Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

09.02.2012 | 18:19

Alzheimer, oder die Medizinalisierung des Alterns?

"Ist mit Chronifizierten Alzheimer Erkrankten gut Kasse machen?, wenn ja, für wen, für wen nicht?"

So wichtig die Erforschung des Krankheitsbidles "Alzheimer" sein mag und mit Gewissheit ist, so unheilschwanger wirkt dabei der offensive Versuch, das Altern allgemein medizinalisiert den Produkten der Pharmazie zu überantworten.
Das Verhängnis dieser Medizinaliiserung des Alterns ist dabei, dass der pharmazeutisch- medizinische Komplex in unseem Lande, zu Lasten der Allgemeinen Lebens-, Wohnverhältnisee, der haushaltsnahen Betreuung, Begleitung, Beratung und Pflege immer mehr Mittel aus den Kranken- , Pflege- , Gesundheitskassen, der Familien- und Sozialpolitik an sich zieht.

Die Rekrutierung von angeblich und wohl auch wirklich erkrankten Prominenten aus Film, Sport, Kultur, Kunst, Medien, Poltik dient dabei seit Jahrzehnten als robustes aufgestelltes Vehikle, bestimmte Richtungen der Medizinalisierung des Geundheitswesens und hier insbesondere des Heranwachsens, der Midlife Crisis und dann des Alterns medial zu befeuert, als"Nonplusultra" ins Bewußtsein der Bevölkerung zu heben..

Inzwischen vollzieht sich im Wege der gesetzlichen Festlegung, chronifiziert Erkrankte, darunter Demenszerkrankte, in besonderer Weise mit Ressourcen an Personal und Finanzen, zu Lasten der allgemein, medizinisch eher nicht erfaßten, Betreungsbedürftigen, gleich welchen Alters, zu bedeneken, ein wundersamer Prozess der noch wundersameren Mehrung der Diagnosestetllung chronfizierter Erkrankter, voran die Diagnose "Alzheimer" "Demenz", ohne Aussicht auf Wiederkehr in vorherig gesündere Allgemeinzustände?

"Ist mit Chronifizierten, angesichts der Gesetzeslage, insgesamt gut Kasse machen?, wenn ja, für wen, für wen nicht?"

Für den Medizinisch-Phamazeuthischen Klinikkomplex sieht es ganz danach aus.

Birgt, insbesonder unsere alternde Gesellschaft (Demografischer Faktor) da für diesen Medizinisch-Phamazeuthischen Klinikkomplex, gleichsam einer Goldgrube, ein gigantisches
"Moneten der Proleten Kasse Machen" Potential?

Walter Jens, der selber vor Jahren mit Hans Küng ein Buch über "Das in Würde sterben" geschrieben hatte, hat von mentalen Altersgebrechen, womöglich in Folge der Überdosierung oder falscher Medikation, geplagt und gezeichnet, die mentale Kraft aufgebracht, nicht aus falscher Eitelkeit, die in seinem Buch angekündigte Selbsttöung zu wählen, sondern seinem Sohn Tilman leise weise zu bedeuten, der ihn ziemlich streng an den Text seines Bestsellers erinnerte:
"Ja! Ja!" Du hast ja recht. Das ist wohl wahr. Das habe ich so geschrieben. Ich wollte, wenn es soweit ist, Niemandem zur Last fallen, um in angeblicher Würde zu sterben, mich selber töten.
Aber ich sag Dir was, Tilman!,
auch das schlichte Leben, gemeinsam Trinken, Essen, miteinander Reden, Zuhören, schweigend Sinnen, mit anderen Spazierengehen, die Sonne genießen, den Einkorbwagen im Supermarkt schieben, ist einfach schön!"
(Quelle: Tilman Jens Buch über seinen Vater)

Mehr weise Botschaft eines prominenten Rhetorikprofessors an seinen Sohn über das Altern, über Hinfälligkeit, Vergesslichkeit, Konzentrationseinbrüche, Wortfindungsprobleme, den Sinn des einfachen Leben schlechthin war nie
Danke Walter Jens!

inzwischen hat Walter Jens Sohn, Tilman Jens, auch öffentlich seine vorher demonstrativ zur Schau getragene Strenge gegenüber seinem Vater abgelegt und ganz neue Seiten an seinem Vater Walter Jens entdeckt, kennen- und schätzengelernt.
"Bravo Tilman Jens!"

JP

siehe:

maybritillner.zdf.de/ZDFde/inhalt/27/0,1872,8471451,00.html

Maybrit Illner    Sendung 09.02.2012

Der frühere Fußball-Manager Rudi Assauer macht in diesen Tagen seine Krankheit publik.
Angst vorm Vergessen

Wie leben mit Alzheimer?

Von einem Moment auf den anderen ändert sich alles im Leben: Diagnose Alzheimer. Das Ich wird verschwinden, die Medizin hat dagegen keine Waffen, sie kann den Krankheitsverlauf verlangsamen, aber nicht wenden - am Ende bleibt nur die äußere Hülle der früheren Persönlichkeit. Die Angst vor dem Vergessen ist groß, für viele sind Alzheimer und Demenz ein Tabuthema. Der frühere Fußball-Manager Rudi Assauer macht in diesen Tagen seine Krankheit publik.
 

 
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Kommentare
Joachim Petrick schrieb am 09.02.2012 um 18:23
maybritillner.zdf.de/ZDFde/inhalt/27/0,1872,8471451,00.html

Der frühere Fußball-Manager Rudi Assauer macht in diesen Tagen seine Krankheit publik.
Angst vorm Vergessen

Wie leben mit Alzheimer?

Von einem Moment auf den anderen ändert sich alles im Leben: Diagnose Alzheimer. Das Ich wird verschwinden, die Medizin hat dagegen keine Waffen, sie kann den Krankheitsverlauf verlangsamen, aber nicht wenden - am Ende bleibt nur die äußere Hülle der früheren Persönlichkeit. Die Angst vor dem Vergessen ist groß, für viele sind Alzheimer und Demenz ein Tabuthema. Der frühere Fußball-Manager Rudi Assauer macht in diesen Tagen seine Krankheit publik.

09.02.2012

Christine Haderthauer. Quelle: ZDF
ZDF
Zu Gast: Christine Haderthauer
Tilman Jens. Quelle: imago
imago
Zu Gast: Tilman Jens
Werner Hansch.
Zu Gast: Werner Hansch
Autorin Dr. Marianne Koch. Quelle: Burda
Burda
Zu Gast: Marianne Koch
Dr. Werner Bartens. Quelle: dpa
dpa
Zu Gast: Werner Bartens

Schon vor ihm sind zahlreiche Prominente oder deren Angehörige an die Öffentlichkeit gegangen, Tilman Jens zum Beispiel. Er beschrieb in einem Buch "Demenz - Abschied von meinem Vater" den rasanten Krankheitsverlauf bei Walter Jens, einem der führenden Intellektuellen Nachkriegsdeutschlands. Die Familie sei sich "von Anfang an einig gewesen, die Krankheit nicht zu verstecken", begründete er diesen umstrittenen Schritt.

Diagnose Demenz

Verstecken lassen sich Demenz und Alzheimer ohnehin nicht mehr: In Deutschland leben etwa 1,3 Millionen demente Menschen, fast zwei Drittel haben Alzheimer. Eine wirksame Therapie gegen die Erkrankung, die sich durch Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn zeigt, steht nach wie vor aus. Jedes Jahr werden bis zu 300.000 Demenz-Neuerkrankungen diagnostiziert, davon 120.000 Alzheimer-Fälle. Bis zum Jahr 2050 wird diese Zahl laut Vorausberechnungen der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft auf etwa 2,6 Millionen steigen.

Die Belastungen, die durch Alzheimer und Demenz auf unsere immer älter werdende Gesellschaft zukommen, sind gigantisch. Doch noch immer wird das Thema verdrängt und vergessen, auch in der Politik. Pflegebedürftige haben keine Lobby und die Pflegenden viel zu wenig Unterstützung. Erika Weber kümmert sich seit Jahren selbst um ihren an Alzheimer erkrankten Mann und kämpft auf ihre Weise um Öffentlichkeit und Unterstützung. Sie freut sich nun über die Hilfe: "Es ist ungeheuer wichtig für uns alle, dass prominente Demenz-Fälle wie Assauer und Familie Jens in die Öffentlichkeit gehen. Wir brauchen jede Unterstützung, damit endlich neue flexiblere Pflegemodelle für die Zukunft geschaffen werden."

Helfen - aber wie?

"Man will es nicht wahrhaben", schildert Rudi Assauer seine Situation. Gilt das auch für die ganze Gesellschaft und die verantwortliche Politik? Warum ist die Angst vorm Vergessen so groß? Wie geht es Menschen mit Alzheimer, wie den Angehörigen, was hilft? Braucht es mehr Anerkennung, mehr Aufklärung, oder - wie so oft im Gesundheitssystem - vor allem mehr Geld und mehr ausgebildete Pflegekräfte? Wie lässt sich verhindern, dass das Thema Alzheimer in Deutschland schon bald wieder vergessen wird? Darüber spricht Maybrit Illner mit ihren Gästen. "maybrit illner" mit dem Thema: "Angst vorm Vergessen - wie leben mit Alzheimer?" am Donnerstag, 9. Februar 2012, um 22.15 Uhr im ZDF.
Infobox
Die Gäste:

Christine Haderthauer (CSU), Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
Werner Hansch, gehört zu Rudi Assauers engsten Vertrauten, Sportreporter-Legende "Stimme des Ruhrgebiets"
Erika Weber, pflegt ihren an Alzheimer erkrankten Ehemann
Tilman Jens, Journalist und Autor, schrieb u. a. mit seinem Buch "Demenz - Abschied von meinem Vater" gegen die Tabuisierung von Demenz- und Alzheimer-Erkrankungen an
Dr. Marianne Koch, Ärztin und Medizin-Journalistin
Werner Bartens, Dr. med. und leitender Redakteur im Wissenschaftsressort der "Süddeutschen Zeitung", Autor
Prof. Matthias Endres, Leiter der Klinik für Neurologie an der Berliner Charité
Stepstone schrieb am 12.02.2012 um 19:16
Hallo Joachim Petrik, Sie haben mir einen grossen
Dienst erwiesen, da Sie meine Meinung zur Alters-
demenz und die derzeitige Geschäftemacherei gut
beschrieben haben. Ich bin 84 Jahre alt und es ist halt
so, dass die Namen und Geburtstage nicht mehr so
präsent sind, wie vor 50 Jahren. Ich hatte das Unglück,
gleich drei Freunde an dieser schrecklichen Krankheit
zu verlieren - sie waren erst um die 50 Jahre alt.
Aber daraus eine Sause zu machen, ist einfach schäbig!
Stepstone schrieb am 12.02.2012 um 19:21
Bitte nicht falsch verstehen: Jeder, der seine
Zeit und Arbeiskraft in die Erforschung und
Behandlung der Altersdemez, egal, wie man sie
nennt, einbringt, hat mein volles Verständlnis
und so weit möglich, meine Unterstützung!
Joachim Petrick schrieb am 12.02.2012 um 23:06
Hallo Joachim Petrik, Sie haben mir einen grossen
Dienst erwiesen, da Sie meine Meinung zur Alters-
demenz und die derzeitige Geschäftemacherei gut
beschrieben haben"

Danke für die Zustimmung!
Joachim Petrick schrieb am 12.02.2012 um 23:07
@Stepstone

"Hallo Joachim Petrik, Sie haben mir einen grossen
Dienst erwiesen, da Sie meine Meinung zur Alters-
demenz und die derzeitige Geschäftemacherei gut
beschrieben haben"

Danke für die Zustimmung!
Joachim Petrick schrieb am 13.02.2012 um 00:35
@Stepstone

Was macht Sie so gewiss, dass Sie Ihre drei Freunde an diese angebliche Krankheit "Alzheimer" verloren haben?
Es gibt viele Aneizchen, dass diese Diagnosestellung "Alzheimer" im Sinne des ausgeprägten Bildes einer Demenz auf sehr fragilen Füssen steht.
Der Chemiker Alzheimer hat in seinen Studien die Bildung von Plaquets im Hirn nachgewiesen. Welche Wirkung diese Plaquets auf die Hirnleistung wirklich haben ist damit noch lange nicht erforscht.
Inzwischen ist es angeblich gelungen, solche Palquets medikamentös im Hirn aufzulösen. Trotzdem hat sich keine Besserung der Hirnleistung dieser Patienten einstellen wollen.

Also ist da mehr als Vorsicht geboten, wenn die Diagonse"Alzheimer" als Krankheitsbild in der chronifizierten Form einer Demenz ärztlich kommuniziert wird.

Menschlich interessanter ist doch da eine ganz andere Frage:
"Der Mensch wird geboren, um, unzureichend mit Mitteln ausgestattet, gefordert, gefördert, sich begeistert auf den Weg des Wachstums, des Heranwachsens, Erwachsenswerden als ganz persönliches Unternehmen des Gelingens zu begeben und dies aus guten Gründen erwobener Bildung, Ausbildung, Weiterbildung, Spezialisierung im Leistungsvermögen auch so zu kommunizieren.

Nur eine Lebensphase ist, wie früher die Weltkarte voller weißer Flecken. Fürs Alter gibt es kaum kommunizierte Entwürfe, Konzepte, Vorstellungen, Think Tanks der Begeisterung des Gelingens.

Der Neurobiologe Gerald Hüther bringt es in seinen Vorträgen auf den Punkt:
"Das Gerede vom Hirnabbau überhaupt und insbeondere im Alter entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Wenn Kindern beim Lernen die Begeisterung für eim Thema fehlt, bilden diese kaum Verbindungen, Schaltkreise, Venetzungen im Hirn.

Wenn wir in Schulen, Ausbildung, Studium, Beruf, Kultur, Politik, Sport niemals gefordert, gefördert wurden, unsere Begeisterung für das Gelingen einer Sache, eines Unternehmens ernst zu nehmen, so werden wir insbeondere in Phasen des wirklichen und gefühlten Scheiterns, in Krisen, spätestens im Alter, Gefahr laufen, entgeistert, mit leeren Händen dazustehen.

Das Gelingen braucht Begeisterung, wie das Lernen überhaupt ohne Begeisterung im günstigsten Fall nur eine "Trockenübung" bleiben wird.

Das Alter als Lebensphase braucht Vorstellungen vom Gelingen, um sich für sich selber u. a. zu begeistern?
Eine Idee des Gelingens im Alter könnte vielleicht sein, sich für das gegenseitige Erzählen persönlicher Geschichte im Kreis mit anderen zu begeistern.

Dass Tiere, Pflanzen auch, wie Menschen, denken können, wissen wir inziwischen.
Was wir nicht wissen, ob sich Tiere, Pflanze auch, wie Menschen, recht gefordert und gefördert, für das scheinbar und wirklich anlasslose Denken begeistern können, wissen wir nicht
Joachim Petrick schrieb am 13.02.2012 um 03:34
@Stepstone

Anderereits stellte ich bei Untersuchungen heraus, dass Menschen mit diesen Plaquets nicht notwendig an Demenz erkranken.
Joachim Petrick schrieb am 13.02.2012 um 03:34
@Stepstone

Anderereits stellte ich bei Untersuchungen heraus, dass Menschen mit diesen Plaquets nicht notwendig an Demenz erkranken.
Joachim Petrick schrieb am 13.02.2012 um 03:34
@Stepstone

Andererseits stellte ich bei Untersuchungen heraus, dass Menschen mit diesen Plaquets nicht notwendig an Demenz erkranken.
Joachim Petrick schrieb am 13.02.2012 um 17:04
@Stepstone

Andererseits stellte sich bei Untersuchungen heraus, dass Menschen mit diesen Plaquets im Hirn nicht notwendig an Demenz erkranken.
Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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