Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

15.07.2011 | 20:48

20. Juli 1944 oder 22. Februar 1943 als Bundeswehr Gelöbnistag?

Welcher Tag ist als Bundewehr Gelöbnistag geeignet, der 20. Juli 1944, der Tag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler,  oder der 22. Februar 1943, der Tag der Hinrichtung der Geschwister Sophie und Hans Scholl?

Ist der 22.Februar .1943, der Tag der Hinrichtung von Sophie und Hans Scholl. nicht viel eher als Bundeswehr Gelöbnistag geeignet als der 20.Juli 1944,
wenn ja, warum?

Am 22. Februar 1943 wurden Sophie, Hans Scholl als Mitglieder der
„Weißen Rose“
nach kurzem Prozessverlauf hingerichtet.
Ist dieser 22. Februar im Gedenken an die Geschwister Scholl der  geignete  Tag  für öffentliche Bundeswehr Gelöbnisse?

Ich meine ja.

Mit der Abschaffung der Wehrpflicht in der Bundeswehr wird es mutmaßlich keine Bundeswehr mehr geben, die vom Geiste des Bundeswehrsoldaten als
"Bürger in Uniform",
getragen von dem Konzept der
„Inneren Führung“
des verstorbenen Bundeswehrgenerals  Wolf Graf Baudissin, dem späteren Mitbegründer und erstem Leiter des Instituts für Friedens- und Konfliktforschung in Hamburg, in ihrem militärischen Alltag, wie in der
"Tradition der Truppe",
der Politischen Bildung  in Theorie und Praxis, zwar nicht wirklich umfassend geprägt, aber doch wie durch einen "Roten Faden"
geleitet war.

Die Bundeswehr wird als Berufsarmee der Kern eines Sicherheitskonzeptes sein, das staatliche, zivile wie anderweitig private Aufbau- , Sicherheits- , Entwicklungsdienste, angelehnt an die Praxis der US-- Army Konzepte für die Zusammenarbeit mit privaten Sicherheits- Berater Trusts, Blackwater, Halliburton, für Sicherheits- , Logistik- , Versorgungs- , Aufbau- Jobs
„out of area“,
um sich gruppiert, deren  Finanzierungsquellen jede Transparenz fehlen wird, weil die Geld- Ströme der Finanzierung aus unterschiedlichsten Quellen in Ministerien, Sozial- , Gesundheits- , Versicherungssystemen, gefragt und ungefragt,  fließen werden.

Das Datum des 20. Juli für öffentliche Gelöbnisse der Bundeswehr zu wählen, zeugt n. m. E. einmal vom schlechten Gewissen des Regierungspersonals seit rotgrünen  Koalitions- Tagen im Umgang mit dem Datum des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler im Jahre 1944 und zum anderen vom unaufrichtigen Umgang mit den hellen wie dunklen Motiven der Verschwörer/innen des 20. Juli 1944, denen noch im Februar des Jahres 1943 die Hinrichtung der Geschwister Scholl, die aus reinem Herzen als Mitglieder der
„Weißen Rose“, wurden,  mehr als gleichgültig war.

Die Geschwister Scholl hatten, in Kenntnis der Kriegsverbrechen in der Verantwortlichkeit der Deutschen Wehrmacht als Vollziehender Gewalt in den vom Deutschen Reich besetzten Gebieten Europas, aus patriotischem Grund, für sich ein humanistisches Recht auf Widerstand beansprucht, wie dieses seit dem Jahre 1949 ausdrücklich unveräußerlich im Grundgesetz (GG) verankert ist, zum Insturment der Verteilung von Aufrufen gegen diese Kriegsverbrechen, für sofortige Friedensverhandlungen der deutschen Reichsregierung, in Form von Handzetteln an der UNI München gegriffen.

Es ist kein Dokument im Nachlass von Verschwörern des 20 Juli 1944 bis heute bekannt, aus dem hervorgeht, dass die Verschwörer des 20. Juli 1944, mit Oberst Graf Stauffenberg als Galionsfigur, den Widerstand der
"Weissen Rose"
gegen das NS- Terror- Regime  auch nur mit einem Wort würdigten, geschweige denn gegen die Hinrichtung der Geschwister Scholl verdeckte wie offene Protestnoten, wg. der Unverhältnismäßigkeit der Urteilsbegründung der NS- Volksgerichtshof- Justiz im vorliegenden Fall der Geschwister Scholl im In- und Ausland, in Umlauf gebracht hätten.

Oberst Graf Stauffenberg beteiligte sich damals zu Beginn des Jahres 1943  lieber noch enthusiastisch an dem ausweglosen Afrika Feldzug der deutschen Wehrmacht unter dem Kommando des Wehrmachts- UFA- Super Stars, Generalfeldmarschall Erwin Rommel.

Warum wird nicht, statt des 20. Juli, einem Tag unseligen Scheiterns und der endgültigen Preisgabe langer Namenslisten des Widerstands gegen das NS- Regime,  der unverfänglich reine Tag der Hinrichtung der Geschwister Sophie und Hans Scholl als studentische Mitglieder der
„Weißen Rose“
im Jahre 1943, der 22. Februar  für die öffentlichen Gelöbnisse der Bundeswehr gewählt, um ein glaubhaft sichtbar untrügliches  Zeichen für das Festhalten an dem Konzept der
"Inneren Führung",
des/der Bundeswehrsoldaten/in als
"Staatsbürger/in in Uniform"
in einer Freiwilligen- und Berufsarmee, namens Bundeswehr, zu setzen?

Unsere in diesem Jahr 2011 verstorbene, engagierte wie liebenswerte, Bloggerin, Titta,  die mich so unnachahmlich mit Alleinstellungsmerklmal "wördmaster" nannte, hat sich zu dieser Thematik in meinem Blog aus dem Jahre 2010 folgendermaßen geäußert:

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/hinrichtungstag-der-geschwister-scholl-tag-fuer-bundeswehr-geloebnis?

14.07.2010 | 01:48
Hinrichtungstag der Geschwister Scholl. Tag für Bundeswehr Gelöbnis?
sophie scholl hans scholl bundeswehrgelöbnis stauffenberg 22. februar 1943 20.juli 1944 weisserose bundeswehr tradition der truppe nazismus weltkrieg holocaust

Titta schrieb am 14.07.2010 um 14:41
Lieber wördmaster,

wie angekündigt einige Anmerkungen zum Thema.

Zuerst einige Zitate aus „Jenseits der Brücke – Bernhard Wicki“ von Richard Blank. Das Buch ist nur noch antiquarisch zu haben, ich habe mir seinerzeit auch nur einiges rausschreiben können.
Zur Info: Bernhard Wicki war Kommunist bzw. stand ihnen nahe, kam deshalb ins KZ, mußte dort wohl einen Menschen umbringen, um selbst überleben zu können.

S.70: „In München hatte Bernie Kontakt zur Widerstandsgruppe Weiße Rose. Ihre Anhänger hielt er – bei aller Liebe – für >idealistische Idioten<. Sie waren gebildete, kulturell engagierte Bürger, die nach seiner Überzeugung allerdings keine Ahnung von Politik hatten. >Sie empörten sich gegen Massenmörder mit Flugblättern!<
Bernie kann bis heute nicht begreifen, warum das deutsche Bürgertum nicht wissen wollte, daß es von Leuten regiert wurde, die von Anfang an Verbrecher und Massenmörder waren. Fand sein Aufenthalt im KZ Sachsenhausen etwa erst 1944 statt?! Die meisten wußten nichts, weil sie nichts wissen wollten und weil sei mit den linksgerichteten Mitbürgern, mit denen, die früh Widerstand leisteten und ihre Köpfe hinhielten, nichts zu schaffen haben wollten.
Bis heute wird die Weiße Rose gefeiert. Gut. Aber warum nicht auch die Rote Kapelle? Dabei waren die bürgerlichen Idealisten allzu spät aus ihrer Träumerei erwacht. Natürlich waren sie Bernie allemal näher als alle, die bis zuletzt mit dem Parteiabzeichen am Revers durch die selbstverschuldeten Trümmer stapften. Aber sie waren im Grunde unpolitisch und deshalb, so betont Bernie, von einer geradezu gefährlichen Naivität.“

Soweit B. Wicki zum Thema. Bedenkenswert, wie ich finde.
Bonhoeffer hat ja wohl, was gerne verschwiegen wird, noch von der Wiedereinführung des Kaiserreichs geträumt. Also vom Dreiklassenwahlrecht und dem ganzen Mist.
Die Edelweißpiraten werden erst ganz allmählich als Widerstandsgruppe anerkannt. Lange galten sie einfach nur als Kleinkriminelle, weil sie eben aus wirtschaftlicher Not heraus straffällig geworden sind. Und solche können ja kein Vorbild sein, nach bürgerlichen Maßstäben. Daran wird auch deutlich, wer sich hier die Deutungshoheit von Geschichte anmaßt.

Zur Weißen Rose gab es einmal eine kritische Dokumentation, ich glaub vom WDR, in der die Aktionen und das Denken dieser Widerstandsgruppe eben auch hinterfragt wurden bzgl. Wirksamkeit und Nachhaltigkeit. Es wurde danach gefragt, was Widerstand für einen Sinn mache, wenn er so wirkungslos verpufft, und warum in der BRD gerade dieser Form des Widerstands dann so heroisiert wird, welche Funktion das gesamtgesellschaftlich haben kann. Leider wurde diese Doku nie wiederholt. Schade. Aber vermutlich hat das auch was zu bedeuten.
Was den Aktivisten der Weißen Rose am meisten zu schaffen machte, so die Doku, war das Gefühl der Ohnmacht. Deshalb die immer gefährlicher werdenden, aber unsinnigen, da ineffektiven, Aktionen. Das Gefühl, die Frage, warum so viele Hitler immer noch folgen, beschäftigte sie, warum ihre Position richtig ist, obwohl sie nur so wenige sind. Damit vor allem seien sie offensichtlich nicht fertig geworden, anstatt daß sie überlegt hätten, welche Art von Aktionen vielleicht geeigneter gewesen wären, effektiver zur Veränderung der Verhältnisse. Kern der Kritik: der Widerstand sei im Grunde sehr selbstbezogen gewesen und wenig auf wirkliche Veränderung ausgerichtet gewesen. Und solche (narzißtischen) bürgerlichen Gefühlsduseleien seien eben unangebracht für einen konstruktiven Widerstand.

Ich finde das ebenfalls bedenkenswert. Insbesondere die Tatsache, daß bürgerlichen Kreisen das Gefühl der Ohnmacht, angesichts ihrer Teilhabe an der Gesellschaft und der daraus resultierenden Vorteile, eher fremd sein dürfte. Jedenfalls zu damaligen Zeiten.
Heutzutage wird ja davon gesprochen, daß die Gesellschaft am Zerbröseln sei. Worin aber liegt das Zerbröseln? In der Abnahme der Partizipation an der Gesellschaft, also die Abnahme der Vorteilsnahme durch bürgerliche Kreise. Einfach ausgedrückt: Bürger sein bringt nichts mehr ein. Holla! Das wissen andere Gesellschaftsschichten doch schon viel länger, oder?! Hat nur nicht so interessiert. Also: nichts Neues unter der Sonne, im Grunde.

Dir liebe Grüße und Dank für dein Engagement
Titta

Meine Antwort auf Tittas Kommentar war:

   
Joachim Petrick schrieb am 14.07.2010 um 21:26
Liebe Titta,
vielen Dank für Deine überaus bedenkenswerte Darstellung der Argumentation von Bernhard Wicki, geben diese einmal mehr einen profunden Einblick in die verhängnisvolle wie Ohnmacht verbreitende Zerstrittenheit des deutschen Widerstandes untereinander, was wohl der wirkungsvollste Widerstand gegen die Hitlerei sei.

Bis zur Vernichtung der Mehrheit der Mitglieder der Weißen Rose, der Verschwörer des 20 Juli konnten sich die Bürgerlichen in allen gesellschaftlichen Bereichen, Kirchen, Stiftungen, Verbänden, Kommunen, Waffengattungen noch hinter einem vermeintlichen wie wirklichen Unwissen verstecken, danach nicht mehr, weil sie nun der Weltöffentlichkeit als Mitwisser, willige Helfer, verbrecherische Mittäter gegen die „Leute“ aus ihrem eigenen Stall vorgeführt waren.
Das ist vermutlich die wirkliche, wenn auch nicht angestrebte, Bedeutung und „Leistung“ der Weißen Rose Mitglieder, der Verschwörer des 20 Juli 1944.
Das nun im Nachherein als Aufstand des Gewissens der guten Deutschen feiern zu wollen, birgt nicht einen gewissen Hohn jener, die es besser wussten, wissen konnten und nichts gegen die Hinrichtung der Mitglieder der weißen Rose, voran Sophie, Hans Scholl, die Verschwörer des 20 Juli 1944 taten.

Sie hätten, soweit sie als „Wissende“ überlebten, nach dem Zweiten Weltkrieg Zeugen der Anklage gegen die NS- Verbrechen, Verbrechen der Deutschen Wehrmacht, voran deren Generalstabes sein können, was viele von ihnen traumatisiert oder im nacheilenden Gehorsam dem NS- Regime gegenüber als Rolle, heillos verweigernd, “nur nicht im Wiederaufbau, ost wie West, auffallen“ nicht leisten wollten.
Das Unterdrücken der Informationen über andere Widerstandsgruppen wie die Rote Kapelle, die Edelweißpiraten, Georg Elser, Widerstand unter den Zwangsarbeitern/innen im Deutschen Reich ist Teil dieses unseligen Zustandes nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart der heutigen prekären Traditionspflege der Bundeswehr.

Wer sich diesen Fragestellungen nicht widmet, verweigert sich n. m. E. jedem Verständnis für die Vorrausetzungen einer inneren Einheit Deutschlands, Europas nach dem Ende des Kalten Krieges, der Auflösung der DDR durch Beitritt zur Bundesrepublik nach Art. 23 GG am 03. Oktober 1990

tschüss
JP
   
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2010 um 01:44
Hallo Titta,
langsam fange ich an, das interessante Freitag Archiv zu nutzen.
Hier ein Ergebnis:

Ich kann Dir ein Freitags- Fundstück zur deutschen- deutschen Legendenbildung des militärisch- konservativen Widerstandes aus dem Jahre 2007 liefern, das unser beider Einschätzung des 20.Juli 1944 unterstreicht:

www.freitag.de/kultur/0729-selbstentlastung?searchterm=Kreisauer+Kreis

Selbstentlastung | 20.07.2007 00:00 | Rudolf Walther
Der unheimliche Held
In der Adenauer-Zeit wurden die Widerstandskämpfer vom 20. Juli heroisiert. Mit Demokratie und Europa hatten sie aber nichts zu tun

tschüss
JP

 
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Kommentare
SuzieQ schrieb am 15.07.2011 um 21:05
Da mag ich evtl. etwas naiv an dieses Thema herangehen,denn die Frage, welcher der beiden Tage sich für den Bundeswehr-Gelöbnistag eignen würde,erschließt sich mir nicht.
Spontan würde ich sagen: keiner von beiden.
Wo ist denn ein echter Zusammenhang zwischen verhindertem Attentat plus Konsequenzen und Bundeswehr.
Wo besteht ein Zusammenhang zwischen der Hinrichtung der Geschwister Scholl und der Bundeswehr?
Konsequent wäre einen Gedenktag am 22.2. und am 20.7. jedes Jahres "einzurichten".
Und wer gelobt seiner Grundpflicht nachzukommen, kann das nach dem Gründungsdatum einrichten: 5.5.55 (5.Mai 1955)
Gruß SuzieQ
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2011 um 22:04
@uzieQ

ich bin offen für eine Debatte.
Meine Frage "20. Juli oder 22. Februar.." hebt darauf ab, dass den Geschwistern Scholl das Recht auf Widerstand gegen Verfassungsbruch, Kriegsverbrechen ausdrücklich im nacheilenden Gehorsam der verfassungsbildenden Versammlung , des Parlamentarischen Rates im Jahre 1949 grundgesetzlich im Rahmen der Gründung der Bundesrepublik Deutschland unveräußerlich eingeräumt wurde
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2011 um 22:07
@uzieQ

will sagen, das Datum 20. Juli 1944 ist n. m. E. in jeder Hinsicht weniger geeignet als der 22. Februar 1943
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2011 um 22:09
@uzieQ

"Und wer gelobt seiner Grundpflicht nachzukommen, kann das nach dem Gründungsdatum einrichten: 5.5.55 (5.Mai 1955)"

Das Datum der Gründung der Bundeeswehr wäre eine plausible Wahl, das Datum der Gründung der Bundeserepublik Deutschland 23. Mai 1949 als Tag der Verfassung noch mehr!, oder?

tschüss
JP
SuzieQ schrieb am 15.07.2011 um 22:40
@JP
Auf jeden Fall Mai, und nicht Juli.
Dann stimmt es, dass Soldaten in ihrem ersten BW-Quartal geloben.
Berufssoldaten geloben nicht, sie schwören einen Eid.
Alles auf das Grundgesetz,das am 23.Mai 1949 in Kraft trat,
diese Verfassung gilt seit dem 3.Oktober 1990 auch für die ehemalige "DDR", nach Artikel 23 des GG.
Also,warum nicht den 3.Oktober ins ranking aufnehmen?
Gegen Nationalsozialismus zu sein sollte selbstverständlich sein,und muss nicht über ein ausgewähltes Datum hervorgehoben werden,meine Meinung.
Gruss Suzie
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.07.2011 um 23:27
@ SuzieQ

Vereidigung und Gelöbnis finden oft zusammen statt.

Der 3. Oktober ist wenig praktikabel da die Soldaten zum 1. Oktober (Quartalsbeginn) ihren Dienst antreten. Für das Gelöbnis braucht man aber Grundkenntnisse in Formaldienst wie Maschieren usw... die hat man erst nach einigen Wochen.

Ich halte das auch für eine wenig praktikable Diskussion. Einen festen Termin einmal im Jahr kann es wie unten aufgeführt nicht geben; feste Termine über Jahr verteilt sind ebensowenig sinnvoll und würden nur zu unendlichen langen Streitereien unter Historikern führen, welchte Tage denn dafür angemessen wären.
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2011 um 23:50
@SuzieQ s

"Auf jeden Fall Mai, und nicht Juli."

Interessant:

"Im Mai sid wir in der Bundesrepublik angekommen, im Juli sind wir ins Dritte Reich unehrenhalber gekrochen?
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 01:12
@

"Alles auf das Grundgesetz,das am 23.Mai 1949 in Kraft trat,
diese Verfassung gilt seit dem 3.Oktober 1990 auch für die ehemalige "DDR", nach Artikel 23 des GG.
Also,warum nicht den 3.Oktober ins ranking aufnehmen?"

Da ist was dran!
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 01:15
@SuzieQ

"Gegen Nationalsozialismus zu sein sollte selbstverständlich sein,und muss nicht über ein ausgewähltes Datum hervorgehoben werden,meine Meinung."

Warum bin ich nicht gleich darauf gekommen?
Das ist eine zielführend konsensfähige Überlegung, denke ich, oder?

tschüss
JP
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.07.2011 um 21:20
Irgendwie hatte ich eben schon mal einen Kommentar dazu geschrieben, aber der ist beim Absenden irgendwie verloren gegangen. Nun denn:

Keiner der beiden Tagen eignet sich besonders gut. Zum 20. Juli haben sie ja schon selber was gesagt, was die Geschwister Scholl mit der Bundeswehr zu tun haben erschließt sich mir in keinster Weise- genau das hat SuzieQ ja auch angemerkt. Sie stellen da eine Verbindung her, wo keine ist.

Nun was zum "Gelöbnistag". Einen festen Termin gibt es für das Gelöbnis bisher nicht und kann es vom praktischen Ablauf her auch gar nicht geben.
Das Gelöbnis findet in der Grundausbildung statt. Die Grundausbildung ist für alle Soldaten das Erste was sie lernen. Sie dauert drei Monate und findet vier Mal im Jahr (quarteilsweise) statt. Daran wird sich durch die Bundeswehrreform auch nichts ändern.
Das Gelöbnis muss dienstrechtlich in der Grundausbildung stattfinden, denn ohne Gelöbnis keine Beförderung und die erste Beförderung zum Gefreiten findet am Ende der Grundausbildung statt.
Am 22. Februar oder 20. Juli könnten also so oder so nur die Soldaten das Gelöbnis ablegen die in diesem Quartal ihre Grundausbildung absolvieren.
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2011 um 22:13
@Mandelbrot

"Sie stellen da eine Verbindung her, wo keine ist."

.......die Verbindung ergibt sich für beide Daten aus der dunklen Zeit des III: Reiches, der die Bundeswehr in ihrer Tradition der Truppe mit militärpolitisch verfassungsrechtlicher Trennungsschärfe herauswachsen soll.
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2011 um 22:18
@Mandelbrot

"Am 22. Februar oder 20. Juli könnten also so oder so nur die Soldaten das Gelöbnis ablegen die in diesem Quartal ihre Grundausbildung absolvieren."

Das geschieht ja auch so als MIlitärisches Spektakel mit Bundeskanzlerin, Ministern, ,neuerdings in Anwesenheit von erlesenem Publikum am 20. Juli jeden Jahres als Parlamentsarmee vor dem Deutschen Bundestag/Reichstagsgebäude
SuzieQ schrieb am 15.07.2011 um 22:51
An sich ist diese Öffentlichkeit gewünscht,um die Bundeswehr und das von ihr zu (be)schützende Volk anzunähern, sprich Kontakt herzustellen und Transparenz zu gewährleisten.
Bundeswehr durchschaubar sozusagen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.07.2011 um 23:29
@ Joachim Petrick

Das ist richtig, es hat schon des öfteren Gelöbnisse am 20. Juli gegeben, ich musste selber bei so einem in einer Ehrenformation unserer Kompanie antreten. Es ist aber kein fester Termin, sondern nur einer unter vielen.
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2011 um 23:44
@Mandelbrot

vermutlich steht ein solches Gelöbnis Spektakel mit allem militärischen Brimborium am 20. Juli 2011 vor dem Deutschen Bundestag im Berliner Tiergarten an
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2011 um 23:47
@SuzieQ

warum wurde aber dann, das Denkmal für den 20. Juli 1944 im Innenhof des Bendlerblocks versteckt?
SuzieQ schrieb am 16.07.2011 um 00:00
erstmal ne kleine Korrektur:
Öffentliches Gelöbnis ist nur pseudo-öffentlich, nicht real-öffentlich;Verwandte/Familie und geladene Gäste sind erwünscht,nicht das gemeine Volk, höchstens außerhalb der Hörweite.

Gelöbnisse im Bendlerblock fanden am 20.7. von 1999-2007 statt, 2008 und 2009 vorm Reichstagsgebäude.

Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand wird nicht versteckt(?), sie befindet sich im Ehrenhof des Bendlerblocks,von der Stauffenbergstr. aus zugänglich.
s.http://www.gdw-berlin.de/ort/ort-a-d.php
SuzieQ schrieb am 16.07.2011 um 00:16
"2008 und 2009 vorm Reichstagsgebäude"
und 2010,
und geplant für2011.
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 00:28
@

"Öffentliches Gelöbnis ist nur pseudo-öffentlich, nicht real-öffentlich;Verwandte/Familie und geladene Gäste sind erwünscht,nicht das gemeine Volk, höchstens außerhalb der Hörweite."

Das isses, was die Öffentlichkeit selbst beim Gedenken an die Widerstandskämpfer/innen hierzulande kränkt
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 00:28
@SuzieQ

"Öffentliches Gelöbnis ist nur pseudo-öffentlich, nicht real-öffentlich;Verwandte/Familie und geladene Gäste sind erwünscht,nicht das gemeine Volk, höchstens außerhalb der Hörweite."

Das isses, was die Öffentlichkeit selbst beim Gedenken an die Widerstandskämpfer/innen hierzulande kränkt
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 00:28
@SuzieQ

"Öffentliches Gelöbnis ist nur pseudo-öffentlich, nicht real-öffentlich;Verwandte/Familie und geladene Gäste sind erwünscht,nicht das gemeine Volk, höchstens außerhalb der Hörweite."

Das isses, was die Öffentlichkeit selbst beim Gedenken an die Widerstandskämpfer/innen hierzulande kränkt
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 00:29
@SuzieQ s

geplant für2011.

also doch!
SuzieQ schrieb am 16.07.2011 um 01:17
"Das isses,was die Öffentlichkeit selbst beim Gedenken an die Widerstandskämpfer/innen hierzulande kränkt"
Würde die Bundeswehr ihre Präsenz vorm Reichstag öffentlich zelebrieren,gäbs ne Menge Proteste,aus genau diesem Grund war sie jahrelang im Bendlerblock:
Keine Öffentlichkeit = kein Protest,so in etwa

Phoenix überträgt ne knappe Stunde live,da könntest du dir eine eigene Meinung bilden über:
mitten in Berlin vorm Reichstagsgebäude, ca. 500 Rekruten,Familie,Geladene und nochmal 500 Soldaten zum Schutz,plus Polizei!?

Braucht es solche/diese Art von Gelöbnis?Unabhängig vom Datum?
SuzieQ schrieb am 16.07.2011 um 01:19
PS Geloben kann ein Rekrut auch im Dienstzimmer des Kommandeurs.
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 01:22
@SuzieQ

Mit Öffentlichkeit meine ich alles mit Drum & Dran, samt demokratischen Protest, aber vor allem nicht nur in Berlin, sondern in jeder Kaserne in den deutschen Lande, u. a. als Tag der Offenen Tür
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 01:25
@SuzieQ

"Geloben kann ein Rekrut auch im Dienstzimmer des Kommandeurs."

vielleicht ist das die zivile Einzelfall Gelöbnis Lösung, wie bei jedem Polizeibeamten?

Vermutlich läßt das die Tradtion der Truppe, inkl. Korpsgeist, nicht zu
SuzieQ schrieb am 16.07.2011 um 01:31
@JP 1:22 und 1:27
???Was will er mir sagen???
Jedes Gelöbnis wird zum Ereignis?
Tag der Offenen Tür?
Du weißt schon,dass mit einer solchen Praktik die Bundeswehr ausgehebelt wäre?!
Weil es gäb nur noch offene Türen, das läßt vermutlich die Tradition nicht zu....:)
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 02:29
@SuzieQ

will sagen, alles ist möglich, es geht um den Diskurs darüber an Runden Tischen, nachdem die Wehrpflicht ohne Diskurs nach Gutsherrenart ausgesetzt wurde
SuzieQ schrieb am 16.07.2011 um 02:41
"ausgesetzt"
heißt ja nichts anderes als kann morgen schon wieder anders sein
(erinnert mich an handling AKW)
jedenfalls ist öffentliche quantitative Bundeswehrpräsenz (noch) nicht dem Volke zuzumuten,o.ä.
SuzieQ schrieb am 16.07.2011 um 02:54
Und Aussetzen der Wehrpflicht bedeutet vor allem Ende des Zivildienstes, und Krankenhäuser,Altenheime,Kitas werden vertröstet mit dem sog. Bundesfreiwilligendienst.
Nur da meldet sich kaum jemand,und wo kommt jetzt Ersatz für die Zivis her?
Und wieviele werden Berufssoldaten werden wollen?
undundund
luggi schrieb am 15.07.2011 um 21:25
wordmaster
Kein, wirklich kein Tag eignet sich als Tag eines Öffentlichen Gelöbnisses dieser dann wahrlichen Berufsarmee.
Sammelbecken für "Freiwillige" mit dem Gestus jener, gegen die Antifaschisten angetreten waren. Diese zukünftige Armee der brrrd braucht das nicht.
Musste mal geschrieben werden (ohne Nebensätze).

Peh. Es. Titta ist hoffentlich "tot".
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.07.2011 um 21:53
Ist bei ihnen ein Fluß in der Nähe? Ich hoffe er tritt über die Ufer und überschwemmt ihr Haus/Wohnung. Mal sehen ob sie dann Nein sagen zu den "Freiwilligen mit dem Gestus jener, gegen die Antifaschisten angetreten waren" wenn sie ihnen dabei helfen möchten ihren Keller leerzupumpen.
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2011 um 22:20
@luggi

"Peh. Es.
Titta ist hoffentlich "tot".

Wie darf ich, wie soll ich das verstehen?
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2011 um 22:23
@luggi

heute ist die Bundesweh weniger gefährlich als die Parteien, die die Bundeswehr mit und ohne UNO- Mandat unterfinanziert, unterversichert in Auslandseinsätze zu Lasten unserer Sozial- und Gesundheits- , Bildungssysteme schicken
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2011 um 22:23
@luggi

heute ist die Bundesweh weniger gefährlich als die Parteien, die die Bundeswehr mit und ohne UNO- Mandat unterfinanziert, unterversichert in Auslandseinsätze zu Lasten unserer Sozial- und Gesundheits- , Bildungssysteme schicken
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2011 um 22:23
@luggi

heute ist die Bundesweh weniger gefährlich als die Parteien, die die Bundeswehr mit und ohne UNO- Mandat unterfinanziert, unterversichert in Auslandseinsätze zu Lasten unserer Sozial- und Gesundheits- , Bildungssysteme schicken
Joachim Petrick schrieb am 15.07.2011 um 22:26
@Mandelbrot

"..........wenn sie ihnen dabei helfen möchten ihren Keller leerzupumpen".

genau das wird sich auf die Freiwilligendienste, fern der Freiwlligen- m Berufsarmee, ins Ungewisse verlegen
luggi schrieb am 15.07.2011 um 22:28
@ Mandelbrot

bei mir gibt's mehrere Flüsse und Bäche ... aber wenn die über die Ufer treten helfen hier THW, Feuerwehr und andere Freiwillige ... weil die BuWe im Auslandseinsatz ist. Außerdem ist die letzte Kaserne, die bei diesem Katastrophenfall (Pioniere) helfen könnte, geschlossen worden. Also was soll dieser unsinnige Kommentar? Willst du mich provozieren? Da habe ich schon anderen keine Schankz gegeben.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.07.2011 um 23:31
@ luggi

Wer hat denn mit der Provokation angefangen, indem er unsere Soldaten in die Nähe von Faschisten rückte?
apatit schrieb am 16.07.2011 um 00:02
@ Mandelbrot
DIETL-Kaserne in Füssen
(Nach langer und sehr intensiver Diskussion in der Öffentlichkeit wurde die Kaserne im November 1995 in "Allgäu-Kaserne" umbenannt)
FRITSCH-Kasernen in Pfullendorf, Breitenburg, Hannover, Itzehoe, Celle, Koblenz
GOLTZ-Kaserne in Hamburg
KÜBLER-Kaserne in Mittenwald
MÖLDERS-Kasernen in Visselhövede und Braunschweig
RÖTTIGER-Kaserne in Hamburg
WEISE-Kaserne in Rottenburg -
usw. alles "anständige" Deutsche, mit schmucken Ritterkreuzen und Ordensspangen für ihre " Heldentaten " sind das auch Ihre Soldaten?
apatit schrieb am 16.07.2011 um 00:05
... da graut mir schon, bei diesen Herren und der Geist der Truppe, ( nicht alle ) - aber lassen wir das, wird mir zu blöd.
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 00:20
@apatit

war der Fritsch nicht jener, den die Nazis vor dem krieg durch eine sogeannte Homo Affäre aus dem hohen Amt der heeresleitung gekippt, weil der zu wenig kriegslüstern eingestellt war?
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 00:25
@apatit

Danke für die aufschlussgebende Aufstellung.

Gibt es die Erwin Rommel Kaserne nicht mehr?

Warum gibt es keine Stauffenbeg, von Witzleben, Tresckow, Moltke- , von Dohnanyi, Scholl- , Tucholsky, Ossietzky Kaserne ?
apatit schrieb am 16.07.2011 um 00:29
Fritsch war ein nationalistischer Anti-Demokrat. Den sozialdemokratischen Reichspräsidenten Ebert bezeichnete er als "Schweinehund". Für ihn wollten "Pazifisten, Juden, Demokraten, Schwarz-Rot-Gold und Franzosen alles das Gleiche, nämlich die Vernichtung Deutschlands". Ob das andere Zutrifft, weiß ich nicht. Übrigens, es gab damals in der DDR eine Briefmarke von den Geschwister Scholl. Das war Mut darum für mich der 22. Februar!
apatit schrieb am 16.07.2011 um 00:38
Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne (Augustdorf) - ja die auch. Graf-Stauffenberg-Kaserne, die gibt es. "Warum gibt es keine Stauffenbeg, von Witzleben, Tresckow, Moltke- , von Dohnanyi, Scholl- , Tucholsky, Ossietzky Kaserne ?" Das frage ich mich eigendlich nicht mehr!!!
Schachnerin schrieb am 16.07.2011 um 00:43
@luggi,
Du hast diesen Beitrag nicht gelesen
www.freitag.de/community/blogs/oranier/fuer-titta
Ehemaliger Nutzer schrieb am 16.07.2011 um 00:50
@ apatit

Die meisten Kasernen die sie aufgeführt haben, sind doch heute entweder umbenannt oder geschlossen, daher ist das ein alter Hut.

Ansonsten gilt weiterhin, das nicht jeder Wehrmachtsoffizier auch überzeugter Nationalsozialist war. Fritsch gehörte auch zu denen die 1937 Einwände gegen die Kriegspläne Adolg Hitlers hatten.

Zudem erschließt sich mir nicht, was ein Soldat der heute seinen Dienst antritt, für die Benennung der Kaserne kann.
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 00:59
@Schachnerin

"www.freitag.de/community/blogs/oranier/fuer-titta "

Danke für den Link
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 01:03
@Mandelbrot

"....Fritsch gehörte auch zu denen die 1937 Einwände gegen die Kriegspläne Adolg Hitlers hatten."

Danke für die differenzierte Klarstellung.

Fritsch wurde von den eigenen Generalskamaraden treuwidrig gegenüber dem Ehrenkodex der Reichswehr, des Heeres widerstandslos den Intrigen der Nazis überlassen
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 01:06
@apatit

""Warum gibt es keine Stauffenbeg, von Witzleben, Tresckow, Moltke- , von Dohnanyi, Scholl- , Tucholsky, Ossietzky Kaserne ?" Das frage ich mich eigendlich nicht mehr!!!!!!"

ich auch nicht wirklich, außer im Fall des Generlobersten, Feldmarschalls von Witzleben, des Obersten von Schwerin.....
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 01:11
@luggi

"Peh. Es.
Titta ist hoffentlich "tot".

Wie darf ich, wie soll ich das verstehen?

Kein Anschluss unter dieser Nummer mehr?

Machst Du jetzt nach der krassen Bemerkung auch noch krass den toten Briefkasten?
apatit schrieb am 16.07.2011 um 08:51
"Zudem erschließt sich mir nicht, was ein Soldat der heute seinen Dienst antritt, für die Benennung der Kaserne kann." - ER KANN NACHDENKEN! Mandelbrot, warum das heute noch so ist!
apatit schrieb am 16.07.2011 um 08:57
... "Danke für die differenzierte Klarstellung" ... Beim Überfall auf Polen befehligte Fritsch ein Artillerieregiment und starb beim Sturm auf Warschau den sogenannten Heldentod. ( Wie geht denn das ? ) oder ist das ein andrer Fritsch?
apatit schrieb am 16.07.2011 um 09:02
Am 18.10.2010 findet sich ein Artikel mit der Über­schrift Usedom ohne ›Hans Beimler‹. Den Namen Beimler trug ein Schiff der DDR-Volksmarine. Doch wer war dieser Mann? Nun denn, das Schiff war „benannt nach einem kom­munis­tischen ›Spanien­kämpfer‹“ – Spanien­kämpfer ist korrekt nach BRD-Usus in Anführungsstriche gesetzt, weil eben kommunis­tisch, d.h. fremde Heere Ost. Ohne grammati­ka­lische Distanzierung kommt ein deutscher Spanien­kämpfer nur davon, zählte er zur Legion Condor, das ist dann gute westdeutsche Tradition. ( G.Z. im Poetenladen )
Ehemaliger Nutzer schrieb am 16.07.2011 um 09:13
@ Apatit

Und was steht am Ende dieses Nachdenkprozesses? Die Entscheidung eine Laufbahn als Soldat einzuschlagen ist eine ziemlich komplexe und ich denke die wenigsten werden es von der Tatsache abhängig machen, ob die Bennennung einiger Kasernen politisch korrekt ist. Was zählt, ist ob der Geist und die Handlungen dieser Armee auf einer demokratisch legitimieren Grundlage stehen. Und das tun sie, allen Unkenrufen zum Trotz.

Welche Kasernen oder Schiffen sind denn nach Soldaten benannt die in der Legion Condor gekämpft haben? Mhmm?
apatit schrieb am 16.07.2011 um 09:25
@Mandelbrot
Im Traditionserlaß der Bundeswehr heißt es: "Ein Unrechtsregime wie das Dritte Reich kann Tradition nicht begründen:" Trotzdem hat man fünf Kasernen im Bundesgebiet nach Fritsch benannt und zwar aus folgendem Grund: Als man nach dem 2. Weltkrieg gegen den Kommunismus mobilisierte und die Bundeswehr aufbaute, griff man auch ungeniert wieder auf Nazi-Militärs zurück und war daher genötigt, deren Rolle im Nationalsozialismus zu verklären. So schreiben Karl-Heinz Janßen und Fritz Tobias in ihrem :Buch "Der Sturz der Generäle", das mit vielen Legenden um Fritsch aufräumt: Und Mandelbrot, die Unken rufen nur, weil man es versämt hatte/ hat - den Sumpf auch trocken legen zu wollen, dass wissen Sie sicherlich besser als ich.
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 10:35
@apatit

"" ... Beim Überfall auf Polen befehligte Fritsch ein Artillerieregiment und starb beim Sturm auf Warschau den sogenannten Heldentod. ( Wie geht denn das ? ) oder ist das ein andrer Fritsch?"

Stimmt!, Danke für die nachgehende Klarstellung. Das war wir nicht mehr gegenwärtig.
Wir sollten es mit der Differenzierung nicht übertreiben
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 10:40
@apatit

"Am 18.10.2010 findet sich ein Artikel mit der Über­schrift Usedom ohne ›Hans Beimler‹. Den Namen Beimler trug ein Schiff der DDR-Volksmarine. Doch wer war dieser Mann? Nun denn, das Schiff war „benannt nach einem kom­munis­tischen ›Spanien­kämpfer‹“ – Spanien­kämpfer ist korrekt nach BRD-Usus in Anführungsstriche gesetzt, weil eben kommunis­tisch, d.h. fremde Heere Ost. Ohne grammati­ka­lische Distanzierung kommt ein deutscher Spanien­kämpfer nur davon, zählte er zur Legion Condor, das ist dann gute westdeutsche Tradition. ( G.Z. im Poetenladen )"

Das erinnert mich aus DDR- Besuchs- Tagen an ds Hans Beimler Haus in Ostberlin.
Gibt es das hoffentlich noch?

Gut, dass wir, dank Deiner Einrede über Hans Beimler hier gesprochen haben
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 10:43
@Mandelbrot

"Was zählt, ist ob der Geist und die Handlungen dieser Armee auf einer demokratisch legitimieren Grundlage stehen. Und das tun sie, allen Unkenrufen zum Trotz."

Die Hoffnung sirbt als vater des gedankens zuletzt.
Die Soldaten/innen bestimmen womöglich leider als Letzte den Geist der Einsatztruppe!?
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 11:04
@Mandelbrot

"....ob die Bennennung einiger Kasernen politisch korrekt ist"

Da genau ist die Politik, sind wir zum mentalen Schutz der Angehörigen der Bundeswehr gefragt .

"Welche Kasernen oder Schiffen sind denn nach Soldaten benannt die in der Legion Condor gekämpft haben? Mhmm?"

Gute Frage!
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 11:04
@apatit

"war daher genötigt, deren Rolle im Nationalsozialismus zu verklären. So schreiben Karl-Heinz Janßen und Fritz Tobias in ihrem :Buch "Der Sturz der Generäle", das mit vielen Legenden um Fritsch aufräumt: "

Was letzendlich durch mildtätige Mitwirkung des Staatsekretärs Ernst von Weizsäcker im Aussenministerium des Deutschen Reiches und späteren Botschafters beim Vatikan nach 1945 unterfüttert wurde
"Es waren nicht alle Hitlers, z. B. der von 1933, 1934 "Röhm- Putsch, außergesetzliche Liquidierung des Hitler Konkurrenten Ernst Röhms samt Ermordung des Generals Schleicher und Gattin, Generäle, Staatssekretäre, Minister wie Todt, Albert Speer schlecht.
Joachim Petrick schrieb am 21.07.2011 um 14:44
@luggi

Wo hattest Du noch den 19. April als Bundeswehr Gelöbnistag vorgeschlagen?
Joachim Petrick schrieb am 21.07.2011 um 14:44
@luggi

Wo hattest Du noch den 19. April als Bundeswehr Gelöbnistag vorgeschlagen?
Joachim Petrick schrieb am 21.07.2011 um 14:44
@luggi

Wo hattest Du noch den 19. April als Bundeswehr Gelöbnistag vorgeschlagen?
Joachim Petrick schrieb am 21.07.2011 um 14:45
@luggi

ach Ja, das war ja im anderen Blog von mir
Joachim Petrick schrieb am 21.07.2011 um 14:47
@luggi

jetzt weiss ich warum!

siehe:

www.weisse-rose-stiftung.de/netzwerk/public_html/

Geschwister-Scholl-Tag 19. 04. 2011 - Ein Projekttag für Demokratie und Toleranz
Joachim Petrick schrieb am 21.07.2011 um 17:19
@luggi

weiterer interessanter Link:

de.wikipedia.org/wiki/Geschwister-Scholl-Stiftung

Die Geschwister-Scholl-Stiftung wurde 1950 von Inge Scholl im Gedenken an ihre Geschwister Sophie und Hans Scholl gegründet, die 1943 als Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose von den Nationalsozialisten hingerichtet wurden.
Joachim Petrick schrieb am 21.07.2011 um 17:21
@luggi

siehe:

www.weisse-rose-stiftung.de/

Aktuelles und Veranstaltungen
In memoriam Anneliese Knoop-Graf
Ein Kunstprojekt der Weiße Rose Stiftung e.V.
Kuratoren: Doreen Mende, Axel J. Wieder
Projektleitung: Marlene Rigler, Platform3
Koordination: Sven Christian Schuch

Mit der Performance von Loek Grootjans (NL) wurde das Projekt "Verdeckte Adressaten" in der Thomas Mann Halle in der Ludwig-Maximilians-Universität München eröffnet. Das anschließende Kuratorengespräch in der DenkStätte Weiße Rose zur Thematik "Strategien des Gedenkens, Kulturen des Erinnerns" diskutierte das Potential künstlerischer Formate für die heutige und zukünftige Erinnerung an den Widerstand der Weißen Rose.
poor on ruhr schrieb am 16.07.2011 um 11:55
@JP

Natürlich der 22te Februar! Du hast vollkommen recht.

LG

por
Joachim Petrick schrieb am 16.07.2011 um 14:00
@por

Danke für die Zustimmung!

tsü

Jochen
Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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