Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

20.04.2011 | 01:51

das Geschäft mit chronifiziert Kranken

Patienten als "Einkommensplätze" von Ärzten/innen, Apotheken, der Pharmaindustrie?

von der Arbeits- zur Einkommensplatzkultur rundum die Uhr.

Profit statt Patientenschutz.

Unternehmen verdienen zunehmend, darunter insbesondere in der Pharmaindustrie, daran, Menschen chronfiziert als Patienten stillgelegt, zu Einkommensplätzen ihrer pharmazeutischen Produkte zu machen.

Das gelingt absehbar und belegbar im Bereich solcher  Diagnosestellungen wie der chronifizierten Schizophrenie- , Depressions- ; Demenz- Erkankenkungen

Seit Einführung des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) mit Wirkung zum 1.1.2011 ist das deutschlandweit nicht nur möglich, sondern wird das offensiv vom FDP Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler gewollt vertreten.

Auf diesem Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) liegt kein Segen, weil dieses Gesetz psychosoziale Gefahrenlagen für das bestehende Modell der so genannten Integrierten Versorgung

"Ein enges Netz aus Therapeuten, Kliniken und niedergelassenen Ärzten die Patienten bestmöglich betreuen".
heraufbeschwört.
Fürchten müssen dieses Gesetz Menschen, die an Schizophrenie, Depression, Demenz erkranken oder bereits erkrankt sind, weil sich die Pharmaindustrie aktuell in die Integrierte Versorgung in Niedersachsen, dem politischen Stammland von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, hinein drängt, um dieses Netz der integriert multiprofessionellen Versorgung von psychisch Kranken, erst zu marginalisieren und dann als gegenstandslos aufzulösen.

Die Pharma-Firma Janssen-Cilag baut mit  einer ihrer Tochtergesellschaften im Auftrag der AOK Niedersachsen für 13.000 Schizophrenie-Patienten ein medizinisch- pharmazeutisches  Versorgungsnetz auf.
Nicht von ungefähr ist dieser Pharmakonzern Janssen-Cilag, wiederum eine Tochterfrirma des pharmazeutischen Globalplayers Johnson & Johnson/USA, einer der größten Hersteller für Schizophrenie-Medikamente.
Grundsätzlich  ist das durch die Einführung des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) zum 1.1.2011 deutschlandweit nicht nur, dereguliert legalisiert, möglich, sondern auf der Basis des gegenseitig profitablen Vorteils von grundsätzlich durchsichtiger  Absicht.

Nicht nur Experten fürchten um das Wohl der Patienten

Werner Hesse, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, kritisiert diese Entwicklung:
"Da besteht die ganz große Sorge, dass der Absatz der Pharmazeutika im Vordergrund steht und nicht die optimale Therapie der Patienten."

Professor Peter Schönhöfer, Bremer Pharmakologe und bekannter  Kritiker der Pharmaindustrie, fürchtet um das Wohl der Patienten meint:
"Es geht den Firmen nur um Profit."
An die Gelder der Versicherten ranzukommen sei immer das Ziel der Pharmaindustrie gewesen, entweder als reiner Warenanbieter oder jetzt als Anbieter der kompletten Behandlung".

Mit Einführung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes zum 1. Januar 2011 ist genau das möglich - nicht nur im Bereich chronifizierter Schizophrenie, sondern auch bei Depression, Demenz..

Das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) löst da den fatalen Anreiz für ambulant wie stationär behandelnde Ärzte/innen aus, ihre an Schizophrenie, Dpression, Demenz erkrankten Patienten/innen vorschnell eine Chronifizierung ihres Leidens zu attestieren, was für Ärzte/innen, Apoheken  wie pharmazeutische Unternehmen mit ihren Präparaten den Gewinn entfaltet, zusätzliche Leistungen aus dem gerade, mit Ach & Krach, aufgestellten Gesundheitsfond auszulösen.
Auf diese zusätzlichenLeistungen aus dem Gesundheitsfond im Fall chronifizierter Erkrankungen einer absehbar wachsenden Zahl von Patienten/innen aus ihrem Mitgliederbestand hat es auch die "unterfinanzierte" AOK/ Niedersachsen im großen Stil abgesehen.

Die AOK/Niedersachsen muss sich bereits den Vorhaltungen der zdf- Sendung Frontal 21 vom 19.04.2011 erwehren, ihre Mitgilieder im Fall der Erkrankung an Schizophrenie, Depression, Demenz, zu nötigen, solchen Vertragswerken mit  der Pharma-Firma Janssen-Cilag beizutreten und sich deren medizinisch- pharmazeutischem  Versorgungsnetz in Niedersachsen fraglos anzuvertrauen.

"Auf diesen Vorhalt versichert die AOK/Niedersachsen treuherzig, sie werde strikt alle verfügbaren Kontrollinstrumente einsetzen, um einer überbrodend zusätzlichen Verschreibung von Psychopharmaka in diesen neuen Netzwerken entgegen zu wirken."

Das wird der AOK bei den verschachelten Eigentums- und Betreiberverhältnissen der Träger dieser neuen Netzwerke kaum gelingen, setzt doch die Puppe Janssen-Cilag der Puppe Johnson & Johnson/USA bereits selber als Träger des neuen Netzwerkes ein Subunternehmen als weitere Puppe ein.

Viel naheliegender und einfacher wäre es da für die AOK/Niederschsen, Verschreibungen von Pharmaka deckelnd wie kontrollierend wirksam zu sein, wenn die AOK offensiv Behandlungspläne des bereits bestehenden integrierten Netzwerkes für anfragende Patienten/innen vorbehaltlos, die "Sprechende Medizin" fordernd und fördernd, genehmigen und nicht, ausbremsend, verschleppen würde.

Zeigt das nicht einmal mehr die gesundheits- wie sozialpolitisch dramatische Kehrseite der Abkehr von der Arbeitskultur zur

"Einkommensplatzkultur",

die Befundsträger/innen  nicht nur braucht, sondern produziert, die darauf abhebt,  Menschen als chronifizierte Patienten/innen stillzulegen, um über allerlei pharmazeutische Anwendungen, Behandungspläne ohne zeitliche Begrenzung, Einkommen, Profit, finanzielle Leistungen für das eigene Unternehmen aus dem bestehenden Sozial-  , wie Versorgungs- System zu Lasten der Patienten/innen, zu Lasten der Allgemeinheit aus dem Gesundheitsfond abzurufen?

Besteht also von bestimmter Seite geradezu ein engagiertes Interessse an der Verbreitung von Arbeitslosigkeit in der Welt, um, u. a. pharmazeutisch. in die Verwertung der absehbaren Folge- Erkrankungen, Störungsbilder von Unterforderung, Unterbeschäftigung, Arbeitslosigkeit, fehlender sozialer wie  fachlicher Ansprache  zu gehen?

Diese Art in die Verwertung zu gehen, kannten wir bisher eher nur aus dem Finanzbereich im Rahmen der Weltfinanzkrise von 2008.
Wo insbesondere die Deutsche Bank nicht nur in Deutschland, sondern vor allem in den USA, Hauseigentümern die Hypoheken, begründet oder unbergründet, einfach kündigte, mit zeitlichem Nachdruck forciert in die Zwangsversteigerung schickten, um ultrabrutal in die Verwertung der verbrieften Sicherheiten in Gestalt der Immoblien und Grundstücke  zu gehen.


"Das schwarzgelbe Geschäft mit chronifiziert Kranken"

JP

siehe:

frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,1001633,00.html?dr=1

frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,8232175,00.html

Die Tricks der Pharmaindustrie
Profit statt Patientenschutz

von Dana Nowak und Astrid Randerath

 
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Kommentare
hadie schrieb am 20.04.2011 um 11:25
Der Beitrag von Nowak/Randeraht ist eine der seltenen Sternstunden bzw. -minuten des ö.-r. Fernseh-Journalismus. Ich habe gestern auch alles fallen gelassen und bin in den Fernsehsessel geplumpst, weiter so!
Joachim Petrick schrieb am 20.04.2011 um 14:47
@hadie

gut zu wissen, dass ich nicht allein ungläubig hingeschaut habe.
Joachim Petrick schrieb am 20.04.2011 um 14:48
@hadie

...........und dann die AOK die auf den Vorhalt der Redaktion von Frontal 21
folgendes kursiv zum Besten gab:

"Auf diesen Vorhalt versichert die AOK/Niedersachsen treuherzig, sie werde strikt alle verfügbaren Kontrollinstrumente einsetzen, um einer überbrodend zusätzlichen Verschreibung von Psychopharmaka in diesen neuen Netzwerken entgegen zu wirken."

Das wird der AOK bei den verschachelten Eigentums- und Betreiberverhältnissen der Träger dieser neuen Netzwerke kaum gelingen, setzt doch die Puppe Janssen-Cilag der Puppe Johnson & Johnson/USA bereits selber als Träger des neuen Netzwerkes ein Subunternehmen als weitere Puppe ein.

Viel naheliegender und einfacher wäre es da für die AOK/Niederschsen, Verschreibungen von Pharmaka deckelnd wie kontrollierend wirksam zu sein, wenn die AOK offensiv Behandlungspläne des bereits bestehenden integrierten Netzwerkes für anfragende Patienten/innen vorbehaltlos, fordernd und fördernd, genehmigen und nicht, ausbremsend, verschleppen würde.
tlacuache schrieb am 20.04.2011 um 12:33
Danke Joachim Petrick,
sehr schoener Beitrag von Ihnen,
wie dreckig das ganze global betrachtet ist, und nicht nur Rössler/Biedersachsen, kann man schoen an dem Beispiel Donald Rumsfeld betrachten.
"...Rumsfeld war im Vorstand der Pharmakonzerne Gilead Sciences, Pfizer Inc. und Amylin Pharmaceuticals. So ist er beteiligt am kalifornischen Biotechnologieunternehmen Gilead Sciences, dem Unternehmen, das Tamiflu entwickelt hat und von dem Hoffmann-La Roche 1996 eine Lizenz zur Herstellung des Influenza-Medikaments erwarb. Das US-Verteidigungsministerium hat bereits im Jahr 2005 Tamiflu im Wert von 58 Millionen Dollar bestellt.
Rumsfeld war in dieser Zeit auch Sondergesandter der USA im Irak, während der er Saddam Hussein persönlich traf..."
de.wikipedia.org/wiki/Rumsfeld#Wechsel_in_die_Wirtschaft

LG
Joachim Petrick schrieb am 20.04.2011 um 14:52
@tlacuache

der miltärisch pharmazeutisch adminstrative Komplex mit dem Donald Rumsfeld als hervorragenden Protagonisten passt da wie die wüste Faust aufs Auge.

Danke für den Hinweis auf Rumsdadadonaldfeld
Joachim Petrick schrieb am 20.04.2011 um 21:25
Blogger schreiben an anderer Stelle auf derselben Themen Welle:

www.zdf.de/ZDFforum/ZDFde/inhalt/16/0,1872,7161328,00/F6682/msg2887381.php

Re (2): das schwarzgelbe Geschäft mit chronifiziert Kranken

* von: doernchen
* Erstellt am: 20.04.11, 17:38
* 28 mal gelesen

"......................Meine KK hat mir Medicoach angeboten. Sollte dafür unterschreiben, dass eine Apothekerkette und diverse Pharmas sich zwischen dem Arzt und mir stellen zwecks Optimierung der Arzneimittelversorgung. Mit der Unterschrift hätte ich meine Daten, meine Person, mich als Patient dem Coach unterworfen.

Das lustige: ich bin gar nicht krank. Schon gar nicht chronisch. Aber was nicht, ist kann noch werden - dank coachen?"

Re (3): das schwarzgelbe Geschäft mit chronifiziert Kranken

* von: Enscrypto
* Erstellt am: 20.04.11, 18:13
* 17 mal gelesen

:-)) Der alte Eugeniker mit Tarnkappe? Kam mir auch in den Sinn, doernchen. :-)) Was man Dir da so bot, ohne Prämien-Reduzierung :-) ist das HMO Modell,, das die Amis inzwischen als unzumutbar ansehen.
Mir bot man solche Komik-Hefte ebenfalls per Briefzustellung an, mit eingebautem Discount, falls ich auch gleich eine Lebensversicherung abschliesse. Auf meine erstaunte Frage, ob ich dann nicht sterbe, wenn mein Leben 'versichert' ist bekam ich so urkomische Belehrung, diese würde die "Final Expenses" mit einem Cover abdecken...
Auf meine bohrende Frage, ob denn da sonst die Leiche im Schuldturm landen würde, oder wie das gedacht ist :-)) bekam ich die fürsorgliche Mitteilung, dieses Ohnegleichen- Superangebot gilt nur bis zu meinem nächsten Geburtstag, ich möge im eigenen Interesse schnellstens zugreifen und mir diese "benefits" sichern.. BENEFITS?
Was das wohl sein soll, die Version vom "Happiest Corps".... ???
Wie bei Dir ist da auch(für das ERSTE JAHR frei, wie grosszügig) eine Mitgliedschaft in einer Art Leibesertüchtigungs-Verein vorgesehen, die Beiträge sind separat zu leisten. :-)) Und das MIR, die sich nicht mal genau erinnern kann, wann sie zuletzt einen Kurpfuscher bemüht hat...
:-))) Keinen mit Zulassung für Soziale Krankenversicherung. :-))

Alles was ich mit der staatl. "Medizin-Branche" zu tun haben will, das ist der notariell beglaubigte Eintrag, dass ich kein Ersatzteil-Lager bin oder werde. :-)) MfG EC
Joachim Petrick schrieb am 21.04.2011 um 21:55
ergänzt:

Zeigt das nicht einmal mehr die gesundheits- wie sozialpolitisch dramatische Kehrseite der Abkehr von der Arbeitskultur zur

"Einkommensplatzkultur",

die Befundsträger/innen nicht nur braucht, sondern produziert, die darauf abhebt, Menschen als chronifizierte Patienten/innen stillzulegen, um über allerlei pharmazeutische Anwendungen, Behandungspläne ohne zeitliche Begrenzung, Einkommen, Profit, finanzielle Leistungen für das eigene Unternehmen aus dem bestehenden Sozial- , wie Versorgungs- System zu Lasten der Patienten/innen, zu Lasten der Allgemeinheit aus dem Gesundheitsfond abzurufen?
Joachim Petrick schrieb am 29.04.2011 um 21:59
Auch das noch mint Bloggerin dörnchen u. a.:

frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,8232175,00.html

"Diese Medcoach der KK wird in Verbindung mit Apothekerkette, Pharmakonzern mit Verbindung bis in die USA angeboten, als Freiwilligangebot über Verträge, mit denen man sich selbst gegenüber Fremden klarsichtiger als Glas macht."

Das gibt es doch nicht.

Ab sofort kiegt mein Pharma Pillen Schwein ausgewildert Dauer Freigang
Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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