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Das stumme Elend der Lehrbeauftragten/innen in Zeiten der Grenzfälle nach Osteuropa
Wie die akademische Schicht in Deutschland mit Ihresgleichen Schlitten ins monetäre Elend fährt.
In der Robert Schumann Universität Düsseldorf/NRW ist das stumme Elend der Lehrbeauftragten/innen besonders drastsich zu besichtigen.
Anders als ihre professoral festangestellten Kollegen/innen erhalten Lehrbeauftragte/innen als Honorarkräfte in den gleichen wissenschaftlichen Tätigkeitsfeldern kein Eltern- , Mutterschafts- , Urlaubs- , noch Weihnachtsgeld, geschweige denn Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
Das Honorar für Lehrbeauftragte/innen an der Robert Schumann Universität Düsseldorf/NRW erreicht die lichte Höhe € 25.-/h.
Lehrbeauftragten/innen ist es nur erlaubt, 10 Stunden/Woche eine Lehrtätigkeit auszuüben. D. h. Lehrbauftragte/innen bewegen sich monatlich in einem Einkommensbereich von Hartz IV- Empfängern/innen von ca. 600.- bis 800.- €/monatlich.
Die Tendenz zum Hartz IV Aufstocker/in nach dem Verbrauch des Restvermögens vor dem Schonvermögen für die Lohnsubvention zu Gunsten des staatlichen Arbeitgebers, in diesem Fall des Bundeslandes NRW, ist unverkennbar.
Das Lehrbauftagtenwesen wurde auf Kiel gelegt, von allen Bundesländern dereinst vom Stapel gelassen, um unvorhersehbare personelle Engpässe im Lehrbetrieb der Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen, Akademien, Fachschulen unbürokratisch galant elegant, flexibel ergänzend, zu überbrücken.
Inzwischen ist laut Untersuchung der Gewerkschaft für Erziehung & Wissenschaft (GEW) aus der Ergänzung eine Sicherung des Lehrbetriebes in allen Bundesländern geworden.
Allein in der Robert Schumann Universität Düsseldorf/NRW wird das dramatisch sichtbar, denn neben 46 festangestellten Professoren/innen als Dozenten/innen sind 230 Lehrbauftragte/innen als freiberufliche Honorarkäfte engagiert.
In den letzten acht Jahren ist der Personalbestand hinichtlich der festangestellten Professoren/innen als Dozenten/innen gleich geblieben, während der Personalbestand an Lehrbeauftragten/innen um über 40 % angestiegen ist.
Der Lehrbetrieb in den Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen, Akademien, Fachschulen leidet, mental & materiell, unter diesen asymmetrischen Personal- Verhältnissen mit der Ausprägung des Vollbildes eines Zweiklassensystems unter "Gleichen" im Personalwesen.
Da nicht die staatlichen Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen, Akademien, Fachschulen der wirkliche Arbeitgeber sind, der die Rahmenbedingungen für den Lehrbetrieb bestimmt, sondern der wirkliche Arbeitgeber die Bundesländer selber sind, die den Wissenschafts- und Lehrbetrieb in allen Bundesländern als Manöveriermasse für ihre desolate Haushaltspolitik zu ínstrumentalisieren suchen, wurden sogar schriftlich erbetene Stellungnahmen zu den vorliegenden Untersuchungsergebnissen der GEW von den verantwortlichen Landesministerien schlichtweg verweigert.
Da bleibt es nur in den Händen der Lehrbeauftragten/innen selber, mit Hilfe der GEW und der medialen Öffentlichkeit, einen entsprechenden, nicht nur angesichts der fallenden Grenzen nach Osteuropa, Druck aufzubauen, um deren akademisches Elend auf die politische Agenda in den Bundesländern, im Bund und der EU zu setzen.
Einen ersten Druck gibt es von Lehrbeauftragten/innen aus NRW.
Lehrbeauftragte nehmen an den Hochschulen zum Teil die gleichen Aufgaben wahr, wie festangestellte Dozenten, bekommen aber durchschnittlich nur 40 Prozent des Gehalts.
Mit einem Aktionstag machen Lehrbeauftragte an den vier Musikhochschulen in Nordrhein-Westfalen auf diesen Missstand aufmerksam.
JP
siehe:
www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/1450707/
05.05.2011 · 14:35 Uhr
www.dradio.de/dlf/vorschau/
05.05.11 / 14:35 Uhr
Campus & Karriere
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Einen ersten Druck gibt es von Lehrbeauftragten/innen aus NRW.
Lehrbeauftragte nehmen an den Hochschulen zum Teil die gleichen Aufgaben wahr, wie festangestellte Dozenten, bekommen aber durchschnittlich nur 40 Prozent des Gehalts. Mit einem Aktionstag machen Lehrbeauftragte an den vier Musikhochschulen in Nordrhein-Westfalen auf diesen Missstand aufmerksam. JP siehe: www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/1450707/ 05.05.2011 · 14:35 Uhr www.dradio.de/dlf/vorschau/ 05.05.11 / 14:35 Uhr Campus & Karriere |
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Vielen Dank.
Interessante Infos. ...und dann sagen sebst Menschen wie Frau Merkel immer , dass an der Bildung nicht gespart werden soll! Von Rechts wegen müssten Deine Infos ein gesellschaftlicher Skandal sein, aber die Entsolidaridierung der Gesellschaft führt dazu, dass die von Dir aufgeführten Fakten nicht mehr auf einem breiten Fundament skandalisiert werden und dass demzufolge auch leider keiner keiner die dringend bebötigte Abhilfe leisten muss oder gar für den nicht skandalisierten Skandal verantwortlich ist. por |
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@por
ob sich das ganze politische Dilemma daran ermessen läßt, dass zuviele als Säulenheilige an die Leuchtkraft von Leuchtturmpolitiken glauben?, nicht einmal ahnen, dass Leuchttürme durchaus ihre unmittelbar nahe Gegend erhellen, aber nicht die Bildung, Ausbildung, das Wiisen, die Forschung in der Fläche nähren |
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Ja, lieber Herr Petrick. So läuft das bei uns Musikern. Wir dürfen jahrzehntelang studieren (Musiker studieren in der Regel vom 12. bis zum 26. Lebensjahr an Musikhochschulen) und müssen anschließend dankbar dafür sein, dass die Hochschule, die über 14 Jahre Geld mit einem verdient hat, anschließend einen Mini-Job mit pseudo-akademischem Prestige für die gar nicht mehr so jungen Berufseinsteiger bereitstellt.
Auf ins Ausland kann ich da nur sagen! Wie war das nochmal mit dem Fachkräftemangel? |
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@Die Entfaltete Frau
Danke für Ihre Einlassung. Ich finde das mit Ihnen mehr als erschütternd |
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Ja, aber wir sind ja alle ganz fröhlich dabei! So mitten im Projekt, Mitte 30 (da gibt es doch bloß so'n paar Krankheitstage, höchstens 26€ Lohnverlust pro Tag), mitten im Leben! Und das Tollste ist, wir können jetzt schon unser noch gar nicht geerbtes Erbe aufbrauchen und unsere Eltern dürfen sich lebendig darüber empören, dass wir ihr hart erarbeitetes Geld (unser unverdientes Geld) nicht in unsere Zukunft investieren, sondern unsere dringend benötigten Gebrauchtwagen davon abbezahlen, gern auch mal die KSK-Beiträge nebenfinanzieren. Gut gelaunt im Projekt und noch fast ganz knackig und voll am Anfang von was.
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@JP
Ich auch. |
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@Die Entfaltete Frau
Bitter. Wirklich bitter. Habe ähnliche Erfahrungen aus einem anderen Bereich , aber ich möchte damit nicht auf Ihren Kommentar antworten. Müsste eigentlich viel mehr solcher Kommentare geben, weil sie auf der einen oder anderen Art der Lebenswirklichkeit immer mehr Menschen in Deutschland entsprechen. Wünsche Ihnen unbekannterweise Alles erdenklich Gute!!! |
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Danke, poor, ich Ihnen auch.
Und wer weiß, ob wir die Tage der zweckentfremdeten Laternenpfähle nicht doch noch erleben werden. Andererseits, in Deutschland wohl eher nicht... |
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Sagen wir mal so,
die Zeiten der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts sind vorbei, als u.A. und nicht zuletzt wegen dem Wettbewerb der Systeme so manche (höhere) Bildung im Sinne der Herrschenden, der Mächtigen, der fast alles Besitzenden nicht ganz zielgerichtet war. Heute, unter dem alternativlosen, dem neoliberalen Diskurs des Funktionierens, der Kostenschranken und des verschulten Bachelor ist dem nicht mehr so. Und wenn das akademische Proletariat ökonomisch diszipliniert wird - weil es eben dahingehend noch einen Überhang gibt - so ist dies immer noch besser, als in wirklich konfrontativen Zeiten Laternen und Bäume, Landwehrkanäle etc. zweckentfremden zu müssen. Ironie? Sarkasmus? Zynismus gar? Oder einfach nur der zu realisierende, zu konstatierende Blick in eine erwartbare Zukunft, so oder so? |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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