Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

30.01.2010 | 16:26

Katastrophen- Kommandowirtschaft von Haiti bis Afghanistan?

Katastrophen- Kommandowirtschaft von Haiti bis Afghanistan?

offener Brief und Gegenentwurf zu Michael Jägers Freitags Artikel

"Von Haiti bis Afghanistan"

Lieber Michael,

vorab:

Es ist gut, dass es diesen Artikel von Dir gibt, weil dieser zu Einstiegsfragen in das große Thema der Definition von Souveränitätsrechten von Bürgern/innen und Staaten in unserer Einen Welt anregt. Danke!

Das argumentative Futter, dass Du Deinen gewogenen, wie ungewogenen Lesern/innen in den Tornister für die Reise auf die Pilger Pfaden zu der Debatte des Themas "Von

Haiti nach Afghanistan" packst, finde ich allerdings in Teilen ungenießbar.

Was Du alles zu wissen vorgibst, statt selber Fragen zu stellen:

"Haiti hat eine Naturkatastrophe hinter sich, an der die USA unschuldig sind".

Dieser Satz ist n. m. E. nur halb richtig, weil mindestens seit 1915 unter US-Präsident Wilson,

aus der Mitte der USA Kräfte gewirkt haben, die Souveränität des Staates und der Gesellschaft Haitis gezielt zu untergraben.

Der Erfolg dieser unmoralischen Bestrebungen ist nicht zuletzt daraus ersichtlich, dass fehlende Infrastrukturen, das Fehlen an bereitgestellten Rettungs- Ressourcen, an Eigentmitteln, Vorratshaltung zur Schadensbegrenzung der Naturkatastropen in Haiti mehr zivile Opfer gefordert hat, als die Naturkatastrophen selber.

"Deshalb eilen beide Male (Haiti wie Afghanistan) Interventen herbei, besonders die USA, nicht um Souveränität wegzunehmen, sondern um sie zu stärken".

In Afghanistan sind die USA und eine Koalition williger Helfer womöglich gerade dabei, ohne rechtliche Sicherheit für die Afghanen durch ein befristetes Besatzungsstatut, auf Kosten der Souveränitätsrechte der afghanischen Zivilbevölkerung, mit so genannten Ausstiegsprogrammen für die Taliban, diese als miltärische Sicherheitspartner gewonnen, mit Millionen $, €, Pfund Sterling, Schweizer Franken aufzurüsten.

Wofür?,

für militärstrategische Szenarien, vorstellbarer wie unvorstellbarer Art, in und um Pakistan/Iran/Georgien/Nabucco Pipeline?

Israel ist mit seinem historisch- emotionalen Zugang für die Erlangung des Menschenrechts, seines Existenzrechts, gemessen an den Souveränitätsrechten seiner Bürger/innen in der Region gegenüber anderen Staaten noch ein starker Staat.

Gemessen an den aussenpolitischen Wirkungen seiner heillosen Siedlungspolitik in Ost Jehursalem u. u. ist Israel ein schwach gehaltener Staat, der eher den Einheitsstaat von Juden, Arabern, Palästinensern nährt als den Zweitstaaten Plan für Israelis, Palästinenser, jeder für sich.

Um welchen Souveränitätsbegriff geht es Dir hier?,

um den, der Bürger- , Menscherechte schützt, oder um den. der Staaten in ihrem aussenpolitschen wie innenpolitischen Benehmen wie belieben, viele Optionen zu Lasten seiner Bürger/innen offenhält?

Schon klagt die Regierung in Haiti über den Goodwill Imperialismus der NGOs Karawanen und helfenden Staaten, voran die USA, die die. global eingesammelten Spenden, Hilfen für Haiti, ohne Einbindung der haitianischen Regierung, wie in Afghanistan, vor allem und zuerst an sich selber auszahlen?

Wie gesagt!

Gut dass es Deinen Artikel gibt.

Jetzt liegt derBall in Deinem Quadrat.

tachüss

JP

 
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Kommentare
Joachim Petrick schrieb am 30.01.2010 um 16:32
siehe dazu Michael Jägers Artikel:

www.freitag.de/positionen/1004-haiti-afghanistan-usa-souveraenitaet

tachüss
JP
Michael Jäger schrieb am 30.01.2010 um 18:22
Aha, das, was Du unter meinen Artikel geschrieben hast, war ja schon dieser Offene Brief. Ich habe dort eben geantwortet. Der Ball fliegt!
Joachim Petrick schrieb am 30.01.2010 um 23:59
danke
tachüss
JP
Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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