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Liebe Leser,
am 20. Januar 2012 findet der nächste Freitag Salon im Maxim Gorki Theater Berlin statt.
Mit Sahra Wagenknecht möchte ich da über die Frage sprechen, warum die Wut und das Unbehagen der Bürger über die Auswirkungen der Finanzkrise sich nicht in der offiziellen Wirtschafts- oder Sozialpolitik niedergeschlagen hat. Natürlich interessiert mich hier auch die Frage, wie die Linken es sich erklären, dass die Wähler sich nicht um sie scharen. Und was möchten Sie gerne von Sahra Wagenknecht erfahren?
Über Ihre Anregungen und Fragen freue ich mich, wie immer, sehr!
Viele Grüße
JA
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Ich bewundere an der Wagenknecht, dass sie in Talkshows so ruhig, konzentriert und sachbezogen argumentiert. Wie gelingt ihr das?
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Weil sie halt ruhig, konzentriert und sachbezogen ist :D
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schrieb am
16.12.2011 um 16:48
Richtig, denn wenn sie nicht so ruhig, konzentriert und sachbezogen wäre, könnte sie nicht so ruhig und sachbezogen argumentieren. :-(
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schrieb am
16.12.2011 um 16:51
Richtig, denn wenn sie nicht so ruhig, konzentriert und sachbezogen wäre, könnte sie nicht so ruhig und sachbezogen argumentieren. :-(
" Natürlich interessiert mich hier auch die Frage, wie die Linken es sich erklären, dass die Wähler sich nicht um sie scharen." Wenn sie darauf antworten sollte, ehrlich und aufrichtig, müßte sie Wählerbeschimpfung betreiben. Wer kann so etwaa von ihr verlangen. |
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Koslowski: Ich bewundere es nicht, ich finde sie extrem unentspannt. Mir wäre eine gelassenere (Leutheusser- Schnarrenberger), aber auch gerne emotionalere (Claudia Roth), ebenso gerne eine spitzfindigere (Thea Dorn) oder bodenständigere (Ilse Aigner) Performance lieber. Wagenknecht erinnert mich an Zwang und grau-olivgrüne Personalleiterinnen-Jackets. Ich weiß, das entsteht aus Unglück und sie kann nichts dafür. Trotzdem seh ichs lieber, wenn Frauen glücklicher sind, wenn sie etwas schaffen.
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Performance?
Ich bitte Sie, Zeitwechslerin, dann stehen Sie also eher auf Attitüden und deren Darstellungen, statt auf Präsenz? |
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Auch dieser Beitrag ist nicht ohne.
Systemdebatte Begrenzt die private Wirtschaftsmacht! Der Einfluss von Banken und Firmen ist zu groß geworden. Zeit, den Liberalismus wieder ernst zu nehmen: Eigentum sollte nur durch Arbeit entstehen. www.zeit.de/wirtschaft/2011-12/wagenknecht-kapitalismus?commentstart=65#comments |
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"Natürlich interessiert mich hier auch die Frage, wie die Linken es sich erklären, dass die Wähler sich nicht um sie scharen."
Interessiert mich auch. Sie hat da mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, Sie könnte sagen die große Masse hat es eben noch nicht kapiert, oder Sie könnte sagen, dass es den meisten Deutschen noch zu gut geht um an anderen Wegen interessiert zu sein, vielleicht räumt sie sogar ein, dass auch ein Körnchen auf Die Linke selber geht. Jedenfalls wäre es schön, wenn es eine Art Zusammenfassung gibt, ich denke es werden viele kommen. Falls die Frage dann überhaupt gestellt wird. |
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Natürlich interessiert mich hier auch die Frage, wie die Linken es sich erklären, dass die Wähler sich nicht um sie scharen.
Die WählerInnen werden vornehmlich informiert durch die Tagesschau, heute-journal, Bild- und Heimatzeitungen. Was dort steht, wenn überhaupt, ist meist nicht sehr freundlich gegenüber der Partei Die Linke. Ob zu Recht oder zu Unrecht, sei mal dahingestellt. Daraus ergibt sich die Frage an Sahra Wagenknecht, ob sie die Rolle der bundesdeutschen Medien so einschätzt, dass diese sich entscheidend negativ auf die Wahrnehmung ihrer Partei auswirken. |
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Ganz so ist es nicht, wenn es um Inhaltliches geht, es sei denn Sie, Achtermann, gehen davon aus, dass alle, die bisher Die Linke nicht wählten dies aus "persönlichen" Gründen taten, d.h. weil ihnen die Nase vom Gysi oder das Haar vom Lafontaine nicht gefällt.
Da es aber um eine Sysemkritik geht und nicht um Beliebtheitspunkte ist die Frage von Augstein sehr richtig und wichtig, denn Die Linke bzw. Wagenknecht sagt ja nichts ganz Verkehrtes, wieso kann Die Linke dann aber nicht im größeren Umfang punkten (und jetzt bitte nicht sagen, weil alle außer Der Linken dumm und ignorant sind, auch wenn diese Erklärung Dinge vereinfacht). Und 2., es gibt noch mehr Medien als die von Ihnen aufgeführten, in denen Wagenknecht auftritt. |
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"Natürlich interessiert mich hier auch die Frage, wie die Linken es sich erklären, dass die Wähler sich nicht um sie scharen."
Der Mittelstand und die Oberschicht haben kein Interesse daran, etwas von ihrem Wohlstand abzugeben und ihre Pfründe zu verlieren, der Rest kann die Gedankengebäude der Linken intelektuell nicht durchdringen. |
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Zu welcher "Schicht" gehören denn Gysi und Wagenknecht?
Das ist genau die Antwort, die ich erwartet habe. DIE Mittelschicht, DIE Oberschicht, also alle? Und alle der anderen Schichten wählen Die Linke? Ich kann ja nachvollziehen, warum man sich solche Erklärungen herbei redet, aber dann muss man sich entscheiden, ob man wirklich was erreichen will oder sich nur lebenslang dem Kampf gegen die Dummen (also alle anderen) widmet und sich damit selbst in die Außenseiterlage begibt, um als intelligenter "Märtyrer" loszulegen. Sorry, aber wie man mit Nichtdifferenzierung anderen Plumpheit vorwerfen kann und etwas erreichen will ist mir fraglich. |
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Ach so, gibt es eigentlich noch Audio-Mitschnitte?
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@memyselfandi
...es gibt noch mehr Medien als die von Ihnen aufgeführten, in denen Wagenknecht auftritt. Richtig. Deshalb schrieb ich auch: Die WählerInnen werden vornehmlich informiert durch die Tagesschau, heute-journal, Bild- und Heimatzeitungen. |
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Der Mittelstand und die Oberschicht sind, um bei @ Achtermann eine Anleihe zu machen, - Tagesschau. Resp. ist sie deren Abbild.
15 Minuten Tagesschau = 5 Min. Bördengedönse + 5 Min. Sportgedönse + 5 Min. Vermischtes als Polit-Boulevard. |
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17:35 ging an @ sisindi 16.12.2011 um 18:18
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Ich wohne in Bayern in einem erzkonservativen Umfeld, in der die Linken überhaupt keine Rolle spielen. Da haben sie deshalb keine Chance, weil sie kommunalpolitisch überhaupt nicht präsent sind.
Zum Thema der Linken auf Bundesebene wäre folgendes zu sagen: - die Linken vermitteln nach außen den Eindruck der Zerstrittenheit. Das mag der Normalbürger nicht, er will Harmonie. - die Linken gelten als antieuropäisch, weil sie sich gegen die Rettungsschirme ausgesprochen haben. Die Begründung, warum sie dagegen gestimmt haben, war mir zwar einleuchtend, aber nicht dem Normalbürger, der absichtlich medial verblödet wird. - der Hauptgrund, warum die Linken aber keinen Erfolg haben, sind die aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland, die im europäischen Vergleich ganz gut aussehen, insbesondere was die Arbeitslosigkeit betrifft. - Diejenigen, die in Deutschland zu den "Verlierern" gehören, haben keine Lobby, die sie wirksam nach außen vertritt und die Linken vermitteln aufgrund ihrer mangelnden Geschlossenheit nicht den Eindruck, dass sie hinter sich das wachsende Prekariat und den erodierenden Mittelstand versammeln könnten. - Zu Frau Wagenknecht noch ein Wort: Sie wirkt in der Tat ruhig und sachlich. Was ihr fehlt ist diese flammende Überzeugungskraft, die die Leute von den Sitzen reißt. Ihr Auftritt ist doch mehr als schaumgebremst bzw. extrem kontrolliert. Lafontaine und Gysi sind schon ein anderes Kaliber, das ist insgesamt aber zu wenig. - Es ist doch ein Kreuz mit den Linksintellektuellen. Sie analysieren brillant, haben für Vieles eine Lösung, nur vermitteln können sie sie nicht. |
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schrieb am
17.12.2011 um 13:55
"Es ist doch ein Kreuz mit den Linksintellektuellen. Sie analysieren brillant, haben für Vieles eine Lösung, nur vermitteln können sie sie nicht."
Egal, ob das mit den Lösungen nun stimmt oder nicht, ist ganz sicher eine Erschwernis, dass linke Lösungen nie so einfach gestrickt sind wie rechte Hau-drauf-Lösungen oder liberale Lass-die-mal-machen-Ideen. |
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Hallo Herr Augstein
Ich würde von Frau Wagenknecht gern wissen ob sie 1. sich die Welt in die sparsamen kleinen Leute und die großen Zocker aufgeteilt vorstellt. 2. denkt, die richtigen Rezepte zur Bewältigung der Finanz- und Eurokrise zu haben 3. ihren Satz: “Die Explosion der irischen Staatsschulden geht nahezu ausschließlich auf das Konto der irischen Banken. Tatsächlich gab es in nahezu allen Ländern einen Ausgabeposten, der fortan Extremwerte erreichte: Ausgaben zur Stützung von Finanzinstituten, die sich verzockt hatten und ihre Verluste nicht mehr tragen konnten." einmal näher erläutern könnte a. was ist konkret mit zocken gemeint b. kommt in ihrer Analyse hierzu die wildgewordene Immobilienspekulation vor? 4. eine Wirkung der Immobilienspekulation auf die Finanz- und Eurokrise einräumt 5. eine Idee hat, warum sehr viele Menschen Sozialismus/Kommunismus nicht als Chance begreifen wollen 6. Sich die Rekonstruktion der sozialen Marktwirtschaft vorstellen kann 7.den Unterschied zwischen einer Vergemeinschaftung der Schulden durch Eurobonds oder dem Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB und der Kreditvergabe der EZB an die Eurostaaten erklären würde. Wäre das Ergebnis nicht immer eine Aufblähung des Geldumlaufs, würde dadurch die Inflation nicht angeheizt, wäre es nicht immer eine Ermunterung der Schuldenstaaten, sich mit abgesenkten Zinsen weiter wie bisher zu verschulden? Zahlt nicht in jedem Fall immer der kleine Bürger die Zeche? PS: Fall Sie dran denken und es einrichten können, Herr Augstein, würden Sie Frau Wagenknecht bitte herzlich von meinem Vater grüßen? Er schätzt ihren Idealismus, analytischen Verstand, ihre rhetorischen Fähigkeiten und ihr rebellisches Wesen. Als notorischer Protestwähler hat er in den letzten Jahren immer “die LINKE” gewählt, trotz meiner vehementen Gegenargumentationen. beste Grüße |
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schrieb am
17.12.2011 um 14:10
"7.den Unterschied zwischen einer Vergemeinschaftung der Schulden durch Eurobonds oder dem Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB und der Kreditvergabe der EZB an die Eurostaaten erklären würde. Wäre das Ergebnis nicht immer eine Aufblähung des Geldumlaufs,..."
Das ist ein interessanter Punkt. Geld wird in unserem Währungssystem bekanntlich durch Schulden in die Welt gesetzt. Wenn die EZB nun z. B. Staatsanleihen aufkauft, muss am Ende z. B. die Bundesbank dafür gerade stehen. Wenn die sich das Geld über den deutschen Fiskus von denen holt, die die zu den Schulden korrespondierende Vermögen holt, bleibt die Geldmenge konstant. Wenn der Fiskus sich das Geld nicht von dort holen will/kann, wo es sich am gewaltigsten ansammelt, wird es schwieriger. Naja, Geld verteilen ist immer leichter, als das zu viel verteilte wieder einzusammeln. Drum gibt's so viel Staaten mit negativen Staatshaushalten. |
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Diesmal bedauere ich es besonders, nicht zum Freitag-Salon kommen zu können.
Mich würde interessieren, wie Sie beide, Sahra Wagenknecht und Jakob Augstein, es sich erklären, das die Deutschen immer so verd... ruhig bleiben bei allem, was die Regierung uns immer wieder zumutet ? Bei vielem würden in Frankreich oder Spanien die Strassen brennen, der Deutsche sitzt auf seinem Sofa. Da ich nicht hinkann, hoff ich mal ganz fest auf viele Berichte über den Salon ;-) |
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@ Anchesa
Bei vielem würden in Frankreich oder Spanien die Strassen brennen, der Deutsche sitzt auf seinem Sofa. In Dt. gibt es nicht das Recht, aus politischen Gründen zu streiken. Nur die linken Gewerkschafter sind in ihrem Verband dran, hier eine Änderung herbeizuführen. Wenn in Dt. die legale Möglichkeit zum Generalstreik bestünde, würde vielleicht der eine oder andere Gewerkschaftsführer dazu aufrufen. |
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Hallo Anchesa
Wieso soll denn der Deutsche auf die Straße gehen? Den meissten in Deutschland geht es doch immer noch sehr gut. Auch wenn alle jammern, so sehe ich doch überall neue Häuser entstehen und Zweitautos vor der Garage. Und die Hartz4 Empfänger, die Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen sind mit dem täglichen "Überlebenskampf" gefordert. |
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schrieb am
26.12.2011 um 13:36
>>In Dt. gibt es nicht das Recht, aus politischen Gründen zu streiken.<<
Das ist wirklich ein Kreuz mit den Bahnsteigkarten. Die Franzosen warten zum Beispiel seit 1789 darauf, dass ihnen mal ein König erlaubt, den König abzusetzen. Drum ist Frankreich heute noch eine Monarchie... Aber mal im Ernst: GG Artikel 14.2: (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Artikel 20.4 (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist. Könnte mal die Idee aufkommen, dass aus der Nichteinhaltung von 14.2 Widerstandmassnahmen gemäss 20.4 erforderlich sind, weil andere Abhilfe nicht möglich war? Oh Sch....e, das wäre die berühmte Bahnsteigkarte. Was tun wir dagegen? Das GG einfach nicht lesen, das hilft. |
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Ich lese, dass Frau Wagenknecht ihre Kritik am aktuellen Kapitalismus auch mit Argumenten von Ordoliberalen wie Müller-Armack und Erhardt begründet? Wenn das so ist: Meint sie das ernst oder ist es nur eine hübsche Pointe?
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@ koslowski
Sie meint es ernst, und zwar aus zweierlei Gründen: Liest man Erhardts Verständnis der sozialen Marktwirtschaft, klingt das aus heutiger Sicht irgendwie linkssozialdemokratisch. Zum anderen werden diese Ordoliberalen aus strategischen Gründen zitiert, weil das Gewährsleute aus dem Lager sind, auf das die Konservativen stolz sind. |
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gibts denn einen live-stream? oder nen anschließenden upload auf youtube?
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Warum schlingen deutsche Bundesbürger nach zig Fleischskandalen immer noch Massen von Bestandteilen aus Tierleichen in sich hinein?
Warum wählen 35 % die CDSU? Und 24 % die SPD? Und warum haben bei der letzten Bundestagswahl viele Wähler FDP gewählt? Bei jedem Warenkauf habe ich ein Rücktrittsrecht, wenn die Ware nicht den Versprechungen entspricht. Wir sollten eine Garantie für Wahlversprechen einführen. Echt. Der Fortschritt kommt durch die stabilisierte bürgerlich bescheinigte Herrschaft niemals an die Macht. Das kann der Bundespräsident und so weiter bis hin zu den 2 Mill. Waffen im Privatbesitz verhindern. Gott schütze die Verteidiger des BY Freistaats. Meine Frage: Den Faust hat Sahra ja mal auswendig gelernt ... kennt sie auch noch Arbeiterkampflieder? Und überhaupt, wie sieht sie sich selbst mit ihren kulturellen Interessen? Grüße aus dem von der CSU zeitweilig besetzten Oberbayern. |
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@ luggi schrieb am 16.12.2011 um 21:18
>>>bis hin zu den 2 Mill. Waffen im Privatbesitz verhindern.....<<< Es ist viel, viel schlimmer. Sie können davon ausgehen, dass die von Ihnen genannte Zahl von Waffen innerhalb von 2 Jahren in Deutschland gekauft wird. Es gibt in Deutschland ca. 10 Millionen legale Schusswaffen in Privatbesitz. Diverse Schätzungen gehen davon aus, dass sich in Deutschland ca. 30 Millionen Waffen in Privatbesitz befinden. Ganz sicher sind Schützenvereine, Schießsportvereine, Trachtengruppen, Jäger,...keine Horte linken Gedankenguts. In einem Bürgerkrieg wüßte der redliche Bürger schon, wie er sein Eigentum gegen linke Spinner verteidigen kann. Es wäre sehr interessant, ob diese politische Dimension des privaten Waffenbesitzes durch politische Entscheidungsträger einkalkuliert wird. Vor diesem Hintergrund wären Frau Wagenknechts Ansichten über eine revolutionäre Situation sehr interessant. |
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Die Frage ist ja nun ganz einfach die es Frau Wagenknecht stellen würde :
Warum wurde die Anfrage von 3 Bloggern, einem Journalisten sowie einem Interessensverband für Blinde seitens Ihres Büros bis heute nicht bearbeitet, warum Ihre Werke trotz starkem Interesse in der Blindenszene nicht auf Hörbuch erscheinen. Auch der Verlag mit der Fliege hat hierzu bisher keine stellung bezogen. Als persönliche anmerkung sei hier noch zu sagen das im bezug auf Beantwortung von Anfragen Frau Wagenknecht mit Frau Ministerin Kristina Schröder auf einer stufe steht. Kommunikation auch und vor allem mit Bürgern sollte für ein Abgeordneten Büro erste Priorität haben. Woraus sich die Frage ergibt ist jemand Wählbar der sein eigenes Büro nicht beherscht? |
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schrieb am
17.12.2011 um 14:29
Bei Weltbild.de gibt's das Wagenknecht-Buch als ePub-eBook ohne Kopierschutz. Es sollte kein Problem sein, das von einem elektronischen Vorleser instantan zu einem Hörbuch zu machen zu lassen.
www.weltbild.de/3/17025852-1/ebook/freiheit-statt-kapitalismus.html Barrierefreien R e i c h t u m für a l l e ! |
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Hallo Verwendungszweck,
leider ist deine annahme nur bedingt Richtig. Eine vielzahl geburtsblinder ist Technisch zu dem von dir Vorgeschlagenen weg in der lage sich so einen Barrierefrein zugang zu Ihrer Literatur zu verschaffen. Aber die Vielzahl der immer schneller wachsenden Gruppe der Späterblindet (gerade jetzt grassiert bereits wieder eine Augenkrankheit in Deutschland die Unheilbar ist und als Virenerkrankung auch leicht übertragbar ist) mit Ihrer grossen Gruppe der Menschen im Fortgeschrittenen Alter, ist Technisch nicht in der Lage dies zu realisieren. Hier kann nur ein Hörbuch abhelfen. Liebe Grüße Baphomed |
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schrieb am
18.12.2011 um 10:22
Ich kenne das so, dass Blinde/Sehbehinderte ein paar Stunden in der Woche eine Person haben, die auch nach den Computer-Affaires schaut, und die Sachen installiert/managt, die ohne Hilfe nicht gehen. Hat die liberal-christliche bzw. die christlich-sozialdemokratische Regierung das gestrichen?
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Hallo Verwendungszweck,
ja vielerorts wurde das Blindengeld gestrichen oder drastisch gekürtzt. Heute reicht das Blindengeld in der Regel nur noch für eine Putzfrau sowie Notwendige Taxifahrten in unbekanntes Gebiet. Die Bahn hat durch die einführung der Blindenleitsysteme Viellerorts die Betreung von Blinden ganz eingestellt. 70 % aller Bahnhöfe sind nicht mehr von Blinden Barrierefrei zu Benutzen S21 ist hier sogar ein extremfall er ist im Brandfall eine Todesfalle für jeden Behinderten. Diese kürzungen sowie das immer stärker durch Ämter verwendete PDF verfahren führen zu einer Ausgrenzung von Blinden aus dieser Gesselschaft. (Pdf wird nicht von Screen Raedern gelesen) Dzu kommt das die Hardware die Notwendig ist oftmals durch die Kassen nicht mehr ersetzt wird. Sprich bei der bemessung wurden extrem Teure Brailschrift Bücher entfernt da es ja Hörbücher gibt. Das heist dieser Satz wurde um 90% gekürtzt. Somit sind Hörbücher zu einer Existentiellen grundlage geworden auch in der Politischen Bildung. Liebe Grüße Baphomed |
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Klingt sicherlich ziemlich zynisch, auch höhnisch: Die linke Seite des Parlamentes wird nicht ausreichend gewählt, weil es das Wahlrecht für Frauen gibt. Das wurde mir mal wieder bewusst, als eine kluge Kollegin mir sagte: Die SPD wähle ich jetzt nicht mehr, weil die den v. Guttenberg abgeschossen haben.
Schauen sie sich die Reichtagswahlen vor 1914 an: SPD weit vorn. Und die nach 1918: Die SPD in der Weimarer Republik verliert einen Sockel ihres früheren Anteils. 1933 - die Nazi kommen zur Macht, weil sie stark überdurchschnittlich von Frauen gewählt wurden. Oder die Mittelschichtenfrauen von heute, die CDU kann sich auf sie verlassen. Na ja, eine Randbemerkung - aber empirisch ist sie valide. |
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Das ist ja interessant. Dies erklärt auch warum die Nazis verstärkt auf "Frauenfang" aus sind Es sind bereits 2 Führungskräfte der Rechten Frauen.
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Gerne erfahren möchte ich, ob sie Hormone gegen die Wechseljahre nimmt oder was der Grund dafür ist, dass sie neuerdings so viel besser rüberkommt und aussieht, da ist so eine ungewohnte Süße plötzlich in ihrem Lächeln und sie ist viel weniger verbissen. Die Liebe könnte es theoretisch auch sein, aber ich weigere mich anzunehmen, dass die Liebe zu jemandem wie Lafontaine eine Verschönerung bewirken kann ^^
Wenn Sie das rauskriegen ohne sie zu verletzen, kriegen sie von mir fünf Sternchen... bessere Anreize kann ich leider nicht anbieten. Oder ach doch, ich abonniere den Freitag, obwohl das Probe-Mini-Abo irgendwie nicht funktioniert hat. Deal? |
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In ihrem sehr guten Artikel in der Zeit (vom 16.12.)
sagt Wagenkneckt, die aktuelle "Wirtschaftsordnung kollidiert immer unverfrorener mit den Grundregeln demokratischer Gesellschaftsgestaltung". Sie bezieht sich u. a. auch auf Joseph Schumpeter und seine Theorie der "kreativen Zerstörung" des Kapitalismus. Mit der Theorie von "creative destruction" grenzte sich Schumpeter klar von Marx ab, indem er den selbstzerstörerischen Zerfall des Kapitalismus als nicht-lineares, dynamisches System angetrieben durch die intellektuelle Bildungsschicht einer Gesellschaft propagierte. Wagenknecht spricht vom "Gründungsunternehmer, der im Schumpeterschen Sinn [...] eine wichtige Quelle von Innovation und Flexibilität bleibt", sowie von den damit verbundenen "Finanzierungschancen", die wirtschaftlich notwendig sind. (i) Könnte sie das vielleicht etwas mehr ausführen? Wie sehen diese Finanzierungschancen aus? Wie würde sie so etwas ganz pragmatisch angehen. Welche Strukturen brauchen wir für eine Umsetzung dieser Idee? (ii) Vor allem interessiert mich: Welche Rolle spielt die Kultur der Intellektuellen und Künstler in Sahra Wagenknechts politischem Gesellschaftsentwurf? |
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Der Bezug auf Schumpeter macht mich etwas heiter: Denn auf Schumpeter können sich auch die Chigaco-Boys berufen. Sie haben ja auch kreativ zerstört um neues zu schaffen. Und es hat geklappt: das neue hat ja auch - und diesmal umfassend - zerstört und nun darf neues geschaffen werden.
So, hat es Schumpeter zwar natürlich nicht gemeint: Er meinte das nicht mehr funktionierende Alte, das sich selbst zerstört und somit Raum für Innovation, der Anfang des Neuen, schafft. Die Neo-Liberalen - in ihrer wichtigesten Form Maggie Thatcher und Tony Blair (die Rechte und die Linke in Gemeinsamkeit) können sich dennoch als Schumperterians sehen. Es hilft halt viel, das erstaunte Publikum mit einem bisher unbekannten, nämlich Schumpeter, zu beeindrucken, da gewinnt man halt Oberwasser in talk-shows. Damit ist der Effekt schon erreicht, man wird zum Guru-Durchblicker und wird heftig eingeladen, das Ich hat zu sich selbst gefunden. Das selbe mache ich jetzt auch: Lesen und verstehen Sie doch Carl Lewis (nicht der Boxer). Der hat zusammengepusselt, was durch Taten förderlich ist, um sozialen Wohlstand zu erreichen. Er hat wie Marx auf die Geschichte geschaut, nicht auf Glaubenssätze. |
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Lieber Jakob Augstein,
wollen Sie im Wege dieses Freitag Salon "im Zweifel links" Ihr, lauernd, geschwungen spitzes Gummbärbeil gegen Sarah Wagenknecht begraben?, "Fließen. Fließen. Frieden schließen?", weil Sarah Wagenknecht den belastbaren Eindruck macht, dass sie , ausgerechnet erst richtig in der Krise, als wißbegierig Lernende unterwegs ist? Will sagen, Sarah Warenknecht braucht immer weniger ein Blatt vorm Mund, um frei zu sprechen. Das kommt Ihnen ja als Moderator nach dem Motto "immer elegant bleiben" sehr entgegen!, oder? tschüss JP |
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Lieber Herr Augstein,
ich würde gerne ganz konkrete Vorschläge von Frau Wagenknecht zur Rettung der Krise hören. Und warum sie sich immer noch nicht mit dem bestehenden Geldsystem befasst hat. Da dieses Geldsystem ein Betrugssystem ist und immer die Verteilung von unten nach oben befördert. Den Zusammenbruch aller paar Jahrzehnte bedingt! Das letzte mal 1929. Was danach folgte wissen wohl alle. www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1178969/ www.soziologie.uni-halle.de/huber/docs/geldordnung-i-finanzkrise-u-geldordnung-mai-09.pdf Warum wird auch von den Linken immer nur polemisiert, anstatt sich mit dem System auseinander zu setzen?! Vorallem aber den Zusammenhang zu erkennen, dass dieses System global unweigerlich crashen wird! Wir befinden uns ja schon mitten im Zusammenbruch. Parteien gehören abgeschafft. Wir können uns auch dank Internet alleine organisieren. Wir brauchen nur noch ein paar "Volksvertreter", die uns nach außen repräsentieren ;-). Alternativen gibt es jedenfalls genug. Liebe Grüße KarinL. |
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@ KarinL. schrieb am 19.12.2011 um 00:52
"Warum wird auch von den Linken immer nur polemisiert, anstatt sich mit dem System auseinander zu setzen?!" Liebe KarinL, als Erklärungsmöglichkeit dazu kann vielleicht die Überlegung hilfreich dienen, daß es eine üble Angewohnheit ist und allgemein in der Politik üblich geworden ist, nicht zur Sache zu reden, sondern an das Sentiment von Menschen hinzuschwatzen. Offensichtlich traut man entweder der Bevölkerung nicht zu, Fakten zu verstehen - oder man ist womöglich der Ansicht, daß Politik ein faktenloses Getriebe selbst sei. Für nicht ausgeschlossen halte ich es auch, daß Politiker meinen menschliches Zusammenleben sei grundsätzlich nur eine Angelegenheit des Sentimentes. |
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Mich würde interessieren wie die Partei mit der Stasi-Vergangenheit einiger Mitglieder umzugehen gedenkt.
Mich persönlich stört der MfS-Geruch ganz ungemein. Ich kann jemanden, der anderer Leute Leben zerstört hat um sich selbst Vorteile zu verschaffen, nicht wählen. Aufgrund der Stasi-Vergangeheit sehe ich auch keine moralische oder ideologische oder sonstwie geartete Überlegenheit in Glaubwürdigkeit im Vergleich zu Politikern anderer Parteien. Mir fällt spontan genau eine andere Person, die das wie ich sieht. Und trotzdem denke ich, dass die Stasi-Belastung in Bezug auf potentielle Wählerschaft eine Rolle spielt. Wie auch die fehlende Distanzierung zur DDR. Und damit meine ich nicht das Land oder die Menschen und ihr Leben, die zu verleugnen sind; sondern die DDR ist als (Un)rechtsstaat. Was die Wut usw. der Bürger und den fehlenden Niederschlag dessen in der Politik angeht, denke ich dass der Bürger an sich zu verängstigt ist um wirklich wütend zu sein. Das ist der Krise an sich und der mangelnden Transparenz der Politik geschuldet. Ich finde gerade in der Krisen-Kommunikation wurde von Politikern derart viel Mist erzählt und verkompliziert, dass man da eigentlich nur noch verängstigt auf Durchzug schalten konnte und daran glauben, dass 'die da oben' schon wissen was sie tun. Allerdings wissen sie meiner Ansicht nach nicht was sie tun. (Verängstigte) Lobbyisten zu besänftigen kann ja wohl keine langfristige Lösung sein. Die Regulation der Finanzmärkte ist die einzige Lösung der Finanzkrise (meiner Meinung nach). Nur bedeutet das Verluste für - ganz polemisch - private Spekulanten. Auf der anderen Seite bedeuten die andauernden steuerfinanzierten Rettungsmaßnahmen eine Sozialisierung der Verluste. Von der Sozialisierung der Gewinne seh ich nix. Auch da haben wohl eher die Lobbyisten als der gemeine Bürger Einfluß drauf. Bin jetzt etwas über das Ziel hinaus geschossen. Aber irgendwo muss ich meine Wut ja mal loswerden ;) |
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@ @dllxllb
Ich empfinde Ihren Kommentar in keiner Weise als über das Ziel hinausgeschossen, sondern genau im Ziel plaziert. |
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@GEBE
Vielen Dank. Das freut mich. Auch wenn meine Freude angesichts des Großen und Ganzen wohl irgendwie unangebracht ist ;) |
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Herr Steiner!
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Steilvorlage.
Der Kommentar war alternativlos... (Ich hoffe das gilt noch als Ausrede für Dummheiten.) |
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schrieb am
10.01.2012 um 21:57
"Links liegt der Bettvorleger"
-VERleger, bitte. soviel zeit muss sein. |
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„Zukunft“ liegt stets und immer in gerader Ausrichtung vor einem und dem Blick!
Die Fragestellung aber, ob die Zukunft links liege – oder anderswo, legt nur offen, in welchem Maß der Frager durch seine offensichtlich eigene Vorstellung von Zukunft, zu Abseitigkeit Neigung verspürt. |
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Ach. Die Zukunft. Die ist ja auch nicht mehr das, was sie mal war.
Die Linke braucht echte Integrationsfiguren. Die Linke braucht ein Umfeld jenseits der parlamentarischen Demokratie, vulgo Parteienoligarchie. Man kann ein System nicht aus dem System heraus verändern, sondern nur von außerhalb. Inhalte interessieren bei Wahlen ja schon lange nicht mehr, weil niemand mehr versteht, was an nicht eingehaltenen politischen Versprechungen besser sein soll, als das tägliche Fernsehprogramm. Folgerichtig wird bei den etablierten Parteien statt an den Inhalten des Wahlprogramms an den Marketingstrategien und den Photoshop-Plakaten der Kandidaten gefeilt. Der schöne Schein als Programm. Die Not und der Zorn des ärmeren Teils der Bevölkerung ist immer noch nicht groß genug, um sich gegen die Selbstbedienungsführungsclique aufzulehnen. Man regt sich ein bisschen auf, um dann weiter als braver Staatsbürger zu funktionieren. Es gibt doch tatsächlich Menschen, die haben zwei Jobs und können ihre Familie kaum ernähren - woher sollen die noch die Zeit nehmen, darüber nachzudenken, wie man den bigotten Wasserpredigern das Weinsaufen abgewöhnen könnte? Und dann gibt es diese egozentrischen Unternehmensführer mit dem tausendfachen Gehalt, die kein Problem damit haben, weitere tausend Mitarbeiter auf die Straße zu setzen, um den EBIT (Unternehmensgewinn vor Steuern) um zwei Prozent zu verbessern, und das nur, um irgendwelchen anonymen Anteilseignern das ohnehin schon reichliche Vermögen zu vergrößern. Gemeinwohl geht vor Eigenwohl? Wie kann das sein, dass die Leistungen der medizinischen Versorgung für die Bevölkerung in toto nach unten gefahren werden, wenn die Wirtschaft Jahr um Jahr wächst und in einigen Branchen jährliche Gewinne eingefahren werden, von denen man ganze Staatshaushalte finanzieren könnte? Wieso glauben wir eigentlich, dass das so sein muss? Wie kann es sein, dass Privatbanken über die Schöpfung von Giralgeld (vulgo: virtuellen Vermögen) in die Lage versetzt werden Kredite zu vergeben, die reines Buchgeld, also nichts wert sind, dann aber bei Zahlungsproblemen des Schuldners genutzt werden, um den Lohn der Arbeit eines ganzen Arbeiterlebens zu enteignen? Wieso hat der Staat Privatbanken die Lizenz zur Geldschöpfung übertragen? Wieso verschuldet sich der Staat – also wir als Steuerzahler – bei Privatbanken in Geldeinheiten, die diese selber schöpfen? Wieso dürfen kommunale oder öffentliche Banken kein Geld schöpfen? Wieso wird das Funktionieren eines Geldsystems nicht als öffentliche Aufgabe betrachtet? Solange diese Verhältnisse stillschweigend oder nur leise grummelnd akzeptiert werden, wir uns allein durch die Versprechungen von Almosen abspeisen und ruhig stellen lassen, weil wir nicht den Arsch in der Hose haben, Antworten auf die richtigen Fragen zu verlangen - solange wird sich nichts ändern. Die Zukunft ist das, was wir daraus machen. Entweder die Zukunft gehört denen, die das System zur Erzeugung von Abhängigkeiten so steuern, dass es nicht explodiert, den Liberalen und Konservativen - oder eben denen, die es durch ihren Zorn zur Explosion bringen, damit sich etwas Neues bildet. Treibende Kraft könnten die Linken sein. |
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Volle Zustimmung!
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Mist.
:-) |
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Tja, und nun?
Soll ich das "V" streichen? Also gut: .olle Zustimmung! |
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Wie wär's mit: Stimmung!
Gerade ging mir noch mal das Bundesdruckerei Drama durch den Kopf. Sie erinnern sich? Ein Unternehmen, das Geld druckt, gehört nach meinem Verständnis in staatliche Obhut. Was ist damals passiert? Der Innenminister (Eichel) verkauft ein gesundes Unternehmen im Privatisierungswahn mit 60% Eigenkapitalquote an einen Investor, der die Finanzierung über Kredite (Giralgeld!) stemmt, die das Kaufobjekt Bundesdruckerei dann selbst bedienen muss. Nach genau 2 Jahren ist das gesunde Unternehmen fast pleite, vollkommen ausgesaugt, von Insolvenz bedroht. Mitarbeiter werden entlassen. Und dann kauft der Staat das Unternehmen im letzten Jahr wieder zurück, um dem Investor das Geld ein zweites Mal zu geben. Steuergeld. Hunderte von Millionen Euro. Alles mit guten Argumenten. Die Allgemeinheit wird geschädigt und das Geld an Privatinvestoren verschleudert. Das soll normal sein? Das ist Aberwitz! Und die, die den Mist verzapft haben, bekommen obendrein eine Staatsrente statt eines Verfahrens wegen organisierter Veruntreuung von Staatsgeldern. Wo verdammt noch mal sind denn die investigativen Journalisten, die die Hintergründe solch hanebüchener Schweinereien aufdecken und publizieren? Wo ist der Aufschrei der BILD? Überhaupt irgendein Aufschrei? Der Aufschrei der Linken? Die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse? Die Empörung der Abgeordneten? Die Selbstkasteiungen der Verursacher? Man nimmt allerorten nur zur Kenntnis. Es scheint, dass in dieser Angelegenheit alle irgendwie Dreck am Stecken haben. Stattdessen beschäftigen wir uns mit den finanziellen Eskapaden und der branchenüblichen Vorteilsnahme eines eitlen Präsidentendarstellers, samt seiner taktischen Haltung zur Wahrheit, der einfach nicht versteht, was er falsch gemacht haben könnte, weil er es schon immer so gemacht hat. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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