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Kultur : Deutet Breivig seinen Massenmord als Fanal politischer Klarheit?

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Oder trieb die Angst vor der Psychiatrie Breivik in den Massenmord?

Ist Breivik ein Eulenspiegel der mörderischen Art?, der nun kleinlaut die Leere als sein Wirkliches schaut?
"Breivik redete zunehmend verwirrter."
"Breivik schaute ins Leere."

Waren das geäußerte Eindrücke aus berufen kundigen Munde von Agierenden am 8. Verhandlungstag im Osloer Gericht oder sind das reine Interpretation von Gerichtsreportern/innen?, die weltweit in Umlauf gerieten?, wenn ja, in welcher Hinsicht wirkte Anders Behring Breivik verwirrt, in wiefern starrte Bereivik in die Leere?,
oder waren diese Momente des "Verwirrtsein", des "Starrens in die Leere" genau Momente von heraufdämmernden Resten seiner rudimetären Klarheit, aufblitzende Momente des Anschauens seiner drangvollen Gedankenfülle?

Anders Behring Breivik tritt der Weltöffentlichkeit hier vor dem Osloer Gericht entgegen, wie einer, der einem Märchen voller dunkler Mächte, in dem er selber mörderisch zu Werke gehend für die dunkle Seite stand und steht, sich ermattend, von einer Wirklichkeit in die andere iactierend, als Übriggebliebener entsprungen, entronnen ist?

Tritt uns Breivik als Opfer dunkler Einflüsterungen aus nah und fern (Internet) entgegen, der diese Einflüsterungen mit heiligem Todernst in seinem Gemüt bewegt und nicht mehr lassen wollte, es sei denn, indem er im Namen dieser dunklen Einflüsterungen wehrlose Opfer massakrierte, hinrichtete?

Wer waren in der norwegisch- europäischen Wirklichkeit seine vermeintlichen und wirklichen Einflüsterer nah und fern?
Warum werden die nicht von der Anklage in den Zeugenstand zitiert, als Zeugen vernommen?

Wollte Breivik mit seinem Massenmord an wehrlosen Zivilisten,, wie dieser in erklärten, unerklärten Kriegen auch im Namen der norwegischen Gesellschaft als Mitglied der NATO weltweit, darunter in Afghanistan, "legitimiert" geschieht, als waffenbesessener Adrenalin Junkie, der drohenden Gefahrenlage einer Einweisung in die Psychiatrie entfliehen?, der er nun schlussendlich doch nach dem Osloer Gerichtsprozess zugeführt werden wird?

Was berichtet Breivik über seine Ängste, wenn er von den letzten Jahren, Monaten, Wochen berichtet, wo er als stigmatisierter Versager zu seiner Mutter zurückgekehrt, in seinem früheren kleinen Kinderzimmer, von Einflüsterungen aus fern und nah aufgeladen als wandelnd tickende Bombe "dahingelebt"?

Fehlt uns bisher bisher ein Begriff von dem Dunkel in dem furchtbaren "Erwachsenen Märchen", aus dem Breivik uns gegenüber tritt, als sei nichts Wirkliches geschehen?

Ist das Dunkel in dem Spanungsfeld entgegengesetzter Loyalitäten zu finden, in dem sich Anders Breivik all seine 33 j"ungendirren" Lebensjahre bewegt hat?

War da einmal die Loyalität seiner Mutter gegenüber, die früh von seinem, ihm unbekannten Vater, einem hochstehenden norwegischen Diplomaten, mit ihm, dem Sohn, übriggebleiben, verlassen wurde?
Als das geschah, war Anders Breivik gerade 18 Monate alt.

War es für Breivik äußerst schwer diese insgeheime oder offen von seiner Mutter eingeforderte Loyalität, bis zur Gegenwart im Osloer Gerichts- Prozess, emphatisch einlösend, aufrecht zu erhalten?
Wenn ja?,
lag der tiefere Grund seiner Schwieigkeiten mit dieser natürlichen Loyalität seiner Mutter gegenüber angemessen erwachsen differenziert unzugehen, in einer entgegengesetzten, anderen "insgeheimen" Loyalität, einer still bekennenden Loyalität seiner Generationshorde gegenüber, die er nie wirklich einzulösen vermochte und sich deshalb als "Derivat Loyalität" in scheinbar unverfänglich mystische Ideen der Reinheit der Norwegischen Gesellschaft, als Hüter des Heiligen Grals Norwegens, als Hüter des Öl- Export Profit Schatzes (Staatsfonds) Norwegens verstieg?

- Anders Breivik gab vor dem Osloer Gericht auf Nachfrage der Staatsanwältin an, er habe zehn Bücher über das Wesen der Finanzwelt gelesen, ohne Titel noch Autoren benennen zu können oder benennen zu wollen?-

Fiel Anders Breivik seine Loyalität seiner Mutter als erwachsen, angemessen differenziert, ernst genommene Verantwortung so schwer, dass er sich geradezu traumwandlerisch, systemisch heillos als der "Unbedeutende" tarnend, in Situationen des Versagens (Schulabbruch, Abbruch von Lehren), des Scheiterns, u. a. als Kleinunternehmer hineinmanöverrierte, um seiner Mutter weiterhin als der "Kleine Anders Breivik" kindlich gefahrlos, pflegeleicht, anspruchslos vertraut, nahe zu sein?

Ging es Anders Breivik aber gleichzeitig, innerlich glühend, gedankenbrennend, darum, eine eigene Welt der Autonomie des unanfechtbaren Kriegers einer "Guten Sache" als heiligen Gral seiner ungelebt erwachsenen Männlichkeit, zunächst unerkannt, anonym, dann in einem mörderischen "Show Down" des 22. Juli 2011 in Oslo, vor aller Welt, adrenalingesteuert, schießwütig, von Allmachtsmelodiegefühlen innerlich befeuert, explodierend, bekennend, für sich zu erobern, an der vor allem seine Mutter auf all seine restlichen Lebtage keinen Anteil haben soll noch darf?

Trieb die panische Angst vor der Psychiatrie Anders Behring Breivik in den Massenmord?, weil ihm die lebenslang harte Männerwelt hinter Gittern als verurteilter Strafgefangener einer Strafanstalt ehrbarer schien, als die drohend flüsternde Gefahr, unehrenhaft, als politischer Narr stigmatisiert, für "verrückt" erklärt, demnächst in der geschlossenen Abteilung einer Forensischen Psychiatrie Klinik zu landen?

JP

siehe:

www.freitag.de/community/blogs/suzieq/oslo-der-prozess---anders-behring-breivik--tag-9

26.04.2012 | 17:25
Oslo Der Prozess - Anders Behring Breivik (Tag 9)
anders behring breivik prozess oslo

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.