollen.
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 20:27
Vielleicht hat sich Jakob Augstein da für Spitzfindige falsch ausgedrückt. Mitglieder der Comminty wäre da richtiger. Er hat angeregt, dass wir (also die ganze Community online, um Mißverständnisse zu vermeiden) Vertreter/innen wählen. Kann man gern probieren, befürchte aber, dass das funktioniert.
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 20:29
Kleiner Freudscher ;)...natürlich meine ich nicht funktioniert.
Georg von Grote schrieb am 23.01.2012 um 20:47
Ich schließe mich da schon zum Teil an.
Bisher hatte ich eigentlich immer den Anspruch, wenn einer mich vertreten soll, dann erstmal ich selbst. Geht natürlich bei dieser Mitgliederanzahl hier so nicht und deshalb warte ich erstmal ab, wer mich da vertreten möchte und wer in der Lage sein könnte, mich zu vertreten.
Ich bin da auch ganz ehrlich und sorry, ich will da niemandem zu nahe treten, aber von den bisherigen Wortführern in dieser Community, die offenbar am Samstag auch wesentlich beteiligt waren und wohl auch entsprechende Aufgaben übernommen haben, fühle ich mich im momentan NICHT SO WIRKLICH vertreten.
Aber ich finde das im jetzigen Stadium auch nicht so wichtig.

Ich bin ja ein bekennender Beführworter dieser Idee und hatte schon vorhin die Frage gestellt, wie eigentlich die reinen Print-Leser darauf reagieren.
Beim nochmaligen Durchlesen sind mir aber noch 2 Passagen in Jakob Augsteins Text aufgefallen.

Die erste: "Es war für mich ganz aufschlussreich zu erleben, wie unser Community-Chef uns Journalisten da behutsam ausgebremst hat und die Interessen der Community Mitglieder offenbar besser verstanden hat als wir."

Hallo? "uns Journalisten?" Ich kenne ja nun die vitae des Community-Chefs nicht. Offenbar wird er zumindest aus den Augen der Print-Redaktion nicht als Journalist gesehen. Schwingt da möglicherweise doch eine gewisse "Überheblichkeit" des Print-Journalisten gegenüber des online-Kollegen mit?
Vorsicht! Falls ja, dann ganz schnell abbauen, denn wenn so etwas im Hinterkopf noch mitschwingt, dann gefährdet das das ganze Projekt.

Das war das eine, was mir nachträglich auffiel.

Das andere: "Wenn die neue Seite online geht, also im Frühling - präzisere Zeitangaben trauen wir uns gegenwärtig nicht zu - wird es eine Beta-Phase geben, an der verschiedene Community-Mitglieder teilnehmen können. In dieser Phase kann es dann ein weiteres Treffen geben, auf dem wir über die weitere Entwicklung von freitag.de reden können."

Eine Beta-Phase mit ausgewählten Mitgliedern? Wie soll das denn funktionieren? Nach welchen Kriterien werden die denn ausgewählt? Und, ich glaube das ist das Wichtigste an der Sache, bekomme ich von diesen auserwählten Mitgliedern auch wirklich das objektive feedback um Fehler auszumerzen?

Wie gesagt, ich finde Augsteins Idee gut, aber an der internen Umsetzung muss man wohl noch ein wenig basteln.
Columbus schrieb am 23.01.2012 um 22:07
Die Frage ist, liebe Popkontext, ob sich Persönlichkeiten unter den dFClern finden, die auch in der Lage sind Interessen zu vertreten, die sie selbst nicht haben.

Finden sich solche und dazu noch welche die es zeitlich und örtlich einrichten können, dann wird das was.

Die Redaktion kann nur davon profitieren, wenn sie zeitnah, nach und nach auch mit Interna vertraute dFCler einbindet (Ein langwieriger Prozess, der Vertrauen und vor allem auch Verschwiegenheit, -das klingt paradox, ist aber für einen offenen Dialog der Ge- und Erwählten mit der Red. + dem Verleger notwendig-, voraus setzt).

Umgekehrt erfordert es viel offene Kommunikation, um die dFC-Gemeinde kontinuierlich von der bestehenden Glaubwürdigkeit zu überzeugen.

Das ist ein höchst politischer Vorgang, der wahrhaftig schwer zu gestalten ist, und, mit Bezug auf die Vielfalt der Foristen, diejenigen die das machen, auch ein wenig in der ihrer eigenen Meinung kastriert. - Kurz gesagt, es kann ein sehr elendes Ehrenamt sein.

LG
Christoph Leusch
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 22:14
@georg von grote
Naja, die vermeintlichen Vertreter/innen der Community, die das meines Wissens nach nie für sich in Anspruch genommen haben, das zu sein (ich habe mich sogar ausdrücklich davon distanziert, dass ich jemanden anders vertrete als mich selbst als Mitglied der Community, auch und ganz dezidiert Augstein gegenüber), sind ein ganz diverser Haufen an Leuten, mit sehr unterschiedlichen Auffassungen, wo es - was manchmal leider auch sehr nervenzehrend ist - auch nich tanders zugeht als in der "großen" Community. Das macht es für uns schwierig in der Koordination (siehe Protokoll jetzt z.B., das jetzt hoffentlich soweit ist, dass es morgen online gehen kann), und auch für die Freitags-Redaktion - wobei es für JJK und Maike wohl am Einfachsten ist, weil sie näher dran sind und auch mit diesem Chaos gut umgehen können.

Augstein wünscht sich natürlich aus seiner Sicht verständlich einfach ein paar verläßliche Ansprechpartner/innen, die für die Community reden. Ich habe versucht, ihm das auszureden, weil ich es für unrealistisch halte, dass man Leute findet, die mit konkreter Beauftragung für alle sprechen können. Ich habe für Arbeitsgruppen plädiert, die offen für alle sind und sich mit bestimmten Themen befassen, die sie interessieren - wie z.B. die Online-Konferenz ;)...Einen Versuch ist es immer Wert, aber eben genau wie du schreibst ("Bisher hatte ich eigentlich immer den Anspruch, wenn einer mich vertreten soll, dann erstmal ich selbst.") sehen dass hier viele (ich im übrigen auch).
Uwe Theel schrieb am 23.01.2012 um 22:27
@ GEBE am 23.01.2012 um 19:56 und
@ Popkontext am 23.01.2012 um 20:27

Die Formulierung "Zu diesem Treffen hatten Vertreter der Community eingeladen.“ lädt zu keiner der der von GEBE und popkontext monierten Deutungen ein:

Zunächst verwendet JA "Vertreter" ohne bestimmten Artikel, was bedeutet dass eine nicht näher bestimmte Teilmenge der Communityangehörigen eingeladen habe. Daraus folgt unmittelbar, dass "Vertreter" hier nicht im Sinne eines "Beauftragten" verwendet wurde, sondern im Sinne des "Angehörigen" einer bestimmten Gruppe (etwa: Das ist ein typischer "Vertreter" der Gruppe begeisterter Fußballfans).

Die Wahl eines Gremiums wurde von JA als Möglichkeit vorgeschlagen und das Elektorat wäre dann die gesamte Community, erst das gewählte Gremium bestünde aus Vertretern im von GEBE für sich zurückgewiesennen Sinne. Sollte es zu einer solchen Wahl kommen, wird GEBE je nach Wahlverhalten entscheiden müssen, wie er sich dann vertreten oder überhaupt fühlt.

Die Mitglieder der Community wählten dann aus Ihrer Mitte beauftragte Vertreter, Diese Vertreter wären weiter Mitglieder der Community, während das gewöhnliche Mitglied in diesem Sinne nicht Vertreter wäre.

Keinem der vorhergehenden Sätze widerspricht JAs Satz.

P.S.: Ich war auch auf dem Treffen, das ich als sehr angehnehm empfand und versuchte auch ohne äußeren Auftrag für die Sache des Freitag und der ihm noch besser zu verbindenden Community nachzudenken und zu reden.
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 22:35
Lieber @Columbus - genau die Fragen habe ich mir auch gestellt, wenn auch unter anderer Prämisse aufgrund meiner Erfahrungen mit der "Wir müssen reden"-Aktion. Abgesehen davon, dass ich das trotz aller Nerverei auch unter kommunikativem Aspekt sehr interessant finde, weil man mal mitkriegt, wie Leute unter ihrer Oberfläche so ticken (im Guten wie im Schlechten), habe ich mich auch schon gefragt, wer sich z.B. da aufstellen läßt für sowas in erster Linie, und ob das zweitens notwendiger Weise die Besten sind, die bereit sind, sich das anzutun.

"Finden sich solche und dazu noch welche die es zeitlich und örtlich einrichten können, dann wird das was."
Ja, halte ich aber für sehr blauäugig.

"mit Interna vertraute dFCler"
Die werden hier aber immer als anrüchig betrachtet werden und nie wirklich akzeptiert werden in ihrer Rolle. Ist jedenfalls mein Eindruck - und bis zu einem gewissen Grade (!) ist das Mißtrauen auch verständlich. Und ja, wie ich oben schrieb, ist das für die Redaktion interessant, mit der Community funktioniert es mE. nicht so, weil es da eine ganz andere Dynamik. Ich muss ehlich sagen, dass ich auch am liebsten für mich selbst spreche und das deshalb auch mache und mich eben auch frage, warum es die Nörgler/innen (im konstruktiven Sinne) nicht ebenso tun.

"Umgekehrt erfordert es viel offene Kommunikation, um die dFC-Gemeinde kontinuierlich von der bestehenden Glaubwürdigkeit zu überzeugen."
Ja, viel Spaß dabei ;)...

"Kurz gesagt, es kann ein sehr elendes Ehrenamt sein."
Genau das befürchte ich, und deshalb halte ich mehr von der Arbeitsgruppen-Idee. Da muss sich Augstein vielleicht von der Idee des / der festen Ansprechpartner/in verabschieden.
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 22:40
Nur eine kurze Anmerkung: In Uwes und meiner Meinung (und letztendlich auch Augsteins) wird noch mal deutlich, wie "monolithisch" die so getaufte "Berliner Runde" war / ist: Dass wir oft nämlich völlig gegensätzliche Meinungen und Interessen hatten.
Uwe Theel schrieb am 23.01.2012 um 22:56
@
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 22:40

" ... Dass wir oft nämlich völlig gegensätzliche Meinungen und Interessen hatten."

Da sind wird doch tatsächlich dann mal einer Meinung, liebe popkontext, wiewohl ich Deinem doch negativ erscheinenen Menschenbild, dass sich in Deinem Kommentar vom am 23.01.2012 um 22:35, Deiner Antwort an Columbus, auszudrücken scheint, wiederum widersprechen muß. Selbst wenn es nur Pessimismus sei, müsste er doch konkret begründet und nicht nur a priori und pauschal behauptet werden.
GEBE schrieb am 23.01.2012 um 23:08
@ Uwe Theel

Hallo und guten Abend, Herr Teilmenge,

daß mit „Vertreter“ auch z.B. kein Treppenhausterrier gemeint ist, ist klar.
Aber ein Vertreter ist stets und immer ein Repräsentant von etwas, steht anstelle für etwas. So eben auch ein „typischer "Vertreter" der Gruppe begeisterter Fußballfans).“ .

“Zunächst verwendet JA "Vertreter" ohne bestimmten Artikel, was bedeutet dass eine nicht näher bestimmte Teilmenge der Communityangehörigen eingeladen habe.

Rechnerisch mag das ja stimmen, inhaltlich jedoch nicht.

“Sollte es zu einer solchen Wahl kommen, wird GEBE je nach Wahlverhalten entscheiden müssen, wie er sich dann vertreten oder überhaupt fühlt.“

Wieso, Herr Theel, soll ich mich auf einmal überhaupt als was anderes fühlen? Etwa weil es mir plötzlich aufgegeben wird, das tun zu sollen? Geht das etwa nach dem Motto: „Heute gibt es Nudeln, Ihre Freiheit besteht ausschließlich in der Wahl der Soße!“ - ?

“Die Mitglieder der Community wählten dann aus Ihrer Mitte beauftragte Vertreter …“

Wo bitte, Herr Theel, ist denn diese Mitte? Ich kenne ja nicht einmal die Ränder als etwaigen Bezug. Bei der gegebenen Fluktiation und Frequentierung von Mitte zu reden, kann eigentlich nur heißen: eine sogenannte „Mitte“ wäre jederzeit überall und nirgends. Es sei denn, jemand pfählt irgendwo einen Pfosten hin und definiert gemäß des Satzes: Jeder der gedient hat, weiß daß man befehlen kann. Ich befehle: das hier ist die Mitte!“ (Auf diese Art und Weise werden heutzutage oft auch rechte Winkel von Lehrern an der Tafel konstruiert.)

“… das gewöhnliche Mitglied …“ und (seine) “Vertreter“

Hallo? Sie wollen also womöglich tatsächlich zwischen ordinären und extraordinären Mitgliedern unterscheiden? Oder wäre dann noch weiter zu unterscheiden zwischen extraordinären und extra ordinären Mitgliedern?

Geht es jetzt hier ab nach Marxistan?
GEBE schrieb am 23.01.2012 um 23:10
@ Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 20:27

"ielleicht hat sich Jakob Augstein da für Spitzfindige falsch ausgedrückt. Mitglieder der Comminty wäre da richtiger."

Das will ich erst einmal weiter wohlwollend annehmen.
Columbus schrieb am 23.01.2012 um 23:20
Lasse ich alles gelten. Aber die Grundfrage ist, -fasst könnte man es als ein Credo für "Vertretung" überhaupt betrachten-, kommt man so weit, die Position der Vertretenen einzubringen und eben nicht nur sich selbst. - Ich dachte ja nicht an einen Vertreter, sondern eben an genau so ein Team, von der Zahl her vielleicht wie jene entlassenen Herausgeber. Das Team muss aber dazu in der Lage sein und es reicht nicht, wenn da nun, wie bei dem Herausgeberteam, ein paar Leute unterschiedliche Meinungen unterschiedlich stark vertreten.

Uwe Theel erwähnt wieder das leidige Thema, Einfluss auf die Redaktion und Mitbestimmung. Das ist aus verschiedensten Gründen eine Sackgasse. Goedzak hat dazu einen bemerkenswerten Artikel verfasst

Aber der informelle Einfluss einer dFC-ler Meinung, der sollte von den Profis nicht unterschätzt werden, denn sie bekommen, wenn es gut läuft, eine loyale Blattkritik und die Community, so hoffe ich, ein paar mehr Zeilen im dF, mit Texten die hoffentlich die Redaktion nach bestem Wissen und Gewissen, nach Qualitäten die sie für nötig hält, auswählt.

Warum auch mehr dFC im dF? 1) Das macht in Zukunft ein Hauptunterscheidungsmerkmal auf dem Print-Markt aus und bindet Leser.
2) Es ist doch erklärte Absicht! 3) Ein heikles Thema, das Vertrauen und Verschwiegenheit erfordert, reißen e2m (früher schon), von Grote an. Tatsächlich könnte durch mehr gegenseitige Beobachtung, ein wenig mehr freundliche Bezugnahme, die Qualität im Print noch besser werden. Qualitäts- und Quantitätsfragen müssen eine Wochenzeitung mit bescheidender Auflage immer umtreiben.

Grüße
Christoph Leusch
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 23:27
@GEBE
"Das will ich erst einmal weiter wohlwollend annehmen."
Schön ;)...ich habe mich von mir aus nirgendwo anders präsentiert und empfunden und was andere darauf projizieren und reininterpretieren...
Uwe Theel schrieb am 23.01.2012 um 23:33
@ GEBE am 23.01.2012 um 23:08

Lieber GEBE,

vom Ende her:

Wo war hier was mit Marx?

Basiswissen in Germanistik und Sprachwissenschaft reichen hier völlig.

Wenn Sie glauben, einen Schelm in mir entdeckt zu haben, auf den sie noch andertalb Halbe draufsetzen müssen, nur zu.

Ich wollte mit einem Tüpferl Humor ernsthaft mit Ihnen reden. Ihre Deutung von Vertreter ist zwar im Wörterbuch verzeichnet, die meine aber auch. Das alleine reicht aber nicht zum Verstehen eines Satzes.

Ich habe Ihnen genügend syntaktische und damit verbundene semantische Momente im Zusammenhang der sprachlichen Verwendung durch JA genannt, dass Sie sich nicht - warum gaben sie das überhaupt vor oder preis? - von irgendetwas oder irgendjemandem in der von ihnen abgewehrten Weise hätten "vereinnahmt" fühlen brauchen.

Aber, wer will, der will und dann soll er auch.
GEBE schrieb am 23.01.2012 um 23:38
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 23:27

Liebe Popkontext,

ich denke Sie schon gut verstanden zu haben, nämlich wie Sie es gemeint haben.

Und ich wollte das auch nur bekräftigen!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 26.01.2012 um 21:59
@ Lieber Herr Theel

Uwe Theel schrieb am 23.01.2012 um 22:27
@ GEBE am 23.01.2012 um 19:56 und
@ Popkontext am 23.01.2012 um 20:27

Die Formulierung "Zu diesem Treffen hatten Vertreter der Community eingeladen.“ lädt zu keiner der der von GEBE und popkontext monierten Deutungen ein:

Zunächst verwendet JA "Vertreter" ohne bestimmten Artikel, was bedeutet dass eine nicht näher bestimmte Teilmenge der Communityangehörigen eingeladen habe. Daraus folgt unmittelbar, dass "Vertreter" hier nicht im Sinne eines "Beauftragten" verwendet wurde, sondern im Sinne des "Angehörigen" einer bestimmten Gruppe (etwa: Das ist ein typischer "Vertreter" der Gruppe begeisterter Fußballfans).

Da kann ich nur zustimmen: Wir haben uns nicht als Vertreter gefühlt, wohl aber als Mitglieder der dFC.

Die Wahl eines Gremiums wurde von JA als Möglichkeit vorgeschlagen und das Elektorat wäre dann die gesamte Community, erst das gewählte Gremium bestünde aus Vertretern im von GEBE für sich zurückgewiesennen Sinne.

JA sprach vom dFC-MItgliedern mit ID! Das macht auch Sinn
Ehemaliger Nutzer schrieb am 26.01.2012 um 22:02
@ Lieber Columbus
"Die Frage ist, liebe Popkontext, ob sich Persönlichkeiten unter den dFClern finden, die auch in der Lage sind Interessen zu vertreten, die sie selbst nicht haben."

Das ist eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt so etwas zu machen: Konsensfähigkeit! Da tut sich manch ein Glühlämpchen schwer.
Popkontext schrieb am 26.01.2012 um 22:17
@Helena Neumann
Das ist mE. eine selbstverständliche Grundvorraussetzung, aber niemand ist frei von - bewußten und unbewußten - Eigeninteressen. Ganz schwer, dafür Maßstäbe zu setzen - das können nur wirklich - wiederum möglichst neutrale - Leute, die jemanden länger kennen, im Idealfaal auch offline, oder jemand hat sich objektiv irgendwo bewährt. und ich glaueb inicht, dass sich da in der FC ein Konsens finden läßt. Aber einen Versuch ist fast alles Wert.
memyselfandi schrieb am 23.01.2012 um 20:58
Mich interessiert folgendes:
Die Redaktion hat den obersten Vorsatz von qualitativen Artikeln, das macht Sinn, der Freitag ist eine Zeitung, der FC-Chef dagegen hebt den kommunikativen Faktor (Spaßfaktor) hervor.
Dass meiner Meinung nach die Zeitung Vorrang vor dem Spaß hat, denn der Freitag muss sich im Interesse aller finanzieren, lass ich mal beiseite. Aber wenn das gemeinsame Ziel aller die Etablierung und Finanzierung des Freitag ist, dann müssen "die beiden" irgendwie zueinander finden, also more talk und dazu ein Ständchen.
Sieht das der Online-Chef denn anders, und wenn ja wieso? (Wenn er die reine Kommunikation so hervor hebt?) Oder les ich das nur so raus? Wenn da nämlich eine Diskrepanz in den Zielvorgaben besteht zwischen FC und Zeitung driften Print und Online auseinander, und es dürfte umso schwerer sein Online-Texte in die Printausgabe zu heben. Und potentielle Neuleser, die über den Online-Auftritt auf die Zeitung neugierig werden wollen, werden sich fragen, was denn der Online-Auftritt mit der Zeitung zu tun hat.
Georg von Grote schrieb am 23.01.2012 um 21:54
Dieses Problem hatte eigentlich zuvor schon Angeles in einem anderehn Blog angesprochen, der da sagte, dass er einen online -Text anders schreiben würde als einen print-Text. Und ehrlich gesagt geht es mir genauso.
Ich erlaube mir hier teilweise Formulierungen aber auch Satzbauten, die ich im print nie verwenden würde. Von den Flüchtigkeitsfehlern und falschen Satzzeichen mal ganz abgesehen.
Was sagt mir das? Das mir das bloggen hier vieleicht wichtig ist, aber doch nicht so wichtig? Dass ich nach wie vor eine Print-Ausgabe als Hauptgang betrachte und online nur als digestif??

Ich werde mal sehr direkt jetzt, aber wenn ich der online-Chef des Freitag wäre und mich auch als Journalist verstehen würde, dann würde ich mir morgen Herrn Augstein ob dieser Formulierung zur Brust nehmen und tacheless reden und wenn es da zu keinem Konsens käme, sagen, dann mach deinen Sch.... allein.
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 23:01
Das Problem Online (bzw. Blog-)Text wurde am Samstag auch angesprochen und ich hatte gerade zu dem Thema auch eine Art Workshop vorgeschlagen, weil es sowohl für die Redaktion als auch die journalistisch interessierten Blogger/innen interessant ist. Einiges zu dem Thema auch in Calvanis Interview mit Augstein zur Community, auch in der Diskussion:
www.freitag.de/community/blogs/calvani/jakob-augstein-less-music-more-talk
ChristianBerlin schrieb am 23.01.2012 um 23:14
@Georg von Grote

Ich werde mal sehr direkt jetzt, aber wenn ich der online-Chef des Freitag wäre und mich auch als Journalist verstehen würde...

das ist aber sehr spekulativ oder "konjunktivistisch".

Ich würde eher den Umkehrschluss ziehen: Wenn der GF von dF das so formuliert, wie er es formuliert hat, hat der online-Chef einen anderen beruflichen Hintergrund als den des Journalisten und damit kein Problem, keiner zu sein. Trotzdem rangiert er auf der Ebene der Ressort-Chefs, weil die Community neben Verlag und Redaktion als "dritte Säule" des aFreitag wirkliches Gewicht hat.

LG Christian
SuzieQ schrieb am 23.01.2012 um 23:42
Print-Text ist: Lesen und verdauen oder nicht,
Blog-Text ist: Lesen und verdauen oder nicht und kommunizieren,
d.h. für mein Verständnis:
Blog-Text in Print = Text plus Kommentare und link zum Blog, weil Kreativität vorgelebt wird.
Ziel: Mitmachen etc. Abo (Konzession ; ))

und ganz ehrlich:
workshops, Arbeitsgruppen, Agenda abarbeiten lenken Kreativität in Verwaltung, in Stillstand,
boah, Aufschreie
Man muss nicht und sollte nicht alles zu Tode organisieren, man tötet dabei das Lebendige, opfert es auf dem Altar des Überschaulich-Kuscheligen.
Das ist aber nicht neu, das ist mainstream und 'nur' irgendwie.

Herausforderung ist nichts Schlimmes, da muss man nicht auf dem Absatz kehrt machen.

Da sollte man alles mobilisieren, was geht, um zu zeigen, was man im 21.Jahrhundert als 'gewagt' bezeichnet ist wirklich innovativ direkt, ohne Umwege, ohne Umschauen,
wer nichts wagt, der nichts gewinnt.
Da braucht es Mut, aber nicht unbedingt den Mut der Verzweifelten.
Ideen, Gedanken, die 'ungewöhnlich' sind, weil nicht allgemain
Konzept statt Kontext
Strategie für Erfolg,
kein 'Kleinklein' mehr.
Aufrecht, klar, ohne Umwege heiße Eisen anpacken und dann die Haare raufen ob der Technik, ganz im Ernst:
DAS kann und darf nicht der Bremsklotz sein bei:
'Wir sind unabhängig, innovativ und the one and only trendsetter, irgendwie'
: )
miauxx schrieb am 24.01.2012 um 00:29
@meymselfandi

"der FC-Chef dagegen hebt den kommunikativen Faktor (Spaßfaktor) hervor."

Warum behauptest Du erst, und fragst dann, "Sieht das der Online-Chef denn anders, und wenn ja wieso? (Wenn er die reine Kommunikation so hervor hebt?)" ??

Ich möchte nun nicht den Anwalt für JJK spielen, jedoch ist hier nirgends zu entnehmen, dass JJK den Spaßchat beschwört. JA hat lediglich zugegeben, dass JJK eben hier und da besser bescheid weiß über die Community - was nicht wunder nimmt!

@SuzieQ

"Print-Text ist: Lesen und verdauen oder nicht,
Blog-Text ist: Lesen und verdauen oder nicht und kommunizieren,
d.h. für mein Verständnis:
Blog-Text in Print = Text plus Kommentare und link zum Blog, weil Kreativität vorgelebt wird."


Genau! Ich kann mich auch erinnern - und greife mal etwas vor -, dass Michael Jäger im Gespräch am Samstag sich besonders interessiert gezeigt hat, direkt am Puls der Rezeption von Texten zu sein. Das, was eben mit dem klassischen Leserbrief so nicht möglich war.
Was Dein "Aufgeschreie" angesichts Gremien, Workshops etc. angeht: Recht hast Du schon auch; und letztlich wird hier an der Fornt entschieden. Kommen gute Texte, können wir gut diskutieren (muss auch nicht immer :-))?
Völlig organisieren kann man eine Online-Community freilich nicht. Allein der ernsthafte Versuch wiese bereits auf ihren Tod. Beispiele dafür haben wohl schon ZON oder auch die einstigen Blogprojekte bei der FR gegeben (U. Theel hat uns da ja schon ausführlich aufgeklärt).

Aber um Durchorganisation geht es doch hier gar nicht! Wir sind hier, hoffentlich auch weiterhin, in einem Dialog, wie man das Angebot und die Möglichkeiten optimieren kann. Da gibt es eben auch von den verschiedenen Leuten verschiedene Ideen. Die Ansprüche sind halt auch verschieden. Wenn man sich irgendwo in der Mitte treffen kann - wunderbar! So kann jetzt ersteinmal viel kommen - was davon muss, ist die nächste Frage.
Popkontext schrieb am 24.01.2012 um 00:51
@SuzieQ
"workshops, Arbeitsgruppen, Agenda abarbeiten lenken Kreativität in Verwaltung, in Stillstand"
Kann, aber muss nicht. Wer einfach nur so frei flottieren und sich nicht festlegen lassen will wird ja von nichts abgehalten. Aber ich finde ein gewisse Form von Organisation und Ziel, die ja nich tin Stein gemeißelt sein müssen, sehr hilfreich. Da muss jede/r seine Chance bekommen. Und das meint z.B. Kosok mE. in seiner Grundidee - frei flottierende und ggf. etwas organisiertere Kreativität als eine Muschel, aus der dann immer wieder Perlen enststehen.
Popkontext schrieb am 24.01.2012 um 00:54
P.S.
"Konzept statt Kontext"
Wie meinst du das denn z.B. Ein Konzept ist aber sowas von definitiv "Organisation" und Konzept und Kontext sind ja keine Begriffspaare, die sich irgendwie ausschließen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 24.01.2012 um 03:19
SuzieQ schreibt:
"Blog-Text in Print = Text plus Kommentare und link zum Blog, weil Kreativität vorgelebt wird."

Das hört sich für mich irgendwie richtig an.
Denke gerade so vor mich hin, dass sich das schon fast verdächtig nach herunterladbarem "e-reading" anhört. (Lange, im Print abgedruckte Webadressen, die man aus dem Print in die Adresszeile abtippt? Kann sein, hab' ich aber noch nie gemacht. Würde ich? Wollen? Weiß ich nicht.) Das könnte letztlich dazu führen, reine Print-Leser ins Netz zu locken..? Zumindest den Wettbewerb zwischen Print und Online zu befeuern.

Will hier mal kurz mein Gefühl (nicht meine Meinung!) hinschreiben:
Ich fühle, dass die konstruktivsten Überlegungen zur Verzahnung von Online und Print immer irgendwie haarscharf am Print (unter Anerkennung der Grenzen desselben) vorbeigehen.

Meine Meinung dazu ist, dass es (wenn es in der jetzigen Geschwindigkeit weitergeht) in zehn bis fünfzehn Jahren der Print eher die Ausnahme als die Regel darstellen wird. (Von Sachbüchern und Romanen vielleicht abgesehen).

Ich sage das aber nicht, um wertend in die Debatte Print-Online einzugreifen. Die Entwicklung, die der Print im allgemeinen nehmen wird, ist sicherlich eine andere Frage. Und wie das Internet sich entwickeln wird, ist die nächste.

Die greifbarste Symbiose aus beidem ist derzeit jedenfalls das "e-reading" (nennt man das eigentlich so?)
Georg von Grote schrieb am 24.01.2012 um 11:33
@Christian

ich musste es so ausdrücken, sonst hötte ich ja möglicherweisen Fakten geschaffen wo keine sind.
Wenn das natürlich so ist, ist Augstein noch mal mit nem blauen Auge davon gekommen und kann die Knöppe vom Hemd wieder aufmachen :-)
Find den trotzdem nett, den online-Cheffe, ob nun Journalist oder nicht :-)
Ismene schrieb am 23.01.2012 um 21:45
Danke allen Beteiligten für' Hirnen und die Zeit und auch für die Offenheit!

Auch mir gefällt die Initiative. Was die Vertretung der Community-Mitglieder angeht, gibt es derzeit einfach keine Vorbilder, so dass einfach auch mal etwas ausprobiert werden muss. Ich vertraue in diesem Punkt aber der Flexibilität aller Beteiligten.

Letztlich wurde ja auch das Treffen von allen Interessierten mit vorbereitet und begleitet.

Ich bin gespannt, wie's weitergeht!
koslowski schrieb am 23.01.2012 um 22:15
Zur Frage eines Gremiums und der besseren Verzahnung von Redaktion und Community:

Eine ständige oder projektbezogene Vertretung der Community als „Gesprächs- und Entscheidungspartner“ ( Augstein) der Geschäftsleitung in allen Fragen, die die Entwicklung des FREITAG betreffen, mag im Interesse von Verlag und Redaktion liegen, ich sehe die Einsetzung eines solchen Gremiums eher skeptisch: -Ich kenne in anderen Zusammenhängen die Einsetzung von Arbeitskreisen als eine Methode, Entscheidungen in schwierigen Fragen aufzuschieben oder die Basis der Legitimation für problematische Entscheidungen zu erweitern. Es stellt sich auch die Frage, wie wir User unsere Vertreter/innen benennen und welche Kriterien wir für eine Benennung/Wahl hätten. Außerdem: Ich habe schon die Wirksamkeit der gerade mit Dank entlassenen Herausgeber nicht bemerkt und würde, wenn sie ihre Arbeit effektiv und geräuschlos täten, auch die Arbeit dieser ständigen oder projektbezogenen Vertreter/innen nicht bemerken.

Als Abonnent, der eher zufällig und vielleicht irrtümlich in die Community geraten ist, erwarte ich, dass die offenbar von allen angestrebte stärkere Präsenz von Blogs im Print mit meinem Bedürfnis nach aktuellen, gut recherchierten und gut geschriebenen Artikeln harmoniert. Die Doppelseite mit Zitaten aus Blogs zum Fall Wulff war jedenfalls kein gutes Beispiel für die inhaltliche Verzahnung – warum sollte ich in der Zeitung noch einmal lesen, was ich schon in der Community lesen konnte? Die Redaktion sollte mit vielen Formen experimentieren, sich dabei auch mit interessierten Usern beraten, aber die Zusammenarbeit mit einem institutionalisieren Gremium ist dafür nicht notwendig.
GEBE schrieb am 23.01.2012 um 22:26
koslowski schrieb am 23.01.2012 um 22:15

Lieber koslowski,
Dies:
"Die Doppelseite mit Zitaten aus Blogs zum Fall Wulff war jedenfalls kein gutes Beispiel für die inhaltliche Verzahnung – warum sollte ich in der Zeitung noch einmal lesen, was ich schon in der Community lesen konnte?"
hat was von nachhaltiger Kundenbindung - und auch etwas von: 'Guck ma', ich bin in der Zeitung!'

Anscheinend werden offiziell abgedruckte Gedanken als werthaltiger und als Bestätigung angesehen.

:-)
Uwe Theel schrieb am 23.01.2012 um 22:46
@ koslowski am 23.01.2012 um 22:15

Mit Verzahnung von online und print, bzw. Blogger und Redakteur ist nicht gemeint, dass ein Blogger unter Anleitung eines Redakteurs im Print zum Schreiben kommt, oder mur besondere Perlen des Blogs billig in den print kämen, sondern dass eine Dialogstruktur geschaffen wird (dazu gehören auch>/B> technische Mittel und Voraussetzungen), die profunde Kritik des Bloggers am Redakteur, bzw. dessen Reaktion darauf auch im Print zu reflektieren, sichtbar zu machen. Umgekehrt sollte sich die Qualität der Blogs erhöhen lassen, wenn die Blogger dort in substantieller Weise mit den Redakteuren ins Gespräch kämen.

Ein solcher Dialog setzt die Ausbildung kommunikativer Kompetenz - das ist nichts technisches - auf beiden Seiten voraus, wie es sie fördern, ausbilden kann. Auch dies einen Voraussetzung, dass "gute Texte" (Augstein) entstehen können.

Mir scheint gerade bei den Skeptikern gegenüber dem gerade hoffentlich startenden Projekt scheint der Glaube an und das Wissen um solche Fähigkeiten und Möglichkeiten nur beschränkt. Daher wird dann das Gespenst des schreibenden Dilettanten im Print, der nicht mehr draußen gehalten würde an die Wand gemalt.
SuzieQ schrieb am 23.01.2012 um 23:14
@ Uwe Theel

"Ein solcher Dialog setzt die Ausbildung kommunikativer Kompetenz - das ist nichts technisches - auf beiden Seiten voraus ..."

ich verstehe unter kommunikativer Kompetenz:
kurz, knapp, treffend, ohne Umschweife auf den Punkt kommen.
Uwe Theel schrieb am 23.01.2012 um 23:22
@ SuzieQ schrieb am 23.01.2012 um 23:14

"ich verstehe unter kommunikativer Kompetenz:
kurz, knapp, treffend, ohne Umschweife auf den Punkt kommen."


Das trifft die technische Seite schon so ein ganz klein wenig.

Anyway, there is more to it. - But don`t be afraid, I will not lecture you.
ChristianBerlin schrieb am 23.01.2012 um 23:34
@SuzieQ

Liebe Suzie,

Uwe redete von kommunikativer Kompetenz als einer Voraussetzung, dass "gute Texte" (Augstein) entstehen können.

Nach Deiner Definition

ich verstehe unter kommunikativer Kompetenz:
kurz, knapp, treffend, ohne Umschweife auf den Punkt kommen.


wäre die bekannte Kurzfassung Schillers Lied von der Glocke haushoch überlegen.

Loch in Erde,
Bronze rin.
Glocke fertig,
bim, bim, bim


Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Das_Lied_von_der_Glocke

;)

LG Christian
koslowski schrieb am 23.01.2012 um 23:38
@Uwe Theel 22:46
„Daher wird dann das Gespenst des schreibenden Dilettanten im Print, der nicht mehr draußen gehalten würde an die Wand gemalt.“ – Sie irren, wenn Sie mich meinten. Ein unvoreingenommener Blick in meinen Kommentar hätte genügt. Ich wünsche dem FREITAG und auch diesem Projekt ( offenbar eine kommunikative Fortbildung für Redakteure und interessierte Blogger ) Erfolg. Mein Risiko ist ja gering: Im Notfall kann ich mein Abo kündigen.
SuzieQ schrieb am 24.01.2012 um 00:09
@ ChristianBerlin

Nach Deiner Definition wäre die bekannte Kurzfassung Schillers Lied von der Glocke haushoch überlegen" ahja, aber

... die führt dann eben auch
kurz, knapp, treffend, ohne Umschweife auf den Punkt, ( ich finde, Dein Beispiel ist an den Klöppeln herbeigezogen ...)
warum mehr wollen?
Ich suche nach 'Arbeitserleichterung', andere suchen nach Strukturen, die Sache mit dem eigenen gusto ist für mich eindeutig, für andere zählt der lange, lange, lange Weg zum Ziel.
Ich nehme liebend gern den direkten Weg, ich werde nicht 1000 Jahre alt.
Dann, allerdings, wäre ich mit Zeit evtl großzügiger

Alles, was darüber hinaus geht, dient der eigenen Eitelkeit.

@Uwe Theel

"But don`t be afraid, I will not lecture you."
Darf ich diesen Satz in Zukunft hoch halten?
Das wäre äußerst behilflich vonwegen der Kürze, Würze
SuzieQ
Uwe Theel schrieb am 24.01.2012 um 00:44
@ koslowski am 23.01.2012 um 23:38

Ich schrieb nirgends, dass ich Ihnen unterstellte dass Sie dem Freitag, dem Projekt kein Glück wünschten. Ich schrieb nur, dass ich Sie in diesem Zusammenhang für einen Skeptiker halte, der handfeste Gründe (i.e. "Die Doppelseite mit Zitaten aus Blogs zum Fall Wulff ") dafür hätte.

Nun hätten sie aber beim genauen lesen meines Kommentars erkennen können das gerade derartige "Ergebnisse" (das bloße Verschieben von Blogtext nach Printseite das blanke Gegenteil von dem ist, was ich über das von mir sogenannte Dialogmodell ereichen will.

Offenbar ist der Gedanke, dass Verzahnung nur bedeuten kann, mehr Blogger mit ihren Texten in den Print zu "schieben" m.E. überhaupt nicht das zentrale Ziel sein kann und soll.

Das Ziel muß sein, das Leser merken, dass im Print Redakteure für sie als Leser schreiben, die sich mit ihren Lesebedürfnissen im Blog artikuliert haben, d.h. ihren substanzhaltigen Anspruch an den Inhalt der Lektüre angemeldet und erklärt haben und ihn qulitativ hochwertig erfüllt bekommen.
Uwe Theel schrieb am 24.01.2012 um 00:46
@ koslowski am 23.01.2012 um 23:38

Ich schrieb nirgends, dass ich Ihnen unterstellte dass Sie dem Freitag, dem Projekt kein Glück wünschten. Ich schrieb nur, dass ich Sie in diesem Zusammenhang für einen Skeptiker halte, der handfeste Gründe (i.e. "Die Doppelseite mit Zitaten aus Blogs zum Fall Wulff ") dafür hätte.

Nun hätten sie aber beim genauen lesen meines Kommentars erkennen können das gerade derartige "Ergebnisse" (das bloße Verschieben von Blogtext nach Printseite das blanke Gegenteil von dem ist, was ich über das von mir sogenannte Dialogmodell ereichen will.

Offenbar ist der Gedanke, dass Verzahnung nur bedeuten kann, mehr Blogger mit ihren Texten in den Print zu "schieben" m.E. überhaupt nicht das zentrale Ziel sein kann und soll.

Das Ziel muß sein, das Leser merken, dass im Print Redakteure für sie als Leser schreiben, die sich mit ihren Lesebedürfnissen im Blog artikuliert haben, d.h. ihren substanzhaltigen Anspruch an den Inhalt der Lektüre angemeldet und erklärt haben und ihn qualitativ hochwertig erfüllt bekommen.
Uwe Theel schrieb am 24.01.2012 um 00:49
@ SuzieQ schrieb am 24.01.2012 um 00:09

"Darf ich diesen Satz in Zukunft hoch halten?"

Sie dürfen SuzieQ!

Malen sie ihn auf ein Schild, stellen Sie sich damit auf die Straße, halten Sie ihn hoch und sich selbst daran! Würzen Sie damit ihr kurzes Leben!

Viel Glück!

ut
ChristianBerlin schrieb am 24.01.2012 um 08:35
@Uwe Theel

Das Ziel muß sein, das Leser merken, dass im Print Redakteure für sie als Leser schreiben, die sich mit ihren Lesebedürfnissen im Blog artikuliert haben, d.h. ihren substanzhaltigen Anspruch an den Inhalt der Lektüre angemeldet und erklärt haben und ihn qualitativ hochwertig erfüllt bekommen.

Das ist ein Ansatz, aber noch zu einseitig. Die Information fließt in diesem Prozess ja in zwei Richtungen, und die Information, die vom Blogger oder Kommentator zum Autor oder Redakteur fließt, kann mehr Information für die letzteren enthalten, als bloß einen "Anspruch" oder ein "Lesebedürfnis".

Manche Blogger wissen im Einzelfall vielleicht tatsächlich mehr als Redakteure, jedenfalls am Anfang, sind in ihren Recherchen schon weiter oder fachkundiger oder Insider.

Ich denke, es wäre viel gewonnen, wenn die Blogs nach denselben Regeln behandelt werden wie andere publizistische Quellen. Mit anderen Worten: Wenn abgeschrieben wird, muss zitiert werden.

Natürlich alles in Maßen, wie es auch Zeitungen untereinander tun, oder wie Blogger es auch mit Zeitungen tun - nicht mehr und nicht weniger. Zitiert wird nur, wenn der Gedanke, die Information oder die Formulierung im Kontext des eigenen Textes relevant wird und Sinn macht, aber dann mit einem Blog als seriöser Quellenangabe und nicht anonym zitiert oder geguttenbergt.

Das wäre aus meiner Sicht eine seriöse und anspruchsvolle Verzahnung von Bloggosphäre und Print, die weit über eine bessere Leserbriefseite hinaus ginge.

LG Christian
Georg von Grote schrieb am 24.01.2012 um 11:40
Gäbe da auch noch eine Kurzfassung von Schillers "Der Taucher"

Gluck, Gluck, weg war er.

Hab ich mal ne glatte 6 dafür bekommen.

Als meine Schwester damals in Paris ihr Abitur machte, da mussten die in Philosophie einen Aufsatz schreiben über "Was ist Mut". Ein Mitschüler schrieb nur "voilà", mehr nicht und bekam die Höchstnote :-)
Uwe Theel schrieb am 24.01.2012 um 13:25
@ ChristianBerlin am 24.01.2012 um 08:35

Lieber Christian,

ich brauche Dir zwar nicht widersprechen, aber so ganz scheinst Du meinen Ansatz nicht verstanden zu haben, bzw. ich habe ihn nicht deutlich genug gemacht:

Wenn Du micht referierst mit

"die Information, die vom Blogger oder Kommentator zum Autor oder Redakteur fließt, kann mehr Information für die letzteren enthalten, als bloß einen "Anspruch" oder ein "Lesebedürfnis"",

dann verkürzt Du meinen Gedanken und hältst ihm etwas als fehlend entgegen, was ich gar nicht ausgeschlossen habe.

Es geht nicht darum, wer schlauer ist, besser recherchiert hat, was auch immer. Es geht darum, dass der Redakteur intelligent auf jede Anregung des Lesers, die Sinn macht, wesentlich relevant ist, erkennbar reagiert; dass dabei auch der Leser geistig wieder weiter kommt ist der Sinn des Ganzen, genauso, wie Redakteure nicht mehr "nur" für den "Chefredakteur" schrieben, gerade, wenn der intelligentere Gedanke von außen kommt.

M.E. wird sich in der Diskussion um die "Verzahnung" viel zusehr um das formale Element "Ein Blogtest erscheint im Print" gekümmert - wir sind alle in der Regel nicht die begnadeten Schreiber journalistischer Texte. Es sollte vielmehr darum gehen, dass die Zeitung zur Stimme ihrer Macher und ihrer Leser im Druck wird. - Die Druckausgabe ist DIE Zeitung.

Dazu muß ein kontinuierlicher Dialog über Inhalte zwischen FC und Redaktion institutionalisiert werden. Den Raum dazu bietet die Online-Platform des Freitag, wenn sie dazu entwickelt wird.

Natürlich schließt das nicht aus, dass journalistisch gelungene Bloggertexte auch selbst im Druck erscheinen sollten.

lg
Uwe
ChristianBerlin schrieb am 24.01.2012 um 18:31
@Uwe Theel

dagegen hab ich absolut nix - aber ich will, wie gesagt, noch etwas anderes erreichen:

Beachtung von Beachtenswertem in beiden Richtungen.

Und das Beachten darf von Seiten des Redakteurs (oder Autors) nicht beim bloßen Abschreiben stehen bleiben - was ja durchaus ein Beachten ist, aber doch mit viel Ignorieren verbunden.

LG Christian
Uwe Theel schrieb am 24.01.2012 um 18:42
@ ChristianBerlin am 24.01.2012 um 18:31

Da rennst Du bei mir offene Türen ein.

Mein Modell könnte anders gar nicht funktionieren.

lg
ut
ChristianBerlin schrieb am 24.01.2012 um 18:45
@Georg von Grote

Ein Mitschüler schrieb nur "voilà", mehr nicht und bekam die Höchstnote :-)

Das erinnert mich an einen Gag aus dem Film Un monsieur de compagnie (1964). Cassels Held Antoine ist ein Taugenichts, der exzellent auf Kosten anderer lebt. In einer Szene stellt Antoine der Presse in einer Szene sein Buch Wie ich Geld verdiene ohne zu arbeiten vor, verrät aber noch nichts über den genauen Inhalt. Der ist ein Geheimnis, das nur der Käufer erfahren soll. ;)

LG Christian
Ehemaliger Nutzer schrieb am 26.01.2012 um 22:21
@ GEBE
"Die Doppelseite mit Zitaten aus Blogs zum Fall Wulff war jedenfalls kein gutes Beispiel für die inhaltliche Verzahnung – warum sollte ich in der Zeitung noch einmal lesen, was ich schon in der Community lesen konnte?"

Nein, dass hat JA nun auch eingeräumt.

In der Begründung, lieber GEBE, folge ich Ihnen nicht.
Mich störte als Leserin der Zeitung, dass es eben keine Erweiterung war und zwei Seiten für ein Thema „vernutzt“ wurden, dass bereits online einsehbar war. Ich hätte mir an dieser Stelle als Wochenthema z.B. einen Essay oder ein Interview über Privat-und Öffentlichkeit vorstellen können, – auch in Zusammenhang mit den Kommentaren.
Dennoch anerkenne ich den Vorstoß als positiv. Die Doppelseite war mehr als der bloße Leserkommentar.
Ich wünsche mir ja eine starke Zeitung, deshalb halte ich es auch für wichtig, dass beide Bereiche online-und Print sich nicht nur in den journalistischen Stilen unterscheiden, meinetwegen auch der Reflexionsdichte. Das es bei der Verzahnung eben nicht um Angleichung geht, am wenigsten ästhetisch. Und hier meine ich nicht wieder die BILDer. Das äußere Erscheinungsbild hebt sich ja wirklich ab; jetzt dürfen die Texte nachziehen.
ed2murrow schrieb am 23.01.2012 um 22:39
Ich gebe an der Stelle, auch angelehnt an die neueren Kommentare, noch einmal die Anregung, bei künftigen Events wie dem hier besprochenen audio-visuelle-online-Mittler einzusetzen.
Die Gratis-Anbieter sind mittlerweile fast out. Dafür bieten professionelle Anbieter, vor allem mit Blick auf einen Verlag, maßgeschniederte Optionen. Und ganz sicherlich einen kostenlosen Probedurchgang zu Testzwecken.
Meine Anreise aus Südostoberbyern nach Berlin einschl. notwendiger Übernachtung würde mich mindestens 300 Euro kosten, von einer Reisezeit von Tür zu Tür von mind. 5 Std. (einfach) mal ganz abgesehen. Ich finde, ein nice2meetU sollte tatsächlich auch (probeweise) online gehen.
Popkontext schrieb am 23.01.2012 um 22:54
@ed2morrow
Wie ich schon mehrfach anmerkte, war ja auch von Anfang an eine Online-Konferenz angedacht. JJK und Maike fanden das auch gut. Dann muss sich halt eine Arbeitsgruppe finden, die sich darum kümmert. Wer soll sich denn sonst um die "audio-visuelle-online-Mittler" kümmern, wenn nicht Leute aus der Community in Zusammenarbeit mit dem Freitag? So ist es auch zur "Berliner Runde" gekommen und ich kann nur sagen, dass die Freitag-Leute sehr kooperativ und unterstützend waren. Ist ja auch in deren Interesse.

@luggi hatte z.B. gesagt, dass er da mitmachen würde. Vielleicht kann man dazu mal einen Aufruf starten und den unter den Gemeinschaftsblog von "Wir müssen reden" stellen, der von Maike und JJK geführt wird und für alle interessierten Bloger/innen offen ist.
Uwe Theel schrieb am 23.01.2012 um 23:02
@ ed2murrow schrieb am 23.01.2012 um 22:39

"Meine Anreise aus Südostoberbyern nach Berlin einschl. notwendiger Übernachtung würde mich mindestens 300 Euro kosten, von einer Reisezeit von Tür zu Tür von mind. 5 Std. (einfach) mal ganz abgesehen."

Meiner Erfahrung nach liegt die Kalkulation nicht daneben. Für mich aus dem äußersten Südhessen anreisend war die Sache nicht sehr viel billiger und weniger zeitaufwendig.

Man muß halt wissen wofür man das Geld, das man hat, ausgibt.
Popkontext schrieb am 24.01.2012 um 01:53
@ed2murrow
Mich machte gerade jemand beim Thema online-Konferenz auf das Problem der Anonymität aufmerksam. Da müssen die Organisator/innen sich er drüber nachdenken kurz mal meine Antwort auf die Bedenken:

"Ich persönlich habe kein Problem mit einer Videoübertragung - aber das ist sicher eine Sache, die zu bedenken ist, wie es andere sehen. Das wäre auch mit Fotos so - da würde ich auch erstmal alle fragen, ob das für sie ok ist! [...] Bei einer Online-Konferenz [...] muss man überlegen, wie es alternativ lösbar ist. Ob man dann einem kleinen Kreis wie beim 'echten' Treffen sein Gesicht offenbart, oder die Konferenz öffentlich mit Bild, oder eben nur Ton oder Chat [übertragen wird]..."

Das muss dann unter den Interessierten ausgehandelt werden.
ed2murrow schrieb am 24.01.2012 um 09:08
@ popkontext

Jan Kosok und Maike Hank hatten dankenswerter Weise meine ursprüngliche Anregung aufgenommen; es war dann u.a. von Chat als Echtzeitplattform die Rede. Dann ist möglicherweise einiges an mir vorüber gegangen, weil ich vier Wochen offline war.

Die entsprechende Technik sollte beim Freitag angesiedelt sein, denn nur dort weiß man, welche technischen Voraussetzungen gegeben sind/sein werden, um eine solche audio-visuelle Teilnahmeplattform systemkompatibel zu gestalten.

Als Zwischenlösung schlage ich folgendes vor: Freitag stellt auf der Community-Seite einen Stream zur Verfügung; die Teilnehmer am nächsten Event stellen sich im Vorfeld zur Verfügung, über ihre Maschinen -sofern vorhanden- externe Meldungen "zu Wort kommen zu lassen"; wie dieses Wort übertragen wird (als instant-messaging oder audio-visuell) kann so individuell ausgehandelt werden, was auch die Frage der Anonymität betrifft; der betreffende "physische" Teilnehmer wird insoweit von dem "virtuellen" Teilnehmer betraut.
ed2murrow schrieb am 24.01.2012 um 09:24
Lieber Uwe Theel,

Ihren letzten Satz "Man muß halt wissen wofür man das Geld, das man hat, ausgibt" verstehe ich nicht. Denn a) gibt es leider genug Menschen, die diesen Betrag nicht (von "ohne weiteres" will ich gar nicht schreiben) aufbringen können oder b) mehr Sinn darin sehen, eben diesen Betrag in neuere Technik zu stecken, die es erst einmal erlaubt, an den Freuden von Multimedia-Plattformen teil zu nehmen.

c) Die Selbstverständlichkeit, für Anreisen Kosten zu generieren, auf sich zu nehmen und dies auch von anderen zu fordern, entspringt der althergebrachten Struktur von Parteien und anderen Großorganisationen (Mitgliederkonferenzen; Aktiengesellschaften). Das halte ich für kein taugliches Mittel, eine Zeitung (!) zu betreiben, zumal einer, die tatsächlich selbst auf Mäzenatentum angewiesen ist. Ich finde, gerade am Freitag ließe sich demonstrieren, ob und inwieweit sich das online in das offline integrieren läßt.
ed2murrow schrieb am 24.01.2012 um 09:24
Lieber Uwe Theel,

Ihren letzten Satz "Man muß halt wissen wofür man das Geld, das man hat, ausgibt" verstehe ich nicht. Denn a) gibt es leider genug Menschen, die diesen Betrag nicht (von "ohne weiteres" will ich gar nicht schreiben) aufbringen können oder b) mehr Sinn darin sehen, eben diesen Betrag in neuere Technik zu stecken, die es erst einmal erlaubt, an den Freuden von Multimedia-Plattformen teil zu nehmen.

c) Die Selbstverständlichkeit, für Anreisen Kosten zu generieren, auf sich zu nehmen und dies auch von anderen zu fordern, entspringt der althergebrachten Struktur von Parteien und anderen Großorganisationen (Mitgliederkonferenzen; Aktiengesellschaften). Das halte ich für kein taugliches Mittel, eine Zeitung (!) zu betreiben, zumal einer, die tatsächlich selbst auf Mäzenatentum angewiesen ist. Ich finde, gerade am Freitag ließe sich demonstrieren, ob und inwieweit sich das online in das offline integrieren läßt.
abghoul schrieb am 24.01.2012 um 09:40
Da hat ed2murrow leider verdammt recht mit...
sowohl mit a) als auch mit c)
was b) angeht, diesen Beitrag in die Freuden der neuen Technik zu stecken, weiß nicht,..hat er aber wahrscheinlich auch einfach recht mit.
Wegen a) hab ich über sowas eigentlich noch nich groß nachgedacht ;)
Popkontext schrieb am 24.01.2012 um 10:03
@ed2murrow
Wieso ist eine Online-Konferenz von beim Freitag angesiedelter Technik abhängig??? Damit man sich nicht selbst drum kümmern muss ;)...?

Und wieso muss eine kleine Sitzung bitte zwingend gestreamt werden? Und wer soll das organisieren? Und was, wenn das aus o.g. Gründen nicht alle wollen?
ed2murrow schrieb am 24.01.2012 um 13:09
@ Popkontext, Antwort auf 24.01.2012 um 10:03

Es geht, wie immer bei Multimedia, um die Schnittstellenfähigkeit. Das ist keine statische Größe, sondern eine in rasanter Entwicklung befindliche Variable. Es bedeutet die grundsätzliche Einbindungsfähigkeit von Technik, hier dadurch komplexer gestaltet, als das System, auf dem der Relaunch basieren wird, nicht bekannt (gegeben worden) ist. Die dazu erforderliche Expertise ist daher in meiner Wahrnehmung im Maschinenraum von freitag.de angesiedelt.

Dass es einer solchen bedarf, ergibt sich mE. aus der Weiterentwicklung des Gedankens von Verzahnung und gerade dem, was Sie weiter oben als „Arbeitsgruppe“ angesprochen haben. Die praktische Arbeit über geographische Grenzen hinweg bedeutet entweder, sich physisch von einem Ort zum anderen zu bewegen oder diese Bewegung durch einen technischen Mittler zu überwinden. Gemeinsames Arbeiten via Schriftwechsel (Mail, aber auch instant messaging) ist mühevoll und zeitraubend, abgesehen davon, dass reine Schriftform (und das kennen wir aus Diskussionsfolgen in den Foren) zu Missverständnissen geradezu einlädt.

Ich habe im Netz ein wenig recherchiert und bin auf Systeme gestoßen, die Konferenzschaltungen in großer Zahl visuell gestatten, aber auch die rein sprachliche (bis zu 500 gleichzeitig) Übermittlung erlauben wie auch die unmittelbare Einbindung von Dokumenten/Grafiken. Die Preise (nur um einmal eine Hausnummer zu nennen) liegen dabei ab 38 €/Monat. Hochgerechnet auf 2 Jahre ergibt das Kosten, die alleine durch eine einmalige Anreise von 3 Personen nach Berlin generiert werden.

Der innere Sinn ist (und es tut mir eigentlich leid, das hinschreiben zu müssen, weil es selbstverständlich sein sollte), dass Menschen aus dem Prozess der Schöpfung in einem multimedialen Projekt nicht deswegen ausgeschlossen werden sollten, weil sie es sich nicht leisten können oder … weil sie einfach zu weit weg vom Zentrum des Geschehens wohnen. Ich finde, Kommunikationsfähigkeit sollte hier nicht nur als soziale Kompetenz, sondern auch als technische Herausforderung gesehen werden.

Zum Recht am eigenen Bild: Das verkenne ich nicht. Aber erstens stellt Ihre Wortwahl von „wenn nicht alle wollen“ die falsche Frage. Jeder ist frei, unter den bekannten (!) Bedingungen teilzunehmen oder nicht. Und: Es gilt das Konsens-, nicht das Einstimmigkeitsprinzip. Ein Letztes: Ich darf Sie höflich bitten, mir künftig keine Worte in den Mund zu legen, die ich (nachlesbar!) nicht geschrieben habe – weder habe ich das Wort „muss“, noch den Begriff „zwingend“ gebraucht. Mein Text lautet: „Als Zwischenlösung schlage ich folgendes vor“. In einem Medium, das von Freigiebigkeit und Freiwilligkeit lebt, darauf angewiesen ist, gibt es für mich keinen Zwang.
Uwe Theel schrieb am 24.01.2012 um 13:30
@ ed2murrow am 24.01.2012 um 09:24

Lieber ed2murrow,

nicht ich, sondern Sie argumentiereten mit der Kostenfrage auf Seiten eines FC-Mitglieds.

Ich wollte Ihnen eigentlich nur - leicht ironisch - signalisieren, dass dies, im jetzigen Stadium zumal - gar kein relevantes Thema ist.

Ansonsten empfehle ich bei Bedarf meine bisher nur verstreuten Ausführungen zu dem, was ich "Dialogmodell für den Freitag" nenne.

Im Kopf wächst dazu ein Blogtext, der bei Reife erscheinen wird.

mfg
ut
Popkontext schrieb am 25.01.2012 um 03:30
@ed2murrow
Irgendwie habe ich das Gefühl, wir reden beide von was anderem. Ich würde für eine Online-Konferenz erstmal nach einem externen Gratis-Anbieter suchen. Wenn fast alle out sind macht doch nichts, einer der "in" ist und passt reicht doch. Ich das mit dem passen noch nicht im Detail überprüft, aber mir fallen dazu spontan Vokle, , oder ähnliches. Und die kostenpflichtige Konferenzschaltungen, die Sie entdeckt haben klingen doch gut. 38 Euro sind in so einem laden doch Portokasse. Warum schlagen sie das nicht konkret vor?

"als das System, auf dem der Relaunch basieren wird, nicht bekannt (gegeben worden) ist."
Fragen Sie doch mal nach ;)...

"Gemeinsames Arbeiten via Schriftwechsel (Mail, aber auch instant messaging) ist mühevoll und zeitraubend, abgesehen davon, dass reine Schriftform (und das kennen wir aus Diskussionsfolgen in den Foren) zu Missverständnissen geradezu einlädt."
Ersteres ja, ohne Frage, habe ich gerade mal wieder erlebt. aber wenn man was will oder gar einfordeert, muss man auch bereit sein, sich dieser Mühe hinzugeben und nicht nur von anderen erwarten, dass sie das tun. Und es funktioniert alles. Viel wichtiger als die Kommunikationstechnik sind aus meiner Erfahrung die Leute, mit denen man arbeitet. Die können einem viel mehr Zeit und Nerven kosten als die Technik - oder im Gegenteil sehr viel erleichtern, wenn sie gut (zusammen-)arbeiten können.

Das mit den finanziellen und zeitlichen Problemen bezüglich der Anreise und des Aufenthalts in einer anderen Stadt verstehe ich total, ohne Frage. Da bin ich ganz bei Ihnen. Aber eben deshalb würde ich erst recht nach Möglichkeiten suchen, das (auch) Online zu machen (und da nicht auf andere warten). Da ist aber jede/r anders, deshalb reden wir auch vielleicht aneinander vorbei.

"Jeder ist frei, unter den bekannten (!) Bedingungen teilzunehmen oder nicht. Und: Es gilt das Konsens-, nicht das Einstimmigkeitsprinzip."
Dann viel Spaß bei der Abstimmung in der Community. Unabhängigg davon ist es aber eine Frage, die einfach in die Überlegungen mit einbezogen werden muss.

Ich habe Ihnen sicher nicht absichtlich Worte in den Mund gelegt. Das hasse ich und falls es Mißinterpetationen gab, möchte ich mich entschuldigen. Ich glaube, wir haben da einen völlig anderen Ansatz: Ich verstehe Ihren nicht und umgekehrt.

Was sehen Sie als Lösung, dass physische Treffen in Berlin stattfinden, und es keine Multimediaübertagung seitens des Freitag geben wird, und doch mehr Leute von außerhalb auch gern an der Diskussion teilnehmen würden? Was ist mit meinen Vorschlägen vom Anfang z.B.?
Popkontext schrieb am 25.01.2012 um 03:32
Ups, am Anfang hatte ich noch skype und Ustream verlinkt, kam nicht mit:
www.ustream.tv/
www.skype.com/intl/de/home/
Georg von Grote schrieb am 23.01.2012 um 23:31
Hallo Leute?

Jetzt kommt bitte mal alle wieder runter und fangt nicht an, Euch wegen Kleinigkeiten gegenseitig zu zerfleischen.
Ihr wollt das Projekt, Ihr steht hinter dem Projekt, Ihr wisst aber noch nicht, wie es aussehen wird. Also laßt Euch Zeit, das alles zu entwickeln.
Ich habe derweil 3 Fragen gestellt, wenn auch nicht ausdrücklich als solche formuliert und warte einmal geduldig ab, ob es Antworten darauf gibt. Beantworten kann die letztlich auch nur einer.

Ansonsten kann ich nur raten, diskutiert, aber diskutiert bitte überlegt und ruhig. Nur dann gibt es die Chance einen Konsens zu finden.
ChristianBerlin schrieb am 24.01.2012 um 08:36
@Georg von Grote

Jawohl, Herr Lehrer!

;)
Georg von Grote schrieb am 24.01.2012 um 11:20
War auch eher zu meiner Beruhigung gedacht, Monsieur Berlin.
Es dürfte wohl nicht entgangen sein, dass mit mir manchmal die Pferde durchgaloppieren :-)
ChristianBerlin schrieb am 24.01.2012 um 18:25
mit mir doch auch ... :-)

LG
Free World schrieb am 23.01.2012 um 23:32
ich finde die idee wirklich spannend und habe zum besseren verständnis ein paar rückfragen zu:

"Wir Journalisten haben vor allem ein Interesse an guten Texten, die interessante Themen behandeln. Die Community hat darüberhinausgehende, soziale, kommunikative Interessen. Es war für mich ganz aufschlussreich zu erleben, wie unser Community-Chef uns Journalisten da behutsam ausgebremst hat und die Interessen der Community Mitglieder offenbar besser verstanden hat als wir."

ist das im grunde dann eine widersprüchliche interessenlage? und wie darf man die formulierung "soziale, kommunikative Interessen" genau verstehen, welche interessen sind das? zudem ergibt sich ergänzend um die frage wer wählt wen und findet sich durch wen vertreten im verlauf dieses bloggs die frage nach der homogenität der community. das die redaktion an der stelle deutlich homogener aufgestellt ist unterstelle ich.

mich würde da die position der redaktion wie der einladenen community interessieren, damit das ganze für aussenstehende - wie mich - etwas transparenter wird.
Free World schrieb am 23.01.2012 um 23:42
zusatzfrage an die community wäre dann, wie organisiert sie sich selber, um einer gegeben vielschichtigkeit gerecht zu werden unter der verschärften bedingung im prinzip anonym zu sein bis zum gegenpol sich real persönlich zu kennen?
GEBE schrieb am 23.01.2012 um 23:52
Das ist in der Tat eine sehr entscheidende Frage.
Und m. E. geht ihr noch eine vor, nämlich die, warum soll sie sich überhaupt organisieren?
Free World schrieb am 24.01.2012 um 00:01
ich kann die notwendigkeit zur selbstorganisation aus rein praktischen überlegungen gut verstehen. wenn man zusammen an einem tisch sitz, dann sind 741 und x stühle extrem unhandlich.

ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass die notwenidig zur selbstorganisation der community, die community als ganzes zerstören und das projekt drastisch verändern wird.

die grundfrage beginnt dann deutlich früher. warum müssen überhaupt online bloggs in die printausgabe?
miauxx schrieb am 24.01.2012 um 00:01
Zunächst ein Dankeschön an J. Augstein für diese persönliche Reflexion des Treffens!

@Free World

Als eine "widersprüchliche Interessenlage" ist das meinem Eindruck nach nicht zu verstehen. Wie JA ja betont, versteht er den jetzigen Freitag als aus Redaktion und Community zusammengesetzt. Ich glaube, JA will hier andeuten, dass er bzw. der vielleicht "klassische" Zeitungsmacher eben auch noch dazulernen kann, wenn er daran geht, ein so ambitioniertes Vorhaben anzugehen, in das Zeitungsprodukt eine Blogger-Community einzubinden.
Und so war dieses erste Treffen (ich war auch dabei) angedacht, eine erste unmittelbarere Tuchfühlung dahingehend zu vollziehen, was sich beide Seiten darunter vorstellen. Und dieses sich gegenseitige Aussprechen soll ja eine Fortführung in Form eines ständigen Dialoges finden.
Free World schrieb am 24.01.2012 um 00:10
@miauxx

ob das ein widerspruch ist oder nicht oder beides liesse sich doch klären, wenn man ein die groben überschriften "darüberhinausgehende, soziale, kommunikative Interessen" mit ein paar schlagwörter unterfüttert und ob "darüberhinausgehend" einfach nur mehr oder mehr und anders oder anders bedeutet oder je nach community vielschichtig alles davon meint?
miauxx schrieb am 24.01.2012 um 00:38
@Free World

Lies' doch vielleicht nochmal den Bericht Augsteins bis zu dem betreffenden Absatz. Dann dürfte sich deine Frage um einen möglichen "Widerspruch" klären.
Das jetzt bitte nicht als Überheblichkeit meinerseits auffassen!! :-)
Free World schrieb am 24.01.2012 um 15:29
tja...

...aus "Es war für mich interessant, dass in der Redaktion, zu der ich mich in diesem Fall selbst zähle und in der Community ziemlich unterschiedliche Ansprüche deutlich wurden: "

entnehme ich durchaus sich unterscheidene ziele, vorstellungen und/oder wege bzw. verfahren. damit verbundene schlagworte sind nicht zu entnehmen. kann deine überheblichkeit daraus resultieren, vor ort gewesen zu sein? .)

"...so war dieses erste Treffen (ich war auch dabei) angedacht, eine erste unmittelbarere Tuchfühlung dahingehend zu vollziehen, was sich beide Seiten darunter vorstellen..."

und? welche vorstellungen hatte die anwesende community nun? wer spricht, schreibt oder singt sie? :)
weinsztein schrieb am 24.01.2012 um 02:23
Auch ich bedanke mich bei Jakob Augstein für sein erstes subjektives Fazit zum Treffen und dafür, dass es die FC gibt. Der Freitag besteht aus drei Gliedern, der Redaktion, dem Verlag und der Community, sagt Augstein und er bringt durchaus bewusst den Verlag, das verlegerische Interesse, als zweites (!) Glied ein. Es wird immer zuerst um die Zeitung (Verlag und Redaktion) gehen müssen, ohne die gäbe es die Community nicht.

Warum sollte die Community sich nun selbst organisieren, Sprecher oder Vertreter wählen? Wie sollen die gewählt werden? In welchen Angelegenheiten sollten die FC-Sprecher/Vertreter mitbestimmen, was könnten sie durchsetzen? Mehr FC-Content im Print? Nach welchen Kriterien außer denen der Redaktion?

Die FC ist eine mir sehr sympathische bunte Versammlung von Menschen, die aus irgendwelchen Gründen hier her gefunden haben, manche übers Abo, andere auf Empfehlung sonstiger Freitag-Freunde oder -feinde, per Google oder wie auch immer. Diesen Menschen eine wie auch immer gestaltete Vereinsstruktur überzustülpen, mit Vertretern oder Sprechern, wäre der jetzigen Vielfalt Tod. Es käme zu ewigen Richtungskämpfen wie im Parteienspektrum, unter Sekten und zu Fraktionen, die sich per PN organisieren ließen. Mal abgesehen davon, dass manch einer gern auch sehr persönliche Freunde zur FC einlädt mit der Bitte, eine gewisse Position zu unterstützen.

Zur FC gehören auch viele Menschen mit beeindruckender Fachkompetenz und einer zuweilen recht komplizierten Sprache. Die sollten ermuntert, angeregt und redaktionell angeleitet werden. Das wäre meine Vorstellung von Verzahnung.
Mit einigen freien Journalistinnen und Journalisten, die sich von FC-Seite vehement ins gedruckte Blatt drängeln, könnten seitens der Redaktion ebenfalls Vereinbarungen getroffen werden, je nach Notlage.

Dies zu FC -Verein und Verzahnung und zu irgendwie links.
ed2murrow schrieb am 24.01.2012 um 09:27
Das unterschreibe ich!
weinsztein schrieb am 25.01.2012 um 00:57
Gut, dann sind wir schon zu zweit.
Und danke.
Alien59 schrieb am 25.01.2012 um 07:52
Zu dritt - ich schließe mich da auch gerne an, mir gefiel der Kommentar schon gestern, aber da hatte die Seite keine Lust, mir das Kommentarfenster zu öffnen. ;-)
GEBE schrieb am 24.01.2012 um 05:18
Hilfe! Hilfe! Hilfe!

Ist es jetzt so weit?
Holt man mich jetzt demnächst bald ab?
O mannomannomann!

Ich bin eben aufgewacht. Ich hatte geträumt.
Ich hatte vom Freitag geträumt! Vom Freitag!

An einem Schalter in einer Sparkasse in einem Luftkurort habe ich ihn erstanden. Er kostete Vier,Zehn, weil noch Kurtaxe noch draufkam. Die Schalter waren wie Wahlkabinen durch Vorhänge voneinander abgetrennt; die Wände des Raumes hoch, weit, krankenhausweiß getüncht. Die Kurtaxe konnte man durch abwandern wieder erstattet bekommen - eine Fitneß-Initiative des örtlichen Bürgermeisters. Ich habe jetzt noch den Zeitungspapiergeruch in der Nase. An der frischen Luft, vorbei an den Kuhweiden des Luftkurortes, habe ich mich mit ihm jedoch nicht ergangen. „Scheiß auf die Kurtaxe, ich liefere doch nicht freiwillig auch noch ein Bewegungsprofil ab“, habe ich im Traum gedacht. Und was das Ärgste war: er voller Kommentare, nur Kommentare, und ich hab gedacht: Wenn das der Gaus wüßte, so ein beschissenes Layout!“ Dann bin ich aufgewacht.
ChristianBerlin schrieb am 24.01.2012 um 08:44
@GEBE

Ich finde, das hast Du zu früh geträumt. Das Protokoll liegt noch gar nicht vor. Warte bitte mit solchen Träumen, bis sich ahnen lässt, ob es so kommt oder anders.

;)
ChristianBerlin schrieb am 24.01.2012 um 08:44
@GEBE

Ich finde, das hast Du zu früh geträumt. Das Protokoll liegt noch gar nicht vor. Warte bitte mit solchen Träumen, bis sich ahnen lässt, ob es so kommt oder anders.

;)
Gustlik schrieb am 24.01.2012 um 08:20
"Wenn die neue Seite online geht, also im Frühling ..." Nee, das ist jetzt nicht wahr!?

Vielleicht sollte der Freitag mit einer ganz flachen Struktur neu anfangen. Das wäre dann FTP.

... also ... ftp.freitag.de ... alles ohne schleichende Plugins, Scripts, Stylesheets, Banner... nicht mal HTML. Nur Ordner.

... adition.com, ligatus.com, nuggad.net, adscale.de, google-analytics.com, doubleclick.net, 2mdn.net, twingly.com... gäbe es nicht...

... dicke mcfit-werbung würde auch nicht bremsen...

... und solche ani-gifs "freitag indicator" müssten auch nicht eingebunden werden:
indicator

[peinlich]
Georg von Grote schrieb am 24.01.2012 um 11:46
Huch, so was kann ich gar nicht sehen, das wird bei mir automatisch alles weggefiltert.
Trotzdem kann ich immer wieder eine Runde pennen gehen, bis sich eine Seite aufbaut :-)

Und dit liecht nu nich an meiner Technik, wa?
weinsztein schrieb am 25.01.2012 um 00:49
Es hilft, die Seite gelegentlich per F5 zu aktualisieren.
Georg von Grote schrieb am 25.01.2012 um 02:23
F5 hilft mir da gar nicht, denn mein Browser-Spähtrupp elimmiert so nen Kokolores schon im Vorfeld.

Aber probier doch mal alt + F4, Das bereinigt manchmal :-)
Fro schrieb am 24.01.2012 um 14:09
Gute Sache. Hier einige Gedanken zum Thema:

„Verzahnung“ - Letztlich geht es um Austausch von Informationen, Sichtweisen/Ansichten, begründete Wertungen und Wünschen.

Ein Austausch findet statt:

..wenn Redakteure die Beiträge und Kommentare der Blogger lesen (zu Themen, die sie interessieren) - und Blogger die Beiträge der Redakteure.

…wenn Beiträge ergänzend oder korrigierend kommentiert werden.

...wenn Redakteure das Wissen der Community nutzen bzw abrufen, falls sie zu einem Thema schreiben wollen. Das kann als Frage an die gesamte Community geschehen: Was wisst ihr, was meint ihr? (Gute Aktion von JA zu BILD/Wulff) Oder intern bei bekannten Fachleuten der FC. Wäre natürlich nur fair, wenn das am Ende des Redaktions-Artikels vermerkt wäre.

...wenn Blogger redaktionelle Artikel anregen

...wenn konstruktive (wohlwollende) Kritik (am Ganzen und Teilen) geübt wird – da sollte Niemand ausgeklammert sein, auch nicht die Moderation.

…..

Der Bereich der Community müsste m.E. weiterhin ein Raum der Freiheit sein, in dem auch Experimentelles und Anarchisches seinen Platz haben muss - das wirkt inspirierend auch auf den Print-Freitag.

Interne Diskussionen könnte man allerdings in einen - nur für Eingeloggte sichtbaren - Bereich verlagern - aus Lesersicht sind die wahrscheinlich nicht so attraktiv.

Generierung von Print-Texten: Hier werden viele gute Blogs geschrieben, die zeitungstauglich wären, wenn man sie nur etwas redaktionell überarbeiten würde...
Auch gibt es viele Fachleute von denen man einen Beitrag (ev. auch mit Vorgaben) anfragen könnte.. Direkte Zusammenarbeit zwischen Red. und Blogger..

Wozu es Vertretungsorgane braucht, ist für mich nicht nachvollziehbar, und halte ich auch – wie viele andere Vorschreiber auch – für problematisch (siehe auch weinsztein).

Es geht hier m.E. ausschließlich um Informationsaustausch und Herausfilterung dessen, was schlau und nützlich ist - um gegenseitige Hilfe - und um Inspiration.

Und natürlich geht es für alle Beteiligten auch um das Vergnügen – ohne dem läuft gar nichts.
paulart schrieb am 24.01.2012 um 16:06
Zunächst einmal Dank an Jakob Augstein für seinen "ersten Überblick"!

Ich lese da aber - eher zwischen den Zeilen - nach wie vor ein wenig Skepsis. Es ist halt schwierig, Worte nicht auf die Goldwaage zu legen, aber doch zugleich "sensibel" mit der Sprache umzugehen.

Online scheint mir eher ein Medium für's Kürzere und Knappere. Print hingegen kann sich auch das Ausleuchten - das Hinterfragen - eines Problems in größerem Umfang widmen. Es muss ja nicht zwangsläufig, wie zwischen Giovanni di Lorenzo und Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg, zu einem Wiederauferstehungs-Willkommensgruß kommen.

"Wer sich selbst und andere kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen."

So beschrieb es Goethe in "West-Östlicher Divan".

Ist Loriot nun ein Brandenburger? Oder doch eher ein Bayer? Oder gar ein Nordlicht? Ist das nicht eigentlich wunderbar egal?

Lasst uns diskutieren! Mit Schärfe, aber ohne Häme. Mit Humor, aber nie lächerlich.
Columbus schrieb am 24.01.2012 um 18:42
Mit Humor möchte ich widersprechen. Print sieht nach viel Text aus, ist aber meist viel weniger! Der Platz für Texte ist immer zu knapp. Die Verdichtung, manches Mal um den Preis der Verständlichkeit und der Vollständigkeit der Argumentation, eine hohe und sehr professionelle Kunst (Redaktionsarbeit).

Daher auch das Spiel, der Ausweich der letzten Jahrzehnte, hin zum Glossismus und Kolumnismus und zum Meinungsjournalismus im Print, was schneller, täglich und beliebig produzierbar ist, auch mehr Reaktion, positiv, wie negativ, hervor bringt und die Identifikation oder Ablehnung fördert.

Blogger machen das nach und es endet dann in solch´ schlichen Statements, wie "Ich mag ihn/sie.", "Er/Sie hat die Haare schön.", "Er trägt die bessere Krawatte und weiß mit Manschettenknöpfen noch was anzufangen.", pp.

Das ist alles ist irgendwie legitim, aber es begründet keine Vor - oder Nachteile unterschiedlicher Medien und transportiert keine Information und keine ausgefeilten Argumente.

Aber bitte, die leisen Klagen, die alles treffen, was mehr als 5000 Zeichen hat, die ziehen sich, lieber Paulart, Online und fürs Print-Gewerb,e deutlich hörbar durch die Kommentare oder die Journalisten klagen selbst darüber.

Das liegt auch an dem immer noch völlig unangefochtenen Leitmedium TV, dessen Bildwelt Vielfalt und Tiefe vorgaukelt, dessen Medialität aber hohe Redundanz und geringe Tiefe, weil sonst die Aufnahmefähigkeit für das linear ablaufende Programm zu schnell erschöpft ist, geradezu erzwingt. Einige wenige Spartenkanäle und Programmprojekte durchbrechen das, -der dF kooperiert z.B. nun mit ARTE-, aber um den Preis, eben nun nur noch für kleinere Interessentenkreise zu produzieren.

Das Vertrauen zw. Red.und einer Community, bzw. jenen Teilen, die nicht grundsätzlich gegen die Zeitung und gegen die Professionalität der Redaktion anschreiben, muss behutsam wachsen. Und umgekehrt muss behutsam Vertrauen aufgebaut werden, dass dFCler die da vor Ort mit der Red. wirken, nicht als Egomanen auftreten, sondern sich wahrhaft irgendwie links, nämlich als stellvertetend für die Vielen, präsentieren.

Dazu gehört, ich predige das, auch eine gewisse Loyalität in der Nähe zur Red., die kommen wird, nämlich nicht auf dem öffentlichen Marktplatz spazieren zu gehen und trotzdem, Stück für Stück, mehr dFC in den dF einzubauen.

Der dF ist klitzeklein gegenüber den Mitbewerbern und geht mit neuen Ideen auch ein hohes Risiko. Ich bewundere und schätze das.

Ansonsten, ihr Schlusssatz, das ist das schöne Ziel.

LG
Christoph Leusch
memyselfandi schrieb am 24.01.2012 um 20:12
@Columbus:
Dass Sie den Freitag spitze finden haben inzwischen alle verstanden.

Aber wenn Sie solche Dinge sagen wie, der Freitag würde durch die Kooperation mit arte nur noch einem kleineren Publikum zugänglich sein ist das schlicht und einfach falsch, und ich wünschte mir Sie würden... das sage ich jetzt nicht wegen Nettiketti. Der Freitag erweitert sich dadurch eher.
TV ist, nebenbei, das Medium, wenn es um viele zu Erreichende geht, daher werben auch Prints im TV, so flach das TV auch sein mag. Und diese Spartenkanäle sind bewusst auf ein kleineres Publikum ausgelegt.
Und zum Risiko, dass der Freitag eingeht, was hat er denn sonst für Chancen auf dem Print-Markt?

Ich persönlich finde da manch humorvolle banale Kommentare besser als falsche Behauptungen, so hat eben jeder sein Päckchen zu tragen.

Und würden Sie bitte erläutern, warum der Text im Print wegen TV kleiner wird? Das würde die von Ihnen ausgerufene Klarheit in den eigenen Kommentaren deutlich fördern.

paulart hat völlig recht, online ist das schnellere und flüchtigere Medium, auch das Leseverhalten ist anders, die Augen werden anders beansprucht. Daher, und nicht nur daher, macht es wenig Sinn auf Gebrechen online-Texte ins Print aufzunehmen, es sei denn, sie bereichern das Print und dienen dazu, die Zielgruppe zu befriedigen.
Auch wenn sich dadurch der ein oder andere Blogger schon als waschechter Journalist empfindet.
memyselfandi schrieb am 24.01.2012 um 20:12
@Columbus:
Dass Sie den Freitag spitze finden haben inzwischen alle verstanden.

Aber wenn Sie solche Dinge sagen wie, der Freitag würde durch die Kooperation mit arte nur noch einem kleineren Publikum zugänglich sein ist das schlicht und einfach falsch, und ich wünschte mir Sie würden... das sage ich jetzt nicht wegen Nettiketti. Der Freitag erweitert sich dadurch eher.
TV ist, nebenbei, das Medium, wenn es um viele zu Erreichende geht, daher werben auch Prints im TV, so flach das TV auch sein mag. Und diese Spartenkanäle sind bewusst auf ein kleineres Publikum ausgelegt.
Und zum Risiko, dass der Freitag eingeht, was hat er denn sonst für Chancen auf dem Print-Markt?

Ich persönlich finde da manch humorvolle banale Kommentare besser als falsche Behauptungen, so hat eben jeder sein Päckchen zu tragen.

Und würden Sie bitte erläutern, warum der Text im Print wegen TV kleiner wird? Das würde die von Ihnen ausgerufene Klarheit in den eigenen Kommentaren deutlich fördern.

paulart hat völlig recht, online ist das schnellere und flüchtigere Medium, auch das Leseverhalten ist anders, die Augen werden anders beansprucht. Daher, und nicht nur daher, macht es wenig Sinn auf Gebrechen online-Texte ins Print aufzunehmen, es sei denn, sie bereichern das Print und dienen dazu, die Zielgruppe zu befriedigen.
Auch wenn sich dadurch der ein oder andere Blogger schon als waschechter Journalist empfindet.
Free World schrieb am 24.01.2012 um 20:24
@columbus

ich gehe an sich beim dF davon aus, dass er ohnehin per. zielgruppe die funktion hat "für kleinere Interessentenkreise zu produzieren". ob das nun in kooperation mit ARTE passiert oder per print erscheint mir nicht wesentlich. diese funktion zu überwinden, hiesse sich thematisch zu verbreitern, in sachen meinung sich zur sogenannten politischen mitte hin zu bewegen also das irgendwie zu konkretisieren.

andersrum wird an sich ein schuh daraus. eine printausgabe im wochenrhytmus kann sich bei der bestehenden zielgruppe tiefe leisten - muss sie vielleicht sogar, wegen dem anspruch. will man papierkosten sparen könnte man sich auf andere / zusätzliche formen vorstellen. warum nicht zB die ergebnisse von zusammenarbeiten mit ARTE oder Phönix auf CD pressen und zumindest dem abo-kunden als print plug-in zu schenken. also monats CD mit redaktioneller arbeit vom dFR als intro.

falls es das aktuell bereits gibt erkennt man jetzt den nicht abo leser. .)

~~~

warum muss die oder ein teil der dFC vor ort sein? mir erscheint es (fast) anachronistisch, dass die virtuelle dFC körperlich present sein soll oder sogar muss.

per vorstellung sorgen solche konstrukte dFR, dFC vor ort (als schnittstelle) und dFC irgendwie alle anderen für genau das, was weiter oben schon weinzstein beschrieb. es bilden sich quasi politische richtungen, die sich je nach gefühlter oder realer nicht representanz irgendwann verabschieden.

sinnvoller ggf. auch ehrlicher erscheint mir ein ansatz, der eine stelle schafft als teil der dFR, die im vorfeld eine handvoll themen ans schwarze brett festlegt, wo der dF in der übernächsten ausgabe die dFC beteiligen will und um ordentlich ausformulierte beiträge mit quellenangaben und querverweise nachfragt. die klare trennung dFR und dFC bleibt erhalten, die dFC muss sich nicht selber organisieren, was ich bei der vielfalt ohne zwietracht für unmöglich halte und last but least, die dFR entscheidet über die ausrichtung, was "irgendwie" sein soll und auch ihre aufgabe ist.
Columbus schrieb am 24.01.2012 um 20:25
ad memyselfandi schrieb am 24.01.2012 um 20:12
So war es von mir nicht gemeint! -Eben von mir schlecht formuliert, wenn Sie es so verstanden haben.

Der dF erweitert sich damit positiv, aber Arte bleibt ein Minoritätenprogramm, der dF vertrüge mehr Abos und mehr Gelegenheitskäufer. Nichts gegen Arte, also auch nichts gegen die Coop. Der dF profitiert ja auch vom Guardian und von der Coop. mit den Kleinverlagen und von seiner Beteiligung an Medientagen, sowie an dem TV-Phoenix aus der Asche, etc.

Was den Platz angeht. Sie können gerne einmal den Versuch machen. Senden Sie was ein oder fragen Sie an, wieviele Zeichen gestattet sind. Das Erstaunen ist groß und notwendig, wie sehr Sie dann eindampfen müssen. - Altes Leid der Journalismus. Es hängt immer zu viel Text herum und plötzlich muss Text hin, wo man ihn ursprünglich gar nicht hatte und wollte. Dann wird geflickt.

LG
Christoph Leusch
Columbus schrieb am 24.01.2012 um 20:44
ad Free World schrieb am 24.01.2012 um 20:24:

Guter Vorschlag, Free World, der so auch schon in der Debatte um "Wir müssen...", besser, "Wir wollen...", auftauchte, wohl dort auch gelistet ist. Gerade da ist dann das gegenseitige Vertrauen ganz wichtig.

Der Vorab Red.-Plan, zu Themen und Schwerpunkten, er brächte noch mehr lesens- und druckenswerte Texte aus der dFC in den dF, nebenbei auch hier Online!

Warum auch Print-dFC?
Weil das doch ein Bestandteil ist, den sich bisher keine andere Zeitung überhaupt richtig anschaut und auch nicht recht traut!

Der "Druck-Körper" ist das sensitive Element. Schauen Sie bei Michael Angele, warum der so gerne schwarze Fingerkuppen hat und was es mit der speziellen Ästhetik auf sich hat. Da sollte auch die dFC, behutsam eben und genau mit ihrer Auswahl-Methode (durch die Red.!), vorkommen.

Was hier gut geht, das ist Diskussion, auch längerer Text, andere Medien einbinden, selbst einmal ein Foto oder einen Clip produzieren und hier einbringen. Dann natürlich das klügere C&P, etc.

Übrigens, kleine literarische Formen, die wären doch leicht in den dF integrierbar. Dafür findet sich immer noch ein Platz.

LG
Christoph Leusch
Free World schrieb am 24.01.2012 um 21:06
bekommt man irgendwann ein funktion, die es ermöglicht, zeitlich begrenzt, seine beiträge zu editieren?
Columbus schrieb am 24.01.2012 um 21:15
Beiträge, d.h. in diesem Falle, Kommentare editieren. - Die Blogs können ja sogar von ihren Erstellern gelöscht/depubliziert werden.

Das steht wohl auch als Vorschlag in der langen Liste. Ob das kommt?- Fragezeichen. Gut wäre es.

Grüße
C. Leusch
keiner schrieb am 24.01.2012 um 21:50
Editieren finde ich auch ‘ne gute Idee, und meines Erachtens geht das auch schon jetzt innerhalb der bestehenden Regeln:

Wenn der Verfasser eines Blogs, sozusagen als Vorbemerkung, auf seine Absicht, das zu tun, hinweist und gleichzeitig diejenigen Kommentatoren, die damit einverstanden sind, darum bittet, in dem jeweiligen Kommentar ihre Zustimmung zu erklären - etwa kurz: kann zwecks Editierung kopiert werden (eine Generalvorbemerkung etwa des Inhalts ‘wenn Sie hier kommentieren ... erklären Sie sich einverstanden’ würde dagegen die Rechte derer beschneiden, die das nicht wollen) - und der Verfasser könnte seinen Artikel zusammen mit den ausgewählten und kopierten Kommentaren als neuen Beitrag, Version 2.0 oder so, noch einmal veröffentlichen. Der alte bräuchte noch nicht einmal entfernt zu werden, und Kommentoren, die sich zensiert fühlen, könnten, wenn sie wollen, diesen neuen thread auch wieder kommentieren.

Das wäre so eine Art Aussieben, wie es auch neulich bei der Medien-Wulff Diskussion in der Print-Ausgabe erfolgt ist, nur dass es sich quasi um eine Selbstoptimierung und nicht um eine Redigierung seitens der Zeitungsmacher kurz vor Redaktionsschluss handeln müsste.

Wobei auch dagegen nicht viel spricht, sie hätten dann allerdings vielleicht besseres Ausgangsmaterial...
paulart schrieb am 26.01.2012 um 17:57
@ Columbus
Lieber Christoph Leusch,
wir wollen hier niemanden langweilen. Und deshalb kurz und bündig: Ihre Anmerkungen sind richtig!
Nur en detail hört das absolute Gehör besser als das gute. Aber - und das will ich auch gar nicht dementieren - dieser "kleine Unterschied" ist letztendlich eben doch "gewaltig"!

Früher, als man bei der Zeit noch auf die Hofberichterstattung und den "redaktionsinternen Verfassungsschutz" verzichtete, schrieb man dort "so lang, bis alles untergebracht war". Heute nun nickt Joffe (im Fernsehen) schon zustimmend mit dem Kopf, wenn "Großburgwedel" sich zur "Provinzhauptstadt" erklärt. Gesehen während der ZEIT-Matinée "Wulff/Joffe". Und wie der Nachname es zeigt... das können beide aus dem ff!

Mir ist hier übrigens nicht das "irgendwie links" wichtig. Im Gegenteil - das "irgendwie" gefällt mir gar nicht! Mir sind die Hummeln im Ar... wichtig! Lebendigkeit, Leichtigkeit, Lockerheit! Witz! Charme! Humor! Aber nie Überheblichkeit oder ausschliessliche Häme!
SuzieQ schrieb am 24.01.2012 um 22:18
Die Idee Print und Netz zu verbinden, war vor 3 Jahren innovativ, zumindest in dieser Freitags-Verknüpfung,
es liest sich als solle diese Verknüpfung intensiviert werden.

Der Print wird aber viel schneller als gedacht, gewünscht, erhofft, ein old-fashioned Medium, soll heißen:
Wer, ob als Wochen-, Monats- und erst recht als Tageszeitung, Leser finden und halten will, muss sich aufs Netz konzentrieren, und ich finde den Gedankengang 'Einen zweiseitigen papiernen Appetizer drucken, um die Leser ins Netz zu holen' (aus dem Gedächtnis, von Streifzug geäußert), als den, der am Puls der Zeit liegt.
Und in dieser Richtung innovativ sein und kreativ werden, halte ich für spannender als zurückzublicken oder auf der Stelle zu organisieren.
Nicht jeder Journalist wird Blogger, aber viele Blogger werden Journalisten sein, allein die jetzt schon gegebenen Möglichkeiten im Netz sprengen jede des Print.
Und rein aus Haptikgründen kauf ich keine Zeitung.
Georg von Grote schrieb am 24.01.2012 um 22:37
Nur aus Gründen der Haptik? Oder keine Lust auf Druckerschwärze an den Fingern? Formate von Printausgaben kann man auch verkleinern ohne dadurch den Inhalt zu schmälern.
Okay, bei Wind auf der Parkbank eine SZ zu lesen erfordert einige Geschicklichkeit oder auch in einer vollbesetzten U-Bahn.
Aber ich bleib dabei, die Printausgabe ist für mich nach wie vor die Champions-Leage, online höchstens die Bundesliga.
SuzieQ schrieb am 25.01.2012 um 01:08
Wenn ich vergleiche:
'37.000' Zeitungen online lesen zu können, zum Laden zu laufen (in meinem Lieblingskiosk hieß es, der Freitag wird seit 2010 nicht mehr geliefert, ich lebe in der dF-Diaspora) oder per Abo abwarten zu müssen, wann der Briefträger die Zeitung bringt, wofür entscheide ich mich?
Online noch dazu: immer und überall

Wobei eine Wochenzeitung der Aktualität hinterherläuft, wenn sie nicht hochkreative Köpfe beherbergt, die 'riechen', was nächste Woche aktuell sein wird.

@ Georg
Da ist doch viel Nostalgie-Transport,

gestern ein Buch gekauft, ja, ein richtiges, echtes Buch aus Papier, von der Folie befreit, vorsichtig geöffnet, es roch nach Druckerschwärze.
Nach den ersten Blicken gedacht, viel Papierverschwendung, diese 132 Seiten Text hätte man auf 50 Seiten komprimieren können, so viel freies Blatt war da.
Antiquiert. Obwohl brandneu.
Georg von Grote schrieb am 25.01.2012 um 01:24
Antiquiert?

Die subjektiv gefühlte Verschwendung von Papier oder der Text?

Und ich gestehe, in manchen Dingen bin ich noch nostalgisch. Sehe ich aber auch als Vorrecht meines Alters.
Columbus schrieb am 25.01.2012 um 01:25
ad SuzieQ schrieb am 24.01.2012 um 22:18:

Der Tod der Zeitungen, also der direkten Konkurrenten unseres kleinen Lichtblicks, wurde schon oft vorher gesagt und trat dennoch nicht ein. Wenn Herr Augstein überhaupt was am dF verdient, dann geht das auch über Print.

Die ZEIT steht glänzend da, die Gründe liegen nicht gerade auf der Seite des Text-Journalismus, sondern beim Meinen, bei Kampagnen und mehr Boulevard. Die FAS kommt proper über die Runden und z.B. die Wissenschaftsseiten dort sind derzeit Online gar nicht vernünftig abbildbar. Gleiches gilt doch auch für Diagramme, Schemata, Kunst, Comic, Karrikatur, Fotostrecken, die gedruckt einfach besser eingebunden wirken. - Dabei hätten gerade Fotos einen großen Vorteil Online, weil deren Dynamikumfang und Farbwertumfang besser erhalten werden kann, als auf dem dünnen Druckpapier.

Eingedampft sind Rheinischer Merkur und Christ und Welt, die nun Einleger bei der ZEIT spielen.

Tageszeitungen und Regionalzeitungen leiden und manches Mal wird ihnen leichtfertig unterstellt, die Redaktion sei im Griff des Verlegers. Aktuell ist das bei der Frankfurter Rundschau so, die in 2010 +2011 Sternstunden des investigativen Journalismus ablieferte und sich als eine der wenigen Zeitungen mit klarer Wächterfunktion erwies. Gegen den gleichgeschalteten HR, gegen die tröge Konkurrenz. Es nutzte ihr nicht. Warum?

Das mit den druckerschwarzen Fingern ist natürlich nur ein schönes Bild Herrn Angeles, aber Online, sofern man nicht wirklich gut digital aufgerüstet ist, liest es sich linear, nicht verbunden, da fällt das Blättern schwer, auch die unterschiedlichen Leseabstände für Überblick und Vertiefung bekommt Man(n) nicht hin. Sorry, klingt nach Steinzeit, ist aber ist bei mir so.

Ich merke, ich lese häufiger nicht noch einmal weiter vorn, helfe meinem Verständnis nicht mehr so oft durchs Mehrfachlesen und oftmals passen mir die vielen verknüpften Medieninhalte nicht recht zusammen, bin ich Online. Eine Zeitung, auch ein gutes Buch, das sind bis in die letzte Ecke gestaltete Formen.

In der Tendenz haben Sie Recht und der Weg zu mehr Online kommt schon. In dieser Beziehung ist der dF dann aber gut aufgestellt, wenn er in alle Richtungen durchlässig ist.

Der nächste, konsequente Schritt aus ihrer Prognose wäre dann ein Bezahlabo für dF-Online.

LG und gute Nacht
Christoph Leusch
SuzieQ schrieb am 25.01.2012 um 01:39
Lieber Columbus,

"Wenn Herr Augstein überhaupt was am dF verdient, dann geht das auch über Print.
und
Der nächste, konsequente Schritt aus ihrer Prognose wäre dann ein Bezahlabo für dF-Online."

Und wenn das zweite das erste trägt?

Wir leben im 'Schnellschnell-Zeitalter', will ich innovativ sein, muss ich den berühmten ersten Schritt tun, bevor die Anderen ihn auch nur denken.

Umsonst ist nur der Tod, natürlich muss ein Online-Angebot nicht kostenlos sein.
Blättern brauche ich nicht. Wir haben ein Stadt-Magazin, eben auch online, da kann man komplett lesen, mit Umblättern und dem entsprechenden Geräusch dazu, fand ich amüsant, so ne Art 'Konzession'.

Zukunftsorientiert ist das Schlagwort.

@ Georg

Nostalgie als Vorrecht des Alters?
Die Weisheit des Alters sagt einem doch, dass erstens alles anders kommt als man zweitens denkt.
SuzieQ schrieb am 25.01.2012 um 01:55
Was im dF begonnen wurde mit den Themen Wulff und die bösen Medien, mit dem Draufspringen auf den Internet-Zug Kritik am Schlossparktheater, dem Aufnehmen des Zugpferdes 'Dschungelcamp' und dem desatrösen 'Es war einmal ein Kutschikutschi-Kapitän', ist mir persönlich zu viel Boulevard oder auch mainstream.

Ich wage jetzt eine Behauptung:
Damit 'kaufe' ich Leser, also reine Zahlen, das kann übrigens so gut wie jeder. Wenn ich darauf zurückgreife, bzw. im Fall dF darauf hinziele, stehts arg mau, denn es bedeutet Quantität geht allemal vor Qualität.
Wenn sich Qualität nicht verkauft, darf ich aber nicht 'abrutschen', sondern muss sie attraktiver machen.
Und da kann man sich etwas abschauen bei den Monats-Publikationen, sie sind nicht tagesaktuell aber interessant, sie haben ihre Abo-Leser.

Es gibt viel zu tun, lassen wir nicht alles in bewährten Schuhen laufen.
Lauflernschuhe bieten die Blogger an.
Georg von Grote schrieb am 25.01.2012 um 02:10
Naja Suzie,

im Alter darf man sich doch auch mal ein wenig Luxus gönnen, auch wenn der Nostalgie heißt :-)

Aber habe ich Dich heute eigentlich schon begrüßt, wie es sich gehört?. Nee oder, aber holen wir nach.



Das hast nun von Deinem nick :-)
SuzieQ schrieb am 25.01.2012 um 02:27
"Das hast nun von Deinem nick :-)"

Das freut mich, ganz besonders, weil ich mich nicht 'Die Wildecker Herzbuben' genannt habe....

Ich möchte den Satz umformulieren, denn:

Das hast nun, Georg, von meinem nick ;-)
glaub mir, ich kenn jede Version, natürlich erst seit heute ; )
Georg von Grote schrieb am 25.01.2012 um 02:31
Lach! Wenn mir diese Versionen ausgehen, kann ich ja noch auf Suzie Quattro zurückgreifen :-)
Georg von Grote schrieb am 25.01.2012 um 02:36
Aber ich lade Dich auch gerne in die Freitag-Kommune ein. Ist gerade eine Matratze frei geworden :-)

www.freitag.de/community/blogs/georg-von-grote/der-freitag---die-kommune-3
Free World schrieb am 25.01.2012 um 08:33
ob man via print - eher flyer, bei zwei seiten - leser ins internet zieht oder umgekehrt via internet ein offline-paper mit vielen seiten ist kaum von belang, wenn die tendentiell zu erreichende masse numerisch nicht grösser wird.

will man mehr leser (m/w), so muss man am inhalt arbeiten. in der richtung und/oder breite. im ergebnis eben mehr mainstream bis zum boulevard.

und dann gibt es da noch die werbeeinnahmen... auflage, klicks - wo gibt es mehr und dies zudem nachhaltig?
memyselfandi schrieb am 25.01.2012 um 18:07
Neenee, Herr Leusch, das mit der ZEIT haut wieder nicht hin, oder anders gefragt: Woher wissen Sie warum die ZEIT gut dasteht?
Obs Ihnen passt oder nicht, die ZEIT verkauft sich nicht wegen Boulevard gut, sondern weil die Leser die Qualität schätzen. Und wenn Sie den Gedankengang weiter denken würden, das tue ich für Sie, dann hieße das Der freitag müsste nun boulevardesker werden, was beim Freitag schon ein grober Fehler wäre, denn er versteht sich und die Leser verstehen Ihn als politisches Medium, nicht nur, aber auch.
Wo nehmen Sie immer nur diese Dinge her?

Und zu oben genannter Frage des Zeitgeistes, insgesamt "kränkelt" der Journalismus, in diesem Kontext muss man auch den Freitag einordnen. Trotzdem muss man aber auch darüber nachdenken, warum der Freitag nicht da steht wo er stehen könnte. Er hat mit der Online-Verzahnung einiges geleistet, aber alleine das reicht nicht, dazu geht alles zu schnell, genauso wenig reicht das gute Layout, denn Leser, von mir kann man sie spießig nennen, hätten gerade vom Freitag mehr Wumms, mehr Brisanz, mehr Profil. Und ich meine, das meine ich nicht böse, es gab schon oft schwächelnde Wochenthemen und zu oft Ideologie, auch wenn Augstein sagt, damit kann man keinen Blumentopf gewinnen.
Vielleicht sollten sich die Redakteure fragen für wen sie schreiben und für wen sie schreiben wollen, aus dem Irgendwie mehr Profil machen. Daran kränkelt meiner Meinung nach der Freitag auch.
memyselfandi schrieb am 25.01.2012 um 20:25
Auch nach der Lektüre des Protokolls von Popkontext habe ich noch Fragen, schlimmer noch, es sind immer noch dieselben Fragen, und es sind sogar noch mehr geworden.

Was genau versprechen sich die teilnehmenden Blogger davon? Was wollen sie genau verbessern? Wollen Sie etwas verbessern oder einfach weiter reinschnüffeln? Geht es um mehr Bloggermacht? Was sind denn jetzt die dringenden Wünsche, die sich auch mit denen der Redaktion schneiden?

Was will die Redaktion, was verspricht sie sich? Hat sie etwa im Sinn den Online-Auftritt zu optmimieren, um mehr Leser zu bekommen (das hätte ja fast so etwas wie Konzept)?

Ich dachte so nach dem dritten Treffen ginge es langsam mal um die Wurst. Stattdessen redet einer von einem Gremium, das halte ich für kontraproduktiv, schon alleine deswegen, weil der Streit dann noch größer wird und damit die Freiheit der FC flöten geht. Ein anderer redet von einem Workshop, heidanei, das hier ist doch keine ABM-Maßnahme, hier gehts doch um was größeres.

Als abschließende Frage noch diese: Zieht man die Egos, Eitelkeiten, Besserwissereien, das Kabbeln um das sagenumwobene Protokoll von diesem ganzen Spektakel ab, was bleibt da?

Lieber Freitag... ???
SuzieQ schrieb am 25.01.2012 um 20:42
@ memyselfandi

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Jakob Augstein
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