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Kultur : das Geschäft mit chronifiziert Kranken

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Patienten als "Einkommensplätze" von Ärzten/innen, Apotheken, der Pharmaindustrie?

von der Arbeits- zur Einkommensplatzkultur rundum die Uhr.

Profit statt Patientenschutz.

Unternehmen verdienen zunehmend, darunter insbesondere in der Pharmaindustrie, daran, Menschen chronfiziert als Patienten stillgelegt, zu Einkommensplätzen ihrer pharmazeutischen Produkte zu machen.

Das gelingt absehbar und belegbar im Bereich solcher Diagnosestellungen wie der chronifizierten Schizophrenie- , Depressions- ; Demenz- Erkankenkungen

Seit Einführung des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) mit Wirkung zum 1.1.2011 ist das deutschlandweit nicht nur möglich, sondern wird das offensiv vom FDP Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler gewollt vertreten.

Auf diesem Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) liegt kein Segen, weil dieses Gesetz psychosoziale Gefahrenlagen für das bestehende Modell der so genannten Integrierten Versorgung

"Ein enges Netz aus Therapeuten, Kliniken und niedergelassenen Ärzten die Patienten bestmöglich betreuen".
heraufbeschwört.
Fürchten müssen dieses Gesetz Menschen, die an Schizophrenie, Depression, Demenz erkranken oder bereits erkrankt sind, weil sich die Pharmaindustrie aktuell in die Integrierte Versorgung in Niedersachsen, dem politischen Stammland von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, hinein drängt, um dieses Netz der integriert multiprofessionellen Versorgung von psychisch Kranken, erst zu marginalisieren und dann als gegenstandslos aufzulösen.

Die Pharma-Firma Janssen-Cilag baut mit einer ihrer Tochtergesellschaften im Auftrag der AOK Niedersachsen für 13.000 Schizophrenie-Patienten ein medizinisch- pharmazeutisches Versorgungsnetz auf.
Nicht von ungefähr ist dieser Pharmakonzern Janssen-Cilag, wiederum eine Tochterfrirma des pharmazeutischen Globalplayers Johnson & Johnson/USA, einer der größten Hersteller für Schizophrenie-Medikamente.
Grundsätzlich ist das durch die Einführung des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) zum 1.1.2011 deutschlandweit nicht nur, dereguliert legalisiert, möglich, sondern auf der Basis des gegenseitig profitablen Vorteils von grundsätzlich durchsichtiger Absicht.

Nicht nur Experten fürchten um das Wohl der Patienten

Werner Hesse, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, kritisiert diese Entwicklung:
"Da besteht die ganz große Sorge, dass der Absatz der Pharmazeutika im Vordergrund steht und nicht die optimale Therapie der Patienten."

Professor Peter Schönhöfer, Bremer Pharmakologe und bekannter Kritiker der Pharmaindustrie, fürchtet um das Wohl der Patienten meint:
"Es geht den Firmen nur um Profit."
An die Gelder der Versicherten ranzukommen sei immer das Ziel der Pharmaindustrie gewesen, entweder als reiner Warenanbieter oder jetzt als Anbieter der kompletten Behandlung".

Mit Einführung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes zum 1. Januar 2011 ist genau das möglich - nicht nur im Bereich chronifizierter Schizophrenie, sondern auch bei Depression, Demenz..

Das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) löst da den fatalen Anreiz für ambulant wie stationär behandelnde Ärzte/innen aus, ihre an Schizophrenie, Dpression, Demenz erkrankten Patienten/innen vorschnell eine Chronifizierung ihres Leidens zu attestieren, was für Ärzte/innen, Apoheken wie pharmazeutische Unternehmen mit ihren Präparaten den Gewinn entfaltet, zusätzliche Leistungen aus dem gerade, mit Ach & Krach, aufgestellten Gesundheitsfond auszulösen.
Auf diese zusätzlichenLeistungen aus dem Gesundheitsfond im Fall chronifizierter Erkrankungen einer absehbar wachsenden Zahl von Patienten/innen aus ihrem Mitgliederbestand hat es auch die "unterfinanzierte" AOK/ Niedersachsen im großen Stil abgesehen.

Die AOK/Niedersachsen muss sich bereits den Vorhaltungen der zdf- Sendung Frontal 21 vom 19.04.2011 erwehren, ihre Mitgilieder im Fall der Erkrankung an Schizophrenie, Depression, Demenz, zu nötigen, solchen Vertragswerken mit der Pharma-Firma Janssen-Cilag beizutreten und sich deren medizinisch- pharmazeutischem Versorgungsnetz in Niedersachsen fraglos anzuvertrauen.

"Auf diesen Vorhalt versichert die AOK/Niedersachsen treuherzig, sie werde strikt alle verfügbaren Kontrollinstrumente einsetzen, um einer überbrodend zusätzlichen Verschreibung von Psychopharmaka in diesen neuen Netzwerken entgegen zu wirken."

Das wird der AOK bei den verschachelten Eigentums- und Betreiberverhältnissen der Träger dieser neuen Netzwerke kaum gelingen, setzt doch die Puppe Janssen-Cilag der Puppe Johnson & Johnson/USA bereits selber als Träger des neuen Netzwerkes ein Subunternehmen als weitere Puppe ein.

Viel naheliegender und einfacher wäre es da für die AOK/Niederschsen, Verschreibungen von Pharmaka deckelnd wie kontrollierend wirksam zu sein, wenn die AOK offensiv Behandlungspläne des bereits bestehenden integrierten Netzwerkes für anfragende Patienten/innen vorbehaltlos, die "Sprechende Medizin" fordernd und fördernd, genehmigen und nicht, ausbremsend, verschleppen würde.

Zeigt das nicht einmal mehr die gesundheits- wie sozialpolitisch dramatische Kehrseite der Abkehr von der Arbeitskultur zur

"Einkommensplatzkultur",

die Befundsträger/innen nicht nur braucht, sondern produziert, die darauf abhebt, Menschen als chronifizierte Patienten/innen stillzulegen, um über allerlei pharmazeutische Anwendungen, Behandungspläne ohne zeitliche Begrenzung, Einkommen, Profit, finanzielle Leistungen für das eigene Unternehmen aus dem bestehenden Sozial- , wie Versorgungs- System zu Lasten der Patienten/innen, zu Lasten der Allgemeinheit aus dem Gesundheitsfond abzurufen?

Besteht also von bestimmter Seite geradezu ein engagiertes Interessse an der Verbreitung von Arbeitslosigkeit in der Welt, um, u. a. pharmazeutisch. in die Verwertung der absehbaren Folge- Erkrankungen, Störungsbilder von Unterforderung, Unterbeschäftigung, Arbeitslosigkeit, fehlender sozialer wie fachlicher Ansprache zu gehen?

Diese Art in die Verwertung zu gehen, kannten wir bisher eher nur aus dem Finanzbereich im Rahmen der Weltfinanzkrise von 2008.
Wo insbesondere die Deutsche Bank nicht nur in Deutschland, sondern vor allem in den USA, Hauseigentümern die Hypoheken, begründet oder unbergründet, einfach kündigte, mit zeitlichem Nachdruck forciert in die Zwangsversteigerung schickten, um ultrabrutal in die Verwertung der verbrieften Sicherheiten in Gestalt der Immoblien und Grundstücke zu gehen.


"Das schwarzgelbe Geschäft mit chronifiziert Kranken"

JP

siehe:

frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,1001633,00.html?dr=1

frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,8232175,00.html

Die Tricks der Pharmaindustrie
Profit statt Patientenschutz

von Dana Nowak und Astrid Randerath

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.